Carisi, Brian / Merlau, Günter – Caine – Todesengel (Folge 2)

Folge 1: [„Das Amulett von Kyan’Kor“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2050

Heiß ersehnt, lange erwartet – endlich ist es da, das zweite Hörspiel des |Lausch|-Debüts „Caine“. In „Todesengel“ wird die Geschichte um den coolen Serienkiller jedoch auf eine Art und Weise fortgestezt, die selbst die allergrößten Erwartungen an die Serie übertrifft. Komplexer, actionreicher und noch rasanter werden die Szenen gestaltet – und damit auch das beste Hörspiel seit ewig langer Zeit veröffentlicht. Eines kann ich nämlich schon vorwegnehmen: An diesem Maßstab werden sich nachfolgende Produktionen (auch aus dem Hause |Lausch|) einigermaßen die Zähne ausbeißen!

_Story_

Caine, inzwischen ins Reich der Dunkelelfen abgekehrt, bekommt von seinen neuen Arbeitgebern den ersten Auftrag zugesteckt. Wie einst soll er für das fremde Volk den Killer mimen und dabei jetzt einen ganz dicken Fisch aus dem Weg räumen: den Mafia-Boss Moretti, der selbst mit den verfeindeten Aganoi in Verbindung steht. ALlerdings gestaltet sich die Rückkehr in den irdischen Sektor nicht so leicht wie erhofft. Caine werden nämlich die benötigten Papiere verweigert, so dass er gezwungen ist, mit anderen Lagern zu kooperieren. Hierbei bekommt Caine Unterstützung von einem weiteren Todfeind Morettis‘, dem chinesischen Mafiosi Tang. Und auch die geheimnisvolle Organisation von Collin Drake ist bemüht, mit Caine einen Deal einzugehen. Als es Caine dan tatsächlich gelingt, in die Nähe seines Opfers zu gelangen, überschlagen sich die Ereignisse; aus einem aussichtsreichen, fast schon sicheren Unterfangen entwickelt sich ein Debakel, infolge dessen Caine selber in die Flucht geschlagen wird. In letzter Sekunde kann er von seinen neuen Kumpanen gerettet werden. Erst da realisert Caine, dass seine neuen Aufträge bei weitem gefährlicher und die Gegner viel, viel mächtiger sind als noch damals vor seiner Verurteilung …

_Meine Meinung_

Das erste Hörspiel zu „Caine“ wurde im letzten Jahr bereits sehr euphorisch abgefeiert und verlieh sowohl dem Verlag als auch dem Hauptdarsteller einen gewissen Kultstatus, von dem |Lausch| auch in den nachfolgenden beiden Produktionen noch zehren konnte. Nun aber folgt die große Zerreißprobe und damit verbunden die Frage, ob man das hohe Niveau würde halten können. Doch nicht nur dies ist gelungen, sondern es hat auch eine gehörige Steigerung stattgefunden, die in wirklich allen Bereichen der Handlung auszumachen ist.

Kommen wir zunächst zum wesentlichsten Bestandteil der Geschichte, nämlich der Action. In nahezu jeder einzelnen Sekunde der knapp einstündigen Spieldauer wird hier ein Hollywood-Spektakel sondergleichen veranstaltet, denn Caine gerät im stetigen Wechsel von einer Front an die nächste und sorgt damit für das wohl waffenreichste Hörspiel, das man sich denken kann. Schusswechsel sind das A und O der Rahmenhandlung und werden seitens des Hauptakteurs auch noch mit einigen sehr coolen, flotten Sprüchen bedacht. Wenn hier nicht ein moderner James Bond geboren wurde, dann weiß ich es auch nicht.

Der nächste Punkt, die Effekte: Der zweite Teil von „Caine“ ist ein Spektakel, angetrieben von Bombast und opulenten Soundeffekten, und geradezu monströs inszeniert. In fast allen Action-Sequenzen wünscht man sich, das Hörspiel wäre in Dolby Digital erschienen, damit die ohnehin schon eindrucksvolle Wirkung der auditiven Untermalung einen noch größeren Wert bekommt. Aber alleine das hier Aufgefahrene ist schon der absolute Hammer und nimmt – ähnlich wieder Plot – Züge an, die man berechtigterweise mit Referenz-Produktionen wie „Matrix“ vergleichen muss. Kino für die Ohren!

Schließlich die Handlung: Wow! Das ist es! Ja, genau so etwas will man hören, wenn man ein modernes Hörspiel einlegt. Eine nicht zu simple Story, mächtig Action, unvorhersehbare Verläufe, abstrakte Gedankenzüge, ein stetiger Kampf zwischen Höchstgeschwindigkeit und Zeitlupentempo und Charaktere … ja, Charaktere, die mit Superlativen kaum noch zu beschreiben sind. Näher darauf einzugehen, ja überhaupt viel zu verraten wäre Unsinn. Wichtig ist nur eines: „Caine 02“ ist die nächste Trumpfkarte dieses Verlags und hievt das junge Label |Lausch| endgültig an die Spitzenposition des gespielten Thriller-Genres. Man |muss| das einfach gehört haben.

Warum also lange schwadronieren. In der Zeit, in der man diese Kritik gelesen hat, hätte man das Teil auch schon längst bestellen können. Der 9. Juni 2006 war Stichtag und vielleicht sogar der Beginn einer ganz neuen Ära im Hörspiel-Bereich. Lebendiger und actiongeladener kann man eine derartige Produktion nicht mehr gestalten – was gleichzeitig bedeutet, dass eine Steigerung undenkbar scheint. Aber Überraschungen scheinen ja die Spezialität von |Lausch| zu sein …

http://www.stevencaine.de/
http://www.merlausch.de/

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