Abé, Shana – Erdmagie (Der träumende Diamant 2)

|Der träumende Diamant:|

Band 1: [Feuermagie]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4845
Band 2: Erdmagie
Band 3: Drachenmagie (deutsch im März 2009)

Lia ist eine Drákon – halb Mensch, halb Drache. Allerdings besitzt sie keine der Gaben ihres Volkes: Sie kann sich weder in Rauch noch in einen Drachen verwandeln. Stattdessen sind ihre Träume erfüllt von Zukunftsvisionen, und schon seit ihrer Kindheit hört sie die Rufe von Draumr, einem verschollenen Diamanten, von dem eine Legende erzählt und dessen Macht so groß ist, dass man mit ihm das ganze Volk der Drákon unterwerfen könnte.

Das ist es, was Lia in ihren Träumen sieht. Sie sieht Zane, der buchstäblich der Mann ihrer Träume ist, wie er mit der Magie Draumrs das Volk der Drákon unterwirft. Um diese Gefahr abzuwenden und in der Hoffnung, die Zukunft noch verändern zu können, schließt sich Lia Zane an, der den Auftrag erhalten hat, nach Draumr zu suchen. Sie muss nicht nur verhindern, dass Zane Draumr zuerst findet, sondern auch, dass er um die wahre Macht des Diamanten erfährt. Denn sobald er um seine Macht weiß, würden Lias Zukunftsvisionen wahr werden und Zane den Diamanten dazu benutzen, die Drákon zu unterwerfen – und damit Lia auf ewig an sich zu binden.

_Eindrücke:_

„Erdmagie“ ist wie schon sein Vorgänger eine Fantasygeschichte mit einer Prise Erotik und spielt im 18. Jahrhundert. Während der Leser im ersten Band die Geschichte von dem stürmischen Drákon-Mädchen Rue und dem Alpha Christoff erzählt bekam, geht es nun mit Lia, der Tochter der beiden, und mit Zane, einem ehemaligen menschlichen Schützling von Rue, weiter. Seitdem Rue und Christoff ein Paar wurden, sind einige Jahre vergangen und in Darkfrith ist Ruhe eingekehrt. Dennoch gibt es noch eine alte Legende um einen Diamanten namens „Draumr“, den mächtigsten aller Diamanten, den die Drákon vor langer Zeit verloren und seitdem nicht wiedergefunden haben. Schließlich führen nicht nur Draumrs lockende Rufe, sondern auch die wachsende Gefahr, welche den Drákon droht, sollte der Diamant von jemand anders gefunden werden, dazu, dass sich Christoff und Rue dazu entscheiden, Zane auszusenden, um den Diamanten zu finden. Allerdings darf er den Grund dafür, warum Rue und Christoff nicht selbst gehen, nicht erfahren. Und das ist auch Lia mehr als bewusst, als sie sich Zane anschließt.

Im Allgemeinen ähneln sich die beiden Bücher sehr, in bestimmten Details liegen die Ähnlichkeiten allerdings auch wieder weit auseinander. Der Charakter von Zane ist dem von Christoff teilweise nämlich zum Verwechseln ähnlich. Schon Christoff war in „Feuermagie“ ein sehr dominanter männlicher Charakter, der Rue nicht unbedingt charmant, sondern eher besitzergreifend gegenübergetreten ist. Genauso ist auch Zane veranlagt. Statt Lia seine Liebe zu zeigen, ‚versteift‘ er sich vorerst auf seine körperlichen Bedürfnisse und geht mit Lia eher grob als liebevoll um. Erst gegen Ende des Buches ändert sich dieser Umstand wieder.

Lia hingegen ähnelt ihrer Mutter in keiner Weise. Während Rue stürmisch, selbstbewusst und dazu in der Lage ist, die Wandlung zu vollziehen, ist Lia eher still, eine Träumerin und besitzt kaum eine der Gaben ihres Volkes. Ihr gelingt es nicht einmal, die Wandlung in Rauch zu vollziehen. Stattdessen hört sie ständig Melodien, die außer ihr niemand wahrnimmt, und zudem hat sie Träume, die ihr die Zukunft voraussagen. Schon seit sie klein war, träumt sie dabei von Zane, wie er den träumenden Diamanten findet und das Volk der Drákon mit der Macht des Edelsteins unterwirft.

Beide Protagonisten wirken auf den Leser recht sympathisch, selbst Zane mit seiner rauen, teilweisen höhnischen Art, mit Lia umzugehen. Zwar konnte ich einige Reaktionen Lias nicht wirklich nachvollziehen, was aber nicht daran lag, dass sie unrealistisch sind, sondern weil ich eine andere Reaktion erwartet hätte. So wirken die Protagonisten eigentlich selten künstlich oder aufgesetzt, sondern laden den Lesen zum Mitfiebern ein.

Was mir an den Büchern von Shana Abé auch besonders gut gefällt, sind die Erotikszenen. Diese werden von ihr immer schön ausführlich und romantisch erzählt, kommen dafür aber nur selten vor, sodass sie nie zu sehr in den Vordergrund rücken, wie dies bei vielen anderen Fantasy-Romance-Büchern der Fall ist. Sie beschränkt die Situationen, in denen sie den Sex von Lia und Zane beschreibt, auf gerade einmal zwei Stellen, was dem Buch vordergründig nicht eine rein erotische Atmosphäre verleiht, sondern eher die einer romantischen Liebesgeschichte.

Am Anfang von „Erdmagie“ wird, wie auch in „Feuermagie“, noch mal in kurzen Worten einiges über die Drákon gesagt. Im Gegensatz zu „Feuermagie“ werden hier jedoch die geschichtlichen Verläufe der Drákon und die Legende von Draumr und der Prinzessin von einer bis zum Ende des Buches unbekannten Person aus der Ich-Form erzählt, und dies nicht nur am Anfang, sondern immer wieder verstreut über die ganze Geschichte. Das hat die Autorin allerdings nicht willkürlich so gemacht, sondern verfolgt damit einen konkreten Zweck: nämlich den Leser auf bestimmte Informationen, insbesondere der Legende, aufmerksam zu machen. Diese ähnelt der Geschichte von Lia und Zane nämlich, wie man später bemerkt, sehr stark.

Was mich an „Erdmagie“ gestört hat, sind einige Unstimmigkeiten in der Handlung. Zane hält sich bei Lia stark zurück, da eine Beziehung mit ihr aus gewissen Gründen unmöglich ist. Jedenfalls scheint dies während fast der ganzen Geschichte ein ernsthaftes Hindernis zu sein. Später allerdings, wenn Lia und Zane zueinander finden, scheint das Problem wie weggeblasen zu sein und bereitet keinem der beiden mehr Kopfzerbrechen. Erwähntes Hindernis spielt von einer Sekunde auf die Nächste einfach keine Rolle mehr, und das, obwohl dem Leser keine wirkliche Lösung des Problems angeboten wurde. Ein weiterer Aspekt, der dazu geführt hat, dass mir „Erdmagie“ nicht ganz so gut gefallen hat wie „Feuermagie“, sind einige Längen. In der Geschichte sind Zane und Lia die meiste Zeit unterwegs, um den Diamanten zu suchen, was irgendwann einfach etwas langweilig wird.

_Fazit:_

Alles in allem ist „Erdmagie“ ein schöner Zeitvertreib für zwischendurch, wenn mir der erste Teil letztendlich auch besser gefallen hat. Die Charaktere sind sympathisch und auch die Erotikszenen sind gut gelungen, dennoch stören einige Unstimmigkeiten und Längen.

_Die Autorin:_

Shana Abé lebt mit ihrem Mann und einem ganzen Zoo von Tieren in Südkalifornien, verrät uns der Verlag (die Website der Autorin spricht eher von fünf Kaninchen und einem Hund). Die |Wikipedia| verrät noch ein bisschen mehr: Sie wurde in Texas geboren, wuchs in Colorado auf, verbrachte einen Teil ihres Studiums in Mexiko sowie Los Angeles und arbeitete in Japan als Model. Abé erhielt den |Romantic Times Career Achievement Award| und war sechsmal für den |Romantic Times Reviewer’s Choice Award| nominiert, wovon sie zwei gewann.

|Originaltitel: Drákon 2. The Dream Thief
Aus dem Englischen von Marianne Schmidt
350 Seiten, kartoniert
ISBN-13: 978-3-442-26554-1|
http://www.blanvalet-verlag.de
http://www.shanaabe.com

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