Gijsen, Wim – Sandrose, Die (Deirdre 2)

_Die |Deirdre|-Trilogie_:

1. Band: [„Wendekreise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7624
2. Band: [„Die Sandrose“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7625
3. Band: [„Im Reich der Zauberinnen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7626

_Kampf mit den inneren Dämonen_

Mit der „Deirdre“-Trilogie hat Gijsen ein Juwel europäischer Fantasy geschrieben, das sich einfallsreich und wohltuend von der Einheitskost amerikanischer Fantasy abhebt. Mag der erste Band noch nicht besonders rasant gewesen sein, so entschädigen dafür doch die beiden Folgenbände durch mehr Action.

_Der Autor_

Wim Gijsen (1898-1990) ist einer der bekanntesten niederländischen Autoren. In Deutschland erschienen seine Science-Fiction-Romane „Die Ersten von Rissan“ (1980) und „Die Könige der Vorzeit“ sowie die Fantasy-Romane um Iskander den Traumdieb (alle bei Heyne). „Die Sandrose“ ist der zweite Band in der Trilogie um die junge Frau Deirdre, die dazu berufen scheint, die seit Jahrtausenden gespaltenen Völker, die um das Lavendelmeer herum siedeln, wieder zu versöhnen.

_Handlung_

Deirdre wurde als Kind von einer alten weisen Frau prophezeit, dass sie das Schicksal der Völker bewegen werde. Nun ja, im ersten Teil der Trilogie, Wendekreise, sah ihr Leben nicht danach aus: Sie wurde in die Leibeigenschaft verkauft und musste sich im Tempel der Göttin prostituieren.

Das Blatt wendet sich für Deirdre radikal, als die Äbtissin eines ihr bislang völlig unbekannten Kloster ssie freikauft und sie von einem Seemann namens Lodderein zu sich bringen lässt. Die Reise führt sie per Schiff übers Lavendelmeer, das so heißt, weil eine gefährliche Algenart mit dem Lavendelduft die Sinne der Menschen betäubt und sie so in Gefahr bringt.

Die Reise geht immer weiter, bis Deirdre mit ihren Gefährten mitten in der Wüste auf das Kloster Dodenisse stößt. Die geheimnisvolle Äbtissin namens Shihazar eröffnet Deirdre, dass sie sie freigekauft habe, weil Deirdre möglicherweise die geweissagte Bidahinne sei, die Befreierin der Völker, die erkennbar sei am Zeichen der Rose so ein Zeichen trägt Deirdre am Arm. Die aber hat so ihre Zweifel, das Mal stammt von einem Hundebiss.

Im Kloster erlernt Deirdre die Selbsterforschung, den Kontakt mit der Geisteswelt und die Telepathie allesamt sehr nützliche Dinge, wie sich zeigen soll. Shihazar schickt sie mit einem Dutzend Begleiter auf eine gefährliche Mission ins verborgene und feindliche Land Lure, um mit dessen Bewohner, die sich vor Urzeiten von der Glaubensrichtung Dodenisses abgespalten haben, Kontakt aufzunehmen und zu einem Einverständnis zu gelangen.

Als Führerin über den hohen Bergpass, den Deirdres Gesellschaft bezwingen muß, erweist sich die Gefangene Kateien, die aus Lure stammt. Doch kaum ist der Pass glücklich bezwungen, übernimmt die schon zuvor hochmütige Katein plötzlich das Kommando: Nur Deirdre kann den telepathischen Kräften der ehemaligen Hohepriesterin standhalten, ihre Gefährten werden gefangen.

Es sieht so aus, als habe Deirdre schlechte Karten in Lure. Doch die Göttin hält ihre Hand über die junge Bidahinne, die bald wieder den Glauben an sich gewinnt.

_Mein Eindruck_

Dieser Mittelband erzählt von Übergängen, Reisen und Wandlungen – die Lösung folgt erst im Schlussband. Höhepunkt ist sicherlich die Klostersitzung, auf der Deirdre zu Retterin der Welt der Bidahinne erklärt wird.

Die Action findet nicht in äußerlichen, sondern innerlichen, seelischen Kämpfen statt. Eindringlich weiß der Autor von Deirdres Initiation in die Anderwelt zu erzählen: In einem stockdunklen Raum in den Gängen der uralten Totenstadt, allein mit sich und ihren Dämonen Einsamkeit, Begierde und Tod.

Der Stil unterscheidet sich stark von amerikanischer Fantasy, weist viel weniger Dialoge und mehr Innenwelt auf. Zudem nimmt der Erzähler kein Blatt vor den Mund, wenn es um sexuelle Dinge geht nach dem Motto: Bloß keine falsche Scham!

Man darf auf den Schlussband gespannt sein.

|Originaltitel: Bidahinne (1985)
Taschenbuch: 333 Seiten
Aus dem Niederländischen übertragen von Hildegard Höhr
ISBN-13: 978-3453156050|
[www.heyne.de]http://www.heyne.de

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