Saintcrow, Lilith – Sündenpfuhl (Dante Valentine – Dämonenjägerin 4)

_Dante Valentine – Dämonenjägerin:_
Band 1: [„Teufelsbraut“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5288
Band 2: [„Höllenritt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5957
Band 3: [„Feuertaufe“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6150
Band 4: _Sündenpfuhl_

Lilith Saintcrow schont ihre Heldin Dante Valentine nicht. Die Halbdämonin hat schon einige Rückschläge in der Serie einstecken müssen. In „Sündenpfuhl“ werden nicht nur zwei ihrer besten Freunde umgebracht, sondern ihr Geliebter, der gefallene Dämon Japhrimel, treibt auch noch ein Verwirrspiel mit ihr.

Dante Valentine hat sich dazu verpflichtet, dem Teufel persönlich zur Seite zu stehen, wenn ihr Geliebter, einst die rechte Hand von Luzifer, bei ihr auf der Erde bleiben darf. Doch ihre Aufgabe, vier aus der Hölle entflohene Dämonen zu fassen, widerspricht ihr, da einer der Dämonen Eve ist, die Tochter einer verstorbenen Freundin. Japhrimel hingegen will die Jagd unbedingt durchziehen, unabhängig davon, was Dante sagt.

Zwischen den beiden entsteht Misstrauen. Dante hat das Gefühl, dass Japh sie überwacht, damit sie seine Mission nicht vermasselt. Er erzählt ihr nicht mehr, was er plant, doch auch sie behält ihre Gedanken für sich. Als sie von ihrer Freundin Gabe einen Hilferuf bekommt, sieht sie ihre Chance, von Japh weg zu kommen. Doch er macht ihr einen Strich durch die Rechnung und beschließt, sie zu begleiten. Gemeinsam reisen sie nach Saint City, Dantes Heimatstadt. Dort findet Dante heraus, dass Gabes Mann Eddie gestorben ist. Wenig später ist auch Gabe tot. Es scheint, als ob Eddie ein Heilmittel gegen die Chill-Sucht gefunden hat, die eigentlich als unheilbar gilt, und deshalb verfolgt wurde. Doch wer trägt die Schuld am Tod des Ehepaars? Die Mafia? Die Polizei? Die Pharmaindustrie? Oder jemand ganz anderes? Dante macht sich auf die Suche nach dem Täter und gerät dabei selbst in Gefahr …

„Sündenpfuhl“ unterscheidet sich von seinen Vorgängerbänden dadurch, dass er sehr eng mit Band 3 verknüpft ist. Die Suche nach den entflohenen Dämonen spielt noch immer eine wichtige Rolle, rutscht aber zu Gunsten der Aufklärung von Gabes Tod in den Hintergrund. Trotzdem ist die Handlung an einigen Stellen etwas undurchsichtig. Gerade die Beziehung zwischen Japh und Dante ist manchmal schwer zu verstehen, gerade wenn die Lektüre der anderen Bücher der Serie schon etwas zurückliegt. Andererseits ist die Haupthandlung in diesem Fall aber weit greifbarer als das in vorherigen Büchern der Fall war. Sie ist spannend und wird überraschend aufgelöst.

Nach wie vor verdient die Welt, die Saintcrow in der Reihe geschaffen hat, höchstes Lob. Sie wirkt häufig mehr wie eine Science-Fiction-Kulisse als die eines typischen Urban-Fantasy-Buches. Diverse Formen von Menschen mit übersinnlichen Kräften und andere Wesen teilen sich eine Stadt, die düsterer nicht sein könnte. Verbrechen, Schmutz und Korruption sind in Saint City Gang und Gäbe. Romantik, Liebe oder Zärtlichkeiten trifft man hier eher selten. Obwohl im gleichen Genre angesiedelt, hat die „Dante Valentine“-Reihe wenig Ähnlichkeit mit anderen Urban-Fantasy-Serien. Das mag auch daran liegen, dass Saintcrows Figuren selten den gängigen Klischees entsprechen. Nach verführerischen Vampiren oder Werwölfen sucht man in diesem Buch vergebens. Die Beziehung zwischen Dante und Japhrimel ist das, was Romantik am nächsten kommst – und selbst diese Liebe ist in diesem Buch noch weit von dem entfernt, was andere Autoren unter diesem Begriff kredenzen.

Ähnlich düster wie die Kulisse ist die Hauptfigur Dante Valentine, die sich vom ersten Buch an konstant weiter entwickelt hat. Mittlerweile wirkt sie wesentlich gesetzter, enttäuschter, aber sie kämpft immer noch mit aller Kraft gegen das Böse und für die Menschen, die sie liebt. Sie entwickelt mit jedem neuen Buch mehr Tiefe und die tragischen Abenteuer, in die sie gerät und die häufig auch ihr Privatleben beeinflussen, sorgen dafür, dass sie einem immer mehr ans Herz wächst. Dass sie direkt aus der ersten Person erzählt, kommt noch dazu. Da Saintcrow zu einer detaillierten, aber nicht ausufernden Schreibweise neigt, wird man direkt in Dantes Gedankenwelt gezogen. Die häufig sehr bildhafte Sprache mit starken Vergleichen und Metaphern lässt nicht nur Dante, sondern auch die Geschichte und ihren einzigartigen Hintergrund lebendig werden.

„Sündenpfuhl“, der vierte Band der Serie um Dante Valentine, enttäuscht nicht. Die Geschichte geht rasant weiter und nimmt eine weitere, unerwartete Wendung. Der Fan kann auch dieses Mal getrost zugreifen.

|Broschiert: 780 Seiten
Originaltitel: Saint City Sinners
Deutsch von Katrin Mrugalla und Richard Betzenbichler
ISBN-13: 978-3802582974|
http://www.egmont-lyx.de
http://www.lilithsaintcrow.com

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