Bendis, Brian & Coipel, Olivier – House Of M 3 (von 4)

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_Story_

Emma Frost gelingt es, Layla dazu zu ermutigen, den Mutanten aus der realen Vergangenheit ins Gewissen zu reden und ihnen wieder die Erinnerung an ihre Superheldenzeit zurückzubringen. Tatsächlich gelingt es den beiden Damen mit Hilfe von Wolverine, das verlorene Gedächtnis der meisten Helden wieder neu aufzufrischen, was besonders beim glücklich verheirateten Peter Parker mit argen Schwierigkeiten verbunden ist. Der nämlich will sich nicht so leicht damit abfinden, dass sein idyllisches Leben lediglich Fiktion ist und von Magneto alias Magnus so initiiert wurde. Doch über den Zweifeln steht der Hass, und von diesem angetrieben, ziehen die Mutanten in den Kampf gegen Lord Magnus und seinen Verbündeten Victor von Doom.

Währenddessen macht sich Emma Frost auf die Suche nach dem verschwundenen und vielleicht schon toten Charles Xavier und macht dabei eine schreckliche Entdeckung …

_Meine Meinung_

Langsam aber sicher steuert Marvels derzeit gewaltigster Kraftakt auf das Ende zu, hat aber alleine bis hierhin schon so viele bestehende Tatsachen umgeworfen, dass der Leser wohl kaum noch weitere verheerende Änderungen wird verkraften können. Dies haben sich Brian Michael Bendis und Olivier Coipel bei der Kreation des dritten Banes auch zu Herze genommen, so dass die Geschichte hier schon ins Finale überleitet, welches schließlich im vierten und letzten Teil der Miniserie stattfinden wird. Leider aber gerät der Autor beim Fertigstellen seines umfassenden Konstrukts ein wenig in Hektik. Nachdem in zahlreichen Tie-ins sowie in der andauernden Reihe ein immer größer werdender Handlungsspielraum ershaffen wurde, fügen sich die vielen Subplots hier in rasantem Tempo wieder zusammen, und als wäre es das Normalste der Welt, können sich die Mutanten mit einem Mal wieder an ihre Vergangenheit erinnern. Gemach, Mr Bendis, das hätte man doch jetzt auch noch etwas ausschmücken können.

Jedenfalls ist es nicht ganz verständlich, warum der Autor die Erzählung so plötzlich zusammenfallen lässt. Wenn alles so einfach wieder rückgängig gemacht werden kann, warum muss dann überhaupt so weit ausgeholt werden? Was die etwas zu simple Lösung bezüglich der Rückkehr der Superhelden anbelangt, haben sich die beiden Köpfe hinter dem „House Of M“ in diesem Teil etwas unglaubwürdig gemacht. Und der unbeholfene Versuch, durch einige komplexe Dialoge und Gedankensprünge die eigene Ideenlosigkeit zu kaschieren, macht das Ganze erst recht nicht besser.

Eigentlich schade um das sehr verzwickte Komplott des Lord Magnus, das man sich mit mühevoller Kleinstarbeit Stück für Stück aufgebaut hat. An so vielen Nebenschauplätzen wurde gefochten, so viele Grabenkämpfe wurden ausgetragen, und dann sollen Laylas Kräfte schon ausreichen, um den geblendeten Mutanten ihr tatsächliches Dasein zu eröffnen? Nun, ganz ehrlich, ich finde diese Lösung weniger toll.

Gott sei Dank gelingt es Bendis dann aber doch noch, die Spannung durch die Wahrung einiger Geheimnisse und den Cliffhanger um das Verschwinden von Charles Xavier aufrecht zu erhalten. Hier zeigt sich dann nach den unverständlichen Zwischenereignissen auch wieder die Klasse der Initiatoren, die im Grunde genommen jedes kleine Detail bedacht haben. Selbst die Konflikte mit der Bewältigung der bis dato unklaren Vergangenheit, gerade im Falle von Spider-Man, haben Bendis und Coipel berücksichtigt und es so letztendlich doch noch hinbekommen, das gesamte Marvel-Universum ein weiteres Mal auf den Kopf zu stellen.

Nach diesen Geschehnissen wird es nämlich für die Superhelden tatsächlich schwierig sein, wieder zur Normalität zu finden, und wenn man dies mal in Betracht zieht, ist das hier bisweilen als unrealistisch erachtete Ziel, im Anschluss an diese Serie völlig neue Wege einzuschlagen, dennoch zu erreichen. Trotz einzelner Schwachstellen darf man also mit großer Vorfreude auf das Ende von „House Of M“ vorausschauen, denn auch wenn Brian Michael Bendis es in der dritten Ausgabe der regulären Serie versäumt hat, das Mysterium um die Scheinrealität zu wahren, so ist die Spannungskurve nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt. Ob „House Of M“ allerdings auch bis zum Ende eine runde Sache bleibt, wird man erst mit dem vierten und letzten Band in Erfahrung bringen können, der übrigens seit dem 6. Juli ebenfalls schon erhältlich ist.

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