Sheckley, Robert – Aliens – Blutige Ernte

_Mit Aliens ist nicht gut Kirschen essen _

Die ALIENS-Reihe – erfunden nach dem gleichnamigen James-Cameron-Film – bietet literarische Massenware, die ohne viele Schnörkel das Bedürfnis nach gruselig-spannender Unterhaltung befriedigt. Robert Sheckley hingegen, der Autor dieses Bandes, ist als Klassiker der satirischen SF in die Annalen eingegangen – da darf man schon etwas mehr Stil erwarten.

_Handlung_

Stan Myakovsky war einst ein berühmter Kybernetiker, der Roboter baute und Patente erwarb, doch die Zeiten des Ruhms sind vorbei. Die Behörden konfiszieren sein Raumschiff, die |Dolomite|, und der Arzt sagt ihm, er habe Krebs und nur noch wenige Monate zu leben.

Da taucht Julie Lish auf. Sie ist nicht nur schön und geheimnisvoll, sondern auch eine ausgezeichnete Diebin. Sie hat einen unglaublichen Plan: Mit Stans Hilfe will sie an Gelee Royal von den Aliens herankommen. Gelee Royal verfüttern diese Insekten an ihre junge Brut. Gleichzeitig lindert es die Schmerzen, die man zum Beispiel im Endstadium von Krebs erleidet. Kein Wunder, dass Stan nicht lange braucht, bis er mitmacht – auch wenn die Chancen minimal sind.

Mit Dreistigkeit kommt man weit – Stan kapert die Dolomite, besetzt sie mit einer Mannschaft aus Verbrechern auf Bewährung, und ab geht die Post zum gottverlassenen Planeten AR-32. Zusammen mit seinen Begleitern und seinem treuen Roboter Norbert, der genau wie ein Alien-Krieger aussieht (und nach dem Begründer der Kybernetik, Norbert Wiener, benannt ist), dringen sie in das ausgedehnte Nest der Aliens ein. Leider läuft alles schief, was nur schief gehen kann …

_Mein Eindruck_

Der Könner Sheckley zeichnet die beiden Gestalten von Stan und Julia mit geübten, aber für die ALIENS-Buchreihe ungewohnt detailreichen, fast liebevollen Strichen. Der Leser kann zu weiten Teilen der inneren Entwicklung im Liebesverhältnis der beiden folgen, auch wenn gegen Ende die Psychologie unter der Action leidet. Es stehen gegen Schluss – also auf den letzten 100 Seiten – die spannenden Handlungselemente im Vordergrund. Dennoch ist der Tod von Stan und Norbert von geradezu tragischer Größe – keine geringe Leistung des Autors. (_SPOILER_ Nur Julie und der Kapitän der Dolomite überleben das Massaker – Frauen und Selbstmordgefährdete dürfen das, quasi zum Trost. _SPOILER ENDE_)

|Originaltitel: ALIENS – Alien harvest, 1995
288 Seiten
Aus dem US-Englischen übertragen von Michael Nagula|

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