Andreas Gruber – Herzgrab

Worum gehts?

Der berühmte italienische Maler Salvatore Del Vecchio wird nach dem Tod seiner Frau Isabella vermisst. Das Einzige was er seiner Tochter Monica hinterlässt, ist ein Abschiedsbrief, in dem er mitteilt, dass er Zeit zum Trauern braucht und Zuflucht an einem nur ihm bekannten Ort sucht. Zeitgleich reist seine Salvatores Schwester Teresa, die in Wien lebt, zu dem Begräbnis ihrer beiden anderen Brüder in die Toskana und verschwindet dort spurlos. Unabhängig voneinander arbeitet ein Kriminalkommissar und eine Privatdetektivin an der Aufklärung der dubiosen Fälle und beide erkennen schließlich, dass es eine abscheuliche Verbindung zwischen den Fällen gibt.

Inhalt

Teresa Del Vecchio reist zur Beerdigung ihrer beiden Brüder Matteo und Lorenzo in die Toskana auf das Anwesen ihrer Familie. Matteo, der Gigolo der Familie kam bei einer Bootstour, als er den Motor reparieren wollte und dieser explodierte ums Leben und hinterlässt seine Frau und seine Tochter. Lorenzo, der ebenfalls verbrannte, kam bei einem Autounfall ums Leben, zurück bleibt seine Frau.

Nachdem Teresa wie üblich in dem herrischen Ton ihrer Mutter begrüßt wird, zieht sie sich auf ihr Zimmer zurück, um sich für die Trauerfeier frisch zu machen. Auf dem Weg dorthin trifft sie auf ihren Cousin Roberto, der schon damals ein Auge auf sie geworfen hat. Nachdem sie aus der Dusche kommt, beschleicht sie das Gefühl, von Roberto durch das Schlüsselloch beobachtet zu werden und reißt die Türe auf, um ihn zur Rede zu stellen. Ihr Gefühl hat sie nicht betrogen, doch sie findet Roberto nicht wie angenommen vor dem Schlüsselloch stehend, sondern ermordet, mit einer Nagelschere im Nacken.

Lisa Eisert, Dezernatsleiterin des Kriminalamts beauftragt die Kommissare Dino Scatozza und Peter Gerink diesen Fall aufzuklären und zwar vor Ort, in der Toskana. Angesetzt ist dafür eine zweitägige Dienstreise. Während der Ermittlungen treffen sie natürlich auch auf Monica, die ganz nebenbei erwähnt, dass ihr Vater, der berühmte Maler Salvatore Del Vecchio bereits seit einem Jahr, nach einem Abschiedsbrief verschwunden ist und sie ihn gerne finden möchte. Daraufhin gibt Peter ihr die Nummer seiner Frau Elena, die eine Privatdetektei hat und deren Erfolgsquote überdurchschnittlich gut ist.

Nachdem Monica sich telefonisch mit Elena in Verbindung gesetzt hat, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach Monicas Vater Salvatore. Durch Monicas abgeklärtes Verhalten, fragt Elena sich immer wieder nach den Beweggründen für ihre plötzliche Suche. Da Salvatore in der Zeit seiner Abwesenheit ein letztes Gemälde geschaffen hat, dessen Versteigerungserlös seiner Tochter zukommen soll, kann Geld schon einmal nicht der Grund für ihr Engagement sein, denn das Bild ist schließlich für über 10 Millionen Euro weggegangen. Nachdem sie bei der Suche in Wien wenig ausrichten konnten und nur auf der Stelle getreten sind, machen sie sich ebenfalls auf den Weg nach Italien. Dort angekommen, klappern sie die Personen, mit denen Salvatore zuletzt verkehrt hat und befragen sie zu seinem Verschwinden. Dabei treffen sie mehr als einmal auf böse Überraschungen und schlimmer noch, weitere Mordfälle.

Auch die Ermittlungen im Fall Teresa gestalten sich für Dino und Peter recht schwierig, da die italienische Polizei alles daran setzt, die Aufklärung des Falles zu stören. Erschwerend hinzu kommt, dass die beiden auch auf zwischenmenschlicher Ebene, alles andere als gute Freunde sind, da Dino erst kürzlich einen Seitensprung mit Peters Frau Elena hatte. Nach einigen Fehltritten und einer kurzen Inhaftierung können sie schließlich ihre Arbeit wieder aufnehmen. Je näher sie der Aufklärung des Falls kommen, desto mehr wird ihnen bewusst, dass Teresa und Salvatores Verschwinden und auch die Todesfälle der Del Vecchio-Brüder zusammenhängt. Schließlich treffen Dino und Peter auf Monica und Elena, so dass die Ermittlungen von nun an zu viert weitergehen.

Mein Eindruck

Anfangs war ich sehr beeindruckt von Grubers neuem Thriller „Herzgrab“, da der Spannungsbogen enorm schnell ansteifgt. Der Schreibstil war sehr angenehm und flüssig zu lesen, so dass die relativ kurzen Kapitel nur so dahinschwanden. Allerdings muss ich sagen, dass die Vielzahl an Charaktere, die der Autor immer wieder in die Geschichte wirft, einen schon etwas verwirren. Ein Familien-Stammbaum, der nach dem ersten Drittel des Buches aufgeführt ist, erleichtert dem Leser allerdings erheblich den Überblick zu bewahren.

Man kann wirklich nicht sagen, dass dieses Buch nicht mysteriös und spannend ist, dennoch hat es mich nicht umgehauen. Im Gegenteil zum Schluss hin, fand ich es eher etwas inszeniert und übertrieben, was die Geschichte teilweise sehr unglaubwürdig erscheinen lässt. Eigentlich schade, da ich gerne an der Seite der Ermittler war, hierbei spielt es auch keine Rolle, ob bei Monica und Elena oder bei Dino und Peter. Alle vier waren auf ihre eigene Art und Weise sympathisch und interessant. Auch die Dreiecksgeschichte zwischen Dino, Peter und Elena sorgt immer wieder für Furore, auch wenn sie nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat ist es trotzdem sehr untehaltsam und amüsant. Dennoch muss man sagen, dass hier das Sprichwort „Manchmal ist weniger, mehr“ zu 100% zutrifft. Schade!

Fazit

Nach einem starken Anfang wird der Thriller zum Ende hin deutlich schwacher. Der Autor hat es meiner Meinung nach nicht nötig, durch extreme Blutrünstigkeit und Brutalität für vermeintlich noch mehr Spannung zu sorgen. Eher im Gegenteil, die Story bekommt dadurch einen konstruierten Touch und wirkt stellenweise sogar absurd. Ich habe ihm das letzte Drittel der Ermittlung nicht mehr wirklich abkaufen können. Dennoch würde ich es nicht als Zeitverschwendung bezeichnen, dieses Buch zu lesen und bestimmt werde ich ihm auch die Chance geben, es bei seinem Nachfolger vielleicht etwas besser zu machen, da ich seinen Schreibstil doch sehr mag.

Über den Autor

Andreas Gruber wurde 1968 in Wien geboren, studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien, arbeitet halbtags im Büro eines Pharma-Konzerns und lebt mit seiner Familie in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußert erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 544 Seiten
ISBN: 3442480175

www. randomhouse.de/goldmann
www.agruber.com

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