Baldacci, David – Wächter, Die

_DEFCON 1!_

Einer der exklusivsten Klubs der Welt hat nur vier Mitglieder. Tag und Nacht studieren der Anführer, der sich „Oliver Stone“ nennt, und seine Freunde Verschwörungstheorien und die Skandale in Washington, D.C. Doch dann werden die selbst ernannten Wächter Zeugen eines Mordes, dessen Folgen die Sicherheit der Nation und der ganzen Welt bedrohen. Und die Einzigen, die der Apokalypse noch im Weg stehen, sind eine junge FBI-Agentin, ein altgedienter Secret-Service-Mann und vier vergessene Helden … (Verlagsinfo)

|Hinweis|

DEFCON bedeutet Defense Condition und bezeichnet die höchste Alarmstufe der Verteidigungsstreitkräfte der USA. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde DEFCON 3 ausgerufen. DEFCON 1 entspricht dem Kriegszustand.

_Der Autor_

David Baldacci wurde 1960 in Virginia geboren, wo er heute lebt. Er wuchs in Richmond auf; sein Vater war Mechaniker und später Vorarbeiter bei einer Spedition, seine Mutter Sekretärin bei einer Telefongesellschaft. Baldacci studierte Politikwissenschaft an der Virginia Commonwealth University (B. A.) und Jura an der University of Virginia. Während des Studiums jobbte er unter anderem als Staubsaugerverkäufer, Security-Guard, Konstrukteur und Dampfkesselreiniger. Er praktizierte neun Jahre lang als Anwalt in Washington, D.C., sowohl als Strafverteidiger als auch als Wirtschaftsjurist.

Neben seiner Arbeit als Schriftsteller engagiert sich Baldacci für eine Reihe karitativer und gesellschaftlicher Institutionen, darunter der National Multiple Sclerosis Society, der Barbara Bush Foundation for Family Literacy, der Virginia Foundation for the Humanities, der America Cancer Society, der Cystic Fibrosis Foundation und der Viriginia Commonwealth University. David Baldacci ist verheiratet und hat zwei Kinder: Tochter Spencer und Sohn Collin. Laut Verlag liegt die Gesamtauflage seiner Bücher weltweit bei über 55 Millionen Exemplaren.

Mehr Infos: http://www.david-baldacci.com. (Verlagsinfo)

|David Baldacci auf Buchwurm.info:|

[Mit jedem Schlag der Stunde]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2400
[Im Bruchteil der Sekunde]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=836
[Das Geschenk]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=815
[Der Abgrund]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=414
[Die Verschwörung]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=396
[Das Versprechen]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=361
[Die Versuchung]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=676

_Der Sprecher_

K. Dieter Klebsch absolvierte seine Schauspielausbildung an der Staatlichen Schauspielschule Berlin „Ernst Busch“. Seit 1973 wirkte er in verschiedenen Theater-, TV- und Kinoproduktionen mit. Seit 1976 ist Klebsch auch als Synchronsprecher tätig und leiht seine Stimme unter anderem Alec Baldwin.

Klebsch liest eine von Katharina Treml bearbeitete Fassung. Die Aufnahme in den |d.c. studios| NRW-Berlin, leitete Lars Ullrich. Das musikalische Motiv stammt von Michael Marianetti, Regie führte Otto Strecker.

_Handlung_

|PROLOG.| Irgendwo in Virginia stoppt ein Helikopter einen Wagen, in dem drei Araber sitzen. Als der Hubschrauber neben ihnen landet, fühlen sie sich bedroht und zücken ihre Waffen. Doch da schießt der Fahrer die beiden anderen nieder, einen Iraker und einen Afghanen. Interessanter ist, was danach passiert. Männer entsteigen dem Heli und legen einen Leichensack neben den toten Iraker. Den Iraker tauschen sie gegen den Bewusstlosen aus, den sie im Leichensack mitgebracht haben. Sie fingieren den Selbstmord des Bewusstlosen und nehmen die echten Leichen wieder mit. Der Fahrer des Wagens kehrt in seine Heimatbasis zurück: Brennan, Pennsylvania.

|Haupthandlung.|

Der Mann, der sich jetzt „Oliver Stone“ nennt und als Friedhofswächter in Washington, D.C., arbeitet, träumt schlecht. Und immer das gleiche. Er hat seine Frau an Killer verloren, doch seine Tochter Beth wurde von ihnen entführt. Er hat sie nie wieder gesehen, und natürlich tauchte er selbst für Jahre unter. Er verlässt sein Kabäuschen und schlendert zu dem Zelt, von dem aus er das wichtigste Haus der westlichen Welt beobachten kann. Seine Beobachtungen notiert er in eine Kladde. Auch Adelphia hat als Demonstrantin ihr Quartier vor dem Weißen Haus aufgeschlagen. Während sie einfach nur gegen Abtreibungen protestiert, verlangt Stone einfach nur die Wahrheit, mehr nicht.

Abends trifft er wieder seine Freunde, die anderen Mitglieder des Camel Club. Es sind Reuben Rhodes, Caleb Shaw und Milton Farb, der Computerexperte. Die vier Veteranen haben im Fernsehen von dem gehört, was in Virginia passiert ist: Angeblich wurden drei Terroristen getötet. Das glauben sie keine Sekunde. Sie rudern ungesehen über den Potomac-Fluss nach Roosevelt Island, wo sie dem US-Präsidenten ihre Ehre erweisen wollen – und Kriegsrat halten.

|Unfreiwillige Zeugen|

Stone hat den Präsidenten James Brennan beobachtet, der dem aktuellen Chef des Heimatschutzministeriums, Carter Gray, nahesteht. Gray habe dunkle Pläne, und Farb, der Paranoiker, befürchtet die drohende Apokalypse. Stone schlägt vor, dass der Camel Club sich daranmacht, Carter Gray zu stürzen. Keiner lacht. Es ist beschlossene Sache. Da hören sie ein Geräusch und verstecken sich.

Aus ihrem Versteck sehen sie, wie zwei Männer einen dritten auf die Insel tragen und wenige Meter vor ihnen ablegen. Der halb bewusstlose Mann in der Mitte trägt den roten Anstecker des Secret Service, bemerkt Stone. Nachdem sie ihn mit Whisky eingespritzt haben, legt einer ihm einen Revolver in die Hand, steckt dessen Lauf in seinen Mund und drückt ab. Stone kennt das Spiel schon: ein fingierter Selbstmord. Er muss Milton davon zurückhalten, einzuschreiten und ihr Anwesenheit zu verraten. Als die Killer gegangen sind, durchsucht Stone den Ermordeten, findet einen Abschiedsbrief und Ausweise. Es handelt sich um Patrick Johnson, Mitarbeiter des NIC, des Heimatschutzministeriums von Carter Gray. Brisante Sache!

Doch die Killer kommen zurück, weil sie einen Fehler gemacht haben. Ihr Opfer müsste Dreck an den Schuhsohlen haben. Als sie ihn ansehen, bemerkt einer den herausgezogenen Abschiedsbrief. Jemand muss sie beobachtet haben! Sie verfolgen die Mitglieder des Camel Clubs, doch alles, was sie erreichen, sind eine Schusswunde an Stone und ein Loch in der Bordwand des Ruderboots. Die Wächter entkommen im Nebel, der auf dem Potomac herrscht, sogar der Wasserpolizei. Reinke und Peters, zwei Männer des NIC, fluchen, was das Zeug hält. Das wird ihrem Auftraggeber gar nicht gefallen.

|Alex Ford|

Am nächsten Tag trifft Stone seinen alten Bekannten, den Secret-Service-Mann Alex Ford. Der Mann, der nur drei Jahre von seiner Pensionierung entfernt ist, wurde von seinem Boss, Wayne Martin, auf den Fall Patrick Johnson angesetzt, um „die Interessen zu wahren“. Offensichtlich ein Selbstmord, aber wer weiß, was das FBI alles herausfindet, wenn es seine Nase in diesen Fall steckt.

Ford wird assistiert von der FBI-Agentin und früheren Kripobeamtin Jackie Simpson. Was er nicht im entferntesten ahnt: Die schwarzhaarige Schönheit ist Carter Grays Patentochter. Als Oliver Stone ihm steckt, sich beim Fall Patrick Johnson a) in acht zu nehmen und b) seine Pflicht gegenüber der Nation zu tun, hat dies böse Folgen. Der neu motivierte Ford kreuzt den Weg von Reinke, Peters und Gray und wird für diese Kompetenzüberschreitung strafversetzt: zum Personenschutz des Präsidenten.

|Der Anschlag|

Der Präsident will das Städtchen Brennan in Pennsylvania besuchen, das genauso heißt wie er. Dort will er Kriegsveteranen ehren, um zu zeigen, dass die Regierung geleistete Dienste nicht vergisst. Was der Präsident jedoch nicht weiß: Die echten Terroristen, die angeblich in Virginia getötet wurden, haben sich dem bereits vorhandenen Terrornetzwerk in Brennan angeschlossen und bereiten nun einen Anschlag vor. Alex Ford hat nun die Aufgabe, seinen hochgestellten Chef vor jeder Bedrohung zu schützen und notfalls sein Leben dafür zu opfern.

Stone hat mittlerweile brisante Informationen für Alex Ford, die den Secret-Service-Mann von einer Verschwörung im Heimatschutzministerium von Carter Gray überzeugen sollen. Doch als sie Alex Ford endlich in Brennan auf dem Hauptplatz des Städtchens wiedersehen, bricht dort gerade die Hölle los …

_Mein Eindruck_

Baldacci ist wieder zurück von seinem Ausflug in die Gefilde der Serienkillerbekämpfung, den er mit den Romanen „Im Bruchteil der Sekunde“ und „Mit jedem Schlag der Stunde“ unternahm. Aber immer noch nimmt er sich der Leute an, die ihren Dienst im Secret Service, im Heimatschutzministerium NIC und bei FBI versehen. In diesen Diensten kennt er sich mittlerweile bestens aus. Während er auch jetzt noch die ernsthaft darin arbeitenden Leute wie Alex Ford positiv darstellt, verschweigt er nicht die vielen korrupten Leute. Denn wo so viel verdeckte und geheime Macht konzentriert ist, da liegt auch die Möglichkeit des Missbrauchs sehr nahe. Und dieser Missbrauch droht diesmal die Welt in den Dritten Weltkrieg zu stürzen.

Hinter Carter Grays Rücken hat sich ein etwas übermotivierter Mitarbeiter mit dem schönen Namen Tom Hemingway darangemacht, einen Anschlag auf den Präsidenten zu verüben. Um die entsprechenden Mitarbeiter überhaupt ins Land zu bekommen, musste er ihre digital gespeicherten NIC-Daten manipulieren, auf die alle Behörden zugreifen müssen. Die Manipulationen erledigte Patrick Johnson und lebte sehr gut davon. Vielleicht wurde er aber zu gierig, nun liegt er mausetot im Leichenschauhaus, gebrandmarkt als Dealer mit untergeschobenem Heroin.

|Tom Clancy, mach Platz!|

Doch der Anschlag auf den Präsidenten wird ein voller Erfolg. Nach einigen Ballereien und verdeckten Operationen, in denen Alex Ford ziemlich alt aussieht, verschwindet der Körper des mächtigsten Mannes der Welt spurlos. Die Folgen kommen nicht nur einem wirtschaftlichen und politischen Erdbeben gleich, sondern führen die Welt an den Rand des Untergangs. Denn der Vizepräsident Ben Hamilton lässt sich leicht so manipulieren, dass er die mutmaßlichen Drahtzieher der Entführung in Syrien vermutet. Hamilton versetzt die Streitkräfte in den Verteidigungszustand DEFCON 2 (Kubakrisen-Niveau) und droht damit, nach einer Frist von nur acht Stunden die Sechs-Millionen-Metropole Damaskus durch eine Atombombe auszuradieren. Das finden die Araber nicht sonderlich witzig …

Wie man sieht, belässt es Baldacci nicht mehr bei halben Sachen, sondern macht nun auch Tom Clancy Konkurrenz, der ja bekanntlich in der Verfilmung „Der Anschlag“ seines Romans eine Atombombe in Washington zünden lässt. Ob es Baldacci aber so weit kommen lässt, darf bezweifelt werden, denn wozu hätte er schließlich den Camel Club geschaffen, nach dem sein Roman benannt ist?

|Die „Wächter“|

Dessen Mitglieder sind der Knackpunkt, an dem sich die Plausibilität dieses erschreckenden Szenarios messen lassen muss. Sind diese selbsternannten „Wächter“ über die Wächter der nationalen Sicherheit wirklich so kompetent, um ihren angemaßten Job wirkungsvoll auszuüben? Oder sind das nur Freizeitkämpfer mit Maulheldenstatus? Es ist ja löblich, den alten römischen Spruch „Quis custodiet ipsos custodes?“ mal ernst zu nehmen und die Wächter selbst zu überwachen, aber dabei müssen die Wächter selbst moralisch so integer sein, dass sie ihr inoffizielles Amt nicht missbrauchen, wie es die von ihnen Bewachten tun.

Sie sind alle nicht mehr die Jüngsten. Da wäre zunächst einmal der Wortführer des Camel Club, jener Mann, der sich nach einem bekannten Filmregisseur „Oliver Stone“ nennt. Offensichtlich hat er nicht nur Erfahrung mit den Geheimdiensten und Bekanntschaft mit Carter Gray gemacht, sondern hat auch Nahkampftechniken drauf, die die anderen erbleichen lassen, als er sie in den Notsituationen des Showdowns mal demonstriert.

Dann ist da noch Reuben Rhodes, der vor Jahren mal beim militärischen Abwehrdienst, der DIA, war, sowie Caleb Shaw, ein Gelehrter mit einem Faible für die Kleidung des 19. Jahrhunderts. Immerhin hat er einen Job in der Kongressbibliothek und kommt theoretisch an alle möglichen Infos heran. Schließlich noch der nicht gerade mit stabilen Nerven ausgestattete Milton Farb, ein Webdesigner und Computerexperte, der sein eigenes Haus mit einer raffinierten Alarm- und Überwachungsanlage ausgestattet hat. Ein klarer Fall von paranoidem Verschwörungstheoretiker.

Würde man die Sicherheit der Nation in die Hände von solchen zweifelhaften Herrschaften legen? Wie sich herausstellt, wird es am Schluss zwei Neuzugänge geben: Alex Ford und seine neue Liebe, die engagierte Justizbeamtin Kate Adams. Damit laufen zwei amtlich bestallte Sicherheitshüter ins moralisch bessere Lager über.

Baldacci nimmt diesmal besonders das von der Bush-Administration geschaffene Heimatschutzministerium unter die Lupe und aufs Korn. Das NIC (National Intelligence Center) hat die Oberaufsicht über alle Aufklärungsdienste übernommen, und Carter Gray nimmt den Auftrag so ernst, dass er über die Datenanfragen dieser Dienste genau verfolgen kann, woran diese Jungs gerade arbeiten. Das spielt ihm eine enorme Machtfülle in die Hände. Zu viel Macht für einen Mann, lautet die Botschaft von Baldaccis Buch. Und wie sich am Beispiel von Tom Hemingway zeigt, ist auch Gray nicht gegen Verrat in den eigenen Reihen gefeit. Er braucht einen Wächter, ganz klar.

VORSICHT, SPOILER

Doch was will dieser Tom Hemingway eigentlich? An dieser Stelle wirkt der Roman ziemlich idealistisch. (Aber ist das der Klimaschutz nicht auch, den man seit über 20 Jahren predigt, ohne dass ein Erfolg abzusehen ist?) Hemingway will eine Aussöhnung zwischen Okzident und Orient herbeiführen. Sein Forderungskatalog, den er über die Sendeanstalten dem Vizepräsidenten übermitteln lässt, ist umfangreich.

Der Verteidigungsminster Joe Dexter fasst sich an den Kopf und erklärt diese Punkte für ausgemachten Blödsinn. Aber ist es wirklich so blödsinnig, die Machtpolitik der Vereinigten Staaten im Nahen und Mittleren auf eine andere Basis als Geld und Waffen zu stellen? Israel, der beste Freund der Amis im Nahen Osten, besitzt offenbar 300 Atombomben – was wird es damit im Verteidigungsfall wohl anstellen? Es wird sie wohl kaum verschrotten, sondern lieber einsetzen, gegen wen auch immer. Hemingway, der weitgereiste Orient-Experte, will endlich Aussöhnung bewirken. Aber ob die Entführung des Präsidenten dafür wirklich das geeignete Mittel ist?

Am Ende läuft alles doch wieder auf einen Showdown hinaus, der unter dem Druck eines Countdowns stattfindet. Natürlich kommen die beteiligten Parteien nicht am Verhandlungstisch zusammen, sondern in einem CIA-Trainingslager mit dem bezeichnenden Namen „Mördergrube“. Als Hemingway erkennen muss, dass auch er selbst an die Nordkoreaner verkauft worden ist, stehen die Karten schlecht für das Überleben von Präsident Brennan und Jackie Simpson. Ob wohl das Eintreffen von Carter Gray und seinen Kämpfern das Blatt wenden kann? Mann sollte nicht unbedingt darauf wetten …

SPOILER ENDE

|Der Sprecher|

Die Stärke von Klebsch, dem Synchronsprecher von Alec Baldwin, bekannt als Jack Ryan in der Clancy-Verfilmung „Jagd auf Roter Oktober“, liegt nicht in der Charakterisierung. Seine Figuren klingen oftmals gleich, insbesondere die männlichen. Alex Ford mag ein wenig autoritärer und tiefer klingen als der arrogante Carter Gray, aber der Unterschied ist in meinen Ohren nur minimal. Immerhin klingt der arme Milton Farb stets zögerlich und ängstlich.

Die weiblichen Figuren, von denen es leider nur fünf gibt, klingen ebenfalls sehr ähnlich, mit einer Ausnahme. Adelphia, die Demonstrantin, weist einen kehligen, möglicherweise russischen Akzent auf, der sie unverwechselbar macht. Und Laurie Franklin, die fremdgehende Mutter und Hausfrau, redet mit ihren Kids richtig zärtlich. Klebsch bringt hier ein kleines Kunststück fertig.

Klebsch Stärke liegt in der situationsbedingten Gestaltung der Stimmen. Hier kann er richtig aus sich herausgehen, wenn es darum geht, entrüstetes oder feierliches Pathos zu intonieren sowie wütende Proteste zu deklamieren. Er kann aber auch sehr leise sein, so etwa dann, wenn Präsident Brennan glaubt, er müsse sterben und seine letzte Worte haucht, oder wenn jemand flüstert.

Gestört hat mich wiederholt Klebschs fehlerhafte Aussprache des Vornamens Reuben, der ziemlich häufig genannt wird, weil einer der „Wächter“ so heißt. Er spricht es [roiben] statt [ru:ben] aus.

|Die Musik|

Michael Marianetti hat das musikalische Motiv für das In- und das Outro beigetragen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um eine im martialisch-bedrohlichen Rhythmus einer Marschtrommel eingebetteten Abfolge von Kadenzen.

|Die Übersetzung|

… durch Uwe Anton, einen früheren Übersetzer von Comictexten – lang ist’s her – ist kompetent gelungen. Allerdings hatte ich am Anfang Schwierigkeiten, alle Abkürzungen zuzuordnen. Dass es sich beim NIC um das Heimatschutzministerium handeln muss, begriff ich erst allmählich. Ich hoffe, das Buch verfügt über ein Glossar, das die ganze Buchstabensuppe sortiert und die Abkürzungen aufschlüsselt.

_Unterm Strich_

Mit seinem Thriller „Die Wächter“ begibt sich David Baldacci wieder aufs nationale Parkett und lässt auch gleich mal den Dritten Weltkrieg am Horizont drohen. Ob seine „Wächter“ wirklich so glaubhaft und plausibel sind, wie es ihre Notwendigkeit angesichts der zahllosen Skandale unter und vor George W. Bush verlangen würde, sei mal dahingestellt. Man kann der Fiktion aber nicht absprechen, dass sie spannend zu unterhalten versteht, ohne dabei auf das Kasperletheater-Niveau eines Dan Brown („Meteor“, [„Diabolus“)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1115 herabzusinken.

Wieder einmal zeigt sich Baldacci solidarisch mit den aufrichtig ihren Dienst versehenden Mitarbeitern des Secret Service. Nur ihre bösen, bösen Vorgesetzten verraten die Braven immer wieder. Höchste Zeit also, dass sich die Braven den „Wächtern“ zugesellen. Damit es nicht wieder zu einer DEFCON-1-Krise kommen kann.

Das Hörbuch ist durchschnittlich gestaltet, ohne Hintergrundmusik oder Geräusche. Der Sprecher ist kompetent, doch seine Stärke spielt er nur in emotional angespannten Situationen aus. Seine Schwäche zeigt sich in der unterscheidbaren Charakterisierung der Figuren. Und die Aussprache von „Reuben“ ist einfach falsch.

|Originaltitel: The Camel Club, 2005
Aus dem US-Englischen übersetzt von Uwe Anton
449 Minuten auf 6 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

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