Cilauro, Santo / Gleisner, Tom / Sitch, Rob – Phaic Tan – Land des krampfhaften Lächelns

Mal ehrlich: Alle kommenden (oder vorangegangenen) Fernreisenden haben sich bestimmt den einen oder anderen Reiseführer zugelegt, der nach der Reise im Keller oder im Buchregal nur noch als Staubfänger dient. Für diese Weltenbummler im Speziellen, aber auch für die Daheimgebliebenen im Ganzen hat der |Jetlag|-Verlag gemeinsam mit |Heyne| ein sehr unterhaltsames Buch herausgebracht: „Phaic Tan – Land des krampfhaften Lächelns“. Nun wird der eine oder andere Asienkenner gleich den nächsten Atlas zücken und danach suchen. Um ehrlich zu sein: Phaic Tan gibt´s nicht! Das sollte aber keineswegs die Leselust auf das Buch vermindern, eher im Gegenteil. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Stellt euch vor, Mel Brooks („Spaceballs“) hätte sich die Mühe gemacht, einen imaginären Reiseführer in Buchform herauszubringen. Dabei steht also in erster Linie der Spaß im Vordergrund.

Was den Aufbau angeht, so kann man auf Anhieb den Unterschied zwischen einem seriösen Reiseführer und der Persiflage nicht erkennen. Zu detailverliebt sind die Bilder, Kommentare und Anmerkungen, die die drei Autoren zusammengetragen haben. Des Weiteren ist das Buch mit Sonderbeiträgen von Personentypen gespickt, denen der eine oder andere auf seinem Asientrip bestimmt schon mal begegnet ist. Als Erstes ist da Pilippe Miseree zu nennen, für den das „authentische Reiseerlebnis“ an vorderster Stelle steht. Tina Payne ist das ideale Gegenstück zu Philippe und reist nach der Devise: „Vorsicht ist besser als Nachsicht …“. Und dann ist da noch der klassische Schnäppchenjäger Sven Teitarssen zu nennen, der glatt als Erfinder der „Geiz ist geil“-Kampagne durchgehen könnte. Zu guter Letzt ist noch Jonathan Quibble zu nennen, der sich für den „Luxusreisenden“ verantwortlich fühlt und nützliche Tipps für diejenigen ausspricht, die nicht auf jeden Cent achten müssen.

Kaum hat man sich mit den Autoren vertraut gemacht, beginnt auch schon der Spaß. Ich weiß nicht, wie´s im englischen Original der Fall ist, aber allein der Wortwitz, der hinter den Ortsnamen steckt, rechtfertigt den Kauf und die Lektüre des Buches. Und wie es sich für eine gute Persiflage gehört, wird alles, wirklich alles auf´s Korn genommen: die Königsfamilie (die thailändische), die Religion, Musik, Gesundheit & Sicherheit, Sprache, Geschichte, Architektur, Wirtschaft, etc. pp. Natürlich dürfen auch nützliche Tipps in Sachen Unterkunft, Restaurants, Nachtleben und Sehenswürdigkeiten nicht fehlen.

Besonders kurios sind die Glücks- und Unglückszahlen, und wie es sich für einen gescheiten Reiseführer gehört, ist am Ende ein kleines Wörterbuch vorhanden, wo neben Grußfloskeln auch nützliche Formeln im Restaurant und im Taxi zu finden sind.

Einzelne Kapitel herauszuheben, ist dabei sehr schwer, da sich das Buch durchgehend gut liest. Dabei lohnt es sich, alle Bilder und Kommentare genau anzuschauen, da man zwei-, dreimal drüberlesen muss, um die genaue Bedeutung herauszufiltern. Den einen oder anderen Muskelkater im Zwerchfell hat die Lektüre in jedem Falle verursacht. Ein idealer Begleiter für alle, die nach Asien oder anderswo reisen, daheim bleiben oder an den Badesee und ins Schwimmbad gehen. Da es sich nicht um eine durchgehende Geschichte handelt, kann man während der Lektüre das Gehirn auf „standby“ schalten und genießen.

Einen kleinen Vorgeschmack findet ihr auf der [Homepage des Verlags,]http://www.randomhouse.de/dynamicspecials/phaic__tan/ wo ihr erste Eindrücke sammeln könnt. Viel Spaß in der „Achselhöhle Asiens“!

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