Hyung, Min-Woo – Priest – Band 12

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_Story_

Enttäuscht von der ablehnenden Haltung Ivan Isaacs, der sie nicht als Ersatz für die dahingeschiedene Gena akzeptieren will, begibt sich Lizzie auf die Suche nach einer neuen Bande, um eine Lösung für ihren Virus zu finden. Auch die Stammesbrüder des verstorbenen Cairo sind nicht untätig und arrangieren ein Treffen mit den Marshalls. Allerdings besteht noch keine Einigkeit darin, ob sie sich an den grausamen Priestern rächen werden, deren eiskaltern Händen Cairo zum Opfer gefallen ist.

Ivan Isaacs hingegen landet auf seiner Reise in Windtale, einem Ort der Verstoßenen, an dem die mütterliche Nera einige entstellte Wesen vor der drohenden Folterung durch die Menschheit bewahrt. Doch die Zigeunergruppe braucht dringend neue Nahrung und Unterstützung seitens der Stadtbewohner, so dass eine Fahrt ins Zentrum unvermeidlich ist. Dort kommt es dann zum Eklat: Nera trifft auf ihren neuen Widersacher Isaacs, und die mitgereisten Kinder werden von einigen ortsansässigen Fieslingen an den Pranger gestellt.

_Meine Meinung_

Meines Wissens war diese Serie zunächst auf insgesamt 15 Bände angesetzt, doch mittlerweile erscheint es mir utopisch, dass Autor Min-Woo Hyung innerhalb dieses Rahmens zu einem runden Abschluss kommen wird. Ein 16. Band ist daher bereits für die deutsche Ausgabe bei |Tokyopop| angekündigt. Auch im zwölften Band von „Priest“ ergeben sich durch die Einbeziehung neuer Charaktere wieder neue Ideenkomplexe, die mit dem bereits Geschehenen erst einmal in Einklang gebracht werden müssen.

Der Autor beschreitet zudem auch wieder einen gänzlich neuen Weg und lässt die Ereignisse der vorangegangenen Episoden bis auf Weiteres ruhen. Sowohl das weitere Fortschreiten Lizzies als auch die Rachegelüste von Cairos Gefährten werden nur losgelöst am Rande erwähnt, während die Geschichte von Nera und ihren verrufenen Schützlingen das Geschehen bestimmt. Einerseits gar nicht schlecht, andererseits aber auch wieder ärgerlich, weil der Autor zum wiederholten Mal einen eröffneten Komplex nicht zu Ende denkt und statt einer Übergangslösung wieder Gedanken streut, die große Teile der Handlung über den Haufen werfen.

Die Art und Weise, wie Hyung dies macht, ist allerdings wieder beeindruckend. Verschiedene bewährte Charaktere, darunter auch Ivan Isaacs selber, nehmen mit einem Mal eine vollkommen andere Position ein. Plötzlich sind es die einst bösartigen Engel, die positiv besetzt werden, wohingegen der wiederauferstandene Rächer sich gegen die mit Sympathien behaftete Nera stellt, sogar droht, ihr den Garaus zu machen. Vom moralischen Aspekt betrachtet geschehen hier Dinge, die bewirken, dass man sich von der Identifikationsfigur Isaacs löst und ihr Handeln in Frage stellt. Bereits die Auseinandersetzung mit Lizzie verhieß nichts Gutes, und jetzt scheint es geradezu so, als hätte Belials Handlanger die Seiten gewechselt und würde nun das Böse verkörpern.

Unterschwellig wird dem Leser jedoch schon eröffnet, dass Nera und ihre hässlichen Gestalten lediglich Teil einer Scheinwelt sind und ihr sympathisches, fast schon mitleiderregendes Auftreten nicht ihrer wirklichen Natur entsprechen. Jedoch handelt es sich hierbei nur um Andeutungen, die den Leser zum Nachdenken und Weiterspinnen anregen. Eben wie bei all den anderen versteckten Hinweisen, die der Autor im Laufe der Reihe in seinen Büchern platziert hat.

Es bleibt also weiterhin spannend im Kampf zwischen Ivan Isaacs und all den feindlichen Engeln und Dämonen. Min-Woo Hyung hat die Facetten seiner Manwha-Serie noch weitreichender gestaltet und dafür gesorgt, dass „Priest“ nach einem sich zwischenzeitlich anbahnenden Endspurt wieder so undurchschaubar ist wie nach der Wiederbelebung des Hauptcharakters. Angenehm beim zwölften Band der bald in Hollywood visualisierten Serie ist dabei übrigens noch der Verzicht auf überzogene Gewaltdarstellung; zwar sind manche Szenen recht brutal, dies aber mehr auf mentaler Ebene.

Und so fällt das Resümee nach anfänglichen Bedenken dann auch wieder ausgesprochen positiv aus. Die aktuelle Fortsetzung bringt die Geschichte voran, offenbart dabei aber auch, dass die Erzählung noch Potenzial für mindestens zehn weitere Episoden hat. Man darf jedenfalls gespannt sein, was Min-Woo Hyung daraus machen wird. Meinetwegen darf „Priest“ aber gerne so komplex und undurchdringlich bleiben wie in der hier rezensierten Folge.

http://www.tokyopop.de/

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