Heitz, Markus – Blutportale

_Handlung:_

Das Leben von Will Gul dreht sich um einhundertachtzig Grad, als eines Tages eine Frau in seinem Blumenladen erscheint und ihm eine unerhört hohe Summe bietet, wenn er seinen Vermieter und Arbeitgeber dazu überredet, die Villa, in der Will lebt, zu verkaufen. Als sich der indische Blumenhändler weigert, schickt die Anwältin eine Schar skrupelloser Schläger, von denen sich Will allerdings nicht einschüchtern lässt. Doch an dem Abend, an dem Will eine große Party in der Villa feiert, kommt es zur Katastrophe.

Die geheimnisvolle Tür, die es in dem Anwesen gibt und von der Will bis dato nichts wusste, wird durch unheilvolle Einflüsse geöffnet und das Wesen, das daraus hervorbricht, richtet ein Massaker unter den Gästen an. Nur Will und die hübsche Köchin Saskia überleben das Inferno. Saskia steht vollkommen unter Schock und begreift erst viel später, dass nur durch ihre Anwesenheit das Blutportal geöffnet werden konnte, denn die leidenschaftliche Fechterin wurde erst vor kurzem bei einem Duell mit dem geheimnisvollen Maitre mit merkwürdigen Symbolen gezeichnet, die eine ungeahnte Kraft in der jungen Frau weckten.

Als das gegenseitige Misstrauen abebbt, sehen die beiden ungleichen Menschen ein, dass sie nur gemeinsam den Verfolgern entgehen können, die scheinbar mit dunklen Mächten paktieren. Das Blatt wendet sich zu ihren Gunsten, als sie Hilfe von einer unerwarteten Seite erhalten …

_Meine Meinung:_

Markus Heitz‘ vierter Ausflug in die Gefilde der düsteren Phantastik ist nicht minder tempo- und actionreich als der Werwolf-Zweiteiler „Ritus“ und „Sanctum“ oder der Vampirroman „Kinder des Judas“. In „Blutportale“ verlässt der Autor nun das Areal klassischer Gruselmonster und konfrontiert seine Leser und Protagonisten mit der ganzen Palette des Übernatürlichen. Dämonen, Vampire, Wandelwesen und nicht zuletzt Zeitreisen erwecken bisweilen den Eindruck, einen John-Sinclair-Roman der Superlative in Händen zu halten, nur mit dem Unterschied, dass Markus Heitz einen viel rasanteren Stil offenbart und eine härtere Gangart an den Tag legt, was Brutalität und Sex angeht.

Bei Letzterem hält er sich in puncto Quantität erstaunlich zurück und verblüfft den Leser eher durch eine ausgefeilte Handlung und Actionsequenzen, wie sie jedem Hollywood-Actionfilm gut zu Gesicht stünden. Heitz besitzt einen sehr prägnanten visuellen Stil, der jedem Kino-Fan ein Leuchten in die Augen zaubern dürfte. Allerdings leidet darunter auch die Atmosphäre des Romans, denn allein durch Action, flotte Sprüche und blutige Gewalt kann man 666 Seiten nicht zufriedenstellend füllen, ohne dass Längen auftreten. In Anbetracht der Thematik ist die Seitenzahl sicherlich kein Zufall und ein netter Gag am Rande. Auch die Charaktere wirken oft oberflächlich und trivial, was allein schon durch die stereotype Attraktivität kundgetan wird. Bei Markus Heitz gibt es kaum „normale“ Menschen mit Schwächen und Fehlern, höchstens bei den Opfern oder den Bösewichten, und dieser Umstand schafft eine innere Distanz zum Leser, die den Spaß an der Lektüre ein wenig trübt. Selbst der zunächst bieder wirkende Will Gul entpuppt sich in Stresssituationen als kompromissloser Kämpfer. Der geheimnisvolle Maitre, der sich schnell als übernatürliches Wesen outet, besitzt allein durch seine Präsenz eine sonderbare Anziehungskraft und Attraktivität und erfüllt damit sämtliche Klischees, die Teufeln und Dämonen in bestimmten Kreisen düsterer Phantastik angedichtet werden.

Diese Punkte dürfen aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Heitz auch mit diesem Roman ein sehr unterhaltsamer Dark-Fantasy-Thriller gelungen ist, der mit einem originellen Plot zu überraschen versteht. Äußerst faszinierend ist darüber hinaus zu lesen, wie der Autor verschiedene Personen und Ingredienzen der oben genannten Romane in „Blutportale“ einfügte und mit der Werwölfin Justine einen vielschichtigen, sympathischen Charakter reaktivierte, der in kommenden Romanen hoffentlich noch häufig mit von der Partie ist.

In Sachen Aufmachung überzeugt die Werbeagentur |ZERO| erneut durch ein hohes Maß an Kreativität. Der Buchumschlag fügt sich nahtlos in die Phalanx der vorherigen Bände aus dem „Pakt der Dunkelheit“ ein und zeigt eine beeindruckende Dämonenfratze. Satz und Papierqualität bezeugen, dass der Verlag hier einen Bestseller erwartet.

_Fazit:_

Abermals geizt Markus Heitz nicht mit Action, Gewalt und Horror. „Blutportale“ ist rasant, unterhaltsam, stellenweise aber auch ein wenig seelenlos. Hollywood-Kino zum Lesen, bei dem mehr Wert auf Spezialeffekte gelegt wurde als auf Atmosphäre und eine authentische, vielschichtige Charakterisierung.

|665 Seiten, Klappenbroschur
ISBN-13: 978-3-426-66339-4|
http://www.pakt-der-dunkelheit.de
http://www.knaur.de
http://www.mahet.de

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_Florian Hilleberg_

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