Wooding, Chris – Poison. Das Mädchen aus den Schwarzen Sümpfen

Chris Wooding hat bereits mit 19 Jahren sein erstes Buch geschrieben. Mittlerweile hat er in seiner Heimat England viele weitere Romane veröffentlicht. In Deutschland ist hingegen bislang noch nicht viel von ihm erschienen. „Poison – Das Mädchen aus den Schwarzen Sümpfen“ ist sein Debüt. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht das einzige übersetzte Buch sein wird.

_Poison wohnt in_ den schwarzen Sümpfen, wo das Leben nicht unbedingt ein Zuckerschlecken ist. Besonders nicht, seit ihr Vater erneut geheiratet hat. Poison kommt mit ihrer Stiefmutter überhaupt nicht zurecht, doch ihre kleine Halbschwester Azalea liebt sie über alles.

Eines Nachts wird Azalea von der Vogelscheuche ins Elfenreich entführt, einer Figur aus den Märchen, die der alte Fleet Poison immer erzählt. Poison will ihre Schwester zurückholen und tut das, was fast keiner der Bewohner der Schwarzen Sümpfe wagt: Sie verlässt den Ort. Zusammen mit dem Geisterfänger Bram macht sie sich auf ins Elfenreich, um mit Aelthar, dem König der Elfen, zu verhandeln. Doch bis dahin ist es ein gefährlicher Weg. Und der König der Elfen hat nicht vor, Poison ihre Schwester einfach so wiederzugeben. Er schickt sie auf ein weiteres Abenteuer, doch das endet ganz anders als erwartet …

_“Poison – Das Mädchen_ aus den Schwarzen Sümpfen“ ist ein entzückender Fantasyroman für Kinder, der auf Grund seiner intelligenten Sprache aber auch Ältere anspricht. Chris Woodings Geschichte hebt sich angenehm von anderen Fantasybüchern ab, da sie eigene Wege geht. Der Autor entwickelt eine Fantasywelt, in der es nicht unbedingt vor kreativen Fantasywesen wimmelt. Stattdessen stehen echte Charaktere im Vordergrund. Neben der verbissenen und sarkastischen Poison sind das beispielsweise ihre Reisegefährten: der brummige Bram sowie die merkwürdige Katze Andersen und ihr Frauchen Peppercorn, ein junges, leicht zu verängstigendes Mädchen, das lange das Hausmädchen der Knochenhexe Maeb war. Auch ihre Gegenspieler zeichnen sich durch ihre Persönlichkeit aus. Die Elfen werden nicht als freundliches Volk dargestellt, sondern als intrigant und grausam.

Es ist sicherlich diskussionswürdig, ob Derartiges in ein Kinderbuch gehört. Wooding erzählt die Geschichte jedoch aus Sicht einer sehr mutigen Heldin und mit Happy-End. Das Buch hat also eine positive Botschaft – trotz des düsteren Anfangs. Dieser spielt in den schwarzen Sümpfen. Poison wirkt wie ein ganz normales Mädchen aus unserer Welt. Sie ist eine Außenseiterin, versteht sich mit ihrer Stiefmutter nicht, fühlt sich von ihrem Vater nicht geliebt – Woodings Geschichte hat einen starken Realitätsbezug, der die Identifikation mit Poison erleichtert. Poison hält sich jedoch nicht lange in den Sümpfen auf. Nachdem die Ausgangssituation beschrieben ist, eilt der Autor in großen Schritten zum Abenteuer im Elfenreich. Da er die Gedanken und Gefühle seiner Protagonistin sehr knapp erzählt, gibt es keine Längen in der Geschichte. Sie ist spannend bis zum Schluss und hält die eine oder andere Überraschung bereit.

Auch der Schreibstil erinnert eher an einen Nicht-Fantasy-Roman. Einfach, kindgerecht und stellenweise humorvoll erzählt Wooding die Geschichte. Die geschickte Wortwahl und die knappen, aber sehr kunstfertigen Beschreibungen ziehen den Leser von der ersten Seite an in den Bann – egal ob groß oder klein.

_“Poison – Das Mädchen_ aus den Schwarzen Sümpfen“ ist eine spannende Geschichte mit einer tollen Heldin, die sowohl Kinder als auch Erwachsene gut unterhält und mitreißt.

|Taschenbuch: 347 Seiten
Originaltitel: Poison
Deutsch von Ilse Rothfuss
ISBN-13: 978-3423714112|
http://www.dtv-dasjungebuch.de

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