Téhy / Vax / Vee – Yiu 6 – Der Inquisitor und seine Beute

Band 1: [„Die Armee des Neo-Mülls“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4289
Band 2: [„Die Auferstehung des Unreinen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4290
Band 3: [„Die Kaiserin der Tränen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4920
Band 4: [„Der Schwur der Söhne“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5114
Band 5: [„Operation Geisha“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5485

_Inhalt:_

Von ihren jüngsten Erfolgen getrieben, erledigt Yiu einen atemberaubenden Auftrag nach dem nächsten und etabliert ihre Position als weltweit beste Profikillerin in gleich drei sagenhaften Demonstrationen. Doch als ihr Auftraggeber erstmals Zweifel am Chefhirn ihrer Organisation in den Raum wirft, scheint die nun folgende Mission aussichtslos. Ausgerechnet Eggor Eden Afschillen, dessen Visionen zu den größten Verbrechen der drei Hauptreligionen geführt haben, wünscht eine persönliche Audienz und bittet Yiu in sein entlegenes Versteck.

Unter größten Vorsichtsvorkehrungen kommt Yiu dieser Bitte nach und stellt dabei entsetzt fest, dass Afschillen niemand Geringerer als ihr grausamer Ausbilder in der Jugendzeit ist. Als ausgerechnet er sie darum bittet, Hand an ihn anzulegen und die Welt davor zu schützen, dass sein Wissen in andere Hände fällt, erklärt sich die Killerin nicht bereit, ihm einen letzten Gefallen zu tun. Doch Afschillen hat vorgesorgt: In seinen Händen befindet sich das Memo-Tech, das die Daten aller Aufträge der letzten Jahre beinhaltet!

_Persönlicher Eindruck:_

Wer bereits Erfahrungen machen bzw. Einblicke in die ersten Ausgaben von Téhys Sciencefiction-Reihe „Yiu“ genießen durfte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die apokalyptischen Zukunftsvisionen, die hier gezeichnet und in sehr actiongeladene Plots aufgefahrenen werden, nichts für zart besaitete Comic-Liebhaber sind. Téhy und seine beiden Mitstreiter Vax und Vee haben sich allerdings nicht davon abhalten lassen, das bereits bestehende Rahmenkonstrukt noch zu intensivieren und gerade in Sachen Brutalität in der Darstellung noch eins draufzulegen. „Der Inquisitor und seine Beute“ ist nun der vorläufige Höhepunkt einer einerseits bedenklichen, andererseits aber gerade zeichnerisch beachtlichen Entwicklung, die „Yiu“ sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf das illustrative Gesamtbild zu einem echten Grenzgänger werden lässt.

Die Geschichte, die den sechsten Band umspannt, folgt dabei deutlich dem hohen Potenzial der letzten drei Ausgaben. Das Dreigespann arbeitet mit geschickt eingebauten Rückblenden und stellt das derzeitige Dilemma der Hauptdarstellerin gegen die tragischen Ereignisse ihrer Kindheit und reflektiert in beiden Handlungsebenen, wie Yiu erst zu der Person werden konnte, die sie letztendlich geworden ist. Und gerade hier nimmt die Darstellung Züge an, die jegliche Jugendfreigabe verbieten und gerade deswegen nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Massenhaft Blut, Eingeweide, inszenierte, fast schon rituelle Morde und dieses beklemmende Angstgefühl, das sich unbehaglich einnistet und sich auch nicht mehr verdrängen lässt, zeichnen einen an sich sehr interessanten, zuletzt auch spannenden, aber eben nicht gerade zensurfreien Comic. Daher auch hier der gezielte Hinweis, dass selbst eine bis dato schon als sehr brutal eingestufte Reihe wie „Yiu“ diesbezüglich noch nicht an ihre Grenzen gekommen ist!

Auf der anderen Seite ist das Fundament der Erzählung brillant, vielleicht sogar das bislang solideste im ganzen Serienverbund. Die Dramaturgie stößt an immer neue Spitzen, die Vermischung von Vergangenheitsbewältigung und aktuellem Konflikt funktioniert wirklich wunderbar, und da vor allem die Protagonisten hier mit sehr vielen Details entworfen wurden, bekommt die gesamte Story eine noch weitaus eindringlichere Bedeutung zugeschrieben, als ihr brisanter Inhalt ohnehin schon suggeriert. In der finalen Kulmination der Ereignisse brechen schließlich alle Dämme und damit auch die berechtigten Bedenken ob der Schwerpunktverteilung von Effekten und tatsächlichem Content.

Das Resümee stützt sich daher auch in erster Linie auf die hervorragend, insgesamt sehr perfide inszenierte und apokalyptisch untermalte Handlung und bestätigt Téhy in seiner überaus positiven Entwicklung vom ersten Band bis zur aktuellen Episode. „Der Inquisitor und seine Beute“ ist ein starker Sci-Fi-Comic, wenn auch sehr brutal umgesetzt!

|Originaltitel: Yiu, permier missions – L‘ Inquisiteur et la proie
48 Farbseiten, gebunden
ISBN-13: 978-3-86869-028-6|
http://www.splitter-verlag.de

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