Matena, Dick (Autor) / Lawrence, Don (Zeichner) – Storm 3: Das Wüstenvolk

Band 1: [„Die tiefe Welt“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5563
Band 2: [„Der letzte Kämpfer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5562

_Story_

Storm und Rothaar finden sich in einer erbarmungslosen Wüste wieder und laufen einem tödlichen Schicksal entgegen. Gerade als sie in den Weiten des einstigen Ozeans einen Unterschlupf vor der grausam blendenden Sonne gefunden haben, stoßen sie auf einen flüchtigen, grauhäutigen Menschen und kurze Zeit später auf seine Jäger, die Abgesandten von Prov, dem schurkischen Betreiber eines nahe liegenden Salzwerkes.

Auch Storm und Rothaar müssen sich den hypnotisierenden Strahlenwaffen von Sklavenchef Banjo und seinen Männern beugen und werden von der Patrouille verschleppt, um fortan willenlos Arbeiten zu verrichten. Doch Rothaar entkommt ihrer Gefangenschaft, entgeht der Hypnose und wagt es nun, ihren neuen Feinden die Stirn zu bieten. Doch Prov und sein oberster Handlanger sind sich selber nicht einig, wie das Projekt, das sie mit den selbst erschaffenen Wüstenmenschen anstreben, weitergeführt werden soll. Als Rothaar ihren Befreiungsschlag plant, steht das Lager kurz vor einer totalen Rebellion – und Prov und seine verachtungswürdigen Machenschaften vor dem endgültigen Aus …

_Persönlicher Eindruck_

Mit der dritten Episode von Don Lawrences vielleicht wichtigster Comic-Serie zeigt sich erstmals auch ein kleines Problem, welches die legendäre Reihe zu Zeiten der ersten Episoden befiel: Es konnte zunächst kein fester Autor gefunden werden. Aus heutiger Sicht ist diese Schwierigkeit zwar nicht mehr weiter nennenswert, zumal sich der Stil der Serie in erster Linie über die Illustrationen und die Visionen Lawrences definiert, doch wie man auch im angehängten Infoteil erfahren kann, war die Suche nach dem richtigen Mann gar nicht mal so einfach. Vernunftgemäß trennte man sich aber schließlich von Martin Lodewijk, der zu jener Zeit in zu viele weitere Projekte involviert war und eventuell sogar die Individualität von „Storm“ gefährdet hätte. Seinen Platz nahm der damals bereits bekannte Niederländer Dick Matena ein, der gleichzeitig mit seinem Board zu „Das Wüstenvolk“ sein Debüt feierte.

Und Matena findet mit der dritten Folge einen richtig guten Einstieg in die Serie, orientiert sich hierbei im Übrigen wieder recht deutlich am Einstiegsband „Die tiefe Welt“, in dem auch eine leichte „Star Trek“-Orientierung zu bestaunen war. Letztere ist in „Das Wüstenvolk“ sogar noch einen ganzen Zacken offensichtlicher, gerade was die Beschaffenheit des Settings und der feindlichen Kreaturen angeht. Die hypnotisierten Weißhäupter scheinen sogar den ersten Staffeln des Enterprise-Universums entnommen sein, wirken aber gleichermaßen charmant wie die grobschlächtigen Feindkreaturen, denen Spock und Kirk auf ihren ersten Expeditionen begegneten.

Ferner hat sich auch an der Rollenverteilung etwas verändert. Der Titelheld tritt dieses Mal in den Hintergrund und lässt seiner tapferen Gefährtin Rothaar gezwungenermaßen das Feld. Dies ist insofern angenehm, als man bislang noch gar nicht so viel über die Barbarenfrau erfahren hat und so auch vermieden wird, dass die jeweiligen Geschichten in ihrer Konzeption zu schematisch ausfallen – bei der relativ simplen Action, die in „Storm“ geboten wird, war Ähnliches über kurz oder lang zu befürchten. Allerdings kommt hier ziemlich frischer Wind ins Gesamtkonzept, weshalb die langfristigen Befürchtungen vorerst auch wieder ausgehebelt werden können.

Kommen wir zur eigentlichen Story, die einmal mehr vergleichsweise schlicht aufgebaut ist, aufgrund der wiederum sehr tollen Charakterzeichnungen aber erwartungsgemäß schnell zu überzeugen weiß. Das Skript baut auf ständigen, raschen Wechseln auf und verzeichnet serienintern die wohl meisten Szenensprünge bisher. Da die Handlung in diesem Fall auch auf mehreren Ebenen stattfindet, zeigt die Spannungskurve sofort nach oben, was zudem aber auch an der zunehmenden Action und der sehr lebendigen Interaktion festzumachen ist.

Grundsätzlich – und das wird sicher ein bleibender Kritikpunkt sein – sind die prinzipiellen inhaltlichen Veränderungen zwar nur marginal (man beachte die gleichbleibenden Ambitionen der Hauptfiguren), doch da auch die aktuelle Story schlicht und einfach einen sehr hohen Unterhaltungswert besitzt und Lawrence sich mal wieder selbst übertroffen hat, führt auch an „Das Wüstenvolk“ kein Weg vorbei. Ebenso wenig wie am Rahmenprogramm im Übrigen, welches neben den obligatorischen Background-Themen einen weiteren Druck des Zeichners kredenzt …

|Originaltitel: Het Volk Van De Woestijn
64 Farbseiten, gebunden
ISBN-13: 978-3-940864-49-9|
http://www.splitter-verlag.de/

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