Boothby, Ian – Futurama Comics 24

_Story_

Bender heckt mal wieder einen neuen fiesen Plan aus: Er glaubt, dass er mit seiner speziellen, ungenießbaren Diätkost den Markt erobern und sich so auf einfachste Weise bereichern kann. Fry und Leela halten allerdings nicht viel von dieser Idee und sind arg skeptisch, als Bender seine neuen Produkte im Fernsehen anpreist. Doch tatsächlich bekommt er aus dem Oval Office sehr positive Resonanz und wird zum Sonderbeauftragten für körperliche Fitness ernannt. Währenddessen hat Fry ganz andere Sorgen. Die Röhre, die ihn jeden Tag zur Arbeit befördert, ist regelmäßig verstopft, so dass er kaum noch pünktlich erscheint. In diesem Sinne könnte ihm Benders neues Fitnessprogramm auch zugute kommen, falls die Menschen fortan tatsächlich dünner werden würden. Doch natürlich läuft nicht alles so wie geplant …

_Meine Meinung_

Der 24. „Futurama“-Comic beschäftigt sich auf außergewöhnliche Weise mit dem Thema Fitness und geht mal wieder über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus. Ich könnte es mir einfach machen und schreiben, dass die darin enthaltene Geschichte „Die fitten Jahre sind vorbei“ ein absolut typischer Vertreter der Serie ist, gerade weil Bender mal wieder wider jede Vernunft die Kontrolle über sein Handeln verliert, doch dies wäre nun zu leicht.

Es sind mal wieder die verqueren Eigenheiten, die diesen neuen Comic zu etwas Besonderem machen. So ist zum Beispiel die Darstellung von Präsident Richard Nixon, der Bender hier einen völlig neuen Status verschafft, eine harte Probe für die Lachmuskeln, zumal sein zweigeteilter Körper voller Überraschungen ist. Weiterhin ist die komische Eigenart von Frys Chef, bei Verspätungen dessen Klamotten zu verspeisen, wirklich komisch, weil sie im Gesamtzusammenhang letztendlich überhaupt keinen Sinn ergibt. Und auch die Bilder, in denen Fry und seine zu dicken Kollegen in der Röhre feststecken, sind eine Augenweide – das Titelbild verspricht hier nicht zu viel –, bei der das Zeichner/Autoren-Team mal wieder den etwas abgedrehten Humor zur Schau stellt.

Umgarnt werden diese selbst für „Futurama“-Verhältnisse vielen Lacher von einer sehr kurzweiligen, erneut mit vielen versteckten Anspielungen gespickten Handlung, bei der alle Fans voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Bender und Fry geben ein echtes Dreamteam ab, wenn es darum geht, das perfekte Chaos zu gestalten, und lassen sich in diesem Fall natürlich auch von nichts und niemandem davon abhalten, ihren Eigensinn voranzutreiben – wobei man sich bei Fry nie so sicher sein kann, ob seine Aktionen auch so beabsichtigt sind. Bender hingegen sieht mal wieder nur die blanken Dollarnoten und wechselt eigens hierfür sogar seine Augen aus. Geld und Macht treiben ihn an und beschreiben mal wieder die wesentlichen Züge seines Roboterherzens. Und Leela? Nun, die muss mal wieder unter den Missetaten ihrer Kumpane leiden und nimmt sich diese dann auch zur Brust.

‚Mal wieder‘, ‚erneut‘, aber nicht ‚wiederholt‘. Eine „Futurama“-Episode wird charakterisiert durch einige festgelegten Bestandteile, die man auch hier wieder allesamt antrifft. Deswegen auch die Andeutung, dass es sich hierbei um einen typischen Comic dieser Serie handelt. Dass es sich dabei allerdings auch um ein echtes Qualitätsmerkmal handelt, darf man nicht vergessen, weshalb ich die neue Geschichte auch wieder allen Freunden der Zukunftsvisionen von Matt Groening wärmstens ans Herz legen möchte. Und dies nicht ohne zu erwähnen, dass es sich bei „Die fitten Jahre sind vorbei“ um eine der besten Folgen dieser Comic-Reihe handelt.

http://www.paninicomics.de

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