King, Stephen – Drei (Der Dunkle Turm II)

|Der Dunkle Turm:|

Band 1: [Schwarz]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5661
Band 2: Drei
Band 3: Tot
Band 4: Glas
Band 5: [Wolfsmond]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=153
Band 6: [Susannah]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=387
Band 7: [Der Turm]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=822

Erschöpft und völlig verwirrt wird Roland nach dem Zusammentreffen mit dem Mann in Schwarz an einen verlassenen Strand gespült. Die Monsterhummer, die an diesem Strand leben und immer des Nachts herauskommen, ihre Fragen stellen und alles, was sie finden können, auffressen, nutzen die Schwäche des Revolvermanns aus und beißen ihm zwei Finger der rechten Hand ab. Roland kann sich mit letzter Kraft retten, doch das Gift der Monsterhummer treibt in seinen Venen bereits sein Unwesen, was ihn mit jedem Tag noch schwächer und kränker macht.

Eines Tages entdeckt Roland eine seltsame Tür mitten am Strand. Als er diese öffnet, findet er sich in einer vollkommen fremden Welt – und in einer fremden Person – wieder. Diese Person ist der Junkie Eddie Dean, der gerade dabei ist, Kokain in die USA zu schmuggeln und seinen Bruder Henry aus den Klauen eines Drogenbosses zu befreien. Als Eddie die Anwesenheit von Roland spürt, ist er gänzlich verwirrt und glaubt erst, es läge an den Drogen. Diese Vermutung stellt sich allerdings bald als falsch heraus, und als Eddie die Gefahr droht, dass seine geschmuggelten Drogen bemerkt werden, hilft ihm Roland und nimmt ihn letztendlich in seine Welt mit.

Dort schlagen sich die beiden weiter durch, bis sie die zweite Tür erreichen. Durch diese gelangt der Revolvermann in den Körper einer schwarzen, schizophrenen Frau im Rollstuhl, die gerade dabei ist, Modeschmuck in einem Geschäft zu klauen. Die Frau ist über Rolands Anwesenheit so überrascht und zornig, dass er sofort eingreifen muss und sie, ohne direkten Kontakt mit ihr aufzunehmen, in seine Welt zieht. Dort lernen er und Eddie ihre zwei völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten kennen, die jeweils von der Existenz der anderen nichts wissen: einmal Odetta Holmes, eine freundliche und adrette Dame, in die sich Eddie schließlich verliebt, und auf der anderen Seite Detta Walker, eine diebische, ordinäre und gewaltbereite Frau, die Roland und Eddie umbringen will.

Trotz vieler Komplikationen wegen Detta Walker und Rolands voranschreitender Krankheit erreichen die drei schließlich auch noch die letzte Tür, hinter der sich der Tod verbirgt …

_Eindrücke:_

Nachdem Stephen King den Revolvermann Roland im ersten Band „Schwarz“ durch die karge und trostlose Wüste seiner Welt den Mann in Schwarz hat verfolgen lassen, kehren wir der Wüste nun den Rücken zu. Zwar befinden wir uns noch immer in derselben verlassenen und sterbenden Welt, aus der Roland stammt, jedoch wird die Wüste gegen einen Strand mit Felsen im Hintergrund ausgetauscht. Dennoch hat auch dieser Handlungsort an Trostlosigkeit und Leere nichts eingebüßt: Roland ist vollkommen allein am Strand, zählt man die Monsterhummer, die des Nachts mit ihrem „Did-a-chick?“ und „Dud-a-chum?“ aus dem Meer herauskommen und nach etwas Essbarem – ob tot oder lebendig – suchen, nicht mit. Am Strand gibt es kaum Vegetation, nur Sand und Felsen, wohin der Blick auch fällt.

Doch Roland bleibt nicht lang allein. Das Mischen hat begonnen, welches ihm die drei Gefährten, die ihm vom Orakel prophezeit wurden, zuspielen soll. Für den Revolvermann öffnet sich die erste Tür und er gelangt somit in Eddie Deans Körper, einem Junkie aus unserer Welt. Dieser Trip in eine völlig andere Welt, die der Revolvermann nicht kennt, stellt einen klaren Kontrast zu seiner eigenen Erfahrung dar: Seine Welt ist karg, trist und verlassen, die Welt Eddie Deans ist voller Leben und Reichtum, und die Menschen, die dort leben, haben eine völlig andere Mentalität als jene in Rolands Welt. Nur in einer Sache unterscheiden sich die beiden Welten nicht: In beiden gibt es Monster, die sich lediglich in ihrer Vorgehensweise und ihrem Aussehen unterscheiden. Dieser Unterschied beider Welten wird nicht nur in der Beschreibung deutlich, sondern auch durch die Atmosphäre, welche beide erzeugen.

Aber nun zum wichtigsten Punkt: Während Roland in Band eins noch hauptsächlich allein unterwegs war, einmal abgesehen von Jake, bekommt er nun Gefährten, die ihn bei der Suche nach dem Turm begleiten und ihm helfen sollen.

|Der Gefangene|

Da wäre natürlich zuerst einmal Eddie Dean. Eddie Dean wird in der Prophezeiung des Orakels als der Gefangene bezeichnet, der von einem Dämon namens Heroin besessen und süchtig ist. Eddie ist ein junger Mann, der bei Rolands Ankunft in seinem Kopf gerade dabei ist, Kokain in die USA zu schmuggeln, um dort seinen Bruder zu „retten“. Seinen Bruder, Henry Dean, vergöttert und bewundert er, weil er immer auf ihn aufgepasst hat. Er hat Schuldgefühle und möchte seinem Bruder nun endlich zeigen, dass er auch etwas für ihn tun kann. Dabei ist das, was Henry Dean für seinen Bruder getan hat, nicht wirklich der Rede wert und es lässt vermuten, dass er für seinen kleinen Bruder bei weitem nicht so viel empfunden hat wie Eddie zu ihm.

Obwohl Eddie Dean auf den ersten Blick aufgrund seiner Heroinsucht eher schwach zu sein scheint, stellt er sich letztendlich als ein würdiger Partner des Revolvermanns heraus und entdeckt in der „Herrin der Schatten“ seine große Liebe.

|Die Herrin der Schatten|

Sie kommt auf Rädern, das war alles, was das Orakel verraten konnte. Diese Räder stellen sich als Rollstuhl heraus, der aber genau besehen nicht nur eine Person transportiert. Die reiche Schwarze Odetta Holmes lebt in jener Zeit, in der Schwarze noch offen diskriminiert wurden, und hat trotz ihres Standes schon viel mitgemacht. Zu guter Letzt hat jemand sie vor einen Zug geschubst, weshalb sie nun keine Beine mehr hat. Durch einen ihrer Unfälle wurde sie schizophren und entwickelte ihre zweite Persönlichkeit, Detta Walker, die im Gegensatz zu der höflichen Odetta ein ordinäres Miststück ist. Als sie zu Roland und Eddie stößt, haben die beiden immer wieder mit ihrer zweiten Persönlichkeit zu kämpfen, da diese die „blassen Wichsah“ nicht ausstehen kann und sie umbringen will.

Als die drei Gefährten mit Müh und Not die letzte Tür erreichen und Roland schon so gut wie am Ende seiner Kräfte ist, entscheidet sich, wer die letzte Person ist, die der Revolvermann durch diese Tür erreichen kann. Auf dieser Tür steht lediglich „Der Schubser“. Wer das ist und warum es Roland anfänglich so viel Überwindung kostet, sich mit der letzten Person auseinanderzusetzen, behalte ich allerdings für mich.

Was Roland angeht, so erfährt der Leser nun langsam auch etwas mehr über ihn und seine Vergangenheit. Zwar sind dies zunächst nur Bruchteile, die noch wenig Sinn ergeben, aber man wird mehr in seine Gefühlswelt eingeführt. Jakes Schicksal macht ihm schwer zu schaffen, und er hat Schuldgefühle, die ihn immer intensiver beschäftigen und alsbald in den Wahnsinn zu treiben drohen. Jake war für ihn wie ein Sohn und Roland möchte richtig lieben können, doch andererseits gibt es für ihn nichts Wichtigeres als den Dunklen Turm. Er ist besessen von ihm, und um ihn zu finden, geht er sogar über Leichen. Warum er so besessen davon ist, den Dunklen Turm zu finden, woher Roland eigentlich kommt und wer er ist, erfährt man allerdings immer noch nicht.

An manchen Stellen ist das Buch, vor allem wegen der teilweise lückenhaften Informationen über die Charaktere (insbesondere natürlich bei Roland), etwas verwirrend. Es werden Andeutungen gemacht, die man erst dann versteht, wenn die Handlung wieder ein Stück weiter fortgeschritten ist, oder man erfährt vorerst einmal gar nicht, was es mit bestimmten Andeutungen auf sich hat. Wenn man die Reihe „Der Dunkle Turm“ liest, ist es daher erforderlich, dass man aufmerksam liest und über die Bedeutung des Gelesenen auch nachdenkt. Wer pure Unterhaltungslektüre zum Abschalten erwartet, ist hier eindeutig falsch.

Nach wie vor ist die Schreibweise Stephen Kings faszinierend. Ob nun in Rolands Welt oder in der unsrigen, der Autor schafft es zu jeder Zeit, eine passende Stimmung aufzubauen und dabei immer ein wenig geheimnisvoll und auch ein wenig trist zu bleiben, was für diese Reihe absolut passend ist.

_Stephen King:_

Stephen Edwin King wurde am 21. September 1947 in Portland, Maine, geboren. Er schrieb unter anderem auch unter Pseudonymen wie Richard Bachman und John Swithen. Er ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten Horror-Schriftsteller und hat bislang mehr als 400 Millionen seiner Bücher verkaufen können. Heute lebt er zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls Schriftstellerin ist, in Maine und Florida.

|Originaltitel: The Drawing of the Three – The dark tower II
Aus dem Amerikanischen von Joachim Körber
Durchgesehene Sonderausgabe
576 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3-453-01215-8|
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