Arden, Tom – Tanz des Harlekin, Der (Der Kreis des Orokon Band 1)

Dies war Tom Ardens erste deutsche Veröffentlichung. Ein guter Anfang, der zu großen Hoffnungen Anlass gibt. „Atmosphärisch dichte, intelligente und mitreißende Fantasy“, urteilte das US-Fachmagazin LOCUS.

_Handlung_

Nachdem der rechtmäßige König von seinem neidischen Bruder durch Verrat abgesetzt und vertrieben werden konnte, herrscht Verfall auf der Königsburg. Nur noch eine sieche junge Frau namens Ela, ihr gelähmter Sohn Jemany und seine Tante Umbecca leben mehr schlecht als recht hier.

Bis eines Tages Elas geliebter Bruder Tor, möglicherweise der Vater von Jemany, aus der Fremde zurückkehrt, wo er bei den Rebellen gegen den Usurpator kämpfte. Die bigotte Umbecca traut ihm nicht. Doch nachdem Tor wieder gegangen ist, schickt er den zwergwüchsigen, stummen Barnabas aufs Schloss, und dieser bringt dem jungen Mann erst mal das Lesen und dann das Gehen bei. Denn Jemany träumt vom Fliegen – so wie in der Legende der Junge Riel (= Ariel, der Luftgeist), der die Welt vor einem Monster des Bösen rettete. Und dann wartet immer die fahle Straße, die in die Ferne führt.

Jemany hat Cata nur flüchtig kennen gelernt; sie verspottete den „Krüppel“. Cata ist die Tochter von Silas Wolveron, der einst auch mit dem Schloss zu tun hatte, nun aber als Eremit im Wildwald lebt. Cata nimmt sich in Acht vor der Bande der Fünf, die im Dorf Irion unterhalb des Schlosses ihr Unwesen treiben und auch gern wehrlose Tiere qualvoll umbringen. Sie werden angeführt von Polty, der von seinem Vater, dem bigotten Arzt und Vertrauten von Umbecca, ständig verdroschen wird und so seinen Haß an Schwächeren auslässt. Auch als die zigeunerhaften Vagras mit ihrer Karawane in Irion haltmachen und der Harlekin auftritt, treibt Polty sein Unwesen. Er stiehlt seinem Vater einen wertvollen Ring und macht sich aus dem Staub.

|Die Prophezeiung des Orokon|

Der Autor hat dieser (stark gerafften) Handlung einen langen Prolog vorangesetzt, in dem er das aktuelle Geschehen in einen riesigen zeitlichen Rahmen setzt, der bei der Erschaffung der Welt durch Orok beginnt. Der Gott schuf sich unterschiedliche Kinder, darunter auch ein bösartiges, doch sie sollten Frieden halten, solange sich alle ihre fünf Kristalle im Orokon-Kristall vereint befanden. Wenig später hat der Böse seinen Stein herausgenommen, was auch die anderen nicht zögern lässt, es ihm gleichzutun.

Schreckliche Untaten werden begangen, die Völker der fünf Götter werden zerstreut, und die Zeit des Sühneopfers bricht an. Die Prophezeiung aber besagt, dass sie durch ein neues Zeitalter abgelöst wird, sobald der rote Schlüssel zum Orokon gefunden und alle fünf Kristalle wieder an ihren rechtmäßigen Platz gesetzt werden.

Es sieht ganz so aus, als sei Jemany das geweissagte Kind, das dies vollbringen wird.

_Mein Eindruck_

Tom Arden ist kein Amerikaner – zum Glück, sollte man sagen, denn so bleiben dem Leser etliche Klischees in der Darstellung von Ereignissen und Charakteren erspart. Im Gegenteil verblüfft Arden mit unkonventionellen Erzählmethoden und tabubrechenden Szenen. Erfrischend anders!

|Originaltitel: First Book of The Orokon. The Harlequin’s Dance. Parts 1 +2, 1997
Aus dem Englischen übertragen von Wolfgang Thon|