Giffen, Keith / Grillo-Marxuach / Arlem / Titus – Annihilation 2 (von 4)

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_Story_

Der Silver Surfer reist nach Xandar, um sich ein Bild von der Verwüstung zu machen, die Annihilus dort angerichtet hat. Erschrocken stellt er fest, dass der vernichtende Anschlag auf die Heimatwelt des Nova Corps erst der Anfang von Annihilus‘ Streifzug durchs Universum gewesen ist, denn scheinbar hat dieser es auf die Kräfte der Herolde von Galactus abgesehen. Tatsächlich folgen diese, unter anderem auch Thanos, dem Ruf des derzeit gefährlichsten Wesens der Galaxis und beschließen ein dauerhaftes Bündnis mit Annihilus.

Auch der Super-Skrull macht Jagd auf Annihilus. Hierzu stellt er sich sogar gegen sein Volk, das die Gefahr der Superwaffe, die der Weltenzerstörer einsetzt, nicht erkennen möchte. Wie ein Berserker tobt der Super-Skrull durchs Universum und zerstört sämtliche Widersacher, um mehr Informationen über den Ernter der Sorgen an sich zu bringen. So verbündet er sich sogar mit einem alten Feind Hawal, um seine Heimatwelt zu retten und seinen dort befindlichen Sohn zu schützen. Schmerzlich muss er jedoch feststellen, dass man seinen Feinden besser nie trauen sollte …

_Meine Meinung_

Nachdem in der ersten deutschsprachigen Episode von „Annihilation“ noch Richard Rider die Hauptrolle mimte, greifen nun langsam aber sicher bekanntere Figuren ins Geschehen ein. Allerdings wird die Chronologie der Dinge in Band 2 ein wenig auf den Kopf gestellt, denn die erste Story um den Silver Surfer, die zudem noch nicht abgeschlossen ist, findet hier ein jähes Ende, bevor die zuvor datierte Geschichte um die letzten Schlachten des Super-Skrull dann erneut die weitaus actionlastigere Seite der Serie präsentiert. Zumindest was das angeht, haben die beteiligten Autoren hier ein bisschen unlogisch gehandelt.

Die beiden Stränge sind indes wieder vom Feinsten. Der Silver Surfer stellt sich sofort gegen Annihilus und seine Schergen und entdeckt auch direkt die Gefahr, die von seiner Macht ausgeht. Xandar ist bereits zerstört, und dank seiner Superwaffe und der neuen Bündnisse mit den Herolden des Galactus scheinen auch die Wege zu weiteren Vernichtungen frei. Ob aber auch tatsächlich jeder Herold Annihilus völlig untergeben ist, muss sich in Kürze noch bewähren.

In der zweiten Handlung, in der es um die vorzeitige Vernichtung des Ernters der Sorgen geht, taucht ein lange Zeit nicht mehr bedachter, alter Bekannter wieder auf: Kl’rt, der Super-Skrull, ein langjähriger Gegner der Fantastischen Vier, der sogar alle Superkräfte des fabulösen Quintetts in sich vereint hat, greift ins Geschehen ein und versucht, die Vernichtung ganzer Welten aufzuhalten. Im Laufe der Jahre hat er herausgefunden, warum er den Fantastischen Vier stets unterlegen war bzw. dass eine Familienbande nötig sind, um im Kampf selbst gegen mächtigere Gegner zu bestehen. Davon angestachelt, setzt er alle Fähigkeiten in Kraft, um seinen kriegerischen Sohn auf dem Planeten Zaragz’na zu befreien und ihn vor der Welle der Zerstörung zu schützen. Denn im Bunde mit ihm hätte er endgültig die Macht, um sich gegen seine alten Widersacher durchzusetzen und nach Jahren des verzweifelten Kampfes als Sieger vom Schlachtfeld zu ziehen.

Mit gemeinen Intrigen und kompromissloser Aggression zieht er in eine neue Schlacht, bei der er sich sogar gegen die Mächtigsten seines Volkes durchsetzen muss, die seine Entscheidung nicht teilen. Er wird durch das halbe Universum gejagt und wildert mordend und wütend von Planet zu Planet, um sich die nötigen Informationen zu beschaffen. Schließlich nagelt er den bösartigen Hawal fest und zieht ihn auf seine Seite, denn mit ihm ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Ernter der Sorgen beseitigt ist. Aber Kl’rt ahnt nicht, dass sich jemand anmaßt, sein Vertrauen zu missbrauchen. Er tappt genau in jene Falle, die er so vielen anderen zuvor auch schon gestellt hat, und läuft mit ausgestreckten Armen in sein bitteres Schicksal hinein.

Entscheidende Begebenheiten beleben auch den zweiten Teil von „Annihiliation“, wobei der seltsame Aufbau der Serie zu diesem Zeitpunkt ein wenig überraschend ist. Warum soll der Super-Skrull versuchen, eine Waffe vor dem ersten Einsatz zu vernichten, wenn Letzterer bereits in einem vorherigen Plot vollzogen wurde? Die mangelnde Logik vergisst man indes wieder schnell, wenn man einen intensiveren Blick auf die fabelhaften Charakterzeichnungen wirft. Vor allem die Entwicklung des Super-Skrulls ist vor seinem persönlichen, schurkischen Hintergrund erstaunlich, so dass er zum Ende seiner Geschichte sogar tatsächlich in die Rolle eines Sympathieträgers schlüpft, welche ihm in all den Jahren seit seinem ersten Abenteuer im Jahre 1963 nicht vergönnt war. So feiert eine einprägsame Gestalt aus der B-Riege der |Marvel|-Superschurken in „Annihilation“ einen letzten würdigen Auftritt und erhält einen tollen Abgang.

Währenddessen ist auch der Plot um den Silver Surfer spannend aufgebaut, lässt sich jedoch wegen des raschen Endes noch nicht ganz entschlüsseln. Zwar werden die Fronten frühzeitig abgesteckt und die Rollen zeitweilig verteilt, doch inwieweit Mächte wie Galactus später in die Handlung eingreifen werden bzw. inwiefern es zum ersten direkten Aufeinandertreffen zwischen Silver Surfer und dem gewaltsamen Annihilus kommt, bleibt zunächst noch unklar, wird aber sicherlich Thema des nächsten oder letzten Bandes sein.

Insofern knüpft „Annihilation 2“ zwar nur indirekt an die Ereignisse des ersten Buches an, hält aber die Spannungskurve weiter aufrecht und eröffnet einen weitaus weiterreichenden Komplex, als derjenige, den man zunächst dahinter vermutet hatte. Neue Kräfte greifen in das galaktische Spiel ein, neue Fäden werden gesponnen, und daraus ergeben sich auch ungeahnte Hintergründe. Kritik ist lediglich an der unsauberen Zusammenstellung sowie den etwas quietschigen Zeichnungen der „Super-Skrull“-Geschichte auszuüben. Davon abgesehen überzeugt auch der zweite Teil von „Annihilation“ auf ganzer Linie und verdient eine dicke Empfehlung.

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