Lewis, Clive Staples – silberne Sessel, Der (Die Chroniken von Narnia 6)

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_Story_

Seit Eustachius‘ Auflug in die Abenteuerwelt Narnia ist mittlerweile ein Jahr ins Land gezogen. Doch nach seiner Rückkehr kam ihm das Leben wieder trist und langweilig vor. Eines Tages begeistert er die gleichaltrige Jill für seine Erzählungen aus dieser Welt, und tatsächlich gelingt den beiden Außenseitern auf ihrer Flucht vor einer Gruppe ihrer Mitschüler ein erneuter Sprung nach Narnia.

Dort angekommen, treffen sie alsbald auf den Löwen Aslan, der ihnen aufträgt, den verschollenen Sohn von König Kaspian, Prinz Rilian, zu finden. Und damit startet für die beiden ein neues Abenteuer, welches sie durch bislang nicht mal im Traum erdachte Gefahren führt. Gemeinsam mit einem Moorwackler treten sie in die Unterwelt von Narnia ein, treffen auf menschenfressende Riesen, entdecken den stark gealterten Kaspian wieder und versuchen mit aller Macht, den bösen Zauber der Hexe zu brechen, die aus ihren finsteren Gefilden Unheil über Narnia hereinbrechen lässt. Lediglich ihre Tollpatschigkeit und ihre ewigen Streitgelüste steht den beiden dabei mehr als nur einmal im Weg …

_Meine Meinung_

„Der silberne Sessel“ ist der erste Roman aus der Fabelwelt Narnia, der mir zu Beginn ernsthafte Schwierigkeiten bereitete. Irgendwie kommt die Story nämlich nur schleppend voran, weil die Handlung inhaltlich zunächst alles andere als abenteuerlich ist. Der Weg von Eustachius und Jill ist nicht nur hart und beschwerlich, sondern wird beim Lesen auch so empfunden, weil die beiden Kinder sich ziemlich naiv anstellen und sich auch ständig wegen irgendwelcher unsinnigen Kleinigkeiten in die Wolle bekommen, was nach einiger Zeit gehörig nervt. Weiterhin wird dadurch auch nicht gerade die Sympathie für die beiden tragenden Charaktere gefördert, was ja anfangs auf Eustachius bereits im letzten Buch „Die Reise auf der Morgenröte“ zutraf.

Das Fernbleiben der einstigen Könige und Königinnen des goldenen Narnia-Zeitalters bekommt dem Buch also vorerst nicht ganz so gut; abgesehen von Aslan und dem später auftauchenden Kaspian fehlen einem echte Idenitifikationsfiguren und vor allem Helden, die das Zepter an sich reißen. Eustachius kann in diese Rolle zwar mit der Zeit bedingt hineinwachsen, doch ein wirklicher Sympathieträger wird er aufgrund einer irgendwie nicht näher definierbaren Blockade nicht.

Dennoch findet in „Der silberne Sessel“ nach gut der Hälfte des Buchs eine entscheidende Wende und damit auch eine sehr positive Entwicklung statt. Unter anderem durch das Aufeinandertreffen mit dem Moorwackler Puddleglum, der das Duo auf der weiteren Reise begleitet, bekommt die behäbige Story endlich etwas mehr Schwung und erhält bereits wenige Seiten später die bis dato fehlende Abenteuer-Atmosphäre, die später im Schloss des Riesen wieder auf echtem Narnia-Niveau angesiedelt ist.

Andererseits beweist Clive Staples Lewis im sechsten Buch der Chroniken mal wieder ein außerordentliches Geschick bei der Einführung neuer Charaktere, so zum Beispiel den sympathischen Moorwackler, der einem im Gegensatz zu Jill und Eustachius sofort ans Herz wächst. Aber auch die seltsamen Riesen, von deren barbarischen Ritualen die Kinder beinahe zu spät erfahren, erzielen trotz ihrer unehrbaren Motive einen stillen Applaus, weil sie von Lewis mal so ganz anders dargestellt werden, als man es von Gestalten wie Riesen eigentlich gewohnt ist. Um dies zu begreifen, muss man das Buch allerdings auch gelesen haben – und das kann ich trotz aller anfänglicher Bedenken schlussendlich doch noch empfehlen.

Lewis hat sich beim Spagat aus moralischen Inhalten und Abenteuerhandlung zwar diesmal ungewohnt schwer getan, aber dennoch einen würdigen Vertreter der „Chroniken von Narnia“ in die Serie integriert – leider auch schon den vorletzten. Enttäuscht sein wird man lediglich, wenn man die Serie besonders wegen ihrer Parallelen zu Gleichnissen des christlichen Glaubens schätzte. Davon ist „Der silberne Sessel“ nämlich nur spärlich gesäumt.

http://www.narnia-welt.de
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