Arleston / Floch – Terra Incognita (Die Schiffbrüchigen von Ythaq 1)

_Story_

Eigentlich befand sich der Luxuskreuzer |Kometenstaub| auf einer Reise zu traumhaften Stränden innerhalb der Galaxis. Doch ein jäh auftretender Wirbelsturm vernichtet die rosigen Aussichten auf Urlaub für die Besatzung des großen Schiffes und zerstört den Kreuzer in der Umlaufbahn des Planeten Ythaq. Die Navigatorin Granit, der Bordtechniker Narvarth und die verwöhnte Passagierin Callista stranden schließlich mit ihrer Rettungskapsel in einem seltsamen Dorf, in dem das merkwürdige Völkchen der Banfoo-Gemeinschaft lebt.

Nachdem sich das Dreigespann zunächst für die bei der unfreiwilligen Landung entstandenen Schäden vor den prozesslustigen Bewohnern der Gemeinschaft verantworten muss, erhält man prompt auch erste Hinweise über weitere Wrackteile der |Kometenstaub|, die an anderen Orten auf Ythaq entdeckt worden sind. Dies ist auch der grausamen Herrscherin Ophyde nicht entgangen, die ihre Helfershelfer entsendet, um die Teile einzusammeln, die Gestrandeten gefangen zu nehmen und sich ihr Wissen anzueignen. Doch Granit und ihre Gefährten sind auf der Hut und ziehen auf der Suche nach weiteren Überlebenden alle Register.

_Meine Meinung_

Eine neue Serie, neue Helden und ein erneuter Volltreffer – nichts anderes durfte man nach einem kurzen Einblick in die Welt von Ythaq erwarten, und nichts anderes offenbart nun auch der erste Band der neuen Serie von Christophe Arleston, die hierzulande über den |Splitter|-Verlag veröffentlicht wird. Der Autor solcher Comics wie [„Elixier“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2514 und „Die Feuer von Askell“ hat sich thematisch zwar durchaus an seinen bisherigen Werken orientiert, mit „Die Schiffbrüchigen von Ythaq“ aber (zumindest von den mir bekannten Serien und Einzelausgaben) sein bislang reifstes und auch schönstes Abenteuercomic konzipiert, und das kann man getrost schon nach nur einem einzigen Band behaupten.

Die einleitende Geschichte beginnt gewohnt rasant und führt den Leser sofort in ein temporeich vorgetragenes Szenario, in dem drei völlig konträre Figuren durch einen unglücklichen Umstand an einen abgelegenen Ort geführt und dort vor völlig unerwartete Aufgaben gestellt werden. Doch um sich lange auf ihre momentane Situation vorzubereiten, bleibt dem Trio keine Zeit. Die Gestrandeten des Luxussternenkreuzers werden von einigen kauzigen Wesen angegriffen, die ihnen vorwerfen, bei ihrer Landung bewusst das Eigentum der Banfoo-Gemeinschaft zerstört zu haben, so dass sie sich umgehend unter widrigsten Gegebenheiten vor Gericht rechtfertigen müssen. Ein Wink des Schicksals verhilft ihnen zur Freiheit, die jedoch umgehend von einem weiteren Abenteuer beeinträchtigt wird.

Die Aussicht auf weitere Überlende des Raumschiffunglücks treibt die wagemutige Granit, den tollpatschigen Narvarth und die großmäulige Callista auf die andere Seite des Planeten, wo die Tyrannin Ophyde bereits die Jagd auf die Weltraumreisenden eröffnet hat. Sie erhofft sich weitere Macht und noch mehr Einfluss durch das Wissen, welches von anderen Planeten herbeigeschafft wird, und startet so die unerbittliche Suche nach den drei verschollenen Besuchern. Doch Granit und ihre beiden zunächst unnützen Gefährten sind Ophyde und ihrer rechten Hand stets einen Schritt voraus und holen sich an Ort und Stelle die nötigen Informationen. Die Flucht in letzter Sekunde erweist sich aber dennoch als unglücklich. Callista wird mit einer List überrumpelt und muss zurückbleiben. Und ihre neue Vorgesetzte ist dafür bekannt, nicht gerade zimperlich mit ihren Gefangenen umzugehen.

Die Geschichte, die Arleston in dieser neuen Reihe auftafelt, beginnt wahrhaftig brillant. Der Mann verbindet in „Die Schiffbrüchigen von Ythaq“ Humor und Action mit einer abwechslungsreichen Abenteuerhandlung, die aufgrund ihres stets absolut unvorhersehbaren Verlaufs den Spannungslevel konstant hoch hält. Es darf gelacht werden, wenn die Mitglieder der Banfoo-Gemeinschaft ihren Sprachfehler ausleben oder der naive Narvath und die vorlaute Callista wieder einmal in eine neue Tollpatschigkeit hineinrennen. Genauso fiebert man an anderer Stelle mit, wenn Granit versucht, Ophyde und ihre Wachen zu überlisten oder die drei Gestrandeten ihre gesamte Überzeugungskraft dafür aufbringen, im ungleichen Prozess bei den Banfoos ihrem Schicksal zu entrinnen.

Und so vermischen sich diese beiden prägenden Elemente im Laufe der Handlung fast ständig, profitieren dabei aber auch von den tollen Charakterzeichnungen des Autors und den sympathischen Ideen, die Arleston fast Seite für Seite aufbringt. Mutig spielt er mit seiner außergewöhnlichen Kombination aus Science-Fiction und Fantasy und wartet dabei immer wieder mit frischen, innovativen Momenten auf, welche „Die Schiffbrüchigen von Ythaq“ respektive den ersten Band „Terra Incognita“ zu einer ganz besonderen Erscheinung der aktuellen Comic-Saison und somit zu einem weiteren |Splitter|-Geheimtipp machen. Für meinen Geschmack ist dies bereits jetzt einer der besten französischen Comics der letzten Jahre!

http://www.splitter-verlag.de

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