Ange / Varanda, Alberto / Meddour, Fabrice – Legende der Drachenritter, Die – Band 8: Der Chor der Finsternis

_Reihentitel:_

Band 1: [Jaina]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3349
Band 2: [Akanah]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3585
Band 3: [Das leblose Land]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3826
Band 4: [Brisken]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4153
Band 5: [Schlossgärten]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4749
Band 6: [Jenseits der Berge]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5143
Band 7: [Die Sonne wiedersehen]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5534

_Story:_

Das Übel breitet sich mit immer größerer Geschwindigkeit und Effizienz über die Länder aus. Seuchen raffen das Volk dahin, eigenartige Kreaturen ergötzen sich am Menschenfleisch, und lediglich der Orden der Drachenritter scheint nun noch Mittel und Wege zu kennen, das schier unvermeidbare Ende der Menschheit und den endgültigen Sieg des Drachen und seiner instrumentalisierten Bösartigkeit abzuwenden.

Ritter Marly, gerade erst 19 Jahre alt und als Jungfrau für diesen Auftrag prädestiniert, soll die sagenumwobene Drachenritterin Krista aufspüren, um die sich bereits die wildesten Gerüchte ranken. Doch die zur Legende erklärte Verschollene bleibt ein Phantom. Und obschon in der Dschungellandschaft, in die Marly entsandt wurde, jeder schon von Krista gehört hat, findet Marly lediglich barbarische Stämme, die die vom Übel dahingerafften Menschen hilflos in den Tod schicken.

Die junge Ritterin vom Drachenorden beginnt zu resignieren, will jedoch nicht wahrhaben, dass es für die verseuchten Mitmenschen keinen anderen Ausweg gibt. Als sie sich während eines weiteren Angriffs der wilden Dschungelkreaturen schließlich ein letztes Mal aufbäumt, realisiert sie erst, von welchem Ausmaß der Schaden bereits ist, den die Drachen und die von ihnen initiierte Krankheit angerichtet haben.

_Persönlicher Eindruck:_

Von Ausgabe zu Ausgabe wird das Autorenduo Ange wieder vor die gleiche, stetig wachsende Herausforderung gestellt, wie man mit den unabhängigen Geschichten zum Serienepos „Die Legende der Drachenritter“ neue Wege beschreiten, gleichzeitig dem bisherigen Handlungskonzept noch neue Impulse verschaffen kann. Es gab stille, intrigante, heimtückische, zuletzt auch blutrünstige Episoden um den Orden der jungfräulichen Ritter, selten jedoch auch Kapitel, in denen die tatsächliche Jagd nach den Drachen bzw. die Herkunft des Übels genauer angeschnitten wurden.

In der vorliegenden, inzwischen bereits achten Ausgabe ändert sich daran grundlegend nichts. Allerdings ist die Seuche diesmal zentrales Thema und für die illustrative Präsentation des aktuellen Bandes der heimliche Ideengeber. Die beiden Autoren haben sich eingehend damit beschäftigt, wie man einen Link zwischen der Hauptstory und den Erscheinungsformen dessen, was die Folge des Konflikts zwischen Drachen und Menschen beschreibt, erstellen kann und dabei einen sehr beklemmenden, letzten Endes aber ganz klar überzeugenden Weg gewählt. Und natürlich gibt es im Orden der Drachenritter auch diesmal allerhand Intrigen und Heimlichkeiten.

Erstmals im Laufe der Handlung wird das Tun und Handeln der Titellegenden jedoch ernsthaft in Frage gestellt. „Der Chor der Finsternis“ beschreibt, wie die Position der Drachenritter falsch ausgelegt werden könnte und wirft die inhaltliche Frage auf, ob der Orden überhaupt mit lauten Mitteln spielt oder ob es im Grunde genommen lediglich eine groß angelegte Manipulation ist, die hinter alldem steckt.

Mit der recht naiven Protagonistin Marly, die in ihrer rosaroten Perspektive gar nicht abschätzen kann, welche Grausamkeiten das Gefecht gegen die Drachen in der Zwischenzeit hervorzubringen vermag, hat man eine gewagte Figur in die Mitte gestellt, die das Gewicht der sehr schweren Kost in Band 8 jedoch tragen kann. Sie verkörpert schließlich all die Werte, die eine stille Heldin in dieser Serie verinnerlicht haben soll und wirbt mit unbändigem Willen und der Motivation, das Übel zu richten, für ihren Orden.

Dementsprechend groß ist der Kontrast, den ihre eigentlichen Verbündeten in der Dschungellandschaft aufwerfen, und der schließlich zum lebendigen Kern der Geschichte heranwächst. Hoffnung und Freiheitsdrang auf der einen, Verzweiflung und Selbsterhaltungsdrang auf der anderen Seite bilden auf inhaltlicher Basis den lebendigen Output von „Der Chor der Finsternis“ und ergeben gekoppelt mit der sehr eindringlichen Erzählatmosphäre und den feinen, finsteren Illustrationen ein stimmiges Gesamtpaket, das problemlos das Niveau der bisherigen Folgen aufrecht erhält.

Und dennoch: Dieses Kapitel ist irgendwie anders, von düstereren Stimmungen geprägt, im Bereich der Charaktere gewagter und individueller und handlungsspezifisch betrachtet einfach noch fieser und gemeiner als die Nummern 1-7. Das überzeugt dann gleich doppelt und bestärkt die Hoffnung, dass „Die Legende der Drachenritter“ auch künftig noch eine Menge Überraschungen bereithalten kann. In dieser Verfassung ist die Serie nämlich längst noch nicht am Ende angelangt!

|Graphic Novel: 46 Seiten
Originaltitel: La geste des chevaliers dragons – Le choeur des ténèbres
ISBN-13: 978-3-939823-42-1|
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