Bananafishbones / Masannek, Joachim – DWK Songs. Die wilden Kerle – Songbook

Mit mittlerweile vier abgeschlossenen Kinoproduktionen, einem jugendlichen Millionenpublikum und schier unerschöpflichem Potenzial ist die cineastische Fußballserie zu einem echten Trademark auf den deutschen Kinoleinwänden geworden und erfreut sich auch fünf Jahre nach dem ersten Gehversuch einer kaum zu stoppenden Popularität. Erst in diesem Jahr legte Regisseur Joachim Masannek mit“Die wilden Kerle & der Angriff der Silberlichten“ erfolgreich nach, wohl wissend, dass sich das Produkt „Die wilden Kerle“ gewinnbringend mit immer neuen kommerziellen Ideen vermarkten lässt. Die Kehrseite der Medaille ist nämlich die totale Ausschlachtung des Themas in Sachen Merchandise, etc. Es gibt wohl derzeit keinen Fanartikel, den es noch nicht gibt, soll heißen dass einem an allen erdenklichen Ecken des häuslichen Discounters Dinge entgegenlächeln, die das Emblem der Jung-Fußballtruppe tragen – und das nervt zumindest den neutralen Betrachter ganz gewaltig.

Letzteres ist auch ein berechtigter Grund, einer Veröffentlichung wie dem ersten Songbook zu den Filmen um die beiden Ochsenknecht-Kids mit äußerster Skepsis entgegenzutreten, einfach in der Befürchtung, hier werde erneut nach neuen Möglichkeiten des kommerziellen Totalausverkaufs geschielt. Doch wider alle Bedenken hat sich der |Bosworth|-Verlag doch ganz ordentlich ins Zeug gelegt, um die Notensammlung von insgesamt fünfzehn Titeln aus dem musikalischen Fundus aller vier Streifen liebevoll aufzuarbeiten. Die Musik der |Bananafishbones|, die hier in Arrangements für Gesang, Gitarren und Keyboards aufgereiht wurde, wird von einer ganzen Reihe Fotos und Bilder zum Kino-Event begleitet und somit auch nahezu chronologisch in die brisanteren, hier visuell dargestellten Ereignisse der vier Filme eingeflochten. In diesem Sinne ist auch eine Einordnung in die jeweiligen Szene recht einfach zu vollziehen, wenngleich ein paar Hintergründe zu den Songs dem Unterfangen sicher nicht geschadet hätten. Allerdings muss man einfach davon ausgehen, dass die Zielgruppe umfassend mit der Materie vertraut ist und sofort Assoziationen vor Augen hat, sobald Text und Musik reflektiert werden.

Dies macht dieses Songbook jedoch auch zu einer arg limitierten Geschichte, da sich höchstwahrscheinlich auch nur Personen damit auseinandersetzen werden, die über die Filme auf die Songs aufmerksam geworden sind und sich mit Hilfe der kleinen Notensammlung gerne ein weiteres Mal inspirieren lassen. Daher mag man über Sinn und Unsinn dieser Veröffentlichung auch lange diskutieren und streiten können, ohne dabei klare Resultate zu erzielen. Letzten Endes wird die Pro-Seite immer darauf hinweisen, dass das Sammelwerk relativ vollständig ist und zudem optisch einiges hermacht, wohingegen die Kontra-Verfechter sich gerne an den Folgen des ungebremsten Kommerzes stören werden. Objektiv betrachtet, und damit auch nur auf das Produkt bezogen, ist „DWK Songs“ aber sicherlich eine feine Sache, unter anderem auch wegen der wirklich guten Liedkompositionen der |Bananafishbones|. Musikalisch begabte Liebhaber der Fußballabenteuer sollten sich also wirklich mal mit dem Gedanken herumschlagen, hier zu investieren, denn im Gegensatz zu den vielen anderen Artikeln, auf denen das Logo der wilden Kerle prangt, beherbergt dieser Titel noch ganz individuelle Inhalte.

http://www.bosworth.de

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