Brennan, Herbie – Elfenlord, Der (Faerie Wars 4)

Band 1: [„Das Elfenportal“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=313
Band 2: [„Der Purpurkaiser“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1249
Band 3: [„Der Elfenpakt“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2959

Henry hat die Entscheidung, in seine Welt zurückzukehren, inzwischen mehrfach bereut. Umso erfreuter ist er, als bei einem seiner Besuche in Mr. Fogartys Haus plötzlich Pyrgus und Nymph vor der Tür stehen. Allerdings nur, bis er erfährt, was die beiden in seine Welt geführt hat: Im Elfenreich ist eine gefährliche Krankheit ausgebrochen, die den Bewohnern sozusagen ihre Lebenszeit stielt. Sie bekommen Fieberschübe und sind danach um Jahre gealtert. Die Seuche breitet sich immer mehr aus und hat bereits die ersten Todesopfer gefordert. Auch Mr. Fogarty ist erkrankt, und er will Henry sehen.

Sofort bricht Henry ins Elfenreich auf. Doch Mr. Fogartys Worte tragen eher zu Henrys Verwirrung bei als irgendetwas zu erklären. Und das wird noch schlimmer, als Henry sich plötzlich in irgendeiner gottverlassenen Wüste wiederfindet …

_Stand im dritten Band der |Fairy Wars|_ eher Pyrgus im Vordergrund der Handlung, ist es diesmal wieder Henry, der sich mit den unmöglichsten Situationen herumschlagen muss. Nicht nur, dass er keine Ahnung hat, wie und warum er auf einmal in einer Wüste gelandet ist. Die Ereignisse überrollen ihn wieder mal völlig, und Antworten erhält er natürlich auch nicht. Immerhin aber sorgt all das dafür, dass er sich seinen Gefühlen für Holly Blue stellt.

Natürlich hätte Henry zu nichts davon Gelegenheit gehabt ohne den kleinen blauen Nomadenjungen Lorquin. Zum einen ist der zumindest zum Teil dafür verantwortlich, dass Henry kaum weiß, wo ihm der Kopf steht, andererseits aber hat er Henrys Leben gerettet, und das in mehr als einer Hinsicht. Der Kleine ist in mancher Hinsicht erwachsener als Henry, auf der anderen Seite aber immer noch unschuldig wie ein Kind, von unkompliziertem Wesen und treu bis zur Anhänglichkeit.

Außer Lorquin gibt es noch ein paar weitere neue Figuren, die aber keine allzu große Rolle spielen. Im Übrigen hat der Leser es mehr oder weniger mit altbekannten Charakteren zu tun, von denen diesmal vor allem die bemalte Dame im Vordergrund steht sowie Brimstone und Chulkhill, die beiden Nachtelfen, die bereits im ersten Band die Handlung aufgemischt haben. Chulkhill ist noch immer genauso schräg und schrill wie früher, und Brimstone genauso hinterhältig und berechnend. Das Geplänkel der beiden trug auch diesmal nicht unerheblich zum allgemeinen Lesevergnügen des Buches bei.

_Zusätzlich zum hohen Erzähltempo und dem turbulenten Handlungsverlauf_, dem Henry unterworfen ist, entwickelte der kunterbunte Hintergrund ein ganz eigenes Flair. Herbie Brennan hat sich ungeniert so ziemlich überall bedient. Ein wenig germanische Mythologie, ein bisschen christliche Mythologie, dazu eine Prise Naturreligionsgemisch aus Afrika und Australien, gewürzt mit einem Hauch Atlantis und etwas Einsiedlermönchsmystik … Das ergab eine höchst kuriose Mischung, die sich erstaunlicherweise nahtlos zu einer stimmigen und runden Geschichte hat zusammenfügen lassen und die Wirkung eines bunten Feuerwerks entfaltet.

Natürlich kann man sich fragen, ob es tatsächlich notwendig war, die ganze Sache auf so umständliche und verworrene Weise anzugehen. Spätestens bei dem Gespräch zwischen Mr. Fogarty und Henry in der Nomadenstadt – beziehungsweise im Gespräch Holly Blues mit den Wüstenmönchen – hätte man den beiden einfach sagen können, worum es geht, und sie hätten die Sache wohl zielstrebig erledigt. Aber das hätte den alten Göttern und natürlich auch dem Leser weit weniger Spaß gemacht, der auf diese Weise das gesamte Buch über herumknobeln konnte, was das Ganze eigentlich sollte. Und wo hätte man sonst auch die vielen kleinen Nettigkeiten und trockenen Sprüche unterbringen sollen, die all die chaotischen Wendungen mit sich brachten?

_Kurz und gut_, „Der Elfenlord“ ist ein würdiger Abschluss der |Fairy Wars|. Und diesmal kann man wohl davon ausgehen, dass es tatsächlich der letzte Band des Zyklus ist. Nicht nur, weil die Entwicklung des Inhalts darauf hindeutet, auch der Schluss ist diesmal weit eher als Ende für einen Zyklus geeignet, als es das Ende des dritten Bandes war. Vor allem aber findet sich eine entsprechende Information auf der Homepage des Autors.

Und wer jetzt dem Charme und dem Esprit dieses witzigen und spannenden Zyklus hinterhertrauert, der kann sich trösten mit der Aussicht auf ein neues Buch von Herbie Brennan mit dem Titel „The Shadow Project“.

_Herbie Brennan_ lebt und arbeitet in Irland, und das sehr fleißig. Er hat Unmengen von Büchern geschrieben, von Historik über Psychologie und Esoterik bis Fantasy, von Romanen über Kurzgeschichten bis zu Software, für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Außerdem arbeitet er fürs Radio. Außer den |Fairy Wars| sind auf Deutsch drei Kinderbücher von ihm erschienen: „Elfenquatsch“, „Zartok aus dem All“ und „Die Wirklich Wahren Fantastische-Geschichten“.

http://www.herbiebrennan.com
http://www.faeriewars.com
http://www.dtv.de

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