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Martin Andersen Nexø – Pelle der Eroberer

Der große belletristische Sozial-Gegenentwurf

Zeit und Autor

Vor gut hundert Jahren, als die Sozialdemokratie noch in so menschlichen wie neuartigen Kinderschuhen ging, hat sich ein Wikinger darangemacht, das Leben eines dänischen Eroberers, nämlich Pelles, zu beschreiben. Dieser Pelle, von dem sein Vater sagte, er sei im Siegerhemd geboren, war aber gar nicht darauf aus, etwa andere Länder zu erobern wie seine Vorfahren, sondern wuchs wie Nexø selbst in ärmsten Verhältnissen auf. Hätte es nicht dieses Mäzenatentum in Dänemark gegeben, in diesem Fall nahm den Schriftsteller die Witwe eines dänischen Dichters auf, wäre dieses umfängliche Werk nie entstanden.

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Steingart, Gabor – Ende der Normalität, Das

_Aus der Feuilletongesellschaft_

|Der Spannungsbogen|

Das Buch trägt den Untertitel |Nachruf auf unser Leben, wie es bisher war| und das Coverdesign gemahnt dementsprechend an eine Todesanzeige. |Das Ende der Normalität| bedeute keinen einfachen Übergang vom verklärten Gestern in ein später ebenso zu verklärendes Heute und Morgen, sondern der Autor will deutlich machen, dass etwas Grundsätzlicheres vor sich geht, eine solche Auflösung jeglicher Normen, dass der wehmütige Blick zurück gerechtfertigt erscheint.

Das ist auch sehr spannend, weil ausgesprochen kategorisch, wenn der Spannungsbogen nicht seinen Tribut forderte. Nachdem der grundsätzlichen Idee Genüge getan ist, nimmt er einige Argumente hinzu, die das Ganze nicht gar so schlimm erscheinen lassen. Dann fasst er dem Leser selbst an die Nase, indem er ihn als „entfesselten Kunden“ bezeichnet, wo wir doch gern den entfesselten Kapitalismus haftbar gemacht hätten. Da langweilt man sich schon ein bisschen, weil man sich doch selbst ganz gut kennt. In einem dritten Teil streift er die sattsam bekannte Weltpolitik, sieht auch dort nur wenige Unvermeidlichkeiten, um dann zum Schluss noch mal die Philosophen zu Rate zu ziehen, die uns wie Sloterdejk zu bescheiden haben: „Du musst Dein Leben ändern“.

Das ist leider nicht anders zu beschreiben, als ein stetig fallender Spannungsbogen, zumal bei den weltpolitischen Themen, die da sind: Terrorismus, Finanzkrise und Großmächte, dann eben die schönen Bilder und Beispiele ausgehen und man mehr in die Rolle eines nur bedingt verstehenden Betrachters gedrängt ist, ganz wie er uns gleich zweimal Büchners Danton ausrufen lässt: „Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten gezogen“. Diese unbekannten Gewalten, freilich, hätte man gern enträtselt.

Man könnte versucht sein, den Marx und den Engels, diese Gespenster des Kommunismus, immer noch für die Lösung zu halten, aber Steingart bescheinigt, dass es sich beim Kommunismus um „das freundlichste Schreckgespenst“ handelt, und im Übrigen wäre die Sache demokratisch entschieden, denn die Arbeiter „fegten das System nicht hinweg, wie Marx ihnen geraten hatte, sondern schlossen sich an die große Gewinnmaschine an“. Hier könnten dem Autor ein paar Details der Geschichte entgangen sein, die immerhin den Status von „Experimenten“ hatten, die mit dem erfolgreichen Slogan Adenauers „keine Experimente“ doch nur teilweise vermieden werden konnten.

|Brillante Fakten|

Wo wir uns wirklich an die eigene Nase fassen müssen, ist, dass wir jetzt im Schnitt vier Stunden fernsehen, während wir noch in den 70ern mit einer Stunde auskamen und dass nur noch jeder zweite Deutsche überhaupt einer geregelten Beschäftigung nachgeht. Beschwichtigen soll uns, dass jeder Zweite über Wohneigentum verfügt und 90% ein Auto haben und dass in jedem Haushalt jetzt durchschnittlich zwei Fernseher vorhanden sind, es uns also eigentlich besser geht als je zuvor. Dass noch vor fünfzig Jahren doppelt so viel Babys zur Welt kamen, haben wir wieder uns selbst zuzuschreiben. Auch dass wir als Kunden zu wählerisch seien, „frivole Bürschchen“ nennt uns Steingart da, und die Industrie entsprechend reagiert, gehört zum Thema Selbstkritik.

Dass nur noch drei Viertel der Jobs Vollzeitstellen sind und Spitzeninvestmentbanker 200 Mal so viel verdienen, wie ein Ingenieur, hält der Autor für kritikwürdig, aber es tritt vor unserem eigenen Kerbholz zurück. Denn dass wir nach vierzig Jahren im Schnitt mit 135 PS herumfahren und nicht mehr mit 50, ist wohl auch unsere eigene Kaufentscheidung. Ein Werktätiger in der Autoindustrie stellte vor dreißig Jahren jährlich zehn Autos her, heute sind es dreißig.

Als Ausweg aus unserem Überalterungsproblem hält es Steingart für eine geeignete Maßnahme ein Drittel der deutschen Bevölkerung durch Ausländer zu ersetzen, bei denen er davon ausgeht, dass sie dann widerspruchslos unsere Alten finanzieren und betun. Könnte das nicht eine Illusion sein?

_Der Autor_

Gabor Steingart, der erfolgreiche Spiegelredakteur und jetzige Handelsblatt-Chefredakteur lieferte nicht nur griffige journalistische Berichte, sondern brillierte auch mit Büchern wie 2007 |Die Machtfrage|, die nicht weniger antizipierte als das Ende der Ära der Parteien. Der Sprachwitz, die eingängigen Bilder und umfassende Bildung bieten immer wieder gute Unterhaltung, bis hin zu revolutionierenden Gedankengängen. Naturwissenschaftliche Kenntnisse scheinen da obsolet, wenn Gravitation und Magnetismus im fulminanten Eingangsbild dieses neuesten Essays, einer Reise zum Mittelpunkt der Erde, und später noch einmal, fröhlich durcheinandergebracht werden. Dass solche Ungenauigkeiten heute als verzeihlich gelten, führt manchen zu dem Schluss, dass wir in einer |Feuilletongesellschaft| leben, in der genau das zur Norm geworden ist.

_Fazit_

Es gibt eben keine Normalität mehr, und das fängt bei uns an. Es sind Zeiten in Aussicht, die die glücklichsten sein könnten, aber auch die fangen bei uns an. Also dann, wo fangen wir an?

|Hardcover: 176 Seiten
ISBN-13: 978-3492054591|
[www.piper-verlag.de]http://www.piper-verlag.de

_Christian Rempel_

Lindner, Lilly – Splitterfasernackt

_Inhalt_

Lilly ist sechs, als sie das erste Mal von einem Nachbarn in dessen Wohnung vergewaltigt wird. Danach folgen Jahre der Misshandlung. Seitdem fühlt sich Lilly ihrem Körper nicht mehr zugehörig. Sie fängt an sich zu bestrafen, indem sie hungert, um nicht mehr da zu sein. Zeitweise hat sie auch Bulimie. Sie verletzt sich selbst und versucht sich mehrmals umzubringen.

Da sie ihren Eltern nichts über den Missbrauch erzählt, trifft sie auf Unverständnis und Gleichgültigkeit. Mit siebzehn hält sie es nicht mehr aus und zieht in eine eigene Wohnung. Nach einer Weile fängt sie an, in einem Edelbordell ganz in ihrer Nähe zu arbeiten. Sie prostituiert sich, weil ihr Körper eh nicht mehr zu ihr gehört. Und so kann sie wenigstens damit Geld verdienen, denkt sie sich.

Während der Zeit im Bordell, fängt sie an über ihr Leben zu schreiben, um somit die Ereignisse zu verarbeiten.

_Kritik_

Das Buch „Splitterfasernackt“ von Lilly Lindner ist unfassbar real und ergreifend geschrieben. Allein der Titel des Buches hat mich wie magisch angezogen. So, dass ich direkt wissen musste, was dahinter steckt. Nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, wurde ich noch neugieriger auf die Geschichte, die Lilly zu erzählen hat.

Dennoch fällt es mir unglaublich schwer, eine Rezension über dieses Buch zu schreiben. Es hat mich einerseits fasziniert, aber auch fast sprachlos gemacht. Schon beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, ob ich es wohl schaffe, eine angemessene Bewertung für dieses Buch abzugeben.

Die ersten Seiten des Buches sind noch etwas ungewohnt zu lesen und man fragt sich, wie die Autorin damit ganze 400 Seiten füllen will. Aber man gewöhnt sich schnell an den Schreibstil. Dann sind die Sätze auch flüssiger zu lesen und man fügt sich in die Geschichte ein. Je länger man liest, desto mehr fühlt man sich zu Lilly hingezogen. Man findet sie sympathisch, obwohl sie ihren Körper selber schändet und bestraft. Man möchte ihr helfen und hofft, dass es ein Happy End in der Erzählung gibt.

Die Erlebnisse von Lilly sind grausam, aufwühlend und interessant zugleich. Man weiß, dass diese Frau all das, was sie niedergeschrieben hat, erlebte. Aber genau das ist es, was das Buch ausmacht. Man liest über reale Gefühle und man bekommt Einblicke in die Welt einer labilen und psychisch angeknacksten Persönlichkeit und erfährt die unglaublich grausame Wahrheit.

Ich bewundere die gefundene Stärke, die Lilly Lindner aufgebracht haben muss, um ihre Geschichte auf Papier zu bringen und für alle Welt öffentlich zu machen. Und ich hoffe, dass ihr das geholfen hat, das Erlebte zu verarbeiten, so dass sie nun ein einigermaßen normales Leben führen kann.

_Autor_

Lilly Lindner wurde 1985 in Berlin geboren. Bereits mit fünfzehn begann sie, autobiographische Texte und Romane zu schreiben. Viel Zeit verbringt sie heute mit der Arbeit mit Kindern. (Verlagsinfo)

_Fazit_

„Splitterfasernackt“ von Lilly Lindner ist eine extrem bewegende Erzählung, prall gefüllt mit realen und erschütternden Erfahrungen und Gefühlen. Mich hat das Buch sehr berührt und aufgewühlt. Es geht wirklich unter die Haut.

Wer wirklich Interesse für diese Art von Erfahrungen zeigt, dem kann ich das Buch nur empfehlen.

|Broschiert: 400 Seiten
ISBN-13: 978-3426226063|
[www.droemer.de]http://www.droemer.de

_Nadine Stifft_

Hellmann, Brigitte (Hrsg.) – Mit Nietzsche auf der Gartenbank

_Die Herausgeberin_

Briigitte Hellmann, man liest nichts von ihr selbst, weder ein Vor- noch ein Nachwort. Die Münchner Lektorin und Herausgeberin verschiedener Anthologien beschränkt sich darauf, einen allwissenden Blick über die Literatur schweifen zu lassen und mit kundiger Hand auszuwählen. „Mit Platon unter Palmen“, „Mit Sokrates im Liegestuhl“, „Mit Buddha unterm Sonnenschirm“ oder mit „Kant am Strand“ sind Titel ihrer Lesebücher, die sich dem lesemüden Publikum im erfolgsträchtigen Gewand der |Strandkorbliteratur| nähern, also so wenig mühsam sein sollen, dass reiner Genuss so nebenhin möglich ist.

_Mit Nietzsche auf der Gartenbank_

Dort tummeln sich nun neben der Herausgeberin nicht weniger als 24 Denker, Physiker und Literaten, aus denen Friedrich Nietzsche herausragt, denn von den 27 Versatzstücken gehören drei ihm. Dabei hätte er sicher einige seitwärts heruntergeschubst, die da mit versammelt sind, denn dem Khalil Gibran hätte er das Herz geneidet, Herder für einen Schwätzer gehalten und Kant für einen philiströsen Haarspalter. Dank der Herausgeberin kommen aber auch sie und alle 24 zu Wort.

Im Strandkorb gönnt man sich nicht einfach ein Sammelsurium von Ansichten, die natürlich nicht auf Europa beschränkt, sondern bis in den Fernen Osten reichen, sondern die Gedanken schweifen eine Bahn, die mit dem Zweifel am Wert der Philosophie und geläufigen Wahrheitsbegriffen beginnt, wo Nietzsche der ersteren Ahistorizität vorzuwerfen hat. Es wurde ihm schwer, bei so viel Fertigem vor der Nase, noch neue Akzente zu setzen, verlegt sich auf die „unscheinbaren Wahrheiten“ und hofft, dass „der geistreiche Blick jetzt mehr gelten darf, als der schönste Gliederbau und das erhabenste Bauwerk“.

|Die Physiker|

Die kundige Hand wählte hier den britischen Erfolgs-Wissenschaftsautor Marcus Chown, der die Aufmerksamkeit auf die Zunahme des Informationsgehaltes des Universums seit dem Urknall lenkt, die er mit 10^86 beziffern kann, indem er die anfänglich 1000 Zellen des Uruniversums mit der Zahl der heutigen Lichtteilchen vergleicht, die in zwei Zuständen existieren können. Das sei auf die Quantentheorie zurückzuführen. Dass diese allerdings erst durch die Wahrnehmung als vorhanden anzusehen sind, was ebenfalls eine Konsequenz der Quantentheorie ist, die das Vorhandensein einer Realität ja in Frage stellt, entgeht ihm dabei. Leider fehlt es den Physikern, außer vielleicht Heinz Pagels, immer noch an poetischer Kraft, der das so schön als „ein Tischleindeckdich“ beschrieb.

|Die Weisen|

„Selbst der Weiseste von uns beugt sich unter der schweren Bürde der Liebe; doch in Wahrheit ist die Liebe so leicht wie die muntere Brise des Libanons“, entspannt Khalil Gibran die Situation, bevor uns der britische Astronom Martin Rees auf der vergeblichen Suche nach Außerirdischen vorrechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass alle durch einen Asteroiden umkommen, nicht größer ist als die Berechtigung der Flugangst jedes Einzelnen. Aber all das ist klein gegen den Atomtod, der immer noch droht und dessen Wahrscheinlichkeit er mit einem Drittel veranschlagt. Da kann man dann schon mal Descartes und Aristoteles in unabhängigen Versatzstücken streiten lassen, ob man und wer eine Seele besitzt. Im Untergangsszenario zwinkert uns Heine zu: „Holde Frauenblumen, welche/ Kaum erschlossen ihre Kelche/ Den geliebten Sonnenküssen,/ Hat der Tod schon fortgerissen“.

|Die Menschlichen|

Wer sie mag, dem geben Fromm und Herder noch ein paar Worte über Menschliches. Wer lieber schmunzelt, zieht sich Tucholsky im gedachten Strandkorb ein. Man kann auch Kant wieder einmal nicht ganz verstehen, wenn er uns den Ursprung des Bösen erklärt. Das wird aber gut durch Schopenhauer pariert, der uns entdeckt, dass Mitleiden ein besseres Regulativ ist als alle Gesetze oder auch Religionen, denn „der gänzliche Mangel an diesem ist es also, der den Menschen der Ruchlosigkeit überführt“.

|Die Abschließenden|

Hier kann man Rilke, nicht ganz so verdichtet, in einem Märchen erleben, wo er die Eigenwilligkeit der Hände Gottes beschreibt und damit eine kindergeplagte Nachbarin unterhält. Nietzsche lässt für den, ders noch nicht kennt, seinen Zarathustra noch mal den Papst trösten, der wegen Todesfalls den Einzigen über sich verloren hat. Hanna Johansen verrennt sich in einem an sich vergnüglichen Versatzstück ein wenig in der Vielköpfigkeit gedachter Erdenbewohner. In einem längeren Poem bescheidet Gottfried Keller die Neunmalweisen mit den Versen „Bau ich aus Blütendüften/ Und Mondschein mir ein Schloss,/ Drin biet ich allen Trutz/ Und eurem Schülertross!“

_Fazit_

Wir lehnen uns nach der Kurzweil im Strandkorb zurück, einen Gran klüger, und glauben, dass die anderen es im Grunde auch nicht viel besser wissen.

|Taschenbuch: 160 Seiten
ISBN-13: 978-3423346801|
[www.dtv.de]http://www.dtv.de

_Christian Rempel_

Hudson, Tara – Wenn du mich siehst

_Inhallt_

Die 18-jährige Amelia wacht völlig alleine auf einem verlassenen Friedhof auf. Sie weiß weder wie lange sie dort bereits ist noch, warum sie sich dort aufhält. Amelia ist tot! Als Geist zieht sie orientierungslos und zeitlos durch die Stadt und fühlt sich allein – bis sie auf Joshua trifft. Joshua ist in einen Fluss gestürzt und droht zu ertrinken. Amelia beobachtet den Jungen und seinen Herzschlag, bis es für einen kurzen Moment aufhört zu schlagen. Joshua wacht auf und kämpft sich an die Oberfläche. Und plötzlich ist für beide die Erkenntnis da, dass Joshua sie sehen kann.

Wenige Tage später nimmt er Kontakt zu ihr auf und die beiden Teenager nähern sich an. Alles könnte so schön sein, wären da nicht die Geisterjäger und ein Dämon, die es auf Amelia abgesehen haben …

_Eindruck_

Liebesgeschichten zwischen Menschen und Geistern gibt es wie Sand am Meer, von daher war ich bei „Wenn Du mich siehst“ besonders gespannt. Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz von sich überzeugen, da ein paar Widersprüche und viele Wiederholungen in dem Buch vorhanden sind.

Wie in der Geschichte später herauskommt, ist Amelia im Jahr 1999 gestorben, wenn man aber ihre Gedanken und ihre Dialoge mit Joshua genauer betrachtet, hat man eher das Gefühl, dass sie aus einem Jane Austin Roman entsprungen ist. Stellenweise spricht sie doch wahnsinnig altmodisch, was zu ihrem sonstigen Wesen überhaupt nicht passt. Dadurch war sie mir während der gesamten Geschichte suspekt und ich konnte mich weder in sie hineinversetzen, noch sonst mit ihr warm werden.

Auch die vielen Wiederholungen haben mich in dem Buch gestört. Dazu gehören u. a. Amelias Albträume. Diese werden zwar gut geschildert, sind im Prinzip aber immer gleich. Wieso Tara Hudson diese dann jedes Mal aufs Neue ausführlich beschreibt, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Allgemein plätschert die Geschichte, besonders im Mittelteil, vor sich hin. Im Grunde genommen passiert gar nicht so viel, wie es zunächst durch die Kurzbeschreibung den Anschein hat. Die Geschichte hätte locker hundert Seiten weniger haben können und man hätte dennoch nichts verpasst.

Insgesamt ist der Schreibstil aber dennoch angenehm. Die Geschichte wird aus der Sicht von Amelia erzählt und man lernt ihre Gedanken, Gefühle und Ängste sehr gut kennen. Die Kapitel und die einzelnen Sätze sind recht kurz gehalten und lassen sich trotz so mancher Langatmigkeit schnell lesen. „Wenn du mich siehst“ ist Tara Hudsons erster Roman.

Die Liebesgeschichte zwischen Amelia und Joshua ist stellenweise sehr voraussehbar und naiv. Sie nähern sich schnell an und teilen Geheimnisse miteinander und merken erst spät, dass ihre Liebe ein Problem darstellen könnte. Da kann man von 18-jährigen Menschen bzw. Geistern mehr Verstand erwarten. Besonders Amelias Gedanken waren oft zu kitschig und erinnerten an einen Groschenroman.

Beispiel:

„Auf eimal spürte ich ihn. Nicht den tauben Druck, noch nicht einmal den aufregenen Strom, sondern ihn. Ich spürte die Wärme seiner Hand und die Beschaffenheit seiner Haut, die an die meine gedrückt war. Ich spürte ihn, genau wie ich es im Fluss getan hatte, als er kurzzeitig aus dem gleichen Stoff wie ich bestanden hatte.“ [Seite 134]

Joshua konnte jedoch von sich überzeugen. Seine Erfahrungen mit dem Tod haben ihn verändert und er stellt sich gegen seine Familie, insbesondere gegen seine Großmutter Ruth, die ebenfalls die Gabe hat, Geister sehen zu können. Sie will Joshua und Amelia auseinander bringen und Amelia verbannen, weil sie angeblich etwas Böses in sich hat.

Das Cover ist ein absoluter Hingucker und ein Highlight in jedem Bücherregal. Die zarten Farben umspielen sehr gut Amelias Gesicht, deren Mund leicht geöffnet ist. Unter ihrem Kopf entdeckt man Wasser. Das Wasser symbolisiert den Fluss, in dem Amelia im Jahre 1999 ertrunken ist.

Ein kleiner Kritikpunkt ist die Kurzbeschreibung, die viel zu viel verrät und schon beinahe die komplette Geschichte erzählt. Dadurch wurde ich während der Geschichte kaum überrascht, was den Lesespaß ein wenig zerstört hat.

_Fazit:_

Insgesamt ist Tara Hudson mit „Wenn Du mich siehst“ ein solider Debutroman gelungen, der viele Höhen und Tiefen hat. Da die Geschichte in sich noch nicht abgeschlossen ist, sehe ich großes Potenzial in der Geschichte. Laut Pressemitteilung des Verlags ist eine Fortsetzung bereits in Planung.

|Hardcover: 352 Seiten
Originaltitel: Hereafter
Ins Deutsche übertragen von Ute Brammertz
ISBN 978-3453267237|
[www.heyne-fliegt.de]http://www.heyne-fliegt.de
[www.tarahudson.com]http://www.tarahudson.com

_Sabrina Reithmacher_

Bennett, Robert Jackson – Mr. Shivers

_Inhalt_

Für Michael Conelly ist seit dem Tod seiner Tochter nichts mehr, wie es einmal war. Diese wurde brutal ermordet und in all der Trauer hat Michael Conelly nur einen Wunsch: Rache! Besessen von diesem Wunsch verlässt er seine Frau und irrt als Landstreicher durchs Land, um den Mörder, den alle nur Mr. Shivers nennen, zu finden und zu töten. Während seiner Tour durchs Land lernt er immer mehr Menschen kennen, die ebenfalls Rache an Mr. Shivers üben wollen, denn der Mord an Conellys Tochter ist nicht der Einzige.
Aber können die Männer ihn tatsächlich finden und es mit dem Serienkiller aufnehmen?

_Eindruck_

„Mr. Shivers“ ist das Erstlingswerk von Robert Jackson Bennett. Der Schreibstil ist flüssig, direkt und schonungslos, so sollte ein Thriller geschrieben sein. Perfekt. Obwohl der Inhalt selbst mich nicht ganz von sich überzeugen konnte, so konnte es der Autor auf jeden Fall. Seine Ideen wurden gut umgesetzt und die Thrillerelemente sind sehr gut verpackt. Da kann man noch Großes erwarten.

Die Geschichte bleibt bis zum Schluss spannungsgeladen, allerdings gibt es auch hier Höhen und Tiefen. Einige Sachen waren vorhersehbar, andere haben mich dagegen absolut überrascht. Unverständlich ist jedoch für mich, dass dieser Roman allen Stephen-King-Lesern empfohlen wird. Sicherlich, „Mr. Shivers“ ist ein Thriller, aber die gewisse Portion Horror, die man bei King erwarten darf, wird dem Leser hier nicht geboten. Da wäre eine Empfehlung in Richtung Dan Wells passender gewesen, da man so nicht in die Irre geführt wird und etwas anderes erwartet.

Die Gefühlswelt von Michael Conelly, der hier als Progragonist durch die Geschichte führt, ist erschreckend und nachvollziehbar zugleich. Seine Rache- und Mordgelüste gegenüber Mr. Shivers werden authentisch dargestellt und ich habe als Leserin ein gutes Bild darüber bekommen, was passieren kann, wenn man einen Menschen zu sehr hasst.

Besonders gelungen ist das Cover und die Buchgestaltung. Die verschiedenen Grüntöne und die verlassene Landschaft passen perfekt zur düsteren Stimmung. Gleichzeitig ist die Straße ein gutes Bild für den langen Weg, den Michael Conelly hier zu gehen hat. Das Taschenbuch hat den „Rough Cut“-Look erhalten, den der Verlag besonders gerne bei seinen Thrillern anbringt (siehe auch die Serienkiller-Reihe von Dan Wells). Die durchgezackten Seitenränder kann man mögen, muss man aber nicht. Ich für meinen Teil mag diese sehr gerne.

_Fazit:_

Robert Jackson Bennett hat mit „Mr. Shivers“ einen soliden Debutroman geschrieben, der für ein paar entspannte Lesestunden gesorgt hat, aber nicht lange in Erinnerung bleibt. Der Autor ist jedoch so talentiert und ideenreich, dass ich auf viele weitere Bücher von ihm gespannt bin.

|Taschenbuch: 400 Seiten
Originaltitel: Mr. Shivers
Ins Deutsche übertragen von Andreas Decker
ISBN 978-3492267533|
[www.piper-verlag.de]http://www.piper-verlag.de

_Sabrina Reithmacher_

Ullrich, Allyssa / Ullrich, Hortense – Last Girl Standing: Die Wette

_Inhalt_

Freitagabend ist bei Charly und ihren vier Freundinnen immer Mädelsabend. Zu diesem hat Charly die Aufgabe, Salatgurken mitzubringen, die die Mädels für ihre Cocktails brauchen. Da Charly wie immer unpünktlich und vergesslich ist, vergisst sie die Gurken und muss noch einmal zum Supermarkt. Da dieser bereits geschlossen hat, löst Charly versehentlich die Alarmanlage aus und versucht zu flüchten. Gerettet wird sie hierbei von Felix, der sie mit dem Auto abfängt und ihr dabei hilft, Salatgurken zu besorgen. Dass sie sich hierbei Hals über Kopf in ihren fremden Retter verliebt, ist mal wieder typisch. Er gibt ihr seine Handynummer, doch die verliert sie schneller, als ihr lieb ist. Sie möchte ihn unbedingt wiedersehen, aber wie soll das funktionieren, wenn sie gerade mal seinen Vornamen kennt?

Gleichzeitig plant Felix‘ bester Freund Tim sämtliche Vorbereitung für die Wette, die er mit Felix abgeschlossen hat. Ziel ist es, mit drei Frauen gleichzeitig eine Verabredung zu haben, ohne dass es den anderen Frauen auffällt. Doch was die beiden damit auslösen, wird ihnen erst viel zu spät bewusst …

_Eindruck_

„Last Girl Standing: Die Wette“ gehört zur „Junge Erwachsene“-Reihe aus dem Rowohlt-Verlag. Bislang wurde ich mit diesen Büchern immer bestens unterhalten, jedoch kann das Buch hier nicht mithalten. Die Idee, dass zwei junge Männer die Wette abschließen, mit mehreren Frauen gleichzeitig auszugehen, ist alles andere neu. Dadurch wirkt die komplette Geschichte sehr vorhersehbar und ich konnte nur sehr wenige Überraschungen in dieser Geschichte entdecken.

Allerdings muss hier gesagt werden, dass sich die Autorinnen große Mühe gemacht haben, sich von anderen Geschichten zu unterscheiden. Leider ist ihnen dies nicht ganz gelungen, da der Lesespaß sehr getrübt war, da die Charaktere alles andere als überzeugen konnte. Zwar konnte mich die Protagonistin Charly einigermaßen unterhalten und mich in ihren Bann ziehen, aber das war es auch schon, was es Positives über die Charaktere zu sagen gibt. Vor allem Charlys beste Freundin Leonie ist alles andere als eine tolle Protagonistin. Sie ist unsympathisch, oberflächlich, arrogant und eine schlechte Freundin. Wieso die Autorinnen sie als so guten Menschen darstellen, ist mir bis jetzt noch schleierhaft. Auch sonst sind die fünf jungen Frauen keine Gruppe, mit denen man gerne befreundet wäre. Zwar werden diese hier als unzertrennliche Freundinnen beschrieben, aber spürbar ist dies nicht. Vielmehr hatte ich immer wieder das Gefühl, dass es sich bei allen nur um eine Zweckgemeinschaft handelt. Bei mir ist der Funke leider nicht übergesprungen.

Der Schreibstil des Duos konnte mich trotz der Protagonistinnen überzeugen. Allyssa und Hortense Ullrich schreiben die Geschichte mit einer großen Portion Sarkasmus und Humor in salopper Jugendsprache, ohne aufgesetzt zu wirken. Die knapp 260 Seiten lassen sich dadurch flüssig lesen. Jedes Kapitel ist nach einem Cocktail benannt, am Ende des jeweiligen Kapitels findet man das Rezept zu den Cocktails, die man gut nachmachen kann. Diese Idee ist ein ganz klarer Pluspunkt.

Die Covergestaltung ist schlicht und bildet eine Frau ab, die auf einer Couch steht. Die knalligen Farben passen gut zu dem Kleid und geben ein tolles Gesamtbild ab.

_Fazit:_

Obwohl die Handlung alles andere als neu ist, hat das Autoren-Duo das Beste aus der Geschichte herausgeholt, konnte mich allerdings nicht ganz überzeugen. Fans von typischen Chick-Lit-Büchern werden allerdings ihre wahre Freude an diesem Buch haben.

|Taschenbuch: 256 Seiten
ISBN-13: 978-3499216053|
[www.rowohlt.de]http://www.rowohlt.de/

_Sabrina Reithmacher_

Laura Brodie – Ich weiß, du bist hier

Inhalt

Sarahs Mann David ist bei einem Kajakunfall ums Leben gekommen. Bislang hat man seine Leiche allerdings nicht gefunden, nur das Boot und ein paar Sachen von ihm. Somit schöpft Sarah immer noch Hoffnung, dass David doch noch lebt. Und als sie ausnahmsweise in einem etwas weiter weg gelegenen Supermarkt einkauft, steht sie ihrem verschollenen Ehemann gegenüber. So plötzlich, wie er da war, ist er auch schon wieder weg. Sarah ist verwirrt. Hat sie sich das alles nur eingebildet? Wenig später klopft der „verschwundene Ehemann“ aber an ihre Tür und sie lässt ihn rein, um sich eine unglaubliche Geschichte anzuhören …

Kritik

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McQueen, Holly – Sie dürfen die Torte jetzt küssen

_Inhalt_

Isabel arbeitet bei der angesehenen Hochzeitsplanerin Pippa Everitt in London als Assistentin. Eigentlich hatte sie sich von der Anstellung bei Pippa erhofft, selbst etliche Erfahrungen in der Hochzeitsplanung sammeln zu können. Stattdessen darf sie aber nur Hilfsarbeiten leisten. Als ihr dann auch noch ein Malheur passiert, so dass sie am Tag der Trauung zwei Bräute in die falsche Kirche schickt, wird sie gefeuert. Sie lässt sich dadurch nicht unterkriegen und macht sich selbstständig. Und prompt erhält sie ihren ersten Auftrag: eine Promi-Hochzeit.

Isabels eigene Hochzeit steht allerdings noch in den Sternen. Als sie aber eines Tages einen hübschen Ring in der Wohnung ihres Freundes Will findet, denkt sie, er möchte ihr einen Antrag machen. Doch leider ist dies wohl nicht der Fall, denn sie entdeckt den Ring kurze Zeit später am Finger ihrer besten Freundin Lara. Was hat der Ring denn da zu suchen?

_Kritik_

„Sie dürfen die Torte jetzt küssen“ von Holly McQueen wird von der Protagonistin selbst erzählt. Die Sätze sind nicht zu lang und gut verständlich. So wird das Lesen zu einem Vergnügen. Manche Kapitel waren mir etwas zu lang, andere sind wieder etwas kurz geraten. Dennoch hält sich durchweg eine gewisse Spannung, so dass man immer wieder gerne zum Buch greift, um weiterzulesen. Die Entwicklung der Story ist nachvollziehbar und anschaulich geschildert.

Die Protagonistin Isabel ist mir, auch aufgrund ihrer kleinen Fehler, die im Laufe des Buches deutlich werden, sehr sympathisch. Es macht Spaß, ihre Geschichte zu verfolgen. Als sie aufgrund ihres Missgeschicks bei Pippa gefeuert wird, ist das der Anfang eines neuen Lebensabschnitts für sie. Endlich nimmt sie allen Mut zusammen und macht sich selbstständig. Sie kann ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und muss nicht nur die Hilfsarbeiten für ihre Chefin erledigen. Allerdings ergattert sie die zu planende „Promi-Hochzeit“ nur, weil sie ein wenig schwindelt und sich noch als Angestellte von Pippa Everitt ausgibt. Es ist schon ein wenig spannend, zu gucken, ob und wie lange sie die Lüge aufrechterhalten kann.

Im Laufe der Geschichte tut Isabel dem Leser dennoch etwas leid. Denn sie wünscht sich selbst auch so gerne eine Hochzeit, und als sie den Ring bei ihrem Freund findet, ist sie überglücklich. Als sie dann aber den Ring am Finger ihrer besten Freundin entdeckt, ist sie verwirrt. Außerdem redet ihr Freund Will momentan nur von einem Bausparvertrag und lässt mit einigen Anmerkungen durchblicken, dass er kein Interesse an einer Hochzeit oder aber an Kindern hat. Ich finde, dass auch dieser Teil der Erzählung interessant dargestellt ist. Erst nach und nach werden die Verwirrungen, die Isabel derzeit umgeben, aufgelöst.

_Autor_

Holly McQueen wollte Schriftstellerin werden, seit sie herausfand, dass ihr die Nonnen in der Schule die Matheaufgaben erließen, wenn sie stattdessen eine Geschichte schrieb. Nach unvorhergesehenen Umwegen über Jura, Journalismus und das Musiktheater schrieb sie die Romane „Mein glamouröses Doppelleben“ (rororo 24793) und „Schwindelfrei“ (rororo 25373). Mit ihrem Ehemann lebt Holly McQueen heute in London. Der Mathematik geht sie immer noch aus dem Weg.

_Fazit_

„Sie dürfen die Torte jetzt küssen“ von Holly McQueen ist ein turbulenter und auch humorvoller Roman, den man gelesen haben sollte. Das Buch ist durchweg leicht und flüssig zu lesen. Besonders gelungen finde ich die häufig zum Ende der Kapitel abgedruckten und lustigen Briefe, die Isabel an verschiedene Leute schreibt.
Ich kann das Buch nur empfehlen.

|Taschenbuch: 560 Seiten
Originaltitel: Confetti Confidential
Übersetzt aus dem Englischen von Isabel Lorenz und Claudia Preuschoft
ISBN-13: 978-3499256592|
[www.rowohlt.de]http://www.rowohlt.de

_Nadine Stifft_

Scotch, Allison Winn – Was im Leben zählt

_Inhalt_

Tilly wohnt mit ihrem Mann Tyler in der Kleinstadt Westlake, USA. Mit Tyler ist sie schon seit der Schulzeit zusammen und inzwischen glücklich verheiratet. Sie hat ihren Traumjob als Lehrerin auf der Westlake High School und ist voll mit der Planung der nächsten Prom-Night beschäftigt. Alles ist bestens, bis sie ihrer ehemaligen Freundin Ashley begegnet, die als Wahrsagerin durch verschiedene Städte bummelt. Nach diesem Treffen fühlt sich Tilly irgendwie komisch und bricht später zusammen. In der Bewusstlosigkeit hat sie die Vision, dass ihr Vater betrunken gegen einen Baum fährt. Als wenig später dann ein Anruf aus dem Krankenhaus erfolgt, der genau das mitteilt, wird sie stutzig, denkt aber erst mal an einen Zufall. Aber eine weitere Vision folgt, die zeigt, dass Tyler seine Sachen packt und geht. Tilly bekommt Angst. Kann sie etwa doch in die Zukunft schauen? Und wenn ja, kann sie die Zukunft noch ändern?

_Kritik_

Bei dem Roman „Was im Leben zählt“ von Allison Winn Scotch plätschern die ersten Seiten etwas lieblos dahin. Erst passiert nichts wirklich Aufregendes. Die Ich-Erzählerin beschreibt ein wenig ihr momentanes Leben, wie schön es ist, wie wohl sie sich fühlt und wie sie die Prom-Night der Westlake High School plant. Man bekommt so generell erst mal einen positiven Eindruck über ihr Leben.

Nachdem Tilly aber ihre alte Schulfreundin Ashley getroffen hat, mit der sie jahrelang nichts zu tun hatte, wendet sich das Blatt. Es scheint doch nicht alles so toll zu sein, wie sie berichtet. Es kommt Schwung und Leben in die Geschichte, die Figuren nehmen Formen an. Ihre Mutter starb bereits, als Tilly noch ein Kind war, der Vater wurde danach alkoholabhängig und ihre kleine Schwester machte nur Probleme.

Man stellt nun fest, dass Tilly etliche Dinge verdrängt hat, die sie belastet haben. Erst als die Visionen auftreten, muss sie sich diesen wieder stellen. Auch scheint ihr Mann Tyler nicht so glücklich in der Kleinstadt zu sein, wie sie immer dachte. Er hat einen Traum, den er nun verwirklichen könnte, und lässt Tilly deswegen rücksichtslos hängen. Nun steht sie alleine da.

Nun erlebt man eine wirklich starke und sympathische Protagonistin, die versucht, dass Verlassensein irgendwie zu überwinden und sich ein eigenständiges Leben aufzubauen. Man fühlt in einigen Momenten wirklich mit ihr und wird hinein gesogen in die emotionale Szenerie. Zum Glück hat Tilly ihre beste Freundin und auch ihre Schwester, die sie in der schweren Zeit unterstützen.

Auch einige andere Charaktere, wie z. B. der Vater oder aber die beste Freundin der Protagonistin werden anschaulich dargestellt. Selbst über die Wahrsagerin Ashley erfährt man einiges, sodass sich später viele Dinge schlüssig zusammenfügen und man gespannt ist, wie die Geschichte sich entwickelt.

_Autor_

Allison Winn Scotch wurde 1973 in Charlottesville, Virginia, geboren. Sie arbeitet als Journalistin für diverse Zeitungen, Magazine und Websites. Mit dem berühmten Roman „Heute und ein Leben lang“ (rororo 24778) landete sie auf Anhieb einen Bestseller. Auch ihr zweiter Roman „Gestern fängt das Leben an“ (rororo 25223) schaffte es auf die Bestsellerliste der New York Times. Allison Winn Scotch lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in New York. (Quelle: Verlagsinfo)

_Fazit_

„Was im Leben zählt“ von Allison Winn Scotch ist eine locker und leichte Sommerlektüre. Die Sätze sind einigermaßen kurz gehalten und die Kapitel nicht allzu lang. Nach einem etwas langweiligen Beginn der Geschichte entfaltet sich im Laufe des Buches doch noch eine spannende Story. Ich war außerdem wirklich fasziniert von der toughen Protagonistin, die gegen die Hürden ihres Lebens ankämpft, um wieder glücklich zu werden. Auch war ich überrascht von dem Ende. Damit hätte ich nicht gerechnet. Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen.

|Taschenbuch: 329 Seiten
Originaltitel: The One That I Want
ISBN-13: 978-3499255922|
[www.rowohlt.de]http://www.rowohlt.de

_Nadine Stifft_

Kuipers, Alice – Vor meinen Augen

_Inhalt_

Seit dem schrecklichen Tag, der ihr Leben verändert hat, ist auch Sophie nicht mehr dieselbe. Sie ist schüchtern und zurückhaltend, bekommt Panikattacken und ist lieber für sich allein. Auch die Menschen, die ihr nahe stehen, wissen nicht, wie sie sich Sophie gegenüber verhalten sollen. Ihre beste Freundin Abi interessiert sich momentan sowieso nur noch für Partys und Jungs. Davon hält Sophie eigentlich gerade eher wenig. Sie trifft sich lieber mit der neuen Klassenkameradin Rosa-Leigh, die Gedichte schreibt. Vielleicht hat sie in Rosa-Leigh eine Freundin gefunden, mit der sie über die furchtbaren Dinge, die ihr widerfahren sind, reden kann?

_Kritik_

„Vor meinen Augen“ von Alice Kuipers ist als Tagebuch aufgebaut und wird durch die Protagonistin selbst erzählt. Die Erzählung beginnt erst ca. ein halbes Jahr nach dem einen „schrecklichen Ereignis“. Sophie beschreibt ihre eigenen Emotionen, ihr komisches Verhältnis zu ihrer Mutter und die angespannte Situation zu ihrer eigentlich besten Freundin Abi.

Der Leser wird sehr lange über den „furchtbaren Tag“ im Dunkeln gelassen, wodurch die Spannung an sich eine Weile hochgehalten wird. Aber je mehr Seiten vergehen, in denen man nicht erfährt, was geschehen ist, desto mehr strengt das Lesen an. Nach einer Weile war ich sogar etwas genervt, dass so viel „drum herum“ beschrieben wird und man nicht auf den Punkt kommt. Manchmal war ich geneigt, das Buch beiseitezulegen.

Als dann endlich das Aha-Erlebnis kam, war ich recht enttäuscht, da der „schreckliche Tag“ meines Erachtens nach aufgrund der vorher aufgebauten Erwartung zu kurz beschrieben wurde. Danach verpuffte die Spannung natürlich zusehends und die letzten Seiten dümpeln noch so vor sich hin.

_Autor_

Alice Kuipers wurde 1979 in London geboren, studierte in Manchester und lebt heute in Saskatoon in Kanada. Sie hat Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und als Radioproduktionen veröffentlicht. Ihr erster Roman „Sehen wir und morgen?“ erschien in 29 Ländern, wurde mehrfach ausgezeichnet und zu einem internationalen Bestseller. (Verlagsinfo)

_Fazit_

Generell ist es kein schlechtes Buch. Man sollte natürlich den Hintergrund des Buches, die Terroranschläge, nicht außer Acht lassen. Dies ist ein wichtiges Thema. Doch das Buch schleppt sich etwas schwerfällig dahin. Wie bereits geschrieben, ist ein Teil der Geschichte spannend, dennoch bin ich der Meinung, dass man den Leser nicht so lange auf die Pointe der Story warten lassen müsste. Oder man hätte zwischendurch ein paar Anhaltspunkte mehr geben können, sodass die Fantasie des Lesers etwas mehr angekurbelt wird. Für mich ist es kein Buch, das ich noch mal lesen müsste.

|Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
Originaltitel: Lost of Words
ISBN-13: 978-3-8414-2121-0|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de

_Nadine Stifft_

Grimbert, Pierre – Ruf der Krieger (Die Götter 1)

_|Die Götter|:_

Band 1: _“Ruf der Krieger“_
Band 2: „Das magische Zeichen“
Band 3: „Die Macht der Dunkelheit“ (12.12.2011)

Nachdem der französische Autor Pierre Grimbert mit „Die Magier“ und „Die Krieger“ bereits zwei erfolgreiche Buch-Reihen über die geheimnisvolle Insel Ji veröffentlichte, erzählt er in seiner dritten, „Die Götter“ benannt, nun von den Kindern der Protagonisten der Vorgänger-Zyklen.

„Ruf der Krieger“ setzt ca. 20 Jahre nach „Das Labyrinth der Götter“, dem letzten Band der „Dir Krieger“-Reihe, an. Viel ist in der Zwischenzeit passiert: Jal, die Wiege der Götter und Dämonen, wurde zerstört, die Welt liegt wieder in den Händen der Menschen, von denen kleine Gruppen jedoch weiterhin verzweifelt versuchen, Dämonen oder Götter zu beschwören. Die Helden der Geschichte haben sich zur Ruhe gesetzt und Familien gegründet.

Doch eines Tages werden ihre Sprösslinge Damián, Guederic, Lorilis, Josion, Maara, Najel und Souanne unter rätselhaften Bedingungen zusammengerufen und müssen sich damit auseinandersetzen, plötzlich von gefährlichen Kultanhängern mit seltsamen Symbolen auf der Stirn verfolgt zu werden. Ohne zu ahnen, warum sie von ihren Eltern zusammengebracht wurden und warum sie in großer Gefahr schweben, flieht die Gruppe zum Familiensitz eines ihrer Gefährten, um mehr über diese rätselhafte Entwicklung herauszufinden.

_Der erste Band_ des „Die Götter“-Zyklus ist für Leser, die die vorherigen Reihen nicht kennen, meiner Meinung nach wenig geeignet. Zwar dient eine kurze Einleitung, die die Story von „Die Magier“ und „Die Götter“ kurz zusammenfasst, dazu, den Leser in die Geschichte einzuführen und auch ein kleines Lexikon am Ende des Buches, das kurze Erklärungen zu allen Namen, Begriffen und Orten liefert, hilft beim Verstehen, doch selbst wenn man der Story folgen kann, so ist „Ruf der Krieger“ kein passender Einstieg in die Geschichte Jis.

Das Werk lässt sich meiner Meinung nach nämlich eher als eine Art Vorspiel zur eigentlichen Handlung betrachten, in dem die Figuren vorgestellt und einige Hintergründe erklärt werden, doch die Handlung dieses Buches selbst scheint bloß eine nette Beigabe, um die Erklärungen zu verpacken, die für Fans Grimbert vielleicht interessant sein mögen, neue Leser jedoch eher abschreckt: Recht musterhaft stellt Grimbert zunächst die einzelnen Figuren vor, charakterisiert sie und führt diese Stränge irgendwann zusammen. Die verunsicherten Personen misstrauen sich und behalten ihr Wissen und ihre Geheimnisse, die die Gruppe wirklich voranbringen würden, für sich, sodass sich die eigentliche Handlung langsam voranschleppt und lediglich durch die wenigen spannenden Stellen getragen wird. Und gerade dadurch, dass Grimbert den Spannungsbogen nur hin und wieder etwas anspannt, verliert man recht schnell die Lust am Lesen, was bei einem Buch von nicht einmal 300 Seiten normalerweise recht schwierig ist. Dennoch rauft man sich immer wieder auf, in der Hoffnung, die Geschichte würde irgendwann ihren Lauf nehmen, offensichtlich passiert das jedoch erst im zweiten Band der Reihe „Das magische Zeichen“. Positiv anzumerken ist jedoch, dass sich das Buch, besonders durch die einfache, verständliche Sprache und recht simple Satzstrukturen, sehr flüssig, leicht und deshalb verhältnismäßig schnell liest.

_Doch „Ruf der Krieger“_ bietet aber auch abseits der Sprache mit Sicherheit nicht nur Anlass zur Kritik, denn wie gesagt: Fans Grimberts, die mit den vorherigen Reihen bereits vertraut sind und sich deshalb nicht in die Vorgeschichte, die Personen und Orte einfuchsen müssen, finden am Auftakt der neuen Reihe des französischen Autors bestimmt Gefallen.

|Taschenbuch: 333 Seiten
Originaltitel: La volonté du démon
Ins Deutsche übertragen von Sonja Finck und Andreas Jandl
ISBN 978-3453527683|
[www.randomhouse.de/heyne]http://www.randomhouse.de/heyne

_Katharina Beck_

Jaffe, Michele – Wer schön sein will, muss sterben

„In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres – in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern.“

So geht es der 16-jährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung wieder – Stück für Stück. Jemand wollte sie töten – aber wer?

„Als wir ankamen, war die Party eine pulsierende Masse bunter, tanzender Körper, die sich teilte wie das Meer, als wir sie erreichten. Dabei schienen alle gleichzeitig aufzuatmen, als hätten sie auf uns gewartet. Kate, Langley und ich tanzten uns quer durch den Raum.

Ich erinnere mich genau an diesen Moment: Langley mit ihren hellblonden Haaren, Kate mit ihren honigbraunen und ich mit meinen rabenschwarzen. Ja, wie drei Märchenprinzessinnen. Ich dachte, das wäre mein Leben. Wie in einer Make-up-Werbung. Und es war perfekt.

Nur fünfeinhalb Stunden später werde ich halbtot in einem Rosenstrauch liegen.“ (Verlagsinfo)

_Meine Meinung_

Anfangs dachte ich, eine Teenie-Story mit ein bisschen Gewalt würde hier das beherrschende Thema sein, aber ich habe mich sehr geirrt.

Jane, eine verletzliche aber auch sehr naive junge Frau, kommt im Krankenhaus wieder zu sich. Gelähmt und ohne die Möglichkeit sich zu äußern, findet sie langsam den Weg zurück in die Gegenwart. Aber nicht nur sie findet zurück, sondern auch die Erinnerungen an den Abend, der ihr Leben verändert. Erinnerungsfetzen streifen durch ihr Gehirn, manchmal klar wie Wasser, manchmal trübe und unklar. Immer wieder besuchen sie ihre Familie, die Freunde, den Freund und irgendjemand spielt ihr übel mit. Telefonanrufe, Nachrichten am Spiegel und sonstige Geschenke geben Jane bald das Gefühl verrückt zu werden. Niemand glaubt ihr, glaubt an die Anrufe, die Nachrichten … Außer einer Person, die ihr am Ende vielleicht sogar das Leben rettet.

Die Sprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit sind mitunter anstrengend. Man versucht die Geschehnisse der Gegenwart zu begreifen, wird aber in der nächsten Szene in Janes Vergangenheit befördert. Aber diese Puzzleteilchen können Jane helfen, die Person zu finden, die ihr das Leben zur Hölle macht.

Janes Freundinnen, Langley und Kate, sind für mich oberflächliche, naive und manipulative Menschen, die nur für sich das Beste wollen, ohne an die Gefühle anderer zu denken. Zwar tun sie so, als wären ihre Freunde für sie das Wichtigste auf der Welt, aber mit der Zeit stellt sich heraus, dass Sie nur ihre eigenen Ziele verfolgen. Auch Janes Freund hat nur seine eigenen Interessen im Sinn, ohne an Jane zu denken. Mach dies oder ich verlasse dich, mach jenes oder ich mach Schluss.

Dass Drogen konsumiert werden und der leichtfertige Umgang, den die Schriftstellerin hier praktiziert, stößt mir sauer auf. Dieses Buch ist für Jugendliche, da sollte man als erwachsene Frau doch dran denken, was solche Szenen bei Jugendlichen bewirken können. So nach dem Motto: „Hey, es ist in Ordnung, dass ihr Marihuana raucht. Ist nicht schlimm, wenn ihr es macht.“

Was mich aber überrascht hat, an diesem Buch, ist die Geschichte an sich. Eine herausragende Spannung liegt im Buch, sodass man so lange liest, bis man erfährt, wer denn nur versucht Jane umzubringen. Man hat die ganze Zeit den einen oder anderen Verdächtigen, dann kommt eine Wendung, die man nicht erwartet hat, und dann steht plötzliche eine andere Person als Verdächtiger im Scheinwerferlicht. Am Ende bin ich nicht auf den Mörder gekommen, man sieht also, das Konzept der Schriftstellerin, die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten, hat funktioniert.

_Die Autorin_

Michele Jaffe ist in Los Angeles, Kalifornien, aufgewachsen. Sie hat in Harvard studiert und im Fach Vergleichende Literaturwissenschaft promoviert. Danach wollte sie eigentlich FBI-Agentin werden, ist dann aber doch beim Schreiben gelandet. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Las Vegas. (Verlagsinfo)

_Fazit_

Ein sehr gutes Buch, nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Leute, die mal einen Krimi lesen wollen, der nicht beinhart ist, sondern auch mal durch ihre naiven Protagonisten überzeugen kann. Die Handlung an sich ist auch sehr gut und man legt das Buch so schnell nicht aus der Hand. Lesevergnügen ist also garantiert.

|Gebunden: 448 Seiten
Originaltitel: Rosebush
In Deutsche übertragen von Astrid Gravert
ISBN-13: 978-3841421203|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de
[www.michelejaffe.com]http://www.michelejaffe.com

_Annika Nett_

Jordan, Sophie – Brennender Kuss (Fireflight 1)

_Die |Firelight|-Trilogie:_

Band 1: _“Brennender Kuss“_
Band 2: „Vanish“ (06.09.2011, noch ohne dt. Titel)
Band 3: – nur angekündigt –

_Die Handlung:_

Als sie Will zum ersten Mal sieht, flieht Jacinda vor dem Jungen mit den haselnussbraunen Augen. Denn sie hat ein Geheimnis: Sie ist eine Draki, ein Mädchen, das sich in einen Drachen verwandeln kann. Nur in ihrem Rudel, hoch oben in den Bergen, glaubt sich Jacinda sicher. Sicher vor den Drachenjägern, die es auf ihre schillernde Haut und ihr purpurfarbenes Blut abgesehen haben. Doch im Rudel braut sich Unheil zusammen. Hat es damit zu tun, dass Jacinda den gut aussehenden Cassian, den zukünftigen Leitdrachen, heiraten soll?

Ihre Mutter verschweigt ihr etwas, als sie bei Nacht und Nebel das Dorf verlassen. Todunglücklich beginnt Jacinda ein neues Leben. Da trifft sie Will wieder und Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ihre Liebe darf nicht sein – denn Will ist ein Drachenjäger … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Das Besondere an ‚Firelight‘ ist eigentlich weniger die Geschichte an sich, sondern vielmehr die exotische Thematik. Die Autorin beschäftigt sich mit Drakis, Wesen, die einmal Drachen waren, und die sich zu ihrem Schutz in Menschen verwandeln können. In dieser Form bleibt Jacinda, die Protagonistin, auch die meiste Zeit, da es überwiegend für sie nicht sicher genug ist, sich zu verwandeln. Das liegt vor allem an den Feinden der Drakis, den Drachenjägern sowie den Enkos. Allerdings erfährt man beinahe gar nichts über die Feinde der Drakis, abgesehen von den Jägern, zu denen Jacinda notgedrungen Kontakt hat.

Die Charaktere fand ich jedoch alle sehr interessant und sympathisch. Sie erhalten genug Tiefe und man merkt, dass es sich um verschiedene Persönlichkeiten handelt. Jacinda scheint zum Beispiel stark und stur, Cassian ist eher ein reiner Macho und Tamra verletzt und egoistisch.

Ansonsten bleibt die Geschichte aber durchweg sehr spannend und aufregend, was wohl, aber nicht nur, auch an den Drakis liegt. Denn es gibt verschiedene. Jacinda kann beispielsweise Feuer speien, Cassian ist unglaublich stark und Jacindas Mutter kannte sich früher bestens mit Kräutern und ihrer Wirkung aus. Genau das gibt den Drakis noch das gewisse Etwas, da jeder seine eigene Fähigkeit einsetzten kann.

Das Cover ist wunderschön. Wenn man das Buch erst einmal in den Händen hält, sieht es sogar noch besser aus, denn der Umschlag erscheint wie aus Drakischuppen und schimmert sanft. Abgesehen von der treffenden Abbildung von Jacinda, gefällt es mir auch, dass der Titel hier keineswegs zerschunden wurde. Der Titel wurde aus dem englischen übernommen und passt meiner Meinung auch perfekt zu dem ersten Band!

_Die Autorin:_

Sophie Jordan wuchs im Hügelland von Texas auf, das sie schon früh zu Geschichten über Drachen, Kämpfer und Prinzessinnen inspirierte. Neben Literatur für Jugendliche verfasst die ehemalige Highschool-Lehrerin auch historische Romane. Wenn sie nicht gerade schreibt, verbringt sie ihre Zeit gerne mit der Aufnahme von zu viel Koffein (am liebsten in Form von Latte macchiato und Cherry Cola) und bespricht Handlungsstränge mit jedem, der zuhört – ihre Kinder eingeschlossen. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie in Houston.

Bei Loewe erscheint mit „Firelight – Brennender Kuss“ ihr Debüt in Deutschland. Es ist der Auftakt einer emotions- und spannungsgeladenen Paranormal-Romance-Trilogie, die durch originelle Charaktere und eine starke Liebesgeschichte besticht. (Verlagsinfo)

_Mein Fazit:_

‚Firelight: Brennender Kuss‘ ist der Auftakt einer fantastischen Trilogie mit spannenden Wesen. Sophie Jordans Charaktere sind glaubwürdig und fassettenreich. Der flüssige Schreibstil macht ‚Firelight‘ zu einem absoluten Lesegenuss.

|Gebundene Ausgabe: 376 Seiten
Originaltitel: Firelight
Aus dem Amerikanischen von Julia Sroka
ISBN 978-3-7855-7045-6|
[www.loewe-verlag.de]http://www.loewe-verlag.de

_Lisa Kespohl_

Leimbach, Alida – Wintergruft

_Inhalt_

Der Pfarrer Udo Meierbrink wohnt zusammen mit seiner Frau Heike in der Gemeinde Sandfelde unweit von Osnabrück, wo sie sich eine Pfarrstelle teilen. Eines Tages findet Heike heraus, dass Udo eine Affäre hat. Nach einem heftigen Streit setzt sie sich wütend und verletzt in ihr Auto und braust davon. Das war das letzte Mal, dass Udo sie gesehen hat. Am nächsten Morgen findet er einen Abschiedsbrief, in dem sie ihm mitteilt, dass sie sich von ihm trennen will. Udo zweifelt aber an der Echtheit des Briefes und ihn überkommt ein sehr ungutes Gefühl. Er geht zur Polizei, um seine Frau als vermisst zu melden. Dort wird er aber nur belächelt. Dennoch wird die Vermisstenanzeige aufgenommen, die erst mal einfach im Aktenschrank verschwindet. Allerdings wird nach einiger Zeit das Auto von der Pfarrerin verlassen auf einem Pendlerparkplatz gefunden, in dem ein blutverschmierter Drehmomentschlüssel liegt. Endlich fängt die Polizei an, zu ermitteln …

_Kritik_

„Wintergruft“ von Alida Leimbach ist ein gut zu lesender und interessanter Kriminalroman, der aus der Sicht eines Beobachters geschrieben wurde. Die Kapitel sind kurz gehalten und die Sätze flüssig und verständlich.

Toll finde ich, dass von verschiedenen Charakteren das Umfeld und die Gefühle dargestellt werden. Da wäre zum einen der Pfarrer, Udo Meierbrink, der eindeutig die Hauptperson des Buches ist. Eigentlich liebt er seine Frau schon länger nicht mehr und ist seiner Geliebten verfallen. Nach dem Verschwinden seiner Frau macht er sich dennoch sehr große Sorgen und denkt des Öfteren an sie. Dann gibt es die ehrgeizige und egoistische, aber dennoch nette Nadine Wagenbach. Sie ist die Geliebte des Pfarrers und hofft auf eine gemeinsame Zukunft mit ihm. Einige Dinge werden auch aus Sicht der überaus neugierigen und aufdringlichen Eva Siebkötter beschrieben. Diese ist die Putzfrau der Meierbrinks und steckt überall ihre Nase rein. Sie putzt eigentlich immer nur dort, wo sie meint, etwas Interessantes zu finden. Des Weiteren erfährt man auch etwas aus dem Leben der zwei ermittelnden Polizisten, Birthe Schöndorf und Daniel Brunner, beruflich wie auch privat. Beide Charaktere finde ich sehr sympathisch.

Insgesamt werden die Protagonisten mit Ihrem Gefühlsleben und Handeln gut beschrieben. Vieles kann man sich bildlich gut vorstellen. Zuerst ist es allerdings nicht ganz einfach, die Personen alle zuzuordnen, aber nach einer kurzen Zeit des Einlesens wird es durchsichtiger. Sobald man die Charaktere miteinander verknüpfen kann, liest sich das Buch sehr leicht. Je mehr man gelesen hat, desto spannender wird die Geschichte.

Außer der am Anfang etwas wirren Darstellung der Personen, kann ich persönlich keine weitere negative Kritik äußern. Zum Schluss konnte ich das Buch kaum noch beiseitelegen, da ich endlich wissen wollte, wie es ausgeht.

_Autor_

Alida Leimbach, geboren 1964 in Lüneburg und aufgewachsen in Osnabrück, lebt heute mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main. Nach einigen Jahren beruflicher Tätigkeit als Übersetzerin studierte sie noch einmal: evangelische Theologie, Germanistik und Englisch. Alida Leimbach ist Mitglied der Autorenvereinigung „Mörderische Schwestern“. Mit „Wintergruft“ gibt sie ihr Debüt als Romanautorin. (Verlagsinfo)

_Fazit_

„Wintergruft“ von Alida Leimbach ist eine fesselnde Geschichte, die es auf jeden Fall zu lesen lohnt. Für mich vielleicht nicht zuletzt auch aus dem Grund, dass ich Osnabrück kenne und somit einige beschriebene Orte persönlich schon gesehen habe.

Super ist, dass man wirklich bis zum Schluss nicht weiß, ob die vermisste Pfarrerin vielleicht doch noch lebt oder wer der eventuelle Mörder sein könnte. Ich hatte zwischendurch den einen oder anderen beim Lesen des Buches in Verdacht, aber keiner von denen war es letztendlich.

Es ist ein wirklich gelungener Kriminalroman mit einem überraschenden Ende.

|Taschenbuch: 470 Seiten
ISBN-13: 978-3839212011|
[www.gmeiner-verlag.de]http://www.gmeiner-verlag.de

_Nadine Stifft_

Flinn, Alex – Kissed

_Schwere Zeiten stehen für_ den 17-jährigen Johnny und seiner Mutter an. Sie nehmen in ihrem Schustergeschäft nicht genügend Geld ein und können den Strom zuhause nicht mehr bezahlen. Johnny arbeitet Tag und Nacht, doch auch das reicht kaum aus. Aber auch diese Pechsträhne hat ein Ende, als Johnny im Hotel auf Prinzessin Victoriana trifft, die ihm ein Angebot macht, dass er kaum ablehnen kann.

Prinzessin Victoriana erzählt ihm, dass ihr Bruder, Prinz Philippe, in einen Frosch verwandelt wurde und seitdem spurlos verschwunden ist. Sie gibt Johnny den Auftrag, ihren Bruder zu finden, damit ihr das Schicksal erspart bleibt, den verfeindeten Prinz Wolfgang zu heiraten. Als Dank dürfte Johnny Prinzessin Victoriana heiraten und seine finanziellen Probleme wären auf einen Schlag gelöst. Johnny macht sich auf die Suche nach Prinz Philippe und erhält dabei Hilfe, die er nicht erwartet hat …

_Nachdem mich Alex Flinn_ bereits mit „Beastly“ sehr begeistert hat, konnte ich ein weiteres Buch von ihr kaum erwarten. Als ich „Kissed“ dann zum ersten Mal in den Händen hielt und die ersten beiden Kapitel gelesen habe, kamen mir jedoch schon die ersten Zweifel, ob dieses Buch wirklich das Richtige für mich ist.

Damit möchte ich nicht sagen, dass das Buch schlecht ist, im Gegenteil. Die Geschichte ist im Prinzip ganz ansehnlich und auch die Ideen der Autorin wurden hierbei gut umgesetzt, allerdings wollte der Funke nie so ganz überspringen, was ich ein wenig schade finde.

Der Schreibstil ist gewohnt gut und durch die kurzen Kapitel ist das Buch schnell zu lesen. Die Idee, an jedem Kapitelanfang ein Märchenzitat einzubauen, hat mir gut gefallen, vor allem, weil diese Zitate immer zur jeweiligen Situation gepasst haben. Dagegen gestört haben mich die unzähligen Schuhzitate irgendwelcher Designer, die ich nicht gebraucht hätte. Dadurch wirkten die Dialoge zwischen Meg und Johnny zum Teil sehr langatmig. Ebenfalls etwas langatmig wirkten die Dialoge zwischen Johnny und Prinzessin Victoriana. Zwar sind beide recht interessante und vielseitige Charaktere, allerdings hat mich Prinzessin Victorianas Akzent hier enorm gestört. Hier wäre es deutlich besser gewesen, wenn die Autorin einfach erwähnt hätte, dass Victoriana einen Akzent hat, statt diesen ständig in die Dialoge einzubauen. Dadurch wirkte alles eher verkrampft.
Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen.

Mit den Charakteren konnte mich Alex Flinn jedoch begeistern. Johnny ist für seine 17 Jahre sehr reif und vernünftig und er weiß genau, was er mit seinem Leben anstellen will. Er arbeitet im Schusterladen seiner Mutter und träumt von einer Karriere als Schuhdesigner. Das Talent hat er, allerdings fehlt ihm dafür das Geld. Da auch seiner Mutter das nötige Geld fehlt, arbeitet er beinahe rund um die Uhr, nur um Geld für sich und seine Mutter zu verdienen. Mit Prinzessin Victorianas Angebot sieht er seine Probleme in Luft auflösen, agiert dabei jedoch ein wenig blauäugig, da er sie nur wegen des Geldes und ihrer Schönheit heiraten möchte.

Prinzessin Victoriana tritt hier als Nebenrolle auf, die so ziemlich jedes Klischee erfüllt, welches man von einer Blondine erwartet. Sie stellt sich absichtlich unwissend und betrunken, nur um ihre Rolle in den Medien zu erfüllen. Hier musste ich spontan immer an Paris Hilton denken.

Sehr positiv aufgefallen ist mir Meg, die trotz vieler Rückschläge zu Johnny hält und ihm hilft, obwohl ihr bewusst ist, dass sie durch ihre Hilfe ihren besten Freund evtl. ganz verlieren könnte. Sie arbeitet mindestens genauso hart wie Johnny und ist um keinen Spruch verlegen.

Die Idee, hierbei sprechende Tiere mit in die Geschichte einfließen zu lassen, ist ein klarer Pluspunkt. Vor allem die Umsetzung und das Zwischenspiel zwischen Johnny und den Tieren haben mir gut gefallen. Die Forderungen der Tiere sind zwar nicht immer nachvollziehbar, aber dennoch passend, wenn man die Geschichte vollständig betrachtet.

Die Covergestaltung ist ein absoluter Hingucker und springt sofort ins Auge. Der Frosch könnte passender nicht sein und ich kann mir hierfür kaum ein besseres Cover feststellen. Das satte Grün und der grau-schwarze Hintergrund passen sehr gut zusammen.

_Fazit:_

„Kissed“ konnte mich trotz der Fantasyelemente nur mäßig begeistern und blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Da mich „Beastly“ jedoch umgehauen hat, gebe ich der Autorin noch eine weitere Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen. Für Märchenfans ist dieses Buch jedoch empfehlenswert.

|Hardcover: 368 Seiten
Originaltitel: Cloaked
Ins Deutsche übertragen von Sonja Häußler
ISBN 978-3833900211|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de
[www.alexflinn.com]http://www.alexflinn.com

_Sabrina Reithmacher_

Ingemarsson, Kajsa – große Glück kommt nie allein, Das

_Inhalt_

Bei der Schriftstellerin Stella Friberg läuft momentan alles gut: Sie ist erfolgreich und schreibt an ihrem zehnten Buch, sie hat eine neue Eigentumswohnung, genug Geld und eine intakte Beziehung. Sie überlegt sogar, den nächsten Schritt zu wagen und mit ihrem Lebensgefährten Frederik in eine Wohnung zu ziehen. Gerade als Stella ihm diese freudige Nachricht überbringen möchte, erwischt sie ihn beim Sex mit jemand anderem. Ihre so kleine perfekte Welt bricht zusammen. Sie verschanzt sich tagelang zu Hause, bringt keinen einzigen Satz aufs Papier und zu allem Überfluss gibt es nun auch noch einen Wasserschaden in ihrer Wohnung.

Leider sind alle Handwerker in der nächsten Zeit nicht abkömmlich, sodass sie die Hoffnung auf eine schnelle Reparatur des Schadens schon fast aufgibt. Lediglich ein Handwerker kann direkt am nächsten Tag vorbeikommen, um sich das Dilemma anzuschauen, da ihm gerade ein Kunde abgesprungen ist.

Johnny ist nicht gerade der Typ Mann, den Stella sich als Handwerker vorgestellt hat: kaum älter als Mitte zwanzig, glatzköpfig und mit Goldohrringen. Als er ihr dann noch verkündet, dass er ihr neu gefliestes Badezimmer wahrscheinlich komplett aufreißen muss, ist sie der Verzweiflung nahe.

Doch Johnny ist nicht nur handwerklich begabt, sondern auch einfühlsam und hilft Stella in den nächsten Wochen auf seine ganz eigene Art und Weise wieder auf die Beine …

_Kritik_

„Das große Glück kommt nie allein“ von Kajsa Ingemarsson ist eine Liebesgeschichte, die man gelesen haben sollte. Sie ist aus der Sicht eines Beobachters geschrieben. Die Sätze sind meist kurz und leicht zu lesen, die Entwicklung der Geschichte ist nachvollziehbar und die Charaktere sind schlüssig miteinander verknüpft.

Da die Protagonistin in diesem Buch eine Schriftstellerin ist, wurden Passagen aus dem von ihr geschriebenen Werk mit in das Buch eingebunden, sodass sich eine kleine Geschichte in der Geschichte ergibt. Dies finde ich nicht besonders gelungen, da sich erstmal kein wirklicher Zusammenhang zwischen den beiden Erzählungen erschließt. Die Ausschnitte des von Stella geschriebenen Buches sind meines Erachtens manchmal etwas zu lang gezogen und reißen den Leser aus der eigentlichen Handlung heraus.

Dennoch wird die Spannung durch einige gut gewählte Kapitelenden hochgehalten, sodass man das Buch kaum zur Seite legen kann.

_Autorin_

Kajsa Ingemarsson hat 2002 ihren ersten Roman veröffentlicht. Zuvor hat sie als Übersetzerin und Radiomoderatorin gearbeitet. Ihre Bücher erscheinen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und werden von der Kritik sehr gelobt. Die Autorin lebt mit Mann und zwei Töchtern südlich von Stockholm. (Quelle: Wikipedia)

_Fazit_

„Das große Glück kommt nie allein“ von Kajsa Ingemarsson ist ein äußerst gelungener Roman, der viele Frauenherzen erobern wird. Durch die zwei sympathischen Protagonisten Stella und Johnny und die gelungene und detaillierte Beschreibung der sich entwickelnden Gefühle füreinander ist es eine leicht zu lesende und fesselnde Lektüre. Da kann man über die eingeschobenen Passagen des von der Protagonistin geschriebenen Romans locker hinwegsehen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

|Taschenbuch: 576 Seiten
Originaltitel: Bara vanligt vatten
ISBN-13: 978-3596185887|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de

_Nadine Stifft_

Evanovich, Janet – Kuss mit Soße (Stephanie Plum 15)

_|Stephanie Plum|_

Band 01: „Einmal ist keinmal“
Band 02: „Zweimal ist einmal zu viel“
Band 03: „Eins, zwei, drei und du bist frei“
Band 04: „Aller guten Dinge sind vier“
Band 05: „Vier Morde und ein Hochzeitsfest“
Band 06: „Tödliche Versuchung“
Band 07: „Mitten ins Herz“
Band 08: „Heiße Beute“
Band 09: Reine Glückssache“
Band 10: „Kusswechsel“
Band 11: „Die Chaos-Queen“
Band 12: „Kalt erwischt“
Band 13: „Ein echter Schatz“
Band 14: „Kuss mit lustig“
Band 15: _“Kuss mit Soße“_

Stephanie Plum kennt das Rezept für Desaster nur zu gut: Man nehme einen Mord an einem bekannten Fernsehkoch, dazu ihre exzentrische Kollegin Lula als Zeugin und ein Preisgeld von einer Million Dollar für jeden Hinweis auf den Mörder. Einmal umrühren und fertig ist das Chaos! Aber Stephanie behält einen kühlen Kopf, obwohl sie zusätzlich zu ihrem Job als Verbrecherjägerin noch eine Nebenbeschäftigung in der Sicherheitsfirma ihres attraktiven Kollegen Ranger angenommen hat. Jemand scheint dort vertrauliche Daten zu entwenden, um dann bei Klienten einbrechen zu können. Stephanie soll sich nun unauffällig bei Rangers Mitarbeitern umhören und die Sicherheitslücke finden. Mord zum Frühstück und Spione zum Dessert – Stephanie ist in ihrem Element! (Verlagsinfo)

_Meine Meinung_

Janet Evanovich hat mal wieder ihr Talent fürs Komische unter Beweis gestellt. Dieser Band der Serie ist einer der lustigsten, die ich je gelesen habe.

Stephanie Plum ist mal wieder da, um ihrer Freundin Lula und ihrem Immer-mal-wieder-Kuschelfreund Ranger zu helfen. Lula sieht eines Abends den Mord an einem bekannten Fernsehkoch, danach sind die Killer hinter ihr her. Dabei wird viel gebraten, gekocht und gegrillt, jedenfalls wirds versucht. Dass auch noch ein Mann dabei ist, der lieber in Frauenkleidern rumläuft, ist dabei noch so eine lustige Nebensache.

Rangers Geschichte ist dagegen schon viel komplizierter. Da versucht jemand, seine Firma und seinen guten Ruf zu vernichten, und da bittet er gerade Stephanie um Hilfe. Natürlich stellt er ihr wieder Autos zur Verfügung. Und alle, die die Serie schon kennen, werden ahnen, was mit ihnen passiert. Natürlich knisterst es ordentlich zwischen den beiden, sodass man meinen könnte das Buch stünde in Flammen, aber Frau Evanovich lässt sich immer wieder lustige Szenen einfallen, wie Stephanie sich herauswinden kann.

Natürlich ist auch Morelli wieder dabei, wenn auch nur in wenigen Szenen. Stephanies Familie darf sich auch wieder im Buch beweisen.

_Fazit_

Ein absolutes Muss für alle Janet-Evanovich- und „Stephanie Plum“-Fans. Von 5 Sternen bekommt dieses Buch 4,5.

|Broschiert: 316 Seiten
Orginaltitel: Finger Lickin‘ Fifteen
Ins Deutsche übertragen von Thomas Stegers
ISBN-13: 978-3442546688|
[www.randomhouse.de/manhattan]http://www.randomhouse.de/manhattan/index.jsp
[www. janetevanovich.de]http://www.janetevanovich.de

_Annika Nett_

Smith, Lisa J. – dunkle Gabe, Die (Visionen der Nacht 1)

_|Visionen der Nacht|:_

Band 1: _“Die dunkle Gabe“_
Band 2: „Der geheime Bund“
Band 3: „Der tödliche Bann“

_Kaitlyn, genannt Kait,_ hat es in der Kleinstadt Thoroughfare nicht leicht. Sie ist eine Außenseiterin, die von ihren Mitschülern und den anderen Bewohnern als Dorfhexe bezeichnet wird. Schuld daran ist ihre Gabe, Bilder aus der Zukunft zu sehen. Ihr größter Wunsch ist, aus der Kleinstadt zu entkommen und noch einmal völlig von vorne anzufangen. Die Gelegenheit erhält sie kurz darauf, als sie zur Schuldirektorin gerufen wird.

Hier erwartet sie die Forscherin Joyce, die Kait bei einem angeblichen Schultest untersucht hat. Sie erhält das Angebot, für ein Jahr nach Kalifornien zu gehen, um dort an einem Forschungsprojekt teilzunehmen.

Hierbei lernt sie die gleichaltrigen Teenager Anna, Rob, Lewis und Gabriel kennen, mit denen sie zusammen im parapsychologischen Institut lebt und zur Schule geht. Schnell freunden sie sich untereinander an, nur Gabriel schottet sich von der Gruppe ab und will für sich sein.

Kait lebt sich in ihrer neuen Umgebung schnell ein, merkt aber auch, dass hier etwas nicht stimmt. Zusammen mit ihren Freunden versucht sie herauszufinden, was es mit dem Institut wirklich auf sich hat. Doch die Entdeckung, die sie dabei machen, ist noch viel schrecklicher, als sie jemals ahnen konnten …

_Nachdem Lisa J. Smith_ zuletzt mit den letzten Bänden der „Vampire Diaries“-Reihe enttäuscht hat, war ich hier zunächst skeptisch. Allerdings wurden meine Zweifel schnell in Luft aufgelöst, denn die Autorin kehrt hier zu ihrer gewohnt guten Leistung zurück.

„Die dunkle Gabe“ ist der Auftakt der „Visionen der Nacht“-Trilogie, die sich mit den paranormalen Fähigkeiten von Kait und ihren Freunden Rob, Anna, Lewis und Gabriel beschäftigt.

Im Prinzip ist die Idee mit den paranormalen Fähigkeiten nicht neu, da die Ideen jedoch allesamt gut umgesetzt wurden, wird hier ein kurzlebiger Lesespaß garantiert.

Der Schreibstil weiß hier zu gefallen. Obwohl die Geschichte bereits 1994 im Original veröffentlicht wurde, wirkt sie dennoch sehr modern und kann mit ihren Charakteren und einer guten Handlung überzeugen. Die Geschichte liest sich flüssig und durch die mittelgroße Schrift fliegt man nur so durch die Seiten. Die Geschichte strahlt eine düstere Stimmung aus und kann die nötige Spannung erzeugen. Neben dem nötigen Spannungsbogen, werden Fantasyelemente gut und an den richtigen Stellen eingebaut. Auch eine zaghafte Liebesgeschichte ist hier zu finden, die besonders Teenagerherzen höher schlagen lässt.

Vor allem die Charaktere stechen hier besonders heraus. Obwohl man einige Protagonisten nur oberflächlich kennenlernt, wissen sie zu überzeugen. Alle sind durch ihre Gabe in ihrem normalen Umfeld zu Außenseitern geworden und konnten nur schwer bis gar nicht mit ihren paranormalen Fähigkeiten umgehen.

Besonders auffällig sind hierbei Gabriel und Kait, die ihre Gabe zwar anerkennen, aber sehr unkontrolliert damit umgehen können. Während Gabriel sich selbst als „energieraubenden Vampir“ bezeichnet, kann Kait bestimmte Bilder von Ereignissen in ihrem Kopf hervorrufen, die noch nicht geschehen sind. Allerdings weiß sie nicht, wann die Ereignisse eintreten. Ihre Bilder zeichnet sie detailliert auf. Hier kommt auch ihre Liebe zur Malerei gut zur Geltung.

Andere Charaktere, wie die Teenager Anna, Lewis und Rob sowie die Institutsmitarbeiter Joyce, Mr, Zete und Marisol kommen hier ein wenig zu kurz und man lernt sie nur wenig kennen. Da es sich hier aber wie bereits genannt um eine Trilogie handelt, erwarte ich hier noch eine Weiterentwicklung aller Protagonisten.

Sehr verwirrend ist hier jedoch das Cover, aus dem man nicht wirklich schlau wird. Zwar schafft es das Bild, die düstere Stimmung der Geschichte widerzuspiegeln, allerdings ist mir nicht klar, wer die Person auf dem Bild überhaupt sein soll. Wenn man sich die Kurzbeschreibung durchliest und sich dann das Cover anschaut, geht man spontan davon aus, dass hier Kait abgebildet ist. Da Kait jedoch graue Augen und rötliche Haare hat, fällt auch sie als Vorlage weg. Kein Protagonist passt zu dem Covermädchen, sodass hier unnötiges Potenzial verschenkt wurde.

_Fazit:_

Mit dem Trilogie-Auftakt „Die dunkle Gabe“ ist Lisa J. Smith zu ihrer alten Form zurückgekehrt und begeistert mit einer guten Handlung und tollen Charakteren, die für die nötige Stimmung sorgen und tolle Lesestunden versprechen.

|Taschenbuch: 304 Seiten
Originaltitel: Dark Visions #1 – The Strange Power
Ins Deutsche übertragen von Anne Emmert
ISBN 978-3570380000|
[www.randomhouse.de/cbt]http://www.randomhouse.de/cbt/
[www.ljanesmith.net]http://www.ljanesmith.net/www/

_Sabrina Reithmacher_

_Lisa J. Smith bei |Buchwurm.info|:_
|Night World|:
Band 1: [„Engel der Verdammnis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6012
Band 2: [„Prinz des Schattenreichs“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6013
Band 3: [„Jägerin der Dunkelheit“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6014

|The Vampire Diaries|:
Band 1: [„Im Zwielicht (Hörbuch)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6739

Pflieger, Kerstin – Alchemie der Unsterblichkeit, Die

_Die Handlung:_

Den jungen Gelehrten Icherios Ceihn packt die Angst. Niemals zuvor ist er durch diese finsteren Lande gefahren, noch nie hat er ein Irrlicht gesehen. Es ist das Jahr 1771 und Icherios auf dem Weg in den tiefsten Schwarzwald, um eine brutale Mordserie aufzuklären. Im Dorf erwartet ihn schon eine seltsame Ansammlung aus Vampiren, Werwölfen und Menschen, die alles andere als friedfertig ist. Und ein Mord folgt auf den nächsten …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Ich gebe zu, dass ich mit einem Vampirroman à la Edward Cullan gerechnet habe, jedoch bin ich angenehm überrascht worden, da in diesem Buch kein Vampir glitzert oder einfühlsam ist, in diesem Buch sind die Vampire, Werwölfe und Irrlichter wirklich böse.

Man kann sich sehr leicht in diesen Roman reinlesen, da man gleich ab der ersten Seite einen guten Bezug zu dem Protagonisten herstellt. Das Buch ist aus der Sicht des Inspektors Icherios Ceihn geschrieben, der durch seine Tollpatschigkeit und seinen zweifelnden Wissenschaftler-Gedanken dem Leser sehr sympathisch wird.

Dieser junge Mann, der eigentlich ein Medizinstudium beginnen möchte, wird nun in den Schwarzwald geschickt, um eine geheimnisvolle Mordserie aufzuklären und um den Mörder zu finden. Der Leser wird dabei animiert mitzurätseln, da dieser Ort voller Lügen und Geheimnisse steckt, sodass bis zum Ende unklar ist, wer der Täter ist und so die Spannung die ganze Zeit erhalten bleibt.

Ab und an wird die eigentliche Geschichte mit Monologen des Täters unterbrochen, welche den Leser oft auf eine falsche Fährte locken, doch später setzen sich die Puzzleteile zusammen und der Mörder muss nur noch gestellt werden. Dabei müssen jedoch Vampire, Werwölfe und Menschen zusammenarbeiten, doch unter ihnen ist Misstrauen gesät worden. So fiebert der Leser mit, er hofft, dass dieser nicht der Mörder ist, sondern lieber jener und so bleibt dieses Buch spannend bis zum Schluss.

Einzig die Vorgeschichte der Kanzlei, in dessen Auftrag Icherios in den Schwarzwald geschickt wird, bleibt ungewiss, ein paar Erläuterungen zu dieser Kanzlei wären schön gewesen, aber vermutlich klärt sich das im nächsten Teil der Serie auf.

_Die Autorin:_

Kerstin Pflieger wurde 1980 in eine Surferfamilie hineingeboren. Durch Reisen an die Küsten Europas, Afrikas und Asiens lernte sie unterschiedliche Kulturen und Denkweisen kennen. Nach dem Abitur studierte sie Biologie in Heidelberg und arbeitet unter anderem für ein Institut zur biologischen Stechmückenbekämpfung. Kerstin Pflieger lebt mit ihren Hunden im Landkreis Heilbronn.
(Verlagsinfo)

_Mein Fazit:_

„Die Alchemie der Unsterblichkeit“ ist eine total andere Vampir-Werwolf-Geschichte, als wir sie bisher kennen. Sie gibt dem Leser viele Rätsel auf, beinhaltet viele mystische Figuren, bietet Spannung und facettenreiche Charaktere, sodass dem Leser ein paar erfrischend unterhaltsame Lesestunden geboten werden.

Der zweite Teil der Serie erscheint bereits im Dezember 2011 unter dem Namen „Der Krähenturm“.

|Taschenbuch: 352 Seiten
ISBN: 978-3-442-47483-7|
[www.randomhouse.de/goldmann]http://www.randomhouse.de/goldmann

_Lisa Kespohl_