Boothby, Ian – Simpsons Comics 133

_Inhalt_

|“Ausverkauf bei Marge“|

Marge entdeckt auf dem Speicher des Hauses allerhand unbrauchbaren Kram, darunter vor allem einen riesigen Stapel uralter Fernsehzeitschriften, von denen sich Homer bislang nicht trennen wollte. Marge lässt sich hiervon jedoch nicht länger beeinflussen und sucht händeringend Abnehmer für den nutzlosen Papierkram – vergeblich. Dank Lisas Rat lernt sie dann jedoch das Online-Auktionshaus ebuy kennen und erzielt dort einen erstaunlich hohen Preis für die Illustrierten.

Dies nötigt Marge dazu, gleich das Ganze Mobiliar und noch einiges mehr per Internet zu versteigern, bis sie schließlich realisiert, dass dies ein Fehler war. Da jedoch nur ein einziger Käufer die Sachen abgenommen hat, scheint die Möglichkeit, sich alles wieder zurückzuholen, noch gegeben. Als sich jedoch hinter dem mysteriösen Auktions-Profi niemand Geringerer als Marges alter Verehrer Artie Ziff verbirgt, macht sich die Familie nur noch wenig Hoffnung. Ziff plant nämlich, das Leben der Simpsons nachzuempfinden – und nun hat er endlich die notwendigen Mittel hierzu …

_Persönlicher Eindruck_

Im 133. Part der „Simpsons Comics“ erweist sich Ian Boothby mal wieder als ausgesprochen freizügiger Scharfschütze mit Spürsinn für die richtigen Zielobjekte. Dieses Mal muss das eigentlich schon längst überfällige Auktionshaus eBay dran glauben, welches hier – wenngleich namentlich leicht modifiziert – als Verursacher für ein etwas unverhältnismäßiges Kaufverhalten recht derbe durch den Kakao gezogen wird. Natürlich wählt der Autor hierzu mal wieder eine ganze Reihe überspitzter Darstellungen und verbindet sie mit einer völlig verrückten Story, wie sie wohl nur in den vier Wänden der gelben Familie stattfinden kann.

Der Plot entwickelt sich allerdings zunächst nur schleppend; man glaubt schon, es sei eine dieser typischen Marge-Hysterie-Geschichten, die letztendlich mit einer moralischen Note zum Ende kommen, doch entgegen den Erwartungen zeigt sich die etwas verdutzte Dame des Hauses keinesfalls reumütig. Generell aber sind die Emotionen in diesem Fall relativ gezügelt. Selbst Homer kann locker damit umgehen, dass seine liebsten Biervorräte im Verbund mit dem Kühlschrank außer Hauses gegangen sind, was indes auch bedeutet, dass Boothby gleichsam den gemäßigten Weg wählt und dieses Mal vor krasseren verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Hauptdarstellern zurückweicht. Doch genau dies wäre eventuell sogar erforderlich gewesen, um der Story anfangs etwas Schwung zu verpassen.

In der zweiten Hälfte geht es dann gewohnt tempo- und abwechslungsreich weiter; Boothby nähert sich der gewohnten Quote an Nettigkeiten und zwiespältigen Anspielungen und erreicht bis zum Schluss doch noch das Pensum an zweideutigem Humor, das dieser Magazin-Reihe standesgemäß innewohnen sollte.

Auch wenn die Geschichte nicht ganz so reizvoll ist wie manche erst kürzlich veröffentlichte in dieser Serie, so erhält die Nr. 133 dennoch den Zuschlag für kurzweilige, leider aber auch wieder allzu kurze Unterhaltung (mittlerweile nehmen schon mehr als ein Drittel des Heftes Rubriken und Werbung ein) auf mehr als durchschnittlichem Simpsons-Niveau. Schade ist halt nur, dass der Comic-Teil immer deutlicher abnimmt und Platz für allerhand Nebensächlichkeiten macht. Dieser Umstand sollte sich künftig besser wieder ändern, damit der Heft-Untertitel „Der große Simpsons-Ausverkauf“ demnächst nicht noch wörtlich genommen werden muss …

http://www.paninicomics.de/simpsons-comics-s10015.html

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