Johns, Geoff / Jimenez, Phil – Infinite Crisis 2 (von 7)

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_Story_

Es herrscht ein riesiges Durcheinander in der Unendlichkeit des Universums. Lex Luthor hat seine Schurken versammelt, um Donna Troy alias Power Girl aufzuhalten, nachdem sie zahlreiche Superhelden rekrutiert hat, um die verschiedenen Anomalien, die sich in der jüngsten Vergangenheit aufgetan haben, zu untersuchen. Dabei stößt sie unter anderem auch auf den lange Zeit verschollenen Alexander Luthor und das Geheimnis der verschiedenen Parallelwelten, die ebenfalls über ihre eigenen Superhelden verfügten. Als sich diese Welten jedoch zu einer einzigen vermischten, beging man einen riesigen Fehler: Die falsche Erde wurde nach der Wiedergeburt des Universums gerettet. Nun liegt es an Power Girl und Superman, diesen Missstand erneut zu verändern und damit auch die stark gealterte Lois Lane vor ihrem natürlichen Tod zu bewahren.

_Meine Meinung_

Nach wie vor spielt sich die „Infinite Crisis“ auf unheimlich vielen Ebenen ab, so dass es dem Leser immer noch sehr schwer fallen wird, einen etwaigen Durchblick zu bekommen. Überall macht sich die jüngste Krise bemerkbar, und da man fast von Seite zu Seite die Szenerie wechselt und zudem enorm viele Helden aus dem DC-Universum an der Geschichte beteiligt sind, fehlt es auch dem zweiten Comic der siebenteiligen Reihe an einer klaren Linie.

Allerdings ist es Geoff Johns in der Fortsetzung seines ersten Verwirrspiels schon einmal gelungen, eine erste Verbindung zur legendären „Crisis On Infinite Earth“ herzustellen, deren Hintergründe nun auch die Auslöser des neuesten Chaos’ sind. Die Folgen, die sich aus dem Zusammenfügen der verschiedenen Terrarien ergeben haben, werden erst jetzt in vollem Maße offenbar, doch nun scheint es schon fast zu spät, um die verheerenden, drohenden Veränderungen, die noch bevorstehen, abwenden zu können.

Batman zum Beispiel hadert noch immer mit seinen Gefühlen, nachdem er herausgefunden hat, dass es sich bei dem OMAC-Killerrobotern um ausgewählte Menschen handelt, deren Schicksal er indirekt mit auf dem Gewissen hat. Superman hingegen sorgt sich um Lois Lane, die mit der Reise auf die neuen Erde und den Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand zu kämpfen hat. Er ist es auch, der Power Girl über die wahre Geschichte nach der längst verjährten ersten Krise aufklärt und so auch erst den Stein zu einer weiteren einschneidenden Veränderung in der verrotteten Welt ins Rollen bringt. Verrottet vor allem deswegen, weil schon zahlreiche Helden aus der Eliteklasse ihren Einsatz für die Gerechtigkeit haben bezahlen müssen, darunter zum Beispiel vertraute Charaktere wie der Blue Beetle, und sich nun schon Schurken zweiter Klasse unter der Führung eines zweiten Lex Luthor daran machen, das große Chaos zu nutzen, um den weltweiten Umschwung nach ihren Vorstellungen zu lenken.

In „Infinite Crisis“ bewegen sich Mächte ungeahnten Ausmaßes, was ja alleine schon bei der prominenten Besetzung des riesigen Crossovers deutlich wird. Mit der zweiten Ausgabe der deutschsprachigen Auflage kommt nun auch langsam eine Linie in die umfassende und überaus komplexe Story hinein. Die einzelnen Protagonisten können sich besser in Szene setzen, die Ursachen der Krise werden etwas konkreter dargestellt und die eventuellen, in diesem Falle auch weit reichenden Folgen werden dem Leser mit steter Entwicklung immer deutlicher bewusst. Jetzt muss es Autor Geoff Johns nur noch gelingen, die zahlreichen Handlungsstränge zusammenwachsen zu lassen und aus ihrer umfangreichen Verbindung eine gradlinige Storyline zu entwickeln.

Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, wer und was bereits nach zwei Heften in das Geschehen mit einbezogen wurde. Doch kurz vor Abschluss des ersten Drittels der Serie befindet sich der Verantwortliche schon auf einem sehr guten Weg, denn jetzt, wo das Vorgeplänkel überstanden ist und man erahnen kann, welche Wege die Geschichte gehen wird, zeichnet sich schon ab, dass „Infinite Crisis“ sowohl inhaltlich als auch qualitativ ein ähnlich genialer Kraftakt wie die gerade abgeschlossene |Marvel|-Reihe „House Of M“ werden wird. Und mit dieser Referenz sowie einem lauten Applaus für das Zeichner-Dream-Team Phil Jimenez & George Pérez, welches hier einen sehr feinen, detailverliebten Strich führt, möchte ich diese Kritik auch schon schließen und eine deutliche Empfehlung für diesen neuen DC-Hoffnungsträger aussprechen.

http://www.paninicomics.de

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