_Die Grenzkünstler haben schon begonnen, sich zu versammeln._

Es war im Jahr 2003. Dominik Irtenkauf veröffentliche eine kleine, aber feine Schrift über die Subkultur. Die Schrift war schnell vergriffen! Irtenkaufs Thesen schwingen aber bis heute über einer Szene, die sich längst nicht mehr in dem Maße der Eigenreflexion bedient, wie dies vielleicht früher einmal der Fall war. Daher: ein Rückblick auf “Subkultur und Subversion”.

“Die Grenzkünstler haben schon begonnen, sich zu versammeln.” Derartige Offenbarungen begegneten dem Leser des 2003 erschienenen Essays von Dominik Irtenkauf. Irtenkauf, selbst Grenzkünstler und Ausnahmeliterat, war bereits in einigen subkulturellen Magazinen (AHA, Ikonen, subKULTur.com) und in der Literaturwerkstatt im Rahmen des WGT auffällig geworden. Er lieferte mit seinem Werk “Subkultur und Subversion. Wanderer zwischen Zeichen, Zeiten und Zeilen” eine auf eigenen Erfahrungen basierende Beschreibung des Phänomens von Subkulturen ab. Dabei verzichtete er laut eigenem Bekunden auf überkanditelte Wissenschaftsdefinitionen, sondern bezog sich direkt auf die Aussagen von “Szenegängern”.

Wo aber findet man die Personen, die (reflexiv) über ihre Subkultur berichten? Irtenkauf “hatte sich seit vielen Jahren in der so genannten Subkultur herumgetrieben, sich in modrigen Kellern getroffen”; er ist selbst “durch sämtliche Szeneclubs im ganzen Land getingelt”. Trotz dieses persönlichen Bezugs wird an keiner Stelle deutlich, welche Szenen oder Subkulturen Irtenkauf meint. Es werden gerade keine plakativen Insider-Typologien, selbstdarstellerische Bekenntnisse oder pubertären Phantasien zitiert. Vielmehr begreift der Autor die subkulturellen Ausprägungen von Szenen als Chance, verborgene kulturelle Potenziale zu entfesseln.

Ein wirklich gelungenes Werk. Und, bei aller Lobpreisung, vielleicht entscheidet sich der |Crago|-Verlag doch für eine 2. Auflage!

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