Miller, John Jackson / Weaver, Dustin – Star Wars Sonderband 41: Knights Of The Old Republic III – Tage der Furcht

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_Story_

Noch immer befindet sich der junge Jedi-Padawan Zayne Carrick auf der Flucht vor seinen einstigen Lehrmeistern und gezielt arbeitenden Kopfgeldjägern, die ihn des Mordes an seinen Mitschülern bezichtigen. Doch statt sich der Übermacht der Häscher zu stellen, schwört Carrick, den wahren Mörder aufzuspüren und zur Strecke zu bringen, um seine Unschuld endgültig unter Beweis zu stellen. Auf Ralltir beschließt er, sich von seiner Mitstreiterin Elbeh und dem alten Erfinder Camper zu trennen, um beiden eine bessere Überlebenschance auf der Flucht zu verschaffen. Gemeinsam mit dem geschäftstüchtigen Gryph reist Zayne auf einen abgeschlagenen Planeten, landet dort aber ausgerechnet in den Händen eines Admirals der Republik.

Unterdessen hat auch Elbeh nur wenig Erfolg. Auf ihrer Schiffspassage wird Camper von einem Droiden angegriffen und schwer verwundet. Die beiden schaffen es mit letzter Kraft auf ihren Heimatplaneten Arkana, wo Camper jedoch immer stärker einer seltsamen Senilität verfällt. Lord Adasca schiebt den bedenklichen Zustand des Wissenschaftlers auf ein tückisches Virus, doch Elbeh schenkt dem keinen Glauben. Allzu deutlich soll sie bald spüren, dass ihre finsteren Ahnungen vollends berechtigt waren. Vergleichbare Visionen plagen auch Zayne; er sieht den Verfall einer ganzen Welt, und erstmals in seiner Karriere als Jedi ist er sich sicher, dass seine düsteren Vorahnungen ihn nicht täuschen …

_Persönlicher Eindruck_

Der dritte Band der illustrierten „Knights Of The Old Republic“-Serie ist mitunter der schwierigste und komplexeste in dieser Reihe, da er zum einen gewissermaßen voraussetzt, dass man die Vorgeschichte kennt, zum anderen aber auch dann nur schwer durchschaubar ist, da die einzelnen Sprünge zwischen reflektierter Hintergrundgeschichte und aktueller Realität stellenweise kaum zu erkennen sind. Allerdings ist dies gegenteilig auch ein Aspekt, der diese Publikation zu einer äußerst interessanten macht.

Die Story um den vermeintlich unschuldigen Jedi-Schüler wird von John Jackson Miller zunächst stringent vorangetrieben. Nach der schmerzlicheren Trennung von Elbeh und Camper vertraut der junge Jedi auf die Geschicke seines verbliebenen Gefährten Gryph, muss sich jedoch ständig dessen unbremsbarer Gier unterordnen. Während Zayne in seinen Visionen erlebt, wie die Mandalorianer ihren momentanen Aufenthaltsort am nächsten Tag in Schutt und Asche legen werden, forciert Gryph gemeinsam mit einem befreundeten Schuldner sein Restaurant-Projekt, welches von Seiten der Republikaner mit Freuden angenommen wird. Zu diesem Zeitpunkt ahnt aber auch noch niemand, wer tatsächlich hinter dem kulinarischen Zwischenstopp steht.

Auf der anderen Seite beschreibt Miller nicht ganz so detailliert den Werdegang von Elbeh, die sich in einem inneren Zwiespalt aus verschenkter Hoffnung, verlorenem Vertrauen und verzweifeltem Kampf gegen die Wirren, die der absehbare Krieg mit sich bringt, befindet. Zur Rettung ihres stärksten Verbündeten lässt sie sich auf einige bedenkliche Deals ein und gerät ebenso wie ihr ehemaliger Sidekick Carrick in einen Hinterhalt, aus dem es scheinbar kein Entrinnen mehr gibt. Beide kämpfen nach wie vor für ihre Ideale und ihr bis hierhin gebrochenes Recht, doch scheinen sie auch jetzt nicht die erhoffte Genugtuung zu erfahren. Die „Tage der Furcht“ erweisen sich nämlich letztendlich nur als Zwischenstation auf ihrer Mission zum Beweis ihrer Unschuld.

Nach dem recht fulminanten Auftakt ruht die Story in Sachen Fortschrittlichkeit, lässt dafür aber deutlich mehr Freiräume für die Ausschmückung einiger bislang verborgener Details. Miller verfolgt nicht zielstrebig eine Lösung im Konflikt der Protagonisten, sondern schafft gleich mehrere neue Stränge, um deren Bredouille noch weiter zu verschärfen. Dies ist ihm unter Berücksichtigung des nachvollziehbaren Aufbaus auch weitestgehend gelungen, wenngleich es partiell recht schwierig ist, den rasanten Entwicklungen und permanenten Wendungen zu folgen. Dieser Grad an Komplexität hebt allerdings das Niveau der Comic-Geschichte um die „Knights Of The Old Republic“ in gewisser Weise auch wieder an und schafft weiteres Potenzial für ein anständiges, spannendes Finale, welches zwar noch ein wenig auf sich warten lässt, aufgrund der hier geschilderten Ereignisse dennoch heiß ersehnt wird. Selbst ein paar zwischenzeitliche Längen, die beim Umfang der Serie aber kaum zu umgehen waren, können an diesem Umstand nichts mehr ändern.

Alles in allem also hinterlässt auch der dritte Sonderband der Serie einen weitestgehend makellosen Eindruck, obschon man von nun an den Abschluss nicht mehr weiter aufschieben sollte. Aber selbiges ist nicht zu erwarten, würde die Story aber bei noch weiter forcierter Verzweigung auch nicht mehr ganz glaubwürdig machen. Dies zu diskutieren, ist jedoch müßig. Feststeht jedenfalls, dass die „Knight Of The Old Republic“-Ausgaben bis dato würdige Vertreter der „Star Wars“-Comics sind und sich eben dieser Eindruck auch in der aktuellen Sammelausgabe noch weiter herausschält.

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