Homer – Irrfahrten des Odysseus, Die (Europa-Originale 7)

_Besetzung_

Erzähler – Hans Paetsch
Athene & Leukothea – Susanne Hartau
Odysseus – Benno Gellenbeck
Iphitas, Telemach & Poseidon – Konrad Halver
Eurylochos & Freier– Helmut Kolar
Zyklop – Rudolf Fenner
Hermes – Peter Folken
Circe & Chzarybdis – Dagmar Dorsten
Teiresias & Antinoos – Horst Fleck
Skylla & Penelope –Heike Kintzel
Nausikaa – Irmi Boden
Phäakenkönig – Heinz Fabian

_Story_

Auf seiner Heimatfahrt nach Ithaka muss der berüchtigte Odysseus unglaubliche Abenteuer bestehen. Er trifft auf den bestialischen einäugigen Zyklopen, gerät in die Fänge der Magierin Circe und muss sogar in die Unterwelt hinabsteigen und fürchten, dass die Sonne Griechenlands ihm nie wieder scheinen wird. Doch Odysseus ist auf seiner Reise nicht alleine. Viele Gefährten begleiten seine Irrfahrten, und außerdem steht die Göttin Athene ihm zur Seite, die ihm in den schwierigsten Situationen wertvolle Tipps gibt. Als der griechische Held endlich in seiner Heimat angekommen ist, traut er seinen Augen nicht. In seinem Hause treibt sich der mieseste Abschaum herum. Nach all den bestandenen Prüfungen steht Odysseus plötzlich vor seiner härtesten Aufgabe.

_Meine Meinung_

Zum ersten Mal seit Beginn dieser Reihe bin ich enttäuscht. „Die Irrfahrten des Odysseus“ ist das mit Abstand schwächste Hörspiel der bisher gehörten Originale von Europa, weil es einfach zu keiner einzigen Sekunde auch nur in Ansätzen spannend ist. Dies liegt natürlich nicht daran, dass der Inhalt generell ziemlich unspektakulär wäre, sondern vielmehr am seltsamen Aufbau der Handlung.

Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass die Schwerpunkte der Erzählung sehr ungünstig verteilt wurden. Die Geschichte heißt „Die Irrfahrten des Odysseus“ und sollte sich demzufolge auch mit eben jenen beschäftigen. Doch stattdessen wird die Reise des Sagenhelden ziemlich oberflächlich behandelt, dabei mehr berichtet als erzählt und später dann fast schon wie ein lästiges Anhängsel der Story abgeschüttelt. Aber sind es nicht gerade die vielen Prüfungen des Odysseus, die zur Legende geworden sind? Ich denke schon, doch leider wird dies im Verlaufe der Handlung kaum betont – und somit auch eine wichtige Chance vertan, die Geschichte langsam wachsen zu lassen.

Nun, zumindest gewinnt das Ganze in der zweiten Hälfte ein wenig Tempo. Sobald Odysseus völlig entsetzt sein Zuhause antrifft, entwickelt sich zumindest kurzzeitig so etwas wie Spannung, wenn auch kaum vergleichbar mit den eigentlich vorangegangenen Episoden. Es mag plump erscheinen, an dieser Stelle einfach zu schreiben, dass die Darbietung lustlos und die Story deshalb langweilig ist, aber nichts würde es besser auf den Punkt bringen als dieses schmerzliche Fazit.

Was hätte man verbessern können? Also, zu allererst einmal hätte die Erzählstimme eine ganzes Stück motivierter herüberkommen müssen. Hier beginnt die Misere schon bei der Basis und überträgt sich auch mit sofortiger Wirkung auf die übrigen Sprecher, die mit Ausnahme von Odysseus‘ Stimme Benno Gellenbeck ihre Ambitionen gar nicht erkennen lassen. Weiter geht es mit den verschobenen Prioritäten. Meiner Meinung nach hätte man das Finale nicht so enorm lange strecken müssen, denn dadurch leiden die vielen Abenteuergeschichten im Vorfeld von Odysseus‘ Heimkehr und werden letztendlich nur zu Nebenschauplätzen – nicht aber zum Mittelpunkt, um den sich eigentlich alles drehen sollte. Klar, ein wenig Freiheit bei der Interpretation der Handlung muss man Regisseur Claudius Brac zugestehen, doch das rechtfertigt nicht die etwas groben Abschweifungen, die statt Zugewinn eher Leid mit sich bringen.

Aber das soll jetzt auch nicht überdramatisiert werden. Fakt ist, dass „Die Irrfahrten des Odysseus“ in dieser Hörspielfassung nicht überzeugend umgesetzt wurden und zu keiner Sekunde eine ansteigende Spannungskurve erkennen lassen. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer die Serie nicht als Gesamtpaket erwirbt, kann auf diese Geschichte verzichten.

http://www.natuerlichvoneuropa.de/

Schreibe einen Kommentar