Leopold, Heinrich – Was bleibt. Gedichte und Aphorismen für Freimaurer. Mit einem Nachwort von Peter Marginter

Was bleibt bei der Leserschaft zurück, wenn ein Freimaurer Gedichte veröffentlicht? Welche Eindrücke hinterlassen mal gereimte, mal ungereimte Ergüsse eines „initiierten Bruders“? Die Frage ist vielleicht schon falsch gestellt, denn die bevorzugte Leserschaft eines vergleichbaren Gedichtbandes ist zumindest in dem Beispiel von Heinrich Leopolds „Was bleibt“ bereits abgesteckt. Der Untertitel des schmalen Bändchens lautet: „Gedichte und Aphorismen für Freimaurer“. Die Bezugnahme auf die Initiation als Bruder ist also an dieser Stelle keinesfalls willkürlich gewählt.

So mancher Vers in Leopolds Band erschließt sich in der Tat erst dann, wenn zumindest Grundlagenwissen über die freimaurerischen Statuten vorhanden ist. Erst, wer weiß, was Leopold beispielsweise mit dem Großen Baumeister aller Welten oder dem Inneren Herakles meint, vermag die Lyrik seiner Gedichte zu fühlen.

Tja, und so hätten wir wieder einen Beitrag zur sachgemäßen Verschleierung eines Teils abendländischer Kultur, der längst an der Reihe wäre, entschleiert zu werden. Die Entschleierung wurde ja schon oft und umfassend beschworen. Doch ist sie eingetreten? Wie würde sich ein Gedichtband wie „Was bleibt“ positionieren, wenn die Geheimnisse und Symbole der Freimaurerei entschleiert wären?

Ganz gleich, welche Haltung man zu dem Versuch der aufklärenden Wissenserzeugung einnimmt, eines stünde fest: Literarische Bemühungen eines Dan Brown & Co. blieben uns erspart!

Das Nachwort von Peter Marginter, mit dem „Was bleibt“ schließt, ist durchaus aufschlussreich und bringt – man könnte fast sagen – Erleuchtung, hinsichtlich der Intention Leopolds. Denn die Frage ist keinesfalls vom Tisch, ob der Autor nur Freimaurer mit seinen Gedichten erreichen will, oder auch Nicht-Brüdern (gar Nicht-Schwestern? Uiuiui!) einen kurzen Blick in die geheime Ordenswelt der Freimaurerei ermöglichen möchte. Entscheidet selbst!

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar