Abnett, Dan – Attentat, Das (Warhammer 40.000)

_Handlung_

Kurz nach der Landung auf dem Planeten Herodor geht in den pilgerüberfluteten Straßen der Stadt Civitas Beati die Post ab. Passend zur aktuellen Warhammer-40k-Sommerkampagne liefern sich Kommissar Gaunt und seine Jungs vom ersten und einzigen Tanith eine zünftige Straßenschlacht, die gegen Ende wahrhaft apokalyptische Ausmaße annimmt. An mehreren Fronten wird hier der gut organisierte Blutpakt zurückgetrieben, um die schlecht geschützte Stadt vor ihrem endgültigen Ende zu bewahren. Das jedoch ist alles nur ein Vorgeschmack. Im zweiten Teil des Buches müssen sich die Tanither nach einer größeren Weltraumschlacht gegen die Hauptstreitmacht und gegen neun Profiattentäter erwehren, deren Auftrag es ist, der Reinkarnation der heiligen Sabbat endgültig ihren Märtyrertod zu geben.

_Schreibstil_

Dass Dan Abnett zu den bedeutendsten Autoren in der Warhammer-Welt gehört, ist sicher nicht unverdient. Zügig kommt er in den Romanen über das erste und einzige Tanith schnell zu dem, wofür die Tabletopspiele bekannt sind: groß angelegte und taktische Schlachten. Egal ob auf offenem Feld, in den engen Gassen oder im Weltraum; auch wenn es in den Kämpfen um nichts weiter als das schnelle Dezimieren des Feindes geht, Monotonie kommt zum Glück nicht auf.

Auch was die Brutalität betrifft, hat sich der Autor erfreulicherweise im richtigen Rahmen bewegt. Nur manchmal erliegt er dem Versuch, die einzelnen abgeschossenen Körperteile aufzuzählen. Auch hier denkt er daran, dass nicht jeder, der seine Bücher liest, ein Fan von 40k sein muss, und so ist das einzige Wissen, das vorausgesetzt wird, das Faktum, dass es eine übernatürliche Gestalt namens „der Imperator“ gibt, der die Geschicke der Menschheit auf seinem goldenen Thron auf Terra lenkt. Ansonsten könnte es sich bei „Das Attentat“ auch um einen normalen SciFi-Kracher handeln, ist der Rest doch schon von vielen anderen Büchern bekannt.

Der einzige Kritikpunkt, den man nennen könnte, wären die Flut an Personen und die übernatürliche Namenskreativität des Autors. Klar, bei einem Trupp der Imperialen Armee gibt es halt eine gewaltige Menge an Menschen, und wer ohne die vorherigen Bücher mit „Das Attentat“ beginnt, muss sich erst an die gewaltige Flut an Figuren gewöhnen, die dieses Regiment bevölkert. Dass viele davon in den über 400 Seiten gesichtslos bleiben, ist auch nicht weiter verwunderlich. Doch häufig tauchen mitten im Buch neue Gestalten auf, nur um zehn Seiten später wieder abgeschossen zu werden. Hilfreich ist hierbei die Tatsache, dass die Namen trotzdem unterschiedlich und exotisch genug sind, um zumindest ansatzweise einen Überblick zu behalten. Letzten Endes merkt man sich die wichtigsten automatisch, da sie alle sehr charakteristisch und mit speziellen Fähigkeiten versehen sind, obwohl ihr Aussehen mit keinem Wort erwähnt wird.

_Fazit_

Eine einzige Ballerei auf 400 Seiten, grob zusammengefasst. Ausgeschrieben kann man sagen, dass sich das Buch zügig von Höhepunkt zu Höhepunkt bewegt, und wer guten und taktischen Schlachten nicht abgeneigt ist, der wird garantiert seinen Spaß mit dem Buch haben. Absolute Warhammer-Fanatiker werden vielleicht die Tatsache bemängeln, dass in diesem Buch nicht die komplette Rüstkammer des Imperialen Regelbuches aufgezählt wird, aber die Tatsache, dass Dan Abnett auch neue Fahrzeuge und Gegner einsetzt, macht diesen Roman auch für 40k-Fans interessant.

Auch die Übersetzung ist im Vergleich zu den anderen Büchern besser geworden. So gibt es nur noch Kleinigkeiten wie etwa Dunkeleldar statt Dark Eldar zu bemängeln. Auch entwickeln sich die Figuren der Vorgängerromane weiter, und bei einigen sind sogar kleine Überraschungen dabei. Da die Story in sich abgeschlossen und nur ein Teil eines großen Feldzuges ist, kann man auch ohne größere Probleme mit diesem Band anfangen; wie oben erwähnt, ist die große Zahl an Personen kein größeres Problem, da die wichtigsten Details ohnehin zuvor erwähnt werden.

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