Cheung, Jim / Heinberg, Allan – Young Avengers: Sidekicks

Die „Young Avengers“ sind ein weiteres Konstrukt der |New Line|, einer frischen Serie aus dem Marvel-Universum, die sich mit gänzlich neuen Helden und Charakteren beschäftigt. Unter anderem sind in dieser Reihe schon Sachen wie „X-23“ und „Runaways“ auf den Markt gekommen und auch sehr wohlwollend aufgenommen worden. Und trotzdem: Neue Figuren haben es stets sehr schwer, schließlich stellen sie eine Art Konkurrenz zu den bekannten und beliebten Helden der Comic-Szene dar, und die Erwartungen sind daher auch immer besonders groß.

Allan Heinberg, seines Zeichens Verantwortlicher für die populäre TV-Sitcom „O.C., California“ und zudem beteiligt an Produktionen wie „Sex and the City“ und „Gilmore Girls“, hatte also keine leichte Aufgabe bei der Gestaltung seiner ersten größeren Comicreihe. Hilfe bekam er hierbei allerdings von einem sehr erfahrenen Zeichner. Jim Cheung, der bereits an legendären Arbeiten wir „Maverick“, „Iron Ma“ und „Wolverine“ mitwirkte, wurde im Jahre 2004 exklusiv für |Marvel Comics| verpflichtet und geht dem Autor bei der Entwicklung seiner frischen Ideen an dieser Stelle zur Hand. Und als Team haben sie wirklich eine sehr viel versprechende neue Episodenreihe zusammengestellt – zumindest ist dies der Eindruck, den der erste nun in Deutschland erhältliche Sammelband hinterlassen hat.

_Story_

Noch immer hat die Welt den Untergang der Rächer nicht ganz verdaut, da taucht auch schon eine neue Truppe seltsamer Mutanten auf, um sich im Kampf gegen das Böse zu profilieren. Die Zeitungen titeln bereits von den „Neuen Rächern“ und wollen in den jüngsten Ereignissen die Nachfolger solch bekannter Helden wie Bucky und Iron Man gesehen haben – zumal die merkwürdigen Figuren ähnliche Kostüme getragen haben. Dies ruft die schon seit längerem Vermissten Captain America und den tatsächlichen Iron Man auf den Plan, die ihre Rolle durch diese frechen Gestalten gefährdet sehen.

Tatsächlich stoßen sie auf das junge Quartett und stellen klar, dass ihr Auftreten nicht geduldet wird. Doch die beiden haben keine Ahnung, mit welch großer Bedrohung ihr Auftauchen verknüpft ist. Bei Iron Lad, dem Pendant zum echten Helden, handelt es sich nämlich um einen Zeitreisenden, der von einem Mutanten namens Kang der Eroberer gejagt wird. Er selber soll nämlich eines Tages zu Kang werden und kann dies nur verhindern, wenn er den aus dem 30. Jahrhundert herbeigereisten Kang in der Jetztzeit vernichtet. Es kommt zu einem gewaltigen Showdown, in dem die neuen Rächer nicht nur gegen den bedrohlichen Feind aus der Zukunft, sondern auch für ihre eigene Daseinsberechtigung kämpfen müssen. Wird der erste Kampf der Young Avengers, zu denen sich auch Jessica Jones alias Jewel gesellt, gleichzeitig ihr letzter sein?

_Meine Meinung_

Es ist echt merkwürdig, aber tatsächlich wahr. Man muss sich eine ganze Weile durchringen, bis man sich mit den neuen Helden aus der Welt der Marvel-Comics anfreundet, denn noch hat keiner von ihnen die souveräne Ausstrahlung eines Wolverine oder die Coolness der übrigen X-Men. Insofern ist hier wirklich aller Anfang schwer, was sich jedoch mit fortschreitender Entwicklung der rasant voranschreitenden Handlung immer deutlicher zum Positiven hinwendet.

Besonders die beiden neuen Rächer Patriot und Iron Lad sind wegen ihres teils sehr kompromisslosen Auftretens gerne gesehene Gäste, die bereits in diesem ersten Comic wahnsinnig schnell an Sympathie gewinnen. Der etwas zurückhaltende Asgardian sowie der Hulk-meets-Changeling-Clone Hulkling haben es da schon ungleich schwerer; Ersterer, weil er kaum bedeutend in die Geschichte eingreift, und Letzterer, weil sein Charakter noch nicht eigenständig genug ausgeprägt ist. Dies ist im Prinzip auch bei Iron lad der Fall, schließlich orientieren sich seine Wesenszüge sehr stark an seinem noch lebenden Vorgänger Iron Man (was wohl besonders Jim Cheung sehr recht gewesen ist). Doch weil er unter den neuen Rächern die Hauptrolle einnimmt und sich als Held über die gesamte Distanz auch immer wieder mit klugen Entscheidungen und gefestigten Wesenszügen profilieren kann, gibt es an seiner Rolle keine Zweifel.

Die Erzählung in diesem recht opulenten Sammelband ist ebenfalls sehr gut; kaum sind die vier Helden aufgetaucht, müssen sie in einem Zug zwei ihrer härtesten Schlachten schlagen; die eine für sich selbst, die andere gegen einen schier übermächtigen, von seinen Anlagen her klar überlegenen Feind. So ist auch der gesamte Mittelteil geprägt von zahlreichen Kämpfen und durchgängiger Action, die schließlich in den neuen, allerdings ziemlich ausgiebig vorgestellten Rahmenbedingungen für den hoffentlich schon in Kürze erscheinenden Folgeband münden. Freunde von echter Marvel-Action sollten diesen Comic (und besonders die beiden neuen Superhelden Patriot und Iron Lad) also trotz vorangegangener Skepsis lieben.

_Fazit_

Die New Line überzeugt auch in diesem Buch auf ganzer Linie. Getreu dem Motto ‚Neue Helden braucht das Land‘ entwickelt sich auch die Welt der Mutanten weiter und legt mit den „Young Avengers“ einen weiteren Grundstein für eine noch vielseitigere Zukunft beim legendären Comic-Verlag. Da auch die Zeichnungen vom Feinsten sind, kann ich diese neue Reihe nur weiterempfehlen!

http://www.paninicomics.de/

Schreibe einen Kommentar