Goodkind, Terry – Säulen der Schöpfung, Die (Das Schwert der Wahrheit 7)

_Routine-Fantasy mit gutem Finale_

Eine junge Frau aus der Provinz macht sich mit einem Gefährten auf den Weg, um herauszufinden, wer sie ist. Daraufhin macht sie sich auf den Weg, den Tyrannen zu töten: Richard Rahl, den Helden der Serie „Das Schwert der Wahrheit“. Hoffentlich hat sie etwas missverstanden, sonst reißt nämlich Goodkinds Erfolgsserie nach zehn Jahren plötzlich ab.

_Der Autor_

Mit seinem mehrbändigen Zyklus um „Das Schwert der Wahrheit“, die er 1994 begann, hat sich der 1948 geborene Amerikaner Terry Goodkind in die erste Reihe der meistverdienenden Fantasyautoren geschrieben. Aus der Masse der High-Fantasy-Bücher heben sich seine Romane wie „Wizard’s First Rule“ oder „Stone of Tears“ durch eine nüchterne, wenn nicht sogar düstere moralische Vielschichtigkeit und durch Momente von Erfindungsreichtum – meist hinsichtlich unangenehmer Überraschungen – heraus.

Mit seinem mehrbändigen Zyklus um „Das Schwert der Wahrheit“, die er 1994 begann, hat sich der 1948 in Nebraska geborene Amerikaner Terry Goodkind in die erste Reihe der meistverdienenden Fantasyautoren geschrieben. Heute lebt er in Neuengland. Aus der Masse der High-Fantasy-Bücher heben sich seine Romane wie „Wizard’s First Rule“ oder „Stone of Tears“ durch eine nüchterne, wenn nicht sogar düstere moralische Vielschichtigkeit und durch Momente von Erfindungsreichtum – meist hinsichtlich unangenehmer Überraschungen – heraus.

|Das Schwert der Wahrheit|:

Band 1: „Das erste Gesetz der Magie („Wizard’s First Rule 1“)
Band 2: [„Der Schatten des Magiers („Wizard’s First Rule 2“)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1179
Band 3: „Die Schwestern des Lichts („Stone of Tears 1“)
Band 4: „Der Palast des Propheten („Stone of Tears 2“)
Band 5: „Die Günstlinge der Unterwelt („Blood of the Fold 1“)
Band 6: „Die Dämonen des Gestern („Blood of the Fold 2“)
Band 7: „Die Nächte des roten Mondes („Temple of Winds 1“)
Band 8: „Der Tempel der vier Winde („Temple of Winds 2“)
Band 9: „Die Burg der Zauberer („Soul of Fire 1“)
Band 10: „Die Seele des Feuers („Soul of Fire 2“)
Band 11: „Schwester der Finsternis („Faith of the Fallen 1“)
Band 12: „Der Palast des Kaisers („Faith of the Fallen 2“)
Band 13: „Die Säulen der Schöpfung („The Pillars of Creation“)
Band 14: „Das Reich des dunklen Herrschers“ („Naked Empire“)
Band 15: „Die Magie der Erinnerung“ („Chainfire“)
Band 16: „Am Ende der Welten“ („Phantom“)
Band 17: „Konfessor“ („Confessor“]

„Das Verhängnis der Schuld“ – Die Vorgeschichte von „Das Schwert der Wahrheit“

_Vorgeschichte_

Im ersten Band, „Wizard’s First Rule“ (1994), gerät der Serienheld Richard, ein bis dahin unscheinbarer Provinzjüngling, in den Sog größerer Ereignisse, als sein Ziehvater ermordet und er selbst von menschlichen und nichtmenschlichen Agenten verfolgt wird, die der dunkle Herrscher Darken Rahl gegen ihn ausgesandt hat. Im Verlauf seiner Quest, um diesen Gefahren zu begegnen, erlebt Richard sowohl größtes Leid als auch größte Liebe: Er verliebt sich in die wunderschöne Kahlan, mit der er noch in „Säulen der Schöpfung“ zusammen ist.

Im zweiten Band muss Richard die magischen Konsequenzen, die sich aus seinem Sieg über Darken Rahl ergeben haben, wieder ausbügeln, doch zeigt sich, dass dafür ein hoher Preis zu bezahlen ist. Das Universum, in dem die Romane um das „Schwert der Wahrheit“ spielen, basiert nämlich auf verschiedenen Balancen aus polaren Gegengewichten: Leben und Tod, Gut und Böse, Schöpfer (Gott) und Hüter (der Widersacher), Schwestern des Lichts und Schwestern der Finsternis. Diese manichäische Welt ist auch die Grundlage für „Säulen der Schöpfung“, doch nun tritt ein interessantes neues Element auf: Menschen, die für Magie unempfänglich sind. Sie sind „Lücken in der Schöpfung“.

_Handlung_

Etwa fünfzehn Jahre hat sich die junge Jennsen Daggett mit ihrer Mutter in der Einöde der Berge von D’Hara versteckt. Doch die Zeit der Sicherheit ist vorüber. Sie glaubten sich hier sicher vor der Verfolgung durch den schwarzen Magier und König Darken Rahl, dessen uneheliche Tochter Jennsen ist. Doch so lange sie zurückdenken kann, wird Jennsen von einer inneren Stimme gequält, die sie auffordert, „sich in Geist und Körper hinzugeben“…

Auf einem Besorgungsgang stößt sie auf einen toten Soldaten. Es handelt sich wohl einen Angehörigen eines Suchtrupps Darken Rahls, eines Quadrons: Er trägt ein Messer mit eingraviertem „R“ bei sich – und einen Zettel mit Jennsens richtigem Namen darauf. In der Nähe treibt sich ein weiterer Mann herum, doch der scheint harmlos zu sein und erzählt Jennsen viel über den Toten. Sebastian stammt nicht aus D’Hara, sondern aus dem südlich davon gelegenen Reich des Kaisers Jagang. Sebastian ist dessen oberster Stratege, der ein Mittel auskundschaften soll, wie man Darken Rahls Sohn Richard begegnen kann, der sich anschickt, das Kaiserreich zu erobern.

Doch vorerst wissen Jennsen und ihre Mutter nur soviel: Gefahr ist im Verzug, die Wahrheit über Jennsen und ihre Mutter muss ans Licht, und Sebastian muss ihnen dringend helfen. Da tauchen auch schon die restlichen Verfolger auf und treten die Tür ein …

Sebastian und Jennsen fliehen von Dorf zu Dorf, bis sie schließlich zum Palast des Volkes gelangen, wo angeblich Richard Rahl herrschen soll. Die Enttäuschung ist groß, als sich herausstellt, dass Rahl im Süden weilt und keine leichte Beute für Jennsens Dolch darstellt. Statt dessen wird Sebastian gefangen genommen, weil er verdächtig aussieht.

Die verzweifelte Jennsen hat von ihrer Mutter zwei Namen genannt bekommen. Die Hexenmeisterin Lathea wurde leider tot aufgefunden, doch ihre Schwester Althea lebt noch in der Gegend in einem Sumpf. Jennsen schafft es tatsächlich gegen alle Widerstände – und mit ein wenig Hilfe -, den gefährlichen Sumpf zu durchqueren und bei Althea eine widerwillig gewährte Audienz zu ergattern.

Doch die Wahrheiten, die ihr die gelähmte Seherin, enthüllt, sind alles andere als ermutigend. Jennsen ist eines von Darken Rahls unehelichen Kindern, doch verfügt sie nicht über die magische Gabe, sondern ist vielmehr immun gegen Zauberkräfte. Das kann aber auch ein Vorteil sein, wie sich zeigen wird. Sie schwört, Richard Rahl, den Tyrannen, zu töten!

Unterdessen hat sich mit Oba, dem Sohn der Hexe Lathea, ein weiteres uneheliches Kind Rahls auf den Weg gemacht. Auf der Spur von Jennsen und Sebastian lässt er sich von einer mächtigen Stimme in seinem Kopf leiten, die ihn offenbar unbesiegbar macht. Wenigstens die Frauen fahren voll drauf ab, und das ist Oba ganz und gar nicht unrecht. Auch das Kommandieren der Wachen im Palast des Volkes gestaltet sich durch seine Gabe recht einfach. Und schließlich hat Althea auch ihm ein paar Wahrheiten zu enthüllen, die leicht seine letzten sein könnten.

Um allem die Krone aufzusetzen, braut sich um Richard Rahl und seine schöne Gefährtin Kahlan, die nun den Titel „Mutter Konfessor“ trägt, so manches Unheil zusammen. Kaiser Jagang hat ein riesiges Heer vor der Stadt Aydindril zusammengezogen, wo sich die „Burg der Zauberer“ und das Domizil der Mutter Konfessor befindet.

Alles, was Jagang noch benötigt, ist der gute Rat seines Chefstrategen Sebastian. Doch der schmachtet noch im Kerker im Palast des Volkes. Jennsen macht sich auf den Weg, ihn zu befreien und dann gegen Richard Rahl, den Tyrannen, zu ziehen. Sie ahnt nicht, dass sie nur eine Figur in einem globalen Schachspiel ist.

_Mein Eindruck_

Nach einem guten Auftakt, der mit ordentlicher Action angereichert ist, versandet das so gut begonnene Geschehen wieder. Ständig muss der Autor seiner Heldin Jennsen Informationsquellen erschließen: Mutter, Sebastian, Althea und viele andere. Das kostet Zeit und ist nicht sonderlich befriedigend für den Leser, der schließlich auf die Ergebnisse wartet. Jennsen ist obendrein zwar an die zwanzig Jahre alt, verhält sich aber meist wie eine Fünfzehnjährige. Für junge Leser ist das ja ganz nett, um sich mit ihr zu identifizieren, doch für ältere Leser ist es frustrierend. Die wissen nämlich schon, was als Nächstes kommt.

Ältere und erfahrene Fantasyleser haben deshalb auch ein Problem mit diesem Roman: Die Handlung ist in erschreckendem Maße vorhersehbar. Das sollte einem routinierten Autor wie Goodkind nicht mehr passieren. Erst die letzten 200 Seiten, also das letzte Drittel, bietet erstens Action – die überraschungsreiche Erstürmung Aydindrils – und zweitens eine Flut von schnellen Wendungen: das Zusammenkommen aller Handlungsstränge in jenem titelgebenden Wüstengebiet namens „Säulen der Schöpfung“. Für Jennsen und den jungen Leser gibt es hier ein paar wirkliche „Augenöffner“.

Doch der erfahrene Leser wird ziemlich stutzig: Wo, zum Kuckuck, kommen den plötzlich Rahl, Kahlan und ihre Beschützerin Cara her? Auf den 500 Seiten davor kamen sie überhaupt nicht vor. Offenbar sind sie Überbleibsel des vorigen Romans „Faith of the Fallen“ (?). Welch ein netter Zufall, dass sie bei ihrem Umherstolpern auch noch auf Altheas Gefährten Friedrich Gilder und den berüchtigten Oba Rahl stoßen. Man könnte meine, die Welt sei ein Schachbrett, und der Autor schiebe seine Figur herum, wie es ihm in den Kram passt, um den gewünschten Schluss zu erzielen.

Und dieser Schluss muss nun auch endlich, nach 500 Seiten kommen. Was bislang so gemächlich ablief, überschlägt sich auf einmal hopplahopp in einer überraschenden Wendung nach der anderen, bis der Leser kaum noch weiß, ob er sich auf der Zielgeraden oder auf einer Achterbahn befindet. Als dann auch noch drei Ziegen auftauchten, wurde nicht nur Jennsen stutzig, sondern auch ich. Ich hatte den Verdacht, dass hier ein bisschen viel deus ex machina aufgefahren werde – noch dazu aus dem Repertoire der niederen Komödie.

Wie nett, dass Jennsen am Schluss die Welt rettet, auch wenn sie keine Ahnung hat, warum und weshalb. Schwamm drüber!

_Unterm Strich_

Es gibt bessere, unterhaltsamere und bedeutungsvollere Fantasyromane. Ja, es gibt sogar bessere Goodkind-Romane als diesen, besonders den ersten. Da schlägt Goodkind noch hammerhart zu, und dem Leser schlackern die Ohren. Aber das war mal. Mittlerweile ist die Serie zehn Jahre alt und so aufregend wie abgestandener Sekt. Wer die Serie verschlungen hat, muss auch dieses Routinewerk lesen, klarer Fall. Alle andere können ohne Gewissensbisse einen Bogen drum machen.

|Hardcover: 600 Seiten
Originaltitel: The pillars of Creation (2001)
Aus dem US-Englischen übersetzt von Caspar Holz
ISBN-13: 978-3809024606|
[www.randomhouse.de/limes]http://www.randomhouse.de/limes

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