Thruner, Michael Marcus – Atlan – Befreiung in Camouflage (Lepso-Trilogie, Band 3)

Band 1: [„Totentaucher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3645
Band 2: [„Die acht Namenlosen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3645

_Story_

Atlan reist gemeinsam mit Ohm Santarin nach Sadik, um dort sein Versprechen an den verstorbenen Ältesten der da Onur einzulösen und den Anspruch auf ein einst geraubtes Gebiet wiederherzustellen. Ebenfalls mit an Bord: da Onurs Tochter Aizela, die ihr Leben lang darauf vorbereitet wurde, im Kampf gegen den grausamen Tyrannen Gart da Tromin zu bestehen und das Erbe ihres Volkes zurück zu erkämpfen.

Getarnt erreichen die Gefährten die versklavte Welt und schleusen sich schnell in die Festung de da Tromin ein. Doch Atlan wähnt sich zu rasch auf der Siegerstraße und erleidet nach einem Gefecht mit da Tromin und der darauf folgenden Liaison mit der Mutantin Camara Zaintz schwere Verletzungen. Als er wieder aufwacht, befindet er sich in einem Arbeitslager des Führers von Sadik, in dem Tag für Tag viele Menschen an den Folgen der Sklaverei sterben. Doch ein Ausbruch scheint selbst für Atlan aussichtslos, denn das Gefängnis ist zu gut abgeriegelt und seine potenziellen Helfer sind zu schwach.

Unterdessen haben Ohm und Aizela sich einer geheimen Gruppe von Revoluzzern angeschlossen und versuchen mit jeder erdenklichen Möglichkeit, die Tyrannei der da Tromin endgültig zu stürzen. Das Prinzip Hoffnung funktioniert tatsächlich, und alsbald sind Atlan und seine beiden Mitstreiter wieder vereint, um Artemio Hoffins davor zu bewahren, sich auf Camouflage der Tyarez-Häute zu bemächtigen und ihr Wissen zu erobern. Es kommt zu einem letzten Showdown zwischen dem gesuchten Gangster und dem Lordadmiral. Aber die Befreiung in Camouflage hängt von vielen Schicksalen ab – und von den Eigenschaften der sagenumwobenen Tyarez.

_Meine Meinung_

Die Lepso-Trilogie kommt im dritten Band „Befreiung in Camouflage“ zum ersehnten Abschluss, gleichzeitig aber natürlich auch zu ihrem bisherigen Höhepunkt, der sich in der konstanten Steigerung innerhalb der Serie schon vorab abzeichnete und nun mit einem wirklich überzeugenden, nur noch mit wenigen Schwächen ausgestatteten Roman bestätigt wird.

Wieder einmal begibt sich Atlan auf eine berüchtigte, anrüchige Welt, um am Gefüge der Obrigkeiten zu wackeln und die tyrannische Monarchie zu stürzen. Auf der Suche nach dem Vermächtnis der acht Namenlosen und einer gerechten Lösung für den Clan da Onur begibt er sich nach Sadik und trifft dort auf den gewieften Händler und unbarmherzigen Führer Gart da Tromin. Fast schon zu leicht gelingt es ihm, diesen in der Gestalt des Eli Pattri von einem lukrativen Deal zu überzeugen und eine Audienz in seinen Gemächern gewährt zu bekommen, doch erweist sich die darin gesetzte Hoffnung als Trugschluss.

Atlan gerät in einen weiteren Hinterhalt und kann nur mit Hilfe der Mutantin Camara Zaintz entkommen, die jedoch daraufhin Ansprüche auf den Körper Atlans erhebt. Nachdem sie ihn völlig eingelullt hat, bittet sie zum Liebesakt – und stirbt auf dem Höhepunkt der Erregung. Benommen von diesen Ereignissen, folgt für Atlan auch schon die nächste Gefahr, die den Lordadmiral in ein Gefangenenlager führt, wo er unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten soll. Um ihn herum sterben Kinder und Frauen; auch eine Schwangere wird kompromisslos gescheucht und bei einzelnen Tauchgängen eingesetzt. Atlan nimmt sich ihrer an und sucht nach Möglichkeiten des Ausbruchs. Diese werden ihm schließlich von seinen verschollenen Gefährten geliefert, die im Hintergrund die Ursprünge einer revolutionär eingestellten Gruppierung entdeckt und sie für ihre Zwecke genutzt haben.

Doch damit beginnt das eigentliche Abenteuer erst richtig, denn in Camouflage hat sich bereits der gefürchtete Artemio Hoffins an den Hinterlassenschaften der Tyarez zu schaffen gemacht und plant, ihr umfassendes Wissen zu nutzen, um Imperator Dabrifa zu stürzen und seinen Posten einzunehmen. Überlegen wähnt er sich auf dem Weg zur Macht. Aber da hat Hoffins die Rechnung ohne den Wirt gemacht – und dieser heißt natürlich Atlan.

Die letzte Geschichte der recht unabhängig voneinander lesbaren Trilogie weist innerhalb der gesamten Story den wohl höchsten Spannungsgrad auf, dies jedoch in zwei unterschiedlichen Abschnitten. Grob gesehen muss man „Befreiung in Camouflage“ nämlich in zwei recht losgelöste Parts trennen, nämlich einmal die Handlung auf Sadik und anschließend das Geschehen in Camouflage. Aber insbesondere der Aufenthalt in der Welt der da Tromin ist ein nennenswerter Höhepunkt der bisherigen Reihe. Zwar greift Michael M. Thurner, der dritte Autor im Verbund der „Lepso-Trilogie“, auf einige Ideen zurück, die bereits sein Vorgänger Christian Montillon in „Die acht Namenlosen“ bemüht hat (zum Beispiel die Gefangenschaft in einem Barackenlager), lässt jedoch die spannend voranfließende Action und seine ebenso flüssige, sprachlich sehr kompetente Schreibe in den meisten Fällen für sich sprechen. Dazu gesellen sich frische Elemente wie das Eingreifen der unscheinbaren Camara Zaintz, das wohl als merkwürdigstes Ereignis im Laufe der Gesamtstory haften bleibt.

Weniger erbaulich ist allerdings die etwas strikte Trennung der beiden Handlungsabläufe. Atlans Aufenthalt in Sadik sowie seine Reise und die anschließenden Konflikte in Camouflage mögen zwar durch mehrere Bänder miteinander verbunden sein, doch ist der Übergang zwischen beiden recht hölzern und auch ein wenig rasch vollzogen worden. Ohne besondere Einleitung treten plötzlich fast schon wieder vergessene Charaktere wie Artemio Hoffins in die Handlung ein, ohne dass die Hintergründe zunächst offensichtlich erscheinen. Und so ist generell der Auftakt des Camouflage-Finales ein wenig sprunghaft dargestellt. Thurner lässt sich unverhältnismäßig lange Zeit, um das Finale endlich in die Wege zu leiten, und nimmt so kurzweilig das Spannungshoch raus. Man erfährt stattdessen von den Vorbereitungen auf den Kampf aus der Perspektive beiden Parteien, wartet im Grunde genommen aber nur darauf, dass die Handlungsträger endlich mal zur Aktion schreiten und die Erzählung wieder an Tempo gewinnt. Doch derartige Schönheitsfehler sind aus der „Lepso-Trilogie“ ja schon bekannt und gehen nun, leider, auch nicht an „Befreiung in Camouflage“ respektive Michael M. Thurner vorbei.

Dennoch ist das Resümee, alleine auf diesen letzten Band bezogen, in der Summe positiv. Thurner hat die guten Ideen Montillons auch auf seinen Teil des Plots verlagert und die Geschichte mittlerweile vor jeglicher überflüssigen Komplexität bewahrt. Was dies betrifft, liegen zwischen „Totentaucher“ und „Befreiung in Camouflage“ Welten, so dass eine angenehme Entwicklung auf jeden Fall zu attestieren ist. Weiterhin bringt der Autor des dritten Buches die Geschichte logisch und für alle zufriedenstellend zu Ende, fährt aber nicht bloß auf konventionellen Bahnen. Ein Durchmarsch Atlans scheint zwar vorprogrammiert, doch eröffnet der Erzähler seinem Publikum genügend spannend aufgebaute Hindernisse, die den Abschluss der „Lepso-Trilogie“ zu einem lesenswerten und würdigen Ereignis aus der indirekten Umgebung Perry Rhodans machen. Ich für meinen Teil freue mich, dass die Reihe von Episode zu Episode bzw. von Autor zu Autor besser geworden ist und sich die nach dem ersten Band gesammelten Befürchtungen auch hier nicht mehr einstellen, wenngleich „Befreiung in Camouflage“ noch nicht ganz in der A-Klasse der Science-Fiction angesiedelt ist.

http://www.fanpro.com
http://www.perryrhodan.net/
[Perrypedia]http://www.perrypedia.proc.org/Lepso__%28Zyklus%29

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