Zep – Happy Rock

_Inhalt:_

Das Leben eines Rockstars ist eine glamouröse Sache: Festivals, Tourneen, Aftershow-Partys – von allem darf es etwas sein. Doch was bekommt der geneigte Fan davon ab? Was muss er jedes Mal feststellen, wenn er etwas tiefer in die Manege eindringt? In „Happy Rock“ beschreibt Zep mit viel Humor, was geschieht, wenn man bei den Rolling Stones in der ersten Reihe steht, welchen Merchandise-Wahn Bands wie U2 betreiben, inwieweit Madonna über die Jahre nur noch eine Karikatur ihrer Vergangenheit geworden ist und wieso Joe Cocker mit seiner eigenwilligen Performance eher verstört als begeistert. Das Leben auf einem Open Air wird ebenso abgehandelt wie die Suche nach einem Album einer unbekannten Band – und so vieles mehr. Die Welt rockt, doch als Fan sieht man auch ihre ambivalenten Nebenschauplätze. Und die nimmt Zep hier durchaus mit Humor …

_Persönlicher EIndruck:_

Man sollte gemischte Gefühle bekommen, wenn man Zeps Eindrücke über das Rock-’n‘-Roll-Business mal etwas intensiver verinnerlicht. Der renommierte, humorvolle Comic-Texter trägt seine Späßchen zwar größtenteils auf dem Rücken einiger abgehalfterter Stars aus, verankert in seinen jeweils zweiseitigen Kapiteln aber auch einige unbequeme Wahrheiten, die man auf zweierlei Arten betrachten kann: Entweder man bewertet sie ähnlich oder man trägt es mit Fassung und gönnt sich selber ein Augenzwinkern.

Genau diese Mischung ist es, die in „Happy Rock“ kontinuierlich nach außen getragen wird und auch für den erhöhten Unterhaltungswert der Kurzgeschichten sorgt. In jeweils nur sechs Panels sieht man manche Dinge, die das Musikgeschäft betreffen, aus den Augen eines erfahrenen, vielleicht auch ewig gestrigen, manchmal naiven, aber letzten Endes doch leidenschaftlichen Fans, dessen Lieblingsaufgabe darin besteht, die Gigs seiner alten Helden zu sehen. Mit dem Rollstuhl zu Springsteen, weil man dort Privilegien genießt. Mit dem besten Kumpel zu Bob Dylan, weil Dylan Gott ist und man ihm auch sein Genuschel verzeihen muss. Mit einem anfälligen Dümmling zur Rave-Party, weil man dann nicht alleine die Folgen des Ecstasy-Konsums ertragen muss. Und so weiter, und so fort.

Natürlich lehnt sich der Autor manchmal etwas aus dem Fenster und neigt zu Übertreibungen bei der Präsentation der Szenarien – doch gerade deshalb ist der manchmal etwas schwärzere Humor auch erst so interessant. Zep schlägt sich nicht mit verbrauchten Scherzen zum Thema herum, sondern beweist einerseits Ahnung von der musikalischen Materie, andererseits aber auch etwas mehr Tiefgang in seinen witzigen Abhandlungen. Wenn zum Beispiel das weibliche Publikum bei den Rolling Stones und die hiermit verbundene Entwicklung in den letzten Jahrzehnten analysiert wird, dann ist das mehr als nur ein Running Gag. Und genauso verhält es sich bei all den Eigenheiten, Ereignissen und Stars, die „Happy Rock“ in sein Entertainment-Programm mit einbezieht. Hier sind Augenzwinkern, aber auch ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit beteiligt – und in dieser feinen Mischung und mit den wirklich exzellenten Zeichnungen trifft diese Ausgabe schließlich voll und ganz ins Schwarze!

|93 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3868699036|
http://www.zephappybooks.com/english.php
http://www.toonfish-verlag.eu
http://www.splitter-verlag.eu

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