Coville, Bruce – Mr Morleys Monster

Ein altes Gemäuer, ein gute bewahrtes Geheimnis und zwei neugierige Kinder auf der Suche nach Abenteuern: Aus diesem Stoff bastelt Bruce Coville eine Gruselgeschichte für Kinder. Der Name ist Programm: „Mr Morleys Monster“ warten darauf, endlich losgelassen zu werden.

_Inhalt_

Fox Hill, eine Kleinstadt irgendwo in Nebraska, wie es sie in ganz Amerika gibt. Viel Interessantes passiert nicht, und wenn doch, dann ist die ganze Stadt in Aufruhr. So auch beim Tod von Mr Morley, den alle nur Mumie Morley nennen. Weniger bedeutsam ist dabei Mr Morleys Tod, viel eher ist es sein Haus, das er hinterlässt. Denn mit seinen hohen Türmen, der maroden Fassade und den unheimlichen Geschichten, die jedes Kind in Fox Hill kennt, steht es im Zentrum des Interesses.

Das Anwesen ist schnell verkauft, der neue Besitzer will sich jedoch von dem alten Plunder trennen. So steigt nur wenige Woche später ein Flohmarkt, den auch Anthony und seine kleinere Schwester Sarah besuchen. Die meisten der zu verkaufenden Gegenstände können sich die Kinder nicht leisten, vieles davon ist auch einfach nur wertlos. Im Gegensatz zu einer alten Zigarrenkiste: Diese macht nicht nur optisch etwas her, sondern kann als Aufbewahrungsbox für Anthonys Sammelkarten dienen, die er sich erst kürzlich zugelegt hat.

Doch es kommt natürlich anders, als sie Kinder denken. Es handelt sich schließlich nicht um eine gewöhnliche Kiste, sondern um eine aus dem Bestand von Mr Morley – und ob Gott die alte Mumie selig hat, muss bezweifelt werden, nachdem er erfährt, was Anthony und Sarah darin finden.
Auf den ersten Blick sieht es noch so aus, als lägen fünf metallene Figuren in der Kiste. Fünf Figuren in der Gestalt eines Vampirs, eines Werwolfs, einer Schlangenfrau, eines krüppeligen Butlers und eines Echsenwesens, direkt entsprungen aus den billigen Horrorfilmen der frühen Hollywoodgeschichte. Doch sie sind keine leblosen Figuren, sondern nur gefangen in dieser Gestalt. Denn als Anthony mehr durch Zufall Wasser über die kleinen Monster schüttet, erwachen sie zu Leben.

Ganz so furchterregend, wie sie aussehen, sind sie in Wirklichkeit nicht. Sie wollen nur ihr altes Leben zurück, und das endete 1948, als sie ihr Bruder Martin Morley auf ihre jetzige Größe schrumpfen und in die Kisten stecken ließ. Ihr Bruder ist, wie sie von den Kindern erfahren müssen, tot. Und so liegt es an ihnen, den Zauber rückgängig zu machen. Alle benötigten Utensilien vermuten die fünf Monster in Morleys Anwesen. Dumm nur, dass dieses, nachdem alles darin verkauft worden ist, schon morgen abgerissen werden soll. Die Zeit drängt also für die kleinen, liebenswürdigen Monster. Zum Glück können sie auf die Hilfe von Anthony und Sarah hoffen, die ihnen nur zu gerne zur Seite stehen.

_Bewertung_

Bruce Coville nimmt die Leser mit auf eine bunte Reise und spart so gut wie keine Anspielungen auf die unterschiedlichen Horrorgenres aus. Meistens gelingt ihm dies mit einem Augenzwinkern, ab und an belässt er es aber auch nur bei einem weniger originellen Klau (wie etwa beim Erwachen der Monster im Gremlins-Stil). Ob dem jungen Leser, an den „Mr Morleys Monster“ gerichtet ist, diese ganzen Verweise auffallen, darf sowieso bezweifelt werden. Für ihn steht die rasante Handlung im Vordergrund, die tatsächlich über den Großteil der 250 Seiten überzeugen kann.

Der Kampf der beiden Kinder, die zusammen mit den fünf netten Monstern gegen böse Aliens und Untote bestehen müssen, ist nicht sonderlich innovativ, aber handwerklich doch grundsolide umgesetzt. In einfachen, klaren Sätzen gehalten und durch kurze Kapitel angemessenen strukturiert, kommen mit dem Buch die jungen Leser zwischen zehn und zwölf in den Genuss einer schaurig-schönen Abenteuergeschichte, die einfach nur unterhalten möchte.

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