Verne, Jules – Kinder des Käpt\’n Grant 1+2, Die (Europa-Originale 38)

_Besetzung_

Erzähler – Karl Walter Diess
Lord Glenarvan – Christian Rode
Lady Helena – Ingrid Andree
Major Nabbs – Klaus Stieringer
Kapitän John Mangler – Lothar Grützner
Monsieur Paganel – Gernot Endemann
Mary Grant – Julia Gerstenberg
Robert Grant – Thorsten Sense
Kapitän Grant – Benno Sterzenbach
Farmer – Hans Meinhardt
Ayrton – Wolfgang Jürgen
Offizier – Til Erwig
Skipper Halley – Julius von Claudius
Senor Thalcave – Rolf Mamero
Monsieur Ipharaguerre – Gerd Martienzen
Ramon – Knut Hinz

_Story_

Bei einer Überfahrt auf hoher See stoßen Lord Glenarvan und seine Mannschaft auf einen Hammerhai. Verwundert über die merkwürdige Entdeckung in diesen Gewässern, beschließen die Seemänner kurzerhand, das Tier zu töten und die drohende Gefahr abzuwenden. Im Schlund des hilflosen Hais entdeckt Glenarvan schließlich eine seltsame Flaschenpost, deren Ursprungsdatum bereits zwei Jahre zurückliegt. Es ist der Hilferuf eines bekannten Kapitäns namens Grant, dessen Schiff zerstört wurde und ihn alleine abgetrieben zurückließ.

Glenarvan kehrt mit der Nachricht in die Heimat zurück und hofft auf Unterstützung seitens der Behörden, jedoch ohne Erfolg. Erst als die Kinder des verschollenen Kapitäns mit Nachdruck auf der Suche nach Grant bestehen, setzt der Lord alle Hebel in Bewegung und sticht nur wenige Tage später erneut in See. Die Rettungsaktion scheint aber von Tag zu Tag vergeblicher; alle Spuren führen ins Nichts, und in den Reihen des Teams wächst die Verzweiflung, während man noch immer ziellos durch die Weltmeere segelt. Nur ein Beweis des Gegenteils treibt Robert, Mary und Glenarvan weiter an, nicht an den Tod des verlorenen Seemanns zu glauben.

_Persönlicher Eindruck_

Mysterien, abenteuerliche Szenarien und eine ambitionierte Charakterwahl, das sind auch im Falle von „Die Kinder des Käpt’n Grant“ die Leitmotive, die Jules Verne für seine nicht ganz so berühmte Erzählung zielsicher einsetzte. In der 38. Episode der „Europa-Originale“ werden nun die beiden damals separat veröffentlichten Folgen des Abenteuerhörspiels zur Geschichte erstmals gebündelt zusammengefasst und als ressourcenreicher Audio-Genuss in die Regale gestellt. Fraglich ist hierbei allerdings, warum man dieses Stück nicht schon viel früher in entsprechendem Rahmen auf den Markt gebracht hat; die Story ist definitiv kein Lückenbüßer im umfangreichen, gut sortierten Verne-Katalog und hat definitiv genügend Potenzial, um zu den populäreren Werken Vernes aufzuschließen.

Vielleicht ergibt sich diese lange versäumte Gelegenheit aber nun mit der Neuveröffentlichung der ursprünglich 1979 herausgebrachten Doppelfolge. Die Hörspiel-Aufarbeitung ist nämlich durchweg fantastisch und knüpft nahtlos an die tolle Atmosphäre des gleichnamigen Romans an. Die Inszenierung wirkt erfrischend und auf ihrem Gebiet auch erstaunlich eigenständig, was sicherlich auch mit den teils unbeschriebenen Blättern in der Besetzung zusammenhängt. Die |Europa|-Variante bietet mit Christian Rode und Gernot Endemann nur wenige bekannte Gesichter auf, was auf Anhieb dazu führt, dass die Geschichte abseits ihrer eigentlichen Natur auch im auditiven Bereich sehr schnell einen eigenen Charakter entwickelt. Dies überträgt sich schließlich auch auf das angemessen gewählte, indes doch rasche Erzähltempo, welches über die gesamte Spielzeit von knapp 80 Minuten trotz sich bietender Möglichkeiten keinen Dämpfer erhält.

Im Hinblick auf den Verlauf der Story darf man auch nur lobende Worte aussprechen; der Aufbau ist von der ersten Minute an spannungsgeladen und versprüht ein angenehmes Abenteuer-Flair, welches mit dezenten Effekten und ambitionierten Sprecherparts angenehm ausgefüllt wird. Außerdem ist auch die Tonkulisse beachtlich gut und mitunter das Beste, was in diesem Rahmen bisher veröffentlicht wurde. Insofern ist das Urteil kurz und schmerzlos: „Die Kinder des Käpt’n Grant“ ist zweifelsohne eines der Highlights der „Europa-Originale“ und in der kombinierten Fassung ein Muss für den Hörspiel-Genießer.

http://www.natuerlichvoneuropa.de

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