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S. J. Watson – Ich. Darf. Nicht. Schlafen

_Die Handlung:_

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit? Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt, sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Beim Klappentext fühlte ich mich sofort an die Filme „Memento“ und „50 erste Dates“ erinnert. Dennoch war ich interessiert, weil ich auf diese Thematik schon länger nicht mehr gestoßen bin und sehen wollte, wie der Autor sie in seinem Erstlingswerk angeht. „Memento“ hat er nach eigenen Angaben tatsächlich gesehen, aber seine Inspiration zu dem Buch kam durch eine tatsächliche Geschichte, von der er gelesen hatte. Ein Mann hatte nach einem chirurgischen Eingriff, der seine Epilepsie heilen sollte, die Fähigkeit zur Erinnerungsbildung verloren.

Ich hätte nicht erwartet, dass mich die Geschichte, bei dieser recht simplen Prämisse, so stark in seinen Bann ziehen würde. Vor allem tat sie das unglaublich schnell. Wenn ich die Buchausgabe vor mir gehabt hätte, dann hätte ich mein Lesetempo stetig gesteigert, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht und vor allem, wie es überhaupt zu der Amnesie gekommen ist.

So war ich Andrea Sawatzki ausgeliefert und das war ich gern. Schon mit den ersten Sätzen hatte sie mich an die Geschichte gefesselt. Verstört, verängstigt, verärgert, verzweifelt, verwirrt … die Sprecherin transportiert die Gefühle der Protagonistin von der ersten Sekunde an perfekt ins Ohr des Hörers. Die Leinwand im Kopfkino wird hell und die Spannung lässt den Hörer nicht mehr los.

Die Geschichte ist in drei Teile aufgesplittet, alle werden aus Sicht von Christine erzählt, sodass der Hörer auch nicht mehr weiß als sie. Der erste Teil spielt im Jetzt, direkt nachdem Christine (mal wieder) ohne Erinnerung an die letzten Jahre aufgewacht ist und befasst sich mit ihren ersten verwirrten Stunden in einem Leben und einem Körper die ihr fremd sind. Das dauert etwa 50 Hör-Minuten. In den nächsten Stunden bekommen wir 14 Tage aus ihrem Tagebuch erzählt, das sie für sich selbst angelegt und vor ihrem Mann versteckt hat. Wieso sollte sie das tun? Das fragt sich nicht nur der Hörer, sondern sie sich auch selbst! Mit dem Wissen des Tagebuchs gehts dann für den Hörer und die Protagonistin wieder zwei Stunden lang zurück ins Jetzt und in den Endspurt, der vor Spannung kaum zu ertragen ist.

Ich hatte erwartet, dass der Tagebuch-Teil ein wenig langweiliger wird, grad, weil er so lang ist. Aber im Gegenteil. Das Tagebuch wird von Andrea Sawatzki genauso spannend gelesen wie der Jetzt-Teil. Immer wenn sich ein Hauch von Langeweile einschleichen will, wirft der Autor ein Info-Bröckchen ins Ohr des Hörers und schon ist die Spannung wieder auf 100%. In keiner Sekunde ihres Vortrags hat der Hörer einen Zweifel daran, dass hier die Frau spricht, die immer und immer wieder ihr Gedächtnis verliert. Beängstigend gut schafft Sawatzki es, nicht nur die Verwirrung, sondern auch die immer weiter ansteigende Spannung und innere Unruhe authentisch und lebendig zu erhalten und gemäß der Vorlage sogar weiter zu steigern..

|Der Erfolg des Erstlings:|

Dieses Buch ist das Produkt eines Autoren-Kurses „Wie man ein Buch schreibt“. Den hatte der Autor im Jahr 2009 besucht. Am letzten Abend des Kurses traf er auf eine Literaturagentin und der Rest ist Erfolgsgeschichte. Mittlerweile sind die Rechte an dem Buch nicht nur in 37 Länder verkauft worden, sondern die Filmrechte auch an den bekannten Regisseur Ridley Scott. Die Dreharbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen.

_Der Autor:_

S. J. Watson wurde in den Midlands geboren, lebt in London und hat viele Jahre für den staatlichen britischen Gesundheitsdienst (NHS) gearbeitet. 2008 wurde S. J. Watson in das Studienprogramm Kreatives Schreiben der Faber Academy aufgenommen. „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ erscheint weltweit in über 30 Sprachen. (Verlagsinfo)

_Die Sprecherin:_

Andrea Sawatzki begeistert ihr Publikum mit Filmen wie „Das Experiment“ oder „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“. 2005 erhielt sie den Adolf-Grimme-Preis für Ihre Rolle als Tatort-Kommissarin. Ihre einzigartige Stimme, für die sie 2009 mit dem Deutschen Vorlesepreis ausgezeichnet wurde, hat sie bereits vielen Hörbuchbestsellern geliehen. (Verlagsinfo)

_Die Ausstattung:_

Das Hörbuch hat ein schlichtes blaues Cover mit einem gebogenen Schriftzug, neben dem ein dicker Falter abgedruckt ist, der an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert. Die CDs, die in einem dicken Jewel-Case stecken, sind mit dem gleichen Blau bedruckt, aber ohne zusätzliches Bild. Im Inneren finden wir ein Tracklisting mit den Titeln der Buchkapitel und den entsprechenden Tracks der CDs. Ein Booklet gibt es nicht. Stattdessen hat der Verlag ein dickes Verlagsprogramm mit in die Box gelegt.

Auf der Rückseite der Box finden wir noch Bilder von Autor und Sprecherin und ein paar Infos zu ihnen.

_Mein Fazit:_

Eine einfache Grundidee, überragend spannend erzählt. Gepaart mit einer beängstigend guten Sprecherleistung fesseln Autor und Sprecherin den Hörer gnadenlos an die Geschichte, die genialerweise in gut acht Stunden keinen Funken Langeweile aufkommen lässt. Stattdessen wird der Spannungsbogen immer weiter gespannt. Selten habe ich meinen Alltag für ein Hörbuch so stark eingeschränkt, weil ich unbedingt weiterhören musste.

|6 CDs mit 87 Tracks
Spieldauer: 7:48 Std.
Gelesen von Andrea Sawatzki
Originaltitel: Before I Go To Sleep
ISBN-13: 978-3839811054|
[www.argon-verlag.de]http://www.argon-verlag.de

Point Whitmark: Hauptrolle: tot (Folge 32)

_Die Handlung:_

Derek Ashby kann es nicht glauben, aber der Brief in der Manteltasche seiner Mutter lässt keine Zweifel: Mrs Ashby wird erpresst!
Als sie eines Nachts erneut heimlich das Haus verlässt, folgen ihr Jay, Tom und Derek und stoßen auf den Mann im Nadelstreifenanzug. Ehe die Jungen wissen, wie ihnen geschieht, finden sie sich inmitten eines siebenundzwanzig Jahre alten Mordkomplotts wieder. Der ehemalige Filmstar Norma D’Arcy beichtet ihnen in Todesangst vom bedingungslosen Ultimatum der Bertani-Familie.
Und immer wieder fällt ein und derselbe Name: der Doktor … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Nach neun Monaten Pause und dem Wechsel des Vertriebs tauchen die drei Jungs aus Point Whitmark, der Stadt, die heißt wie der Radiosender, wieder auf. Und durch Zufall kommen sie auch direkt an ihren nächsten Fall, der für Derek eine ganz besondere Bedeutung hat, geht es doch um seine Mutter, die bedroht wird.

Während ihrer Ermittlungen verschlägt es die drei an ein Filmset und sie machen die Bekanntschaft der Hauptdarstellerin Norma D’Arcy. Zuerst erweckt Sonja Deutsch, die diesem Charakter ihre Stimme leiht, den Anschein, als wäre sie etwas over the top in ihrer Darbietung. Im Laufe der Zeit erklärt sich dem Hörer aber, warum sie so übertrieben spielt.

Auch die anderen Sprecher, allen voran die der drei Radiosenderbetreiber, machen einen prima Job und wirken lebendig und natürlich bei ihrer Interpretation der Figuren. Die Emotionen werden wie vom Skript gefordert mal lautstark und mal verschroben, angsterfüllt oder wütend von den Sprechern sehr gut vermittelt, sodass ein spannendes Kopfkino entsteht.

Unterstützt wird das Ganze durch die von der Serie gewohnt aufwendige Geräuschkulisse. Da wird nicht einfach nur ein einzelner Effekt zur Untermalung einer Szene benutzt, oftmals sind es mehrere, die zusammen ein authentisches Gesamtbild ins Ohr bringen. Hier und da gibt es auch ein wenig Zwischenmusik, die aber vom Hörer nicht als Minutenschinder wahrgenommen wird.

Interessant an dem Fall ist, dass den Hörer durch einen Twist in der Handlung letztendlich doch nicht das erwartet, was er die ganze Zeit über erwartet hat. Nach dem Abschlusslacher, der nicht von den drei Jungs kommt, sondern vom Hörer, gibts noch eine mit düsterer und dramatisch gruseliger Musik unterlegte Vorschau auf die kommende Folge.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Jürg Löw
Jay Lawrence: Sven Plate
Tom Cole: Kim Hasper
Derek Ashby: Gerrit Schmidt-Foss
Mr McLaughlin: Horst Lampe
Jimmy Chase: Dominik Freiberger
Norma D’Arcy: Sonja Deutsch
Monica Ashby: Martin Treger
Jonathan Walcott: Olaf Baden
Der alte Fry: Bert Franzke
Rosie Day: Tirzah Haase
Der Doktor: C.-D. Clausnitzer
Mr Crowley: Herr Steiner
Portier: Ernst Meincke

|Technik-Credits:|

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenberg, Markus Segschneider und Manuel Rösler
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration & Cover Design: Ingo Masjoshusmann
Verlegt durch ROBIL BOR Music
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Produziert von Volker Sassenberg

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Bildergalerie der bislang erschienen Folgen, inklusive der kommenden „Das Schloss des Blutmalers“. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Nach einem leicht wirren Beginn entwickelt sich ein spannender Fall, der nicht so endet, wie man glaubt. Gewohnt souverän gespieltes und genial mit Effekten unterstütztes Kopfkino, das den Hörer eine kurzweilige Stunde unterhält. Neuer Vertrieb, aber gewohnte Hörspiel-Qualität.

|1 Audio-CD mit 60 Minuten Spieldauer
EAN: 0886979467828|

_|Point Whitmark| bei |Buchwurm.info|:_
Folge 1: [„Die Bucht der 22 Schreie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5128
Folge 2: [„Die rote Hand des teufels“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5256
Folge 22: [„Die blutenden Schlüssel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4793
Folge 23: [„Der Duft der Finsternis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5058
Folge 24: [„Am Tag der großen Flut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5410
Folge 25: [„Die fiebrigen Tränen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5551
Folge 26: [„Die Diener der Pest“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5743
Folge 27: [„Eiland der Gespenster“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5817
Folge 28: [„Der leere Raum“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6175
Folge 29: [„Der Seelenkünder (1/2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6518
Folge 30: [„Der Seelenkünder (2/2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6670
Folge 32: [„Hauptrolle: tot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7330

Perry Rhodan – Suche nach der Erde (Silber Edition 78, Teil 2 von 4)

_|Suche nach der Erde|:_

Teil 1: 325 MB, 3:52 h, 47 Tracks
Teil 2: 334 MB, 3:56 h, 47 Tracks
Teil 3: – erscheint am 20.09.2011 –
Teil 4: – erscheint am 11.10.2011 –

_Die Handlung:_

April 3460: Die Milchstraße ächzt unter der Herrschaft der technisch überlegenen Laren und ihrer skrupellosen Helfer, den Überschweren. Perry Rhodan blieb keine andere Wahl, als Erde und Mond in einem gewagten Manöver dem Zugriff der Invasoren zu entziehen: Die Urheimat der Terraner und ihr Trabant gingen durch einen gigantischen Sonnentransmitter, sprangen durch den Hyperraum und rematerialisierten im „Mahlstrom der Sterne“, einem Gebiet des Alls, unendlich weit von dem vorgesehenen Zielpunkt entfernt. Lordadmiral Atlan organisiert derweil den Widerstand gegen die Invasoren – und die Suche nach der verschollenen Erde. Sein Weg führt ihn nach Andromeda, zu sterbenden, von Jahrzehntausende alten Ruinen übersäten Welten und zu einer mysteriösen Geisterflotte. Aber für vier seiner Begleiter erweist sich die Mission als ein Flug durch tausend Höllen …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 78| )

|Dieser Teil|:

Atlan ist mit der IMPERATOR VII unterwegs auf der Suche nach der Erde. In Andromeda hofft er, Antworten zu finden. Aber die dortigen Sonnentransmitter werden von den Maakhs kontrolliert, die plötzlich darauf bestehen, dass sämtliche Terraner Andromeda verlassen. Ein einziger Transmitter, der von einem für Maahks undurchdringlichen „Wahnsinnsschutzschild“ umgeben ist, wird für Atlan interessant …

_Mein Eindruck:_

Die Idee mit dem „Wahnsinnsschild“ ist schon interessant, dennoch fühlt sich dieser zweite Teil der |Silber Edition 78| wie ein Lückenfüller an. Lange geht es nur um politische Spannungen mit viel Hektik und Kämpfen. Aber irgendwie hält das Ganze nicht nur Atlan, sondern auch den Hörspaß auf.

Erst als Atlan anfängt, den Sonnentransmitter Gercksvira zu untersuchen, wird es wieder spannender. An dieser Stelle geht es als Planetenabenteuer weiter, das aber auch eher halbherzig interessant so lange aufhält, bis die Forschergruppe einen alten Kontrollturm der Lemurer findet, der kryostatisch aufbewahrtes Leben enthält. Und ohne wirklich etwas herausgefunden zu haben, das dem Trupp weiterhelfen könnte, endet dieser Teil auch schon wieder. Zwar gibts einen kleinen mini-dramatischen Cliffhanger, dennoch glaubt der Hörer nicht, dass es hier wirklich ernsthafte oder gar fatale Probleme für die Forscher geben wird.

_Mein Höreindruck:_

Als Solarmarschall Bulmer Akbosht legt Tom Jacobs gleich zu Anfang lautstark los, passend zur Romanvorlage überschlägt sich seine Stimme geradezu vor Hektik. Hektisch hat er unter anderem auch einen überforderten Ortungsoffizier zu sprechen, wobei Jacobs wieder einmal eine Menge Schauspiel vor dem Mikro zeigt.

Egal ob als kühler und souveräner Atlan oder mit kräftiger Stimme als Oxtorner Ortokur, Jacobs kann sich in diesem Teil der |Silber Edition 78| so richtig austoben. Den Abschluss der Stimmenvariationsgala bilden die garstig krächzenden, wahnsinnigen Lemurer-Embryos oder besser ihre Gedanken.

Tom Jacobs ist es zu verdanken, dass trotz wenig Handlungsfortschritts oder fesselnd spannender Geschehnisse, das Kopfkino dennoch eingeschaltet bleibt.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 47 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 682 „Terror der Ungeborenen“, die gleichzeitig auch das Titelbild des |Silberbandes 78| ist, die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

_Mein Fazit:_

Die Handlung hängt ein wenig durch, weil die diplomatische Bremse in Andromeda nicht nur Atlan aufhält, sondern auch den Hörspaß ein wenig trübt. Der Wechsel zum Planetenabenteuer entschädigt dann aber wieder für die ein wenig gestreckte Handlung. Tom Jacobs schöpft aus dem Vollen und hängt sich richtig rein. Seine packende und sehr lebendig variable Sprecherleistung bindet den Hörer auch in Phasen, in denen er die Geschichte gern selbst vorantreiben möchte.

|MP3-Download mit ca. 334 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:56 h
Anzahl der Tracks: 47
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3943013078|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 78| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 11. Oktober 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Jonas Jonasson – Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

_Die Handlung:_

Allan Karlsson hat keine Lust auf seine Geburtstagsfeier im Altenheim. Obwohl der Bürgermeister und die Presse auf den 100-jährigen Jubilar warten, steigt Allan kurzerhand aus dem Fenster und verduftet. Bald schon sucht ganz Schweden nach dem kauzigen Alten, doch der ist es gewohnt, das Weltgeschehen durcheinanderzubringen und sich immer wieder aus dem Staub zu machen. Mit viel Charme begleitet Otto Sander den schlitzohrigen Allan auf seiner herrlich komischen Flucht durch Schweden und lässt augenzwinkernd die politischen Verwicklungen des 100-Jährigen Revue passieren.
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

„Schlitzorig“ passt als Beschreibung auf den guten alten Allan sehr gut. Aber er ist ein liebenswürdiges Schlitzohr, dem der Leser und die Charaktere in der Romanvorlage eigentlich fast alles verzeihen. Für seine 100 Jahre hat er es faustdick hinter den (Schlitz-)Ohren. Und was er in seiner Zeit so alles erlebt hat, davon erzählt Jonas Jonasson für ihn.

Eigentlich interessiert er sich ja gar nicht so sehr dafür, auf Politik und Weltgeschehen Einfluss zu nehmen und verfolgt keine persönlichen Ziele. Dennoch ist er aber in seiner Lebenszeit so manch wichtiger Person begegnet und hat einigen Wirbel veranstaltet. Ohne zu viel zu verraten, werfe ich hier einfach mal die Namen Churchill und Truman in den Raum. Die Beschreibung des Lebens von Allan Karlsson ist auch gleichzeitig ein besonderer Blick auf die 19-hunderter Jahre, deren Betrachtung an der Seite von Allan richtig viel Freude bereitet.

Und so wird er nach seiner Flucht aus dem Altersheim zusammen mit der Gruppe, die er um sich schart, einen Monat lang gejagt, während die Handlung immer wieder in seine Vergangenheit und seine Erlebnisse springt. Von seinem Geburtsjahr 1905 bis hin zum Jahr seines „Ausbruchs“ 2005.

Selten aber habe ich einen so großen Unterschied zwischen Vorlage und Vortrag erlebt. Der Roman sprüht vor sinnigem und intelligentem Humor. Vor scharfsinniger Beobachtung und aufgrund der ungewöhnlichen Erzählweise unter der Verwendung von enorm viel indirekter Rede, von einer Art klassischem Stil. Die Geschichte erinnert an eine Mischung aus Münchhausen und Forrest Gump, der Humor selbst hat mich an Douglas Adams erinnert, mit einem Schuss Loriot.

Der Vortrag hingegen von Otto Sander ist wirklich bodenlos schlecht. In den ersten Sekunden lächelt der Hörer noch und findet, dass Sander die perfekte Besetzung zu sein scheint. Leider hört er sich nicht nur an wie ein Hundertjähriger, er liest auch wie einer. Unfassbar genuschelt und monoton leiert er Seite um Seite des Skripts herunter, dass es nur so eine Qual ist. Und man muss wirklich einen eisernen Willen haben, damit man nicht einschläft. Dabei ist das, was er vorliest, wirklich toll geschrieben und humorvoll bis ins Letzte.

Immer wieder legt der Sprecher unnötige Pausen ein, wenn der Text im Skript offenbar das Zeilenende erreicht hat. Wörtliche Rede, indirekte Rede, Beschreibungen von Handlungen … Sander liest alles im gleichen Stil runter, dabei könnte er als Schauspieler doch so viel mehr vermitteln. Und es klingt leider auch vorgelesen und nicht erzählt. Immer wieder versucht der Hörer, den Sprecher auszublenden und nur auf Allan zu achten, was aber immer schwerer gelingt. Laufend wird das Kopfkino durch das Bild eines Sprechers in einer Sprecherkabine unterbrochen, der hier seinen Job macht und seinen Text runterliest, weil er Geld dafür bekommt. Und hörbar hat er auch keinerlei Interesse an dem, was er da vorträgt. Ein Sprachcomputer hätte eine ähnliche Leistung abgeliefert.

_Der Autor:_

Jonas Jonasson, geb. 1962 im schwedischen Växsjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen „Smålandsposten“ und „Expressen“. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er alles und zog in den Schweizer Kanton Tessin. Sein Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ trat in Schweden eine regelrechte Allan-Karlsson-Manie los. Inzwischen erscheint der Titel in ganz Europa und entwickelt sich zu einem internationalen Bestseller. Zurzeit schreibt Jonasson an einem zweiten Roman.

_Der Sprecher:_

Otto Sander, 1941 in Hannover geboren, studierte Theater- und Literaturwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte und besuchte die Otto-Falckenberg-Schule in München. Er spielte mitunter an den Düsseldorfer Kammerspielen, an der Freien Volksbühne Berlin und an der Berliner Schaubühne. Zugleich gilt der Künstler, der in Werken von Eric Rohmer, Margarethe von Trotta und Wim Wenders internationale Berühmtheit erlangte, als einer der bedeutendsten deutschen Filmschauspieler. Er war in zahlreichen bekannten Film- und Fernsehproduktionen wie „Das Boot“ und mit Heinz Rühmann in „In weiter Ferne, so nah“ zu sehen, blieb aber auch immer der Bühne treu, wo er in den großen Rollen der Theatergeschichte brilliert und begeistert. Für den Hörverlag sprach er bereits in Umberto Ecos „Das Foucaultsche Pendel“, in Maarten `t Harts „Das Wüten der ganzen Welt“, in „Pygmalion“ von George Bernard Shaw und in weiteren Produktionen. (Verlagsinfo)

_Die Ausstattung:_

Die sechs CDs stecken in einem dicken Jewel-Case und sind mit dem gleichen schönen Stich eines Elefantenkopfes verziert wie die Front der Box. Nur ist der Aufdruck auf den CDs orange und das Titelbild ist in Braun gehalten und wird von einem Kofferanhänger verdeckt.

Im Booklet-Faltblatt finden wir Infos zum Autor und zum Sprecher, ein Foto von Jonas Jonasson sowie ein Tracklisting. Schön und übersichtlich, dass hier die Tracks tatsächlich eigene Namen haben.

_Mein Fazit:_

Ein unglaublich lebensfrohes Buch mit einem feinen und intelligenten Humor. Ein liebevolles hundertjähriges Schlitzohr, das in seinem Leben so allerhand erlebt hat. Ein intelligenter Forrest Gump, dem man gern alles glauben möchte, aber sich nicht vorstellen kann, dass er das alles wirklich erlebt hat. Leider wird die schöne Geschichte vom Sprecher in Grund und Boden gelesen, womit das Hörbuch nur für diejenigen geeignet ist, die mit Otto Sanders Lesestil keine Probleme haben. Mir hat er überhaupt nicht gefallen.

Ein zur Vorlage passender Sprecher, der die Geschichte(n) und den Humor lebendiger erzählt hätte, hätte dieses Hörbuch zu einem wirklich tollen Erlebnis werden lassen. Otto Sander war hier leider die falsche Wahl.

|6 CDs
Spieldauer: 7:32 Std.
Originaltitel: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann
Aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
Lesefassung: Anke Albrecht
Gelesen von Otto Sander
ISBN: 978-3867177818|
[www.hoerverlag.de]http://www.hoerverlag.de

Kevin Brooks – iBoy

_Die Handlung:_

Er hätte tot sein können. Doch das iPhone, das ihm seine Schädeldecke zertrümmert hat, macht Tom zum Superhelden – zu iBoy. Allwissend, da permanent online. Unverwundbar dank seiner iHaut, die ihn wie einen Panzer schützt. Allmächtig – und bereit, es mit den Typen aufzunehmen, die seine heimliche Liebe Lucy vergewaltigt haben.
Als iBoy seinen Rachefeldzug startet und Lucy dabei in tödliche Gefahr bringt, wird ihm klar, dass es mehr braucht als seine Allmacht, um sie zu retten. Und dass Tom der einzig wahre Superheld ist, der Lucy glücklich machen kann.
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Ok, ich gebs zu, das „i“ hat mich schon gereizt und die Grundidee fand ich interessant. Auf der anderen Seite erinnerte mich das Ganze schon irgendwo an SPIDER-MAN, der seine Fähigkeiten durch einen Spinnenbiss bekam.

(Super)iBoy bekommt also ein iPhone (3GS) auf den Kopf und kann danach Hacken, Telefonieren, Leuchten (!) und Elektrizität verschießen. Bis auf das Letzte, alles, was ein iPhone auch kann. Teile davon hat er ja noch in seinem Kopf.

Das könnte jetzt eine alberne und lustige Kinder-Märchengeschichte werden, wird es aber nicht. Mit viel Fluchen und einem „dreckigen“ Setting in London hat der Autor eine Welt gewählt, die nicht sauber ist und glänzt. Drogen, Gang-Gewalt und sogar Vergewaltigungen gehören im Umfeld von „iBoy“ Tom zum Alltag. Entsprechend ist die Sprache oftmals sehr „bodenständig“, was aber authentisch und ehrlich klingt.

iBoy schwingt sich nicht auf, um die Welt zu erobern, vielmehr spielt seine Geschichte räumlich auf einem sehr engen Gebiet. Er schickt sich an, die Vergewaltigung seiner besten Freundin zu rächen, die im Zusammenhang mit seinem eigenen iPhone-Unfall steht. Und das tut er auch, mit viel Action und auf eine schnell zu konsumierende Erzählweise, die dieses Hörbuch viel zu schnell zu Ende gehen lässt.

Im Internet gibt es hier und dort und auch bei Wikipedia Hinweise auf eine Fortsetzung, allerdings ist von offizieller Seite noch nichts bekannt. Die Geschichte um den iBoy ist zwar abgeschlossen, lässt aber Raum für neue Abenteuer. Es wäre schade, wenn der Autor diesen interessanten Charakter nicht noch einmal aufgreifen würde.

_Mein Höreindruck:_

Stefan Kaminski passt mit seiner „jugendlichen“ Stimmfarbe perfekt zu diesem Hörbuch. Seine Art zu lesen fesselt den Hörer sehr schnell an die Story. Auch wenn es eine Weile dauert, bis das notwendige Vorspiel abgearbeitet und Tom aus dem Krankenhaus entlassen ist, so schafft es der Sprecher dennoch, das Interesse aufrechtzuerhalten. Ab hier geht das Abenteuer dann richtig los.

Ob er den iBoy, dessen Großmutter, Freundin Lucy oder einen der Gangmitglieder spricht, immer trifft er den richtigen Tonfall und die richtige Sprachmelodie, die der Situation angemessen sind. Und nicht selten vergisst man, das tatsächlich nur ein einzelner Sprecher am Werk ist. So sollte sich ein Hörbuch anfühlen.

_Die Ausstattung:_

Die vier passend zum Gesamt-Styling des Multipacks in Schwarz bedruckten CDs stecken in Einschubschlitzen. Aufgedruckt auf der Pappbox finden wir Infos zu Autor und Sprecher, ein wenig Eigenwerbung des Verlags, einen kurzen Handlungsanriss und ein Bild von Stefan Kaminski.

Die ungewöhnlich hohe Anzahl an Tracks ist auch eine Erwähnung wert. Mit über 20 pro CD bringt es das Hörbuch auf stattliche 101 Titel, die im Schnitt drei Minuten lang sind.

_Der Autor_

Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans „Martyn Pig“ ist er freier Schriftsteller.

Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Buxtehuder Bullen. Für den Deutschen Jugendliteraturpreis wurde er innerhalb von fünf Jahren vier Mal nominiert und hat den begehrten Preis auch schon zwei Mal erhalten – 2006 für „Lucas“ und 2009 für „The Road of the Dead“. (Verlagsinfo)

_Der Sprecher:_

Stefan Kaminski, geboren 1974, schloss sein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ab. 1996 begann er seine Laufbahn als Sprecher und Schauspieler. Er betreibt die beliebte Live-Hörspielreihe „Kaminski on Air“ und ist seit 2001 am Deutschen Theater Berlin zu sehen. Für seine Hörbuch- und Hörspielproduktionen wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Ohrkanus 2009. (Verlagsinfo)

_Mein Fazit:_

Wenn man nicht alles hinterfragen will und Action mag. Wenn die Protagonisten öfter mal fluchen dürfen und man sich am Ende fragen möchte: „Was hätte ich eigentlich gemacht?“, dann ist man bei „iBoy“ richtig. Ein spannendes, schnelles Jugendbuch ohne glattgebügelte Helden, das im Kopf einschlägt … wie es ein herabfallendes iPhone könnte.

Passend dazu liefert Stefan Kaminski eine überzeugende Arbeit ab und sorgt für ein spannendes Kopfkino.

|4 Audio-CDs mit insgesamt 101 Tracks
Spieldauer: 5:03 Std.
Originaltitel: iBoy
Gelesen von Stefan Kaminski
Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
Vom Verlag empfohlen ab 14 Jahren
ISBN: 978-3867426879|
[Verlagshomepage]http://www.hoerbuch-hamburg.de/web/hbhh/silberfisch

Unsere Rezension zur Buchausgabe findet ihr [hier]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7288

Die drei ??? und die feurige Flut (Hörspiel)

_Die Handlung:_

Ein schwerer Fluch lastet auf Allie Jamison, einer alten Bekannten der drei ???. Jedenfalls ist sie davon überzeugt. Schon in der nächsten Vollmondnacht soll etwas Schlimmes geschehen! Es gibt nur einen Ausweg: Justus, Peter und Bob müssen ein alchemistisches Rätsel lösen – in nur 24 Stunden. Ihre fieberhaften Ermittlungen führen die drei Detektive in eine Welt von Zauberern und Wahrsagern. Als Justus jedoch in einen Hinterhalt gelockt wird, ist klar: Dieser Fall ist lebensgefährlich! (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Nach „Die Singende Schlange“ (Folge 25) und „Die Silbermine“ (Folge 26) treffen wir hier nach 30 Jahren (Echtzeit-)Pause zum dritten Mal auf Allie Jamison. Allerdings treffen wir sie nicht in bester Gesundheit an, sondern scheinbar von einem Fluch befallen und erkrankt.

Generell geht es hier insgesamt schon etwas grafischer zur Sache, als man es noch zu Zeiten des ersten Auftritts von Allie gewohnt war. Katrin Fröhlich ist schon mächtig am Keuchen, wenn sie spricht, was nicht daran liegt, dass sie Asthma hat, was der Hörer in den ersten Minuten der Folge glauben könnte, ihr Charakter meint von einem Fluch getroffen in den nächsten Stunden sterben zu müssen. Und das geht dem Hörer schon an die Nieren, zumal sie später sogar Nasenbluten bekommt und in Ohnmacht fällt. So intensiv waren bislang die wenigsten Abenteuer der drei Detektive.

Um den Fluch zu brechen oder ihn bestenfalls als nicht existent zu entlarven, haben es Justus, Peter und Bob mit einer klassischen Worträtsel-Aufgabe zu tun. Solche Abenteuer gehören zu den beliebtesten der Serie und es ist immer wieder ein Genuss, den drei Jungs aus Rocky Beach beim Sinnieren darüber zuzuhören, wie welche Aussage der kryptischen Hinweise zu interpretieren ist. Und an dieser Stelle gibt es noch einen Umstand, den die Fans auch nicht oft erleben: Nicht Justus kommt auf die entscheidende Idee, sondern Bob!

Was aber das Ganze mit einer „Feurigen Flut“ zu tun hat, ist nur mit viel Fantasie zu erahnen, weil es nur einmal brennt. Zwar dramatisch und mit Hilfe-Gerufe, aber nur kurz und auch nur in einem kurzen Nebenausschnitt. Eigentlich hätte es „Chemische Keule“ heißen können, weil es ja eigentlich um Chemie geht.

_Das Hörerlebnis:_

Gewohnt lebendig und souverän unterhalten Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich den Zuhörer bei dieser Rätsel-Todesfluch-Folge. Dass Allie-Sprecherin Katrin Fröhlich da ein wenig hinterherhinkt, ist nicht etwa ihrem fehlenden Talent zu verdanken oder der Tatsache, dass auch sie sich 30 echte Jahre älter anhört. Sondern dem Autor, der ihr Wörter wie „zuvor“ (im Sinne von „vorher“) in den Mund legt, die sich auf Papier sicher prima machen, gesprochen aber unnatürlich klingen.

Auch die anderen Sprecher, die teilweise nur in wenigen dramatischen Szenen zu Wort kommen, machen einen prima Job und klingen glaubwürdig gut, böse, leicht verwirrt oder esoterisch verschroben.

Auch Musik und Geräusche tragen, wie man es von dieser Serie gewohnt ist, zu einem lebhaften Kopfkino bei, das den Hörer eine gute Stunde spannend unterhält und mitfiebernd miträtseln lässt.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Thomas Fritsch
Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Allie Jamison: Katrin Fröhlich
Inspektor Cotta: Holger Mahlich
Ursula Burns: Birke Bruck
Emerald Pendragon: Monty Arnold
Carl Parsley: Peter Weis
Sunshine: Dagmar Dreke
1. Mann: Tetje Mierendorf
2. Mann: Gosta Liptow

|Technik-Credits:|

Erzählt von: Kari Erlhoff
Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Morgenstern, Conrad

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Bookletchen enthält eine Aufstellung der Sprecher und etwas Eigenwerbung für „Drei ???“-Merschandise-Artikel und die kommende Folge.

_Mein Fazit:_

Zwar passt der Titel nicht zum Abenteuer, aber das Abenteuer passt zu den drei Fragezeichen. Rätselraten, böse Buben und eine alte Bekannte, der die drei zu Hilfe kommen können, bieten alles, was sich der Serien-Fan wünscht. Hier gibts eine spannende Mixtur, die den Hörspielfreund eine Stunde lang kurzweilig unterhalten kann.

| 1 Audio-CD
Spieldauer: ca. 65 Minuten
EAN: 886978014825|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mehr als 80 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Die drei ??? – House of Horrors / Haus der Angst (Top Secret Special, Fall 2)

_Die Handlung:_

Ein besonderer Fall zum Mitraten:

Verschollen, gefunden, endlich auch auf Deutsch veröffentlicht: Eine Geschichte aus dem Jahr 1986 von dem amerikanischen „Die drei ???“-Autorenpaar Megan und H. William Stine.
Wolltest du immer schon den „Die drei ???“ bei ihren Ermittlungen helfen? Jetzt hast Du die Chance dazu!
In der Geisterbahn im Freizeitpark geschehen merkwürdige Dinge. Schreckliche Schreie, ertönen, die mit Sicherheit nicht zum Programm dazugehören. Justus, Peter und Bob, die drei jungen Detektive aus Rocky Beach und ihr Auftraggeber Tony müssen schnellstmöglich herausfinden, was dahinter steckt.
Aber Vorsicht: Eine falsche Entscheidung, und sie sind für immer verloren!
Es liegt an dir. Du kannst den drei ??? und Tony den Weg durch das Haus der Angst schaffen. Oder auch nicht …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Dies ist kein normales „Drei ???“-Abenteuer, sondern ein „FYF-“ („Find Your Fate“) oder auch „Mitmach-„Fall. In den 80ern gab es ein paar Versuche, um jungen Leuten mehr Spaß beim Lesen zu bereiten und sie aktiv ins Geschehen mit einzubeziehen. Mit am bekanntesten war nicht nur hierzulande die Reihe „Einsamer Wolf“.

Die drei ??? haben dem Hörer in der „DIE DR3I“-Variante auch schon einmal eine Mitratefolge angeboten. „Hotel Luxury End“ hieß sie und war auch 2 CDs lang.

Das Prinzip ist recht einfach. Statt eines linear ablaufenden Hörspiels bekommt der Hörer hier nach jedem Track die Möglichkeit, zu entscheiden, was die Jungs machen sollen. Dazu gibts am Ende des Tracks immer eine Ansage der Sprecherin, die die Wahlmöglichkeiten und die dafür vorgesehene Tracknummer ansagt, bei der es weitergehen kann.

Und wenn man nicht clever genug ist oder aber einfach dem Gedankengang der Autoren nicht folgen kann, dann bekommt man eine nette „Leider verloren“-Ansage, mit der Info, dass man sein Abenteuer noch mal mit Track 1 beginnen soll. Wer sich an dieser Stelle also nicht gemerkt hat, von welchem Track er kam, der muss tatsächlich noch einmal ganz von vorn beginnen, was zu einigem Frust führen könnte, falls er das häufiger tun muss.

Dies ist daher auch keine Folge, die man sich auf seinen MP3-Player kopieren kann, um sie im Zug oder im Auto oder beim Sport … zu hören. Zum einen spielt der MP3-Player ja alle Tracks in der Regel in einem Durchgang ab, was die Handlung komplett zerschießt und zum anderen muss man aktiv am Player sitzen, weil das Hörspiel ja in 58 teilweise nur um die zwei Minuten lange Häppchen unterteilt wurde.

Ein Nachteil dieser Hörweise ist, dass der Hörgenuss nicht so fließend und zusammenhängend ist wie bei einem klassischen Fall. Auch weil die Handlungsorte sehr rasch wechseln. Der Vorteil ist aber, dass man hier mehrere Versionen des gleichen Hörspiels bekommt und man sich das „House of Horrors“ sicher mehrfach anhören möchte und sei es nur, um mal absichtlich in eine Sackgasse zu geraten. Zur Not könnte man natürlich auch einfach die CDs von vorn nach hinten durchhören.

Wenn man dies tut, dann erwarten den Hörer etwas über zwei Stunden Abenteuer und wenn man einen direkten Lösungsweg gefunden hat, dann dauert die Folge etwa eine Stunde. Es gibt also gut eine Stunde „verborgenes“ Material, das es zu entdecken gilt.

Trotz aller Auswahlmöglichkeiten schreitet die Handlung dennoch weiter voran und auch die behandelte Thematik ist eher eine ernstere. Alles beginnt auf dem Rummelplatz und steht im Zusammenhang mit der dortigen Geisterbahn. Auch der neue und temporäre Begleiter der drei ???, Tony, fügt sich gut in die Story ein. In der Buchversion hatte der Leser diese Rolle übernommen.

_Das Hörerlebnis:_

Die Liste der Sprecher ist lang, länger, am längsten und alle liefern eine wirklich gute Leistung ab. Alma Clausen als Margarine allerdings klingt ein wenig lustlos und abgelesen und nicht so lebendig wie die anderen Charaktere, mit denen zusammen sie ihre Auftritte hat. Und der sonst so souverän agierende Andreas von der Meden klingt bei seinem ersten Einsatz als Morton eher wie Skinny Norris und beim zweiten Versuch sehr tuntig.

Allein schon, um wirklich alle Sprecher in Aktion zu erleben, lohnt es sich also, mehrere Lösungswege zu gehen. Es gibt viel Interessantes zu entdecken.

Auch bei der Musik und gerade bei den Effekten hat sich das Produktionsteam mächtig ins Zeug gelegt. Von Anfang an entsteht ein perfektes Abenteuer-Kopfkino, wenn man durch die Geisterbahn fährt. Die liebevolle Bearbeitung der Effekte und die Menge an Geräuschen erwecken jede Szene zum Leben.

|Die drei ??? und die 27 Leer-Tracks|

Aus produktionstechnischen Gründen sind auf der zweiten CD die ersten 27 Tracks leer. So kommen weder die nette Sprecherin noch der Hörer mit den Tracknummern durcheinander, bei denen es weitergeht. Der erste Track auf CD 2 also, der „benutzbar“ ist, ist Track 28 … und von dem spricht Claudia Stocksiecker dann auch.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Off-Stimme: Claudia Stocksieker
Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Tony: Stefan Kaminski
Joey: Tommaso Cacciapuoti
Ansager in der Schlammringkampfarena: Christian Rudolf
Margarine: Alma Clausen
Lincolnfahrer: Mike Olsowski
Freakshow-Jack: Peter Bänker
Der unergründliche Mickey: Krystian Martinek
Die bärtige Marilyn: Santiago Ziesmer
Miss Luzzy: Katja Brügger
Bubba Detroit: Klaus Dittmann
Junge: Patick Bach
Burger-Verkäufer Arnie: Manou Lubowski
Reporterin: Mara Bergmann
Anna Millar: Christine Pappert
Bombenattentäter Daniel: Tim Grobe
Polizist: Wolfgang Kaven
Papagei: Heikedine Körting
Anna Millar: Christine Pappert
Lily: Verena Wolfien
Max: Holger Umbreit
Milli: Ulrike Knief
Celeste Hummer: Maria Willer
Anthem Hummer: Martin May
Morton: Andreas von der Meden
Bruce Millar: Ben Hecker
Kommissar Reynolds: Wolfgang Draeger
Mr. Albert Hitfield: Volker Bogdan
TV-Sprecher: Friedel Bott

|Technik-Credits:|

Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Produktmanagement & Projektleitung: Corinna Wodrich
Titelmusik: J.-F. Conrad
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Morgenstern, Betty George

|Die Ausstattung:|

Die CDs stecken in einem Jewel-Case. Das Booklet ist ein absolutes Highlight. Hier werden nicht nur alle 58 Tracks aufgeführt, sondern es gibt neben den Tracknamen auch noch zu jedem Titel ein dazu passendes Bild. Das ist ein Aufwand, den die Buchversion nicht erfahren hat. Außerdem werden hier noch sämtliche Sprecher aufgeführt, denen man auf sämtlichen Wegen und Umwegen begegnet und begegnen könnte

_Mein Fazit:_

Ein nicht ganz so komplizierter Fall, bei dem der Hörer entscheidet, wo und wie es weitergeht. Eine schöne interaktive Art ein Hörspiel zu erleben, das so eine Menge Hörspaß bietet. Und da es jede Menge Abzweigungen gibt, möchte man auch mal absichtlich in eine Falle tappen, um die vielen „verborgenen“ Szenen zu hören.

|2 Audio-CD mit 58 Tracks bespielten Tracks (+ 27 Leer-Tracks auf CD2)
Spieldauer: ca. 60 Min. (für einen durchgängigen Lösungsweg) / ca. 125 Min. (komplettes Tonmaterial)
EAN: 0886977733628|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

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A. J. Kazinski – Die Auserwählten

_Die Handlung:_

Ein Mönch in China, eine Ärztin in Kanada, ein Bürgerrechtler in Russland – rund um den Erdball werden Menschen ermordet. Menschen, zwischen denen ein geheimnisvoller Zusammenhang besteht: Die Opfer tragen ein blutiges Mal auf dem Rücken. In Kopenhagen laufen die Fälle zusammen, und Kommissar Niels Bentzon übernimmt die Ermittlungen. Unterstützung bekommt er von Hannah Lund, einer genialen Physikerin, die, begeistert von mathematischen Theorien, das Rätsel schließlich löst. Doch damit bringt sie sich und Bentzon in tödliche Gefahr. (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Das Manuskript des Romans wurde bereits vor der Veröffentlichung in acht Länder verkauft, die Rechte am fertigen Buch in 16. Und wir bekommen das Werk nach Frankreich und Italien mit als Erste zu hören, das will schon etwas heißen und lässt die Vorfreude beim Hörer ansteigen.

Seit einiger Zeit scheint es unglaublich hip zu sein, alles was „psycho“ im Namen hat, in seinen Roman einzubauen. Es gibt keine Krimis mehr, die heißen jetzt „Psychothriller“. In denen spielen meist Psychiater oder psychisch gestörte Protagonisten mit, immer wieder ist auch ein Polizist im Rang eines Kommissars gern genommen, der so seine Probleme hat. Warum unser Niels Bentzon als manisch-depressiv eingestuft wurde, kann sich der Hörer auf jeden Fall nicht erklären, da er während dieser Geschichte keine außergewöhnlichen Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

Die Geschichte geht los und wir erfahren direkt etwas über die Morde vom Klappentext. Dann lernen wir den Kommissar kennen, seine Arbeit und seine Reiseangst, wegen der er von seinen Kollegen mehr oder weniger ausgebootet wurde. Auch seine Ehe verläuft nicht rosig, da seine Frau in Südafrika ist und er sie aus bekannten Gründen nicht besuchen kann.

Und dann begegnen uns immer wieder jede Menge englische Phrasen z. B. beim Chat, am Telefon, im Flugzeug … Die wird nicht jeder verstehen, auch wenn sie natürlich die internationale Kommunikation in diesem Krimi verdeutlichen. Schulenglisch reicht vollkommen aus, aber, wer in der Schule keins hatte oder nicht richtig aufgepasst hat, der wird hier und da ärgerlich grummeln, denn nur wenige dieser englischen Sätze werden anschließend noch mal auf Deutsch kommentiert.

Nach etwa einer Stunde Hörzeit bekommt dann Niels Bentzon eher aus Mitleid den Auftrag, die weltweiten Mordfälle zu untersuchen, von denen der Hörer schon am Anfang erfahren hat. Die weisen mittlerweile einen Zusammenhang auf: Die Opfer haben alle eine seltsame Tätowierung, ein Muster auf dem Rücken.

Eine weitere Hörstunde später kommt dann auch die ebenfalls im Klappentext erwähnte Hannah Lund mit an Bord. Und, richtig geraten, auch in ihrem Charakter gibts ein „psycho“. Sie war einmal in einer geschlossenen Anstalt untergebracht.

Nun hat unser neu gefundenes Duo also noch über fünf Stunden Hörzeit, um den oder die zu finden, die „die Guten“ auf der Welt töten. Spätestens hier wird klar, dass der Titel mit „Die Auserwählten“ seltsam gewählt ist, heißt der Roman doch im übersetzten Original „Der letzte gute Man“ und trägt diesen auch in der englischen Version. Das passt auch besser zur Geschichte, denn ständig wird über „die Guten“ gesprochen und nicht über „die Auserwählten“.

Alle Opfer vereint ein starkes soziales Engagement. Dass Hannah den „Code“ knackt, das verrät der Klappentext ebenfalls und ab da wechseln die Erzählstandpunkte wild hin und her. Denn Hannah und Niels wissen zwar, dass es noch weitere Opfer geben wird, auch wann es geschehen soll, nur das „wo“, da gibt es mehrere Optionen.

Und so steigt die Spannung von Beginn an immer weiter. Wo sich das Autoren-Duo Kazinski jede Menge Zeit lässt, um den Kommissar vorzustellen, wird die Wissenschaftlerin eher per Zufall nebenbei mit eingesammelt und nicht weiter vertieft. Auch die privaten Probleme des Ermittlers interessieren den Hörer eher weniger, zumal niemand an mehreren Orten gleichzeitig auf der Welt sein kann, um Ermittlungen zu führen, Flugangst hin oder her.

Niels und Hannah sind ein interessantes Team, vielleicht grad aufgrund der „psycho“-Vorbelastung von beiden und sei sie nur von außen eingeredet. Die Ermittlungen sind spannend und fangen den Hörer gerade noch ein, als er im Begriff war, gelangweilt zu werden, da es ein wenig dauert, bis die Recherche und die Hetzerei losgehen und die Spannung zunimmt.

Die letzten Stunden möchte man dann einfach am Stück hören, da man gebannt mitfiebert, ob die beiden Erfolg haben werden. Und hin und wieder wird der Hörer dabei auch mal von der Handlung überrascht, was mich sehr gefreut hat, da ich Unvorhergesehenes grad bei Krimis zu schätzen weiß.

Leider waren mir die letzten 90 Minuten allerdings zu metaphysisch-esoterisch-religös langweilig und die haben mir dann mehr oder weniger die Spannung zerstört, die vorher so gekonnt aufgebaut wurde.

Eine Sache hat mich aber wirklich gestört und das möchte ich direkt nach einer Spoiler-Warnung noch loswerden, damit niemand außer mir am Ende enttäuscht ist:

|Spoiler – Anfang|

Dass die Menschen auf der ganzen Welt ermordet werden und die Morde einem Muster folgen, das wissen wir am Ende. Auch was das Muster bedeutet und wie es funktioniert. Aber die Autoren verraten dem Hörer nichts über das Warum! Ich hätte gern eine Erklärung gehabt, warum die „guten Menschen“ sterben sollten. So macht die ganze Geschichte, bei aller Spannung, so gar keinen Sinn mehr, leider. Ein offenes Ende hätte ich akzeptiert, aber ein fehlender Sinn hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Wenn das daran liegen sollte, dass ich einfach zwischen nicht richtig aufgepasst habe oder das im Buch (die Lesung ist gekürzt) erwähnt wird, bitte ich um Entschuldigung.

|Spoiler – Ende|

_Das Hörerlebnis:_

David Nathan kommt sehr leise ins Ohr des Hörers, der bei dieser Lesung die Lautstärke schon eine Ecke weiter aufdrehen muss als bei anderen Hörbüchern.

Hat man das einmal hinter sich gebracht, zeigt Nathan wie so oft, dass er zu den beliebtesten Sprechern Deutschlands gehört. Jede Stimmungslage und jeder Charakter wird von ihm perfekt interpretiert. Ob ein Junkie motzt oder ein Vorgesetzter stutzt, eine alte Dame im Krankenhaus im Sterben liegt oder Hannah und Niels telefonieren. Immer ist David Nathan Herr der Lage und sorgt für ein tolles Kopfkino, indem er die Spannung perfekt transportiert.

Auch die englischen Passagen werden von ihm so deutlich vorgetragen, dass sie leicht zu verstehen sind. Für diesen Roman war er eine gute Wahl.

_Die Autoren_

A. J. Kazinski ist das Pseudonym für das dänische Autorenduo Anders Rønnow Klarlund und Jacob Weinreich. Anders Rønnow Klarlund, Jahrgang 1971, arbeitet als Autor und Regisseur. Für seine Filme ist er bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Jacob Weinreich, 1972 in Århus geboren, ist Drehbuch- und Romanautor. „Die Auserwählten“ ist ihr erster gemeinsamer Roman. (Verlagsinfo)

_Der Sprecher:_

David Nathan, die deutsche Stimme von u.a. Christian Bale und Johnny Depp, gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprechern Deutschlands. Für Random House Audio hat er zuletzt die Hörbücher zu Guillermo del Toros „Die Saat“ und „Das Blut“ und Ryan David Jahns „Ein Akt der Gewalt“ gesprochen. Für audible hat er unter anderem die ungekürzten Lesungen von „Es“, „Sie“ und „Die Arena“ gesprochen. (Abgewandelte Verlagsinfo)

_Die Ausstattung:_

Die CDs, die in einem Jewel-Case stecken, sind mit dem gleichen mathematischen Symbol bedruckt, das auch auf dem Titelbild zu finden ist. Ich bin in der Materie nicht bewandert, aber ich meine, dass dieses Bild nichts mit dem Roman zu tun hat, aber den Grund hier zu nennen, wäre ein Spoiler. Ein Booklet-Faltblatt gibt der Verlag noch dazu, in dem noch einmal eine andere Variante des Inhalts zu lesen ist, als die Version, die auf der Rückseite des Jewel-Cases steht. Außerdem gibt es noch Infos zu Autor und Sprecher sowie ein Bild des Sprechers zu sehen und etwas Eigenwerbung für zwei weitere Hörbücher des Verlags.

_Mein Fazit:_

Ein Krimi mit einer interessanten Grundidee, der zu fesseln weiß, auch ohne brutalst verstümmelte Leichen. Ein interessantes Ermittlerduo, das stetig den Spannungsbogen nach oben klettert und dabei von einer von ihm gewohnt brillanten Leistung des Sprechers begleitet wird. Einige kurzweilige Hörstunden sind hier garantiert. Der Rest, der leider den Schluss bildet, war für mich überflüssig und in die Länge gezogen langweilig. Ohne die letzte Stunde hätte das Hörerlebnis keinen leicht faden Abgang gefunden.

|6 Audio-CDs
Spieldauer: ca. 7:48 Std.
Gelesen von David Nathan
Originaltitel: Den sidste gode mand (2010)
ISBN: 978-3-8371-0966-5|
[www.randomhouse.de]http://www.randomhouse.de

Perry Rhodan – Der Zeitagent (Silber Edition 29)

_Die Handlung:_

Es ist eine unglaubliche Reise: Durch einen Zeit-Transmitter wird das terranische Flaggschiff, die CREST III, um rund 50.000 Jahre in die Vergangenheit versetzt. In dieser Epoche erschüttert der große galaktische Krieg zwischen den Lemurern und den Halutern die gesamte Milchstraße – und es besteht kaum Hoffnung auf eine Rückkehr in die Gegenwart.

Um wieder in die eigene Zeit reisen zu können, müssen Perry Rhodan und seine Begleiter die Erde ansteuern. 50.000 Jahre in der Vergangenheit ist der Heimatplanet der Menschheit eine von gewaltigen Eismassen überzogene Welt, auf der die Überlebenden des Krieges ein erbärmliches Dasein fristen, ständig auf der Flucht vor grauenerregenden Mutanten.

Doch dann interessieren sich auch die Meister der Insel, jene nach wie vor geheimnisvollen Herrscher der Galaxis Andromeda, für die Terraner. Auf der Erde der Vergangenheit wirkt der Zeitagent, und er nimmt den Kampf gegen die Zeitreisenden auf: Es ist zugleich ein erbitterter Kampf um die Zukunft des Solaren Imperiums …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Wow, was für eine Masse an Abenteuern in nur einem Buch. Natürlich ist dies kein normales Buch, sondern ein Sammelband aus ganzen sieben einzelnen Heften, dennoch habe ich selten so einen Haufen an unterschiedlichen Ideen erlebt wie hier.

Der Hörer wird direkt ins Abenteuer geworfen und erlebt jede Menge Action, Zeitreisen, Raumkämpfe, Erstkontakte und und und … Den Autoren scheinen die Ideen nie auszugehen und sie hauen sie raus, als wären dies die letzten Abenteuer, die es für Perry Rhodan und seine Freunde zu erleben gilt.

Die Meister der Insel, MDI, und ihre Gehilfen, die Zeitagenten, werden in der Gegenwart und in der Vergangenheit bekämpft. Es wird in geschickt gestellte Fallen getappt und sich befreit. Und das auch noch an völlig unterschiedlichen Orten, wie der alten Erde vor 50.000 Jahren, die damals noch von den Lemurern bevölkert wurde, die sich einen erbitterten Kampf gegen die Vorfahren von Icho Tolot liefern.

Dann setzt Perry seinen Kampf auf einem urweltlichen Planeten im Wega-System fort und erlebt dort einige Erstkontakte mit ganz neuen Rassen. Es gibt eine kleine Einlage für Steampunk-Fans und dann gehts auch schon wieder auf den nächsten Planeten unter eine eiszeitliche Eisdecke.

Und all das, ohne die Meister der Insel aus den Augen zu verlieren, ohne der Spannung Abbruch zu tun und vor allem, ohne zu langweilen. Jede Idee ist interessant und jeder Wechsel der Erzählperspektive birgt ein neues spannendes Abenteuer.

So geschwärmt habe ich für ein Hörbuch selten, aber hier hatte ich wirklich das Gefühl, als ob ich hier Stoff für eine ganze Reihe von Büchern serviert bekommen habe und nicht „bloß“ sieben einzelne Romanhefte. Und wieder kann ich nachvollziehen, warum der Zyklus, zu dem diese |Silber Edition| zu einem der beliebtesten gehört. Zurecht.

_Das Hörerlebnis:_

Selten hat es Josef Tratnik mit so vielen Charakteren zu tun bekommen, denen er seine Stimme leihen musste, hier muss er sein ganzes Können aufbieten und das tut er auch.

Als kleine Auswahl neben seinem altbekannten „Kermit“-Gucken wären da zum Beispiel Lemy Danger zu erwähnen. Der kleine Siganese mit dem spezialgelagerten Geheimauftrag wird von Tratnik ein wenig zu „knuddelig“ gelesen. Er klingt nicht nur so klein, wie er tatsächlich ist, er klingt „niedlich“ und wenig autoritär, obwohl er General ist. Da möchte der Hörer ihn hochheben und „Dutzi, dutzi, dutzi!“ machen.

Der Teleporter Tako Kakuta klingt bei Tratnik ein wenig zu krächzig und zu hoch, sodass er manchmal schon im Ohr kratzt. Icho Tolot, der riesige Haluter, klingt wie immer statt zur Größe und seinem Volumen passend laut und erhaben wie Professor Hastig aus der Sesamstraße auf Valium, immer kurz vorm Einschlafen. Das passt dann selten zu den Stellen, an denen sich andere die Ohren zuhalten müssen, wenn er lacht. Wenn er länger redet, erhöht das drastisch die Einschlafquote.

Die vier Meter langen Echsen, die Tankan, spricht Josef Tratnik erstaunlich hoch. Bei einer Riesenechse hätte ich eher mit einer dunklen Grollstimme gerechnet. Den Ortungschef der CREST III, Enrico Notami, spricht er mit einem seltsam „wirren“ französischen Akzent.

Das war aber nur Mäkeln auf hohem Niveau, denn Tratnik ist hier in gewohnter Bestform. Die Romanvorlage ist spannend und fesselnd und seine Interpretation ist angemessen prima. Alle Stimmungslagen, alle Konflikte, alle Rassen … Josef Tratnik ist hier der wahre Herrscher des Perryversums und bindet den Hörer an dieses Hörbuch, wie sie es von ihm gewohnt sind.

|Musik und Effekte|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert und den Hörer plötzlich auftretend überrascht, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.

Einige Durchsagen von Perry Rhodan, die laut Romanvorlage „anders“ klangen, wurden mit einem Wackel-Stereo-Effekt versehen. Dadurch kann es beim Ohrstöpsel-Hörer zu Gleichgewichtsstörungen kommen, weil der Ton schnell von einem Ohr zum anderen wechselt. Auch über Lautsprecher gehört, wirkt dieser Effekt sehr unangenehm. Warum die Tontechnik nicht einfach nur den „altes Funkgerät“-Effekt benutzt hat oder einen anderen Filter und warum nur ein einziger Effekt in fast 16 Stunden Hörbuch eingebaut wurde, man weiß es nicht. Es wäre prima, wenn die Lesungen entweder konsequent mit Effekten versehen würden, was zu der von mir seit Band 1 gewünschten inszenierten Lesung führen würde oder bitte ganz weglassen. Ein Kompromiss wären auch Effekte, die nicht einfach durch ein Wackeln am Stereo-Schalter entstehen, sondern zur Szene passende Filter oder Verzerrungen sind.

_Der Sprecher:_

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)

_Die Ausstattung:_

Wie gewohnt sind die 13 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, die nicht das Cover des entsprechenden Silberbandes zeigt, sondern diesmal einen Ausschnitt des Titelbilds von Heft 269 „Jagd auf den Zeitagenten“. Die CDs sind einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst. Die Rückseiten der Papphüllen (1-12) ergeben zusammengesetzt das Cover von Heft 268 „Stoßtrupp durch Raum und Zeit“. Für die Rückseite der Klappbox ist als Hintergrundbild ein Ausschnitt des Covers von Heft 273 „Unter den Gletschern von Nevada“ gewählt worden. Auch die aneinandergereihten Rücken der Klappboxen bilden mit jeder weiteren Ausgabe ein sich zusammensetzendes schickes Gesamtbild.

Zusätzlich ist wieder ein Booklet enthalten, mit Tracklisting, einem Vorwort von Horst Hoffmann, einer Risszeichnung eines Kampfraumers der Haluter und den Titelbildern der in dieser |Silber Editon| zusammengefassten Hefte (Nr. 268-274) der Erstauflage. Außerdem gibt es noch ein wenig Werbung für die Hörbuchversion der LEMURIA-Reihe.

_Fazit:_

Ein Feuerwerk von Ideen, spannende Abenteuer in Hülle und Fülle und das auch noch zu unterschiedlichen Zeiten und sehr verschiedenen Orten. Das ist Perry Rhodan, wie ich ihn liebe und in den aktuellen Heftromanen schmerzlich vermisse. Das alles perfekt serviert von Josef Tratnik, der der Romanvorlage mit seiner Leistung in nichts nachsteht und fesselnd unterhält.

|13 Audio-CDs in Papp-Klappbox
Spieldauer: ca. 15:45 Std.
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3943013009|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de

Perry Rhodan – Im Mahlstrom der Sterne (Silber Edition 77)

_Die Handlung:_

In der langen Geschichte der Menschheit war Perry Rhodans Plan ohne Beispiel: Die Erde, die Urheimat der Terraner, und der Mond sollten mit einem Sprung durch den Hyperraum an eine neue Heimat versetzt werden. Eine Heimat, die den Flotten der Laren und Überschweren, den neuen Herrschern der Milchstraße, entzogen sein sollte. Doch der tollkühne Sprung endete nicht in der erhofften Sicherheit: Erde und Mond rematerialisierten zwar reibungslos im Normalraum, aber nicht an dem vorgesehenen Zielpunkt. Perry Rhodan und die Menschheit fanden sich in einem unbekannten Teil des Universums wieder, Millionen, möglicherweise sogar Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Die Menschheit steht erneut am Anfang. Sie macht sich auf, ihre neue Heimat zu erkunden – und muss erkennen, dass eine dunkle Macht über dem „Mahlstrom der Sterne“ herrscht … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck_

Nachdem die letzte |Silber Edition| mit einem dicken Cliffhanger zu Ende ging, denn die Flucht mit Terra und Luna hatte zwar geklappt, aber die Reise ging nicht dahin, wohin sie eigentlich sollte, war ich mehr als gespannt, wie es weitergeht und darauf, wo es Terra und Luna denn nun hinverschlagen hat.

Die Idee des Mahlstroms, einer Materiebrücke zwischen zwei Galaxien, ist interessant. So entsteht direkt zu Anfang dieser |Silber Edition| gleich eine Handlungsebene, die sich nicht um die Zyklus-bestimmenden Laren dreht. Der erste Teil befasst ausschließlich mit der verwirrten durch die Versetzung verwirrten Menschheit, dennoch ist er nicht langweilig, weil auch der Hörer gespannt darauf ist, zu erfahren, wo Perry ist und wie er da wieder wegkommen will.

Dann driftet das Autorenteam immer weiter vom eigentlichen Zyklus-Plot, dem Kampf gegen die Laren, ab. Das ist in diesem Fall aber gar nicht schlimm und macht sie frei, um interessanten Ideen nachgehen zu können.

Der Kampf gegen die „Eingeborenen“ und die Auseinandersetzung mit „Zeus“ ist kurzweilig erzählt und durchweg spannend. Auch wenn dieser Teil der |Silber Edition 77| die Haupthandlung nicht vorantreibt, so werden die Erfahrungen von Bullys Team und die Bekanntschaft mit „Zeus“ sicher noch eine wichtige Rolle spielen. Einziger Kritikpunkt für mich ist die recht schnelle Sinneswandlung von „Zeus“. Das war mir irgendwie zu einfach.

Gerade als der Hörer dachte, jetzt käme die große Aussöhnung und das Freudenfest mit Zeus … da gerät Perry mit seinem Raumschiff in den Einflussbereich eines „Bannkreises“), der sämtliche elektrisch betriebenen Geräte außer Kraft setzt. Wie Perry diese Situation löst und wie er versucht, etwas gegen den scheinbar undurchdringlichen Schutzschirm zu unternehmen, ist wirklich spannend beschrieben. Und wieder verzeiht der Hörer, dass es nichts über die Laren zu hören gibt.

Und da Perry eh langweilig zu sein scheint, weil es derzeit keine Möglichkeit gibt, etwas Sinnvolles zu tun, planen er und seine Mannschaft einem Funkspruch nachzugehen, der von einem Planeten zu kommen scheint, der über 400 Lichtjahre entfernt ist.

Weiter geht es mit dem nächsten Subplot des Subplots … so scheint es zumindest. Die Umweltakivisten des Müllplaneten Zannack spielen jetzt die Hauptrolle. Um sie und um Roy Danton und seine Forschergruppe dreht sich dann der nächste Teil der Handlung und wechselt dann auch mal den Planeten.

Ziemlich weit weg von den Laren, aber dennoch interessant und spannend genug, um gut zu unterhalten.

_Mein Hör-Eindruck:_

… war sehr positiv. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Andreas Laurenz Maier eine wirklich gute Sprecherleistung abliefert. Und das immer öfter, ohne in das hohe Krächzen zu verfallen, das er anfangs noch gern einigen Charakteren in den Mund gelegt hatte, der Wissenschaftler Goshmo-Khan zum Beispiel ist einer dieser Kandidaten.

Gucky liest er wie gewohnt, auch hoch krächzend und extrem lispelnd. Auf der entspannten Seite lässt ihn das aber aus der Menge der anderen Charaktere schnell hervorstechen und so kann er schnell wiedererkannt werden. Hier und da vergisst Maier mal, bei einem „s“ zu lispeln, aber das ist zu verzeihen.

Wenn er den telepathisch begabten Matten-Willy spricht, dann klingt es hoch, krächzig und viel zu leise, falls man das Hörbuch im Auto hört. Genauso hoch und kratzig klingt es, wenn er die Gedanken von „Zeus“ im Kopf von Fontain spricht. Unfreiwillig komisch klingt es, wenn Gucky den Namen „Zeus“ ausspricht. Hier kann der Hörer förmlich den Regen sehen, der auf das Mikro des Sprechers dabei niedergeht.

Gegen Ende, wenn er von der Welt der Vogelähnlichen erzählt, hätte er in sein ohrenschmerzendes Krächzen abdriften können, das tut er zum Glück nicht und so ist dieser Teil wirklich angenehm zu hören.

Einzig seine lispelnde Bugs-Bunny-Gucky-Variation lädt bei Wörtern wie „einzusetzen“ zum sicher ungewollten Grinsen beim Hörer ein, selbst wenn die Situation alles andere als komisch ist.

Also, abgesehen von der Wahl einzelner Stimmfarben, bietet Maier gute Unterhaltung, die der interessanten Handlung gerecht wird. Je länger die Lesung dauerte, desto besser hat er mir gefallen.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.

Als der Sprecher von der Flutwelle erzählt, die über Terra fegt und bei der Staubwolke, hat die Tontechnik für den Hintergrund jeweils einen Ambientsound gewählt, der sich nach Rauschen anhört. Hier blitzte ein wenig auf, was mit einer inszenierten Lesung noch alles aus „Perry Rhodan“ rauszuholen wäre.

|Die MP3s und das Booklet|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 182 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Wie auch bei der Romanvorlange, dem Silberband 77, ziert das grafisch aufpolierte Cover von Band 679 „Im Bannkreis der Pyramide“ den Titel dieser |Silber Edition| und der ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG-Datei in der Auflösung 1448 x 1269 bei.

Des Weiteren ist auf den CDs das grafisch aufpolierte Titelbild von Heft 676 „Im Mahlstrom der Sterne“ im gigantischen Format von 2000 x 2958 als JPG-Datei zu finden. Laut Klappentext „zum Ausdrucken oder Entwickeln lassen“. Eine schöne Idee der Verlags. Das nächste Mal gern auch die Cover der anderen Hefte, aus denen sich diese |Silber Edition| zusammensetzt.

Im Booklet findet wir ein Tracklisting, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung eines Großschlachtsschiffs der Poohns, dem ein wenig mehr Farbe gutgetan hätte, damit es besser zu erkennen wäre, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser |Silber Edition| enthaltenen Heftromane Nr. 676, 677, 678, 684 und 685. Auf der Rückseite finden wir nochmals das Cover von Band 676.

Auf der Hülle der CD-Box gibt es Infos zum Sprecher und eine Inhaltsangabe zur Handlung zu lesen.

_Mein Fazit:_

Es war ein Subplot des Subplots, aber es war ein interessanter Ausflug, der am Ende doch zur Aufklärung einiger Fragen beigetragen hat, die sich im Subplot eine Etage höher gestellt haben. Das Ganze wird dann am Ende nicht mit einem Cliffhanger abgerundet, sondern mit einer traurigen Szene, die den Hörer etwas wehmütig zurücklässt.

Andreas Laurenz Maier liest diese |Silber Edition| gewohnt gut, mit fortlaufender Handlung auch ohne allzu viel Krächzen.

Diesmal gabs nichts über den Kampf mit denen Laren zu hören, dennoch war es kurzweilig und unterhaltsam genug, um den Hörer vorfreudig auf den nächsten Teil warten zu lassen.

|2 MP3-CDs mit 16:45 Std. Gesamtspieldauer
Aufgeteilt auf 182 Tracks
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3943013061|
[www.einamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

Perry Rhodan – Exodus der Generationen (Lemuria 3)

_Perry Rhodan: |Lemuria| – Die Lesungen:_

Band 1: [„Die Sternenarche“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
Band 2: [„Der Schläfer der Zeiten“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7093
Band 3: [„Exodus der Generationen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7297
Band 4: „Der erste Unsterbliche“ (Oktober 2011)
Band 5: „Die letzten Tage Lemurias“ (Januar 2012)
Band 6: „Die längste Nacht“ (April 2012)

_Die Handlung:_

Die Milchstraße im 49. Jahrhundert. Die Erde ist das Zentrum der Liga Freier Terraner, der mehrere tausend besiedelte Welten angehören. Der wichtigste Repräsentant der Liga ist Perry Rhodan, jener Mann, der die Menschheit zu den Sternen führte.

Durch einen Zufall stößt Rhodan auf ein riesiges Raumschiff, das mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch das All rast. Es ist eine Sternenarche, bewohnt von Menschen, die vor über 55 000 Jahren ihre Reise angetreten haben. Bald erweist es sich als Teil einer ganzen Flotte von Schiffen.

Der Zweck der Archen bleibt im Dunkeln. Wer hat dieses gewaltige Projekt initiiert? Zu welchem Zweck? Und wie kann es sein, dass ihre Kommandanten Zellaktivatoren tragen, die sie unsterblich machen? Die drängenden Fragen bleiben unbeantwortet – bis Perry Rhodan in ein Koma verfällt und sein Geist in die ferne Vergangenheit reist … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Diesmal findet Perry keine neue Arche, zum Glück. Diesmal gibt es eine Geschichtsstunde, die einige interessante Hintergrundinformationen bietet. Zwei sich abwechselnde Handlungsfäden, von denen einer in der aktuellen Zeit des Vorgängerbandes spielt und der andere etwa 51.900 vor Christus, wechseln sich in diesem LEMURIA-Teil ab.

In diese Urzeit wird Perrys Geist versetzt, als er versucht, die Datenchips zu analysieren, die er im Vorgängerband aus der abgestürzten Arche LEMCHA OVIR geborgen hatte. Hier erfährt er vom Chronisten Deshan Apian jede Menge interessante Fakten über den mysteriösen Levian Paronn, der letztendlich dafür verantwortlich war, dass die Lemurer die Sternenarchen gebaut haben. Der Zeitraum von Perrys Gedankenreise erstreckt sich über 150 Jahre, was die später bestätigte Vermutung nahelegt, dass Paronn zumindest relativ unsterblich war … oder immer noch ist … und eine Menge Anstrengungen unternommen hat, um die Lemuren in die von ihm gewünschten Bahnen zu lenken. Zu den Sternen soll es gehen, möglichst schnell und mit möglichst vielen Lemurern. Immer wieder warnt Paronn vor einer Gefahr aus dem All und das tut er teilweise auch verkleidet. So lange, bis er genug Lemurer von seinen Weissagungen überzeugt hat, dass sich alle nur noch darauf konzentrieren, eine Sternenarche nach der anderen zu bauen. Dabei unterstützt er sie mit einem Wissen, das fast unwirklich erscheint.

Der Handlungsstrang, der in der aktuellen Zeit spielt, unterbricht den interessanten Ausflug in die einfühlsam geschilderte Gesellschaft der Ur-Lemurer immer mal wieder. Auch wenn der beliebte Icho Tolot hier die Hauptrolle spielt und er gegen Ende seines Abenteuers auf der alten akonischen Station auch etwas Wichtiges erfährt, so liegt das Hautpohrenmerk des Hörers eigentlich die ganze Zeit auf der Vergangenheitsgeschichte. Etwas aus dem Gesamtrahmen fällt der Anteil von Jorgal und Alahandra am Tolot-Handlungsfaden, der war mir ein wenig zu esoterisch-philosophisch-schräg.

Zwar gibt es auch in diesem Teil wieder wenig Action, aber die ist in einer Geschichtsstunde auch nicht immer nötig, um die Zuhörer wachzuhalten. Endlich erfahren wir, was es mit den Sternenarchen auf sich hat, wer sie wann gebaut hat, wie viele es gibt und … dass offenbar das Wissen darum eine sehr lange Zeit exklusiv für Perry Rhodan bereitgehalten wurde.

Und am Ende bleibt die Vorfreude auf den nächsten LEMURIA-Teil, denn Perry hat immer noch eine Menge spannende und interessante Fragen, die es zu beantworten gilt und auch der Hörer möchte mehr Antworten haben. Auch auf die Frage nach dem „Etwas“, das kurz vor dem Ausschalten noch ins Bild huscht und für Stirnrunzeln beim Hörer sorgt.

_Das Hörerlebnis:_

Josef Tratniks ruhige und gemächliche Erzählweise (im Vergleich zu anderen Perry-Sprechern) passt zu diesem Roman wirklich prima. Mit seiner Art, die Story zu interpretieren, passt er sehr gut zu dieser Geschichtsstunde. Fast hat man das Gefühl, man hört Deshan Apian selbst zu, der sein Wissen um die Vergangenheit der Lemurer und der Sternenarchen an den Hörer weitergibt.

Nur selten verwendet Tratnik Akzente oder verstellt seine Stimme, sodass sie unangenehm klingt. Der Blue Trülhan-Nyulzen-Y’sch-Takan-Nyül klingt etwas zu hoch, aber der soll ja laut Romanvorlage auch „zwitschern“. Und der katzenhafte Gurrad Grresko wird leicht gurgelnd und das „R“ rollend vorgetragen, was wohl an eine Katze erinnern soll. Auch das passt schon, tragen die Gurrads doch eine Löwenmähne.

Tratnik liest auch Schreibfehler mit: „Sharita Coho brachte den Blues mit einem Wink zum Schweigen „. Das hätte einen Sinn, wenn der gemeinte Blue grad ein trauriges Liedchen angestimmt hätte, aber einen Blues gibt es an dieser Stelle nicht zu hören. Und auch der Autor des Romans sorgt für ein Grinsen beim Hörer, wenn er eine „leere Lücke“ beschreibt. Geschlossene Lücken gibt es nicht, denn dann heißen sie nicht mehr „Lücke“.

|Musik und Effekte|

Im Gegensatz zu den |Silber Editionen| ist die Einstiegs- und zugleich auch Kapitel-Vorspann-Musik flotter im Abgang und elektronischer vom Stil her. Die auch in den |Silber Editionen| verwendeten und aufgrund ihrer Seltenheit leicht irritierenden Ambient-Sound-Teppiche sind auch hier vorhanden. Allerdings so selten und so leise, dass ich oftmals dachte, es wären Störgeräusche von außen.

_Der Sprecher:_

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)

_Die Ausstattung:_

Wie vom Verlag gewohnt sind die 8 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst.

Das vierseitige Booklet enthält die Trackliste der einzelnen CDs mit den Kapitel-Nummern des Buches und den Gesamtspieldauern der Scheiben. Auf der Rückseite wird für den nächsten Teil der Reihe „Der erste Unsterbliche“ geworben.

Als Extra gibt es ein entfaltbares Poster in der Größe 36 x 48cm mit dem Cover-Motiv der Box.

_Mein Fazit:_

Eine eher ruhige Geschichtsstunde, die aber dennoch interessant ist. Die Fragen nach der Herkunft der Sternenarchen und ihres Erbauers werden beantwortet und die Spannung wird weiterhin hochgehalten, weil nicht nur Perry Rhodans Neugier noch lange nicht gestillt ist. Josef Tratnik passt mit seinem Erzähl-Stil perfekt zu der Story und unterhält den Hörer prima.

|8 CDs in Papp-Klappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 9:50 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3943013023|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[Hörprobe auf der Verlagsseite]https://www.einsamedien.de/index.php?id=16&productID=37416

_Perry Rhodan auf |Buchwurm.info|:_

|LEMURIA|:
[„Die Sternenarche“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=769 (Perry Rhodan – Lemuria 1)
[„Der Schläfer der Zeiten“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=871 (Perry Rhodan – Lemuria 2)
[„Exodus der Generationen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=886 (Perry Rhodan – Lemuria 3)
[„Der erste Unsterbliche“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=949 (Perry Rhodan – Lemuria 4)
[„Die letzten Tage Lemurias“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1021 (Perry Rhodan – Lemuria 5)
[„Die längste Nacht“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1137 (Perry Rhodan Lemuria 6)

|LEMURIA|-Hörbücher:
[„Die Sternenarche“ (Perry Rhodan – LEMURIA 1) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
[„Der Schläfer der Zeiten (Perry Rhodan – LEMURIA 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7093
[„Exodus der Generationen“ (Perry Rhodan – LEMURIA 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7297

|PAN-THAU-RA|:
[„Die Lebenskrieger“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2189 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 1)
[„Die Trümmersphäre“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2468 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 2)
[„Die Quantenfestung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3050 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 3)

|Silber Edition|:
[„Die Para-Sprinter“ (Perry Rhodan – Silber Edition 24) (Lesung)“ (Hörbuch)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6330
[„Brennpunkt Andro-Beta (Perry Rhodan – Silber Edition 25) (Lesung) „]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6492
[„Kontrollstation Modul“ (Perry Rhodan – Silber Edition 26) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6738
[„Andromeda“ (Perry Rhodan – Silber Edition 27) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6945
[„Lemuria“ (Perry Rhodan – Silber Edition 28) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7094
[„Der Zeitagent“ (Perry Rhodan – Silber Edition 29) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7299
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6743
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6936
[„Raumschiff Erde (Perry Rhodan – Silber Edition 76) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=7092
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=7298

|Silber Edition|-Downloadversion:
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 1 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 2 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6614
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 3 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6666
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 4 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6721
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6880
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6916
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6950
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6990
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7027
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7052
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7091
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7108
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7142
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7196
[„Suche nach der Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 78, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7270

[„PERRY RHODAN: Odyssee“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3240
[„Die Kaiserin von Therm“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3241 (Perry Rhodan Silberband 94)
[„Die Rückkehr“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1611 (Perry-Rhodan-Roman 2295)
[„Das Antares-Riff“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1706 (Perry Rhodan Extra 2)
[„Perry Rhodan – Das Rollenspiel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2925 (Grundregelwerk)
[„Sternenozean“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5831 (Hörspielserie, Teil 1-25)
[„Das gestrandete Imperium“ (Perry Rhodan – Der Posbi-Krieg 1)“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6081
[„Perry Rhodan: Der Posbi-Krieg“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6394
[„Die Zeitstadt“ (Perry Rhodan – Andromeda 6) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6740
[„Geisterschiff CREST IV“ (Perry Rhodan – Taschenheft 10]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id%3C/b%3E__book=6925

Kevin Brooks – iBoy

Die Handlung:

Er hätte tot sein können. Doch das iPhone, das ihm seine Schädeldecke zertrümmert hat, macht Tom zum Superhelden – zu iBoy. Allwissend, da permanent online. Unverwundbar dank seiner iHaut, die ihn wie einen Panzer schützt. Allmächtig – und bereit, es mit den Typen aufzunehmen, die seine heimliche Liebe Lucy vergewaltigt haben.
Als iBoy seinen Rachefeldzug startet und Lucy dabei in tödliche Gefahr bringt, wird ihm klar, dass es mehr braucht als seine Allmacht, um sie zu retten. Und dass Tom der einzig wahre Superheld ist, der Lucy glücklich machen kann. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, ich gebs zu, das „i“ hat mich schon gereizt und die Grundidee fand ich interessant. Auf der anderen Seite erinnerte mich das Ganze schon irgendwo an SPIDER-MAN, der seine Fähigkeiten durch einen Spinnenbiss bekam. Auf Seite 85 zieht Tom übrigens die gleichen Parallelen.

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Dorian Hunter – Die Teufelsinsel (Folge 15)

_Die Handlung:_

Dorian Hunter hat seine acht dämonischen Brüder zur Strecke gebracht. Bleibt noch Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie!

Die Spur führt Hunter zusammen mit seinem Begleiter, dem Journalisten Armand Melville, auf ein Eiland im Mittelmeer vor Sizilien, das angeblich Asmodis Rückzugsgebiet darstellt. Doch auf der Insel wimmelt es vor magischen Fallen und als Armand Melville vier Tage später allein zurückkehrt, fehlt von Hunter jede Spur …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Wer in dieser Folge auf einen spektakulären Showdown zwischen Asmodi und Dorian Hunter auf der „Teufelsinsel“ wartet … der muss leider weiterwarten.

Die Spannung langsam immer weiter aufbauend, hören wir dem Ton der Videoaufzeichnung von Armand Melville zu, der von seinem Trip auf die Insel zusammen mit Hunter allein zurückkam. Natürlich ist diese Aufzeichnung genau dann zu Ende, wenns am spannendsten ist. An dieser Stelle trennen sich dann die Wege von Melville und Hunter, der mit Überleben beschäftigt war und gejagt wurde.

Und parallel verfolgen wir noch den Weißen hassenden Mackandal, der am Anfang des 18. Jahrhunderts bei Mama-Loi Jorubinia in die Voodoo-Schule geht, um Rache zu nehmen. Zuvor war er von einem getarnten Asmodi in die Sklaverei verkauft worden, damit sein Hass weiter wächst.

Und grad, wenns interessant werden könnte und es doch noch mit vielen Effekten ausgestattete Kämpfe geben könnte … sind die 80 Minuten auch schon wieder vorbei, gemein. So gibts diesmal mehr Infos als Action zu hören. Was der Autor damit sagen will, das kann man im Booklet nachlesen, denn er hat für diese Folge jede Menge recherchiert.

_Das Hörerlebnis:_

Der Abmischung der Sprache zu folgen ist zuweilen recht anstrengend, weil die einzelnen Stimmen sehr unterschiedlich laut sind. Eine fast flüsternde Frauenstimme erleben wir auf der Insel, die so gut wie gar nicht zu hören ist, wenn man diese Folge im Auto, der Bahn oder irgendwo sonst mit Nebengeräuschen hört. Hier muss man richtig aufdrehen, um dann im nächsten Augenblick zusammenzuzucken, wenn der nächste Charakter spricht. Auch Dorian Hunter, der wie Jack Bauer in „24“ keinen normal lauten Satz sprechen kann, sondern so gut wie alles gedrängt flüstern muss, ist manchmal aus den gleichen Gründen schwer zu verstehen.

Erfreulich ist zwar, dass die CD fast aus allen Nähten platzt mit ihren 80 Minuten Spieldauer und den 26 Tracks, aber allein die neunminütige Szene auf der „Sirenen-Insel“, die nichts mit Hunter selbst zu tun hat, dauert gefühlte 20 und hätte gut gekürzt werden können.

Auch wer sich mit einem Vorschussgrinsen auf Oliver Kalkofe gefreut hat, wird ein wenig enttäuscht sein. Der Autor bietet ihm leider nur wenig Raum, um sein komödiantisches Talent auszuleben. Nur in wenigen Szenen zusammen mit Hunter auf der „Teufelsinsel“ blitzt es ein wenig durch.

Generell machen alle Sprecher einen guten Job und bringen die Stimmungslage ihrer Charaktere prima ins Ohr des Hörers. Gut oder böse, sirenenhaft betörend oder ängstlich, alles wird lebendig vermittelt.

|Geräusche und Musik|:

Die Geräuschkulisse ist aufwendig und abwechslungsreich gestaltet, mit vielen Effekten, die die Szenen sehr lebendig wirken lassen. Auch die Soundeffekte bei den Übergängen der Handlungen und Tracks sind … interessant.

Die Musik wird hier nicht als Lückenfüller verwendet, sondern dezent wenig und auch nur aus dramaturgischen Gründen.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Dorian Hunter – Thomas Schmuckert
Armand Melville – Oliver Kalkofe
Trevor Sullivan – Konrad Halver
Mackandal – Bernd Vollbrecht
Valiora – Daniela Hoffmann
Marvin Cohen – Frank Gustavus
Coco Zamis – Claudia Urbschat-Mingues
Steve Powell – Marco Sand
Mama-Loi Jorubinia – Luise Lunow
Asmodi – K. Dieter Klebsch
Fabricio – Dirk Hardegen
Don Chiusa – Christian Schult
Georgos – Costa Meronianakis
Costa – Georgos Meronianakis
Erzählerin – Dagmar Dreke
Capitán – Eckart Dux
Olivaro – Stefan Krause
In weiteren Rollen: Marco Göllner, Leonhard Mahlich, Thomas Nicolai, Simona Pahl, Martin Sabel

|Technik-Credits:|

Romanvorlage: Ernst Vlcek
Produktion: Dennis Ehrhardt, Zaubermond Verlag
Skript, Regie, Tonproduktion: Marco Göllner
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Gary Stack im Studio Konterfei, Berlin
Marijo Dolic, Hurst Media Company, Offenbach
Musik: MoorlandMusic
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp
Label: Folgenreich

|Die Ausstattung:|

Das Cover des Booklets zeigt eine düstere Küsten-/Strand-Szene im Stil der „Dorian Hunter“-Serie. Die CD, die mit dem gleichen Motiv bedruckt ist, steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen und eine ausführliche Beschreibung der Recherche für diese Folge vom Autor Marco Göllner. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits. Und dann gibts noch ein paar Infos zu den Buchausgaben von „Dorian Hunter“.

_Mein Fazit:_

Zwar kommt es auf der „Teufelsinsel“ nicht zum erhofften finalen Endkampf, aber es gibt ein paar interessante, Jahrhunderte alte Hintergrundinformationen und einen echt fiesen Cliffhanger, der den Hörer schon gespannt auf die nächste Folge warten lässt.

|1 Audio-CD mit 80 Minuten Spieldauer
UPC: 0602527711867|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de/dorianhunter
[www.marcogoellner.de]http://www.marcogoellner.de
[www.dorianhunter.net]http://www.dorianhunter.net

Perry Rhodan – Suche nach der Erde (Silber Edition 78, Teil 1 von 4)

_|Suche nach der Erde|:_

Teil 1: 325 MB, 3:52 h, 47 Tracks
Teil 2: – erscheint am 30.08.2011 –
Teil 3: – erscheint am 20.09.2011 –
Teil 4: – erscheint am 11.10.2011 –

_Die Handlung:_

April 3460: Die Milchstraße ächzt unter der Herrschaft der technisch überlegenen Laren und ihrer skrupellosen Helfer, den Überschweren. Perry Rhodan blieb keine andere Wahl, als Erde und Mond in einem gewagten Manöver dem Zugriff der Invasoren zu entziehen: Die Urheimat der Terraner und ihr Trabant gingen durch einen gigantischen Sonnentransmitter, sprangen durch den Hyperraum und rematerialisierten im „Mahlstrom der Sterne“, einem Gebiet des Alls, unendlich weit von dem vorgesehenen Zielpunkt entfernt. Lordadmiral Atlan organisiert derweil den Widerstand gegen die Invasoren – und die Suche nach der verschollenen Erde. Sein Weg führt ihn nach Andromeda, zu sterbenden, von Jahrzehntausende alten Ruinen übersäten Welten und zu einer mysteriösen Geisterflotte. Aber für vier seiner Begleiter erweist sich die Mission als ein Flug durch tausend Höllen …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 78| )

|Dieser Teil|:

Zwei terranische Wissenschaftler wollen vom heißen Strafplaneten Watsteyn fliehen. Derweil schickt Atlan den USO-Spezialisten Ronald Tekener getarnt auf die Reise, um gerade diese beiden zu befreien. Und zum Schluss macht sich auch Atlan auf die Suche nach der Erde.

_Mein Eindruck:_

Warum es am Ende des letzten Teils der |Silber Edition 77| keinen Cliffhanger gegeben hat, wird schnell klar. Wie an einem straffen Gummiband gezogen, schnellt der Handlungsfaden wieder zurück in die Milchstraße. Das wird sicher alle freuen, die sich seit einiger Zeit fragen, was denn die Zurückgelassenen und auch die Laren zwischenzeitlich so unternehmen, um Perry und die Erde zu finden.

Und so findet sich der Hörer direkt an der Seite des Wissenschaftlers Goarn Den Thelnbourg wieder, einem Spezialisten für Sonnentransmitter. Ihn und viele weitere Wissenschaftler hatten die Laren auf „Strafplaneten“ verfrachtet, um sie zu „überreden“, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Hier kommt auch die Peitsche zum Einsatz, die auf dem Cover zu sehen ist.

Sicher ist es spannend und interessant die auch für Atlan wichtig gewordenen Transmitter-Experten bei ihren Fluchtplänen zu begleiten, aber das Ganze wirkt irgendwann ein wenig in die Länge gezogen. Auflockerung gibt es aber später durch die Wechsel zum Tekener-Handlungsstrang, weil man ja erfahren möchte, ob sich die beiden Gruppen tatsächlich irgendwann mal treffen.

Eigentlich hätte man, um einen guten und auch von der Handlung her vertretbaren Bruch zwischen den Einzelteilen dieser |Silber Edition| zu erreichen, nach Track 37 Schluss machen können. Denn dann ist die Flucht-/Befreiungsthematik abgearbeitet. Ab hier gehts mit dem nächsten Heftroman weiter, der einen anderen Handlungsfaden verfolgt. Da dieser Hörbuch-Teil aber eh schon eine halbe Stunde kürzer ist als der Letzte und man verständlicherweise nicht noch früher das Licht ausmachen wollte, gibts also noch einen Appetizer auf den nächsten Teil. Diesen können wir dann noch gute 40 Minuten lang zusammen mit Atlan und den Laren verfolgen, bevor der Erste von vier Teilen dieser |Silber Edition| vorbei ist.

_Mein Höreindruck:_

Tom Jacobs liefert in gewohnt souveräner Art und Weise ab. Der Hörer fiebert die ganze Zeit mit den beiden Wissenschaftlern mit, die von glänzend gut umgesetzten Bewachern malträtiert werden. Die Fiesen klingen gemein und die Guten klingen verzweifelt, verschwörerisch oder ängstlich. Jede Gefühlslage bringt Jacobs hüben wie drüben perfekt ins Ohr des Hörers.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 47 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 680 „Strafplanet der Eroberer“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

_Mein Fazit:_

Die Handlung springt wieder zurück in die Milchstraße, wo man auf Hochtouren daran arbeitet, den neuen Standpunkt der Erde zu finden. Ein Planeten-Flucht-Befreiungs-Abenteuer, das von Tom Jacobs perfekt eingelesen wurde. Und am Ende gibts noch ein „Kurzabenteuer“ aus dem nächsten Heftroman, weil die Lesung sonst zu kurz geraten wäre. Somit bekommt der Hörer schon mal einen Vorgeschmack auf das, was ihn in drei Wochen erwartet. Ich bin gespannt.

|MP3-Download mit ca. 325 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:52 h
Anzahl der Tracks: 47
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3943013078|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 78| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 11. Oktober 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Ken Follett – Der Schlüssel zu Rebecca

Die Handlung:

Sommer 1942: Rommels Armee rückt auf Kairo vor. Die Strategie des Wüstenfuchses scheint unschlagbar. Seine Geheimwaffe: der Meisterspion Wolff in Kairo. Wolffs Auftrag: Die Pläne der Engländer auszukundschaften und sie Rommel verschlüsselt zu übermitteln. Als Schlüssel dient ihm Daphne du Mauriers weltberühmter Roman „Rebecca“. Doch die andere Seite ist nicht untätig. Während die deutschen Truppen unaufhaltsam vorstoßen, beginnt in den nächtlichen Straßen Kairos eine tödliche Verfolgungsjagd. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wer hätte gedacht, dass es bei der Fülle an Hörbuchumsetzungen von Ken Folletts Romanen noch Lücken gibt. Die gibts tatsächlich, ganz offenbar. Und so schließt der Verlag mit dieser Lesung eine dieser Restlücken aus dem Jahr 1982. Interessanterweise sagt die nette Frauenstimme am Ende des Hörbuchs, dass es sich hier um eine Produktion aus dem Jahr 2009 handelt. Ich konnte allerdings keine Informationen darüber finden, ob diese Lesung tatsächlich auch zu diesem Zeitpunkt schon einmal veröffentlicht wurde oder sich der Verlag damit einfach nur etwas Zeit gelassen hat.

Ken Follett – Der Schlüssel zu Rebecca weiterlesen

Kate Kacvinsky – Die Rebellion der Maddie Freeman

_|Maddie Freeman|:_

Band 1: _“Die Rebellion der Maddie Freeman“_
Band 2: „Middle Ground“ (noch ohne Erscheinungstermin)

_Die Handlung:_

Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen – das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin – für den nur das wahre Leben offline zählt.

Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben – und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur. Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen? (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Das Jahr 2060, das Katie Kacvinsky in ihrem Roman beschreibt, unterscheidet sich gar nicht allzu sehr von unserer Zeit. Für den einen ist es eine Utopie, für den anderen eine Dystopie. Der Staat weiß im „Big Brother“-Stil über jeden Schritt seiner Bürger Bescheid und eine echte Privatsphäre gibt es nicht mehr.

Offenes Feuer und selbst der Schulunterricht, wie wir ihn kennen, ist verboten und die Schüler besuchen alle die „Digital School“ … von zu Hause aus … als Avatar. Auch sonst spielt sich das komplette Sozialleben aller Menschen in den eigenen vier Wänden vor großen Displays ab. Niemand braucht mehr wirklich das Haus zu verlassen, und niemand will das, weil der Staat zusätzlich zu den tatsächlich stattgefundenen schrecklichen Ereignissen, Fehlinformationen und „Gruselgeschichten“ unters junge Volk streut, sodass alle Kinder glauben, sie wären tatsächlich zu Hause am besten aufgehoben und draußen würden nur böse Dinge lauern und passieren.

Nicht erst seitdem Maddie online (wo auch sonst) Justin kennengelernt hat, rebelliert sie innerlich gegen das System, das ausgerechnet ihr Vater erfunden hat und vorantreibt. Alles zum Wohle der Bürger natürlich. Totale Überwachung als Preis für angebliche totale Sicherheit.

Durch Justin erfährt die zuerst unsichere Maddie zum ersten Mal, wie es ist, außerhalb des Hauses echte Menschen kennenzulernen, Freundschaften von Angesicht zu Angesicht zu schließen, mit Leuten, die sich nicht hinter Fantasie-Avataren verstecken.

Mehr und mehr fühlt sie, dass es die Welt von Justin ist, die sie will und dass es Justin selbst ist, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Das bemerken auch ihre Eltern, die davon gar nicht begeistert sind und sie in ein Umerziehungslager schicken wollen. Justin verhilft ihr zur Flucht und Maddie lernt noch mehr das „echte Leben“ kennen, abseits der virtuellen und staatlich überwachten Netzwerke.

Bis hierher ist der Roman auch wirklich interessant und jeder, der gern (zu viel) Zeit bei Facebook verbringt, wird sich schnell in Maddie wiedererkennen. Wie einfach ist es doch, sich hinter einem Avatar zu verstecken und „heile Welt“ zu spielen.

Nach ihrer Flucht aus dem System, das ihr Vater aufgebaut hat, wird die Geschichte erst kurz zum Roadmovie und dann immer mehr zur Love-Story. Immer weniger Handlung, immer mehr Beziehungsproblematik, und es passiert eigentlich bis kurz vor Schluss wenig bis gar nichts mehr, was sehr schade ist.

Wir erfahren zwar jetzt, warum Maddies Welt so geworden ist, wie sie jetzt ist und schauen ihr dabei über die Schulter, wie sie versucht, Justins harten Herzenspanzer zu knacken, aber das wars dann leider auch schon im Großen und Ganzen. Erst am Ende gibts noch mal ein wenig Aufregung.

Bleibt zu hoffen, dass im Folgeroman „Middle Ground“ die echte Rebellion der Maddie Freeman losgetreten wird, denn Veränderungen passieren in diesem Roman nicht. Alles Wichtige und die Gesellschaft grundlegend Verändernde war bereits in der Vergangenheit passiert.

Und da Maddie ihre eigene „Rebellion“ schon seit Jahren in sich trägt, verändert auch sie sich nicht wirklich, sie macht lediglich ein paar neue Erfahrungen. Eine gesellschaftskritische Einstellung hatte sie schon vor Beginn der Handlung des Romans. Der original Titel „Awaken“ passt hier einfach besser als der deutsche. Maddie wacht in dieser Geschichte langsam auf aus ihrem staatlich verordneten Digitalschlaf und muss nun lernen, sich in dieser für sie fremden Welt zurechtzufinden.

_Das Hörerlebnis:_

Marie Bierstedt macht einen tollen Job. Perfekt transportiert sie die Stimmungen von Maddie ins Ohr des Hörers. Ob verzweifelt, unsicher, sauer, wütend, erfreut oder verliebt … Bierstedt weiß ihre Stimme genau richtig einzusetzen, um dem Hörer das Gefühl zu geben, dass Maddie uns grad selbst ihre eigene Geschichte erzählt.

Sie legt keine albernen Akzente auf und sie verändert auch nicht unnatürlich ihre Stimmhöhe oder -farbe, wenn sie männliche Charaktere spricht, da wird Bierstedt dann einfach nur energischer. Jeder klingt authentisch und glaubwürdig und auch der beschreibende Text wirkt lebendig und erzählt und nicht abgelesen.

Am Anfang und am Ende jeder CD gibt es ein paar Takte Home-Shopping-Kanal-Hintergrundmusik zu hören.

Die vier CDs gingen viel zu schnell zu Ende und nun muss ich warten, was Maddie wohl als Nächstes macht und ob es zum Showdown mit dem digitalen System kommen wird.

|Die Sprecherin:|

Marie Bierstedt ist die deutsche Stimme von Alyson Hannigan in BUFFY, synchronisiert Kirsten Dunst (SPIDERMAN und Disneys CINDERELLA), Reese Witherspoon (EISKALTE ENGEL), Kristin Kreuk (SMALLVILLE), Kate Hudson und viele andere. Marie Bierstedt ist auch als Hörbuchsprecherin sehr beliebt. (Verlagsinfo)

_Die Ausstattung:_

In zielgruppenfreundlichen Rosa- und Pinktönen ist die aufklappbare Pappbox gehalten. Die CDs, die in Einschubschlitzen stecken, sind farblich passend bedruckt, sodass ein harmonischer Gesamteindruck entsteht.

Im Inneren sehen wir Bilder der Autorin und der Sprecherin, zusammen mit ein paar Infos über sie. Außerdem gibt es noch ein wenig Eigenwerbung zu weiteren Hörbüchern aus dem Verlagsprogramm zu lesen.

_Mein Fazit:_

Jeder Facebook-User kann nachvollziehen, in welcher Welt Maddie wohnt, auch wenn sie 50 Jahre in der Zukunft lebt. Und jedes Mädchen möchte einen geheimnisvollen Typen wie Justin kennenlernen, mit dem sie ihre eigene Rebellion starten kann.

Lebendig und gefühlsbetont gelesen, fesselt Marie Bierstedt den Hörer an „Die Rebellion der Maddie Freeman“, die nicht ganz so spektakulär ist, wie es der Titel vermuten lässt, aber dennoch ein interessantes Kopfkino bietet.

Unterm Strich wird jeder Power-Onliner darüber nachgrübeln, vielleicht doch mal wieder im „echten Leben“ vorbeizuschauen.

|4 Audio-CDs
Spieldauer: 277 Min.
Gelesen von Marie Bierstedt
Originaltitel: Awaken
Aus dem Amerikanischen von Ulrike Nolte
ISBN: 978-3-7857-4556-4|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de

George R. R. Martin – Das Erbe von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 2)

Das Lied von Eis und Feuer (überarbeitete Neuauflage):

01 „Die Herren von Winterfell“
02 „Das Erbe von Winterfell“
03 „Der Thron der Sieben Königreiche“
04 „Die Saat des goldenen Löwen“
05 „Sturm der Schwerter“
06 „Die Königin der Drachen“
07 „Zeit der Krähen“
08 „Die dunkle Königin“
09 „Der Sohn des Greifen“
10 „Ein Tanz mit Drachen“

Im Original:

01 „A Game of Thrones“
02 „A Clash of Kings“
03 „A Storm of Swords“
04 „A Feast for Crows“
05 „A Dance with Dragons“
06 „The Winds of Winter“
07 „A Dream of Spring“

Die Handlung:

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – doch die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch dann nicht, wenn man die Hand des Königs ist … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Weniger Seiten aber mehr Kapitel bietet der zweite Teil der Serie. Und wieder sind die Kapitel mit den Vornamen der Charaktere betitelt, um die es auf den folgenden Seiten gehen wird. Da dem Leser des ersten Bandes die Namen mittlerweile aber etwas sagen, fällt die Orientierung leichter und die Vorfreude, endlich zu erfahren, wie es mit ihm oder ihr weitergeht, ist groß … oder die Abneigung, je nachdem ob man dem „Team Stark“ oder „Team Lennister“ angehört.

In diesem Teil wird jede Menge gekämpft, intrigiert, beschuldigt, zu Felde gezogen, entführt und der Leser lernt die Erzählweise von George R. R. Martin erneut kennen: Gewöhne dich nicht zu sehr an einen Charakter, es könnte ihm etwas zustoßen. Und gegen Ende dieses Bandes müssen wir uns auch direkt von jemandem verabschieden, von dem wir das am Anfang des ersten Bandes sicher nicht erwartet hätten.

Aber so hält Martin die Spannung hoch. Nicht nur, dass er seine Schlachten ausführlich beschreibt, auch lässt er keinen seiner Charaktere in Sicherheit verweilen. Dies ist keine TV-Soap, in der nie einer der Hauptcharaktere sterben wird, hier kann es jeden erwischen. Vielleicht auch ein Grund, warum Martin sich so viele Figuren hat einfallen lassen, da kann er auch mal überraschend eine Hauptperson aus dem Rennen nehmen, ohne dass die Geschichte dann nicht mehr weitergehen könnte.

Und selbst die vermeintlichen Nebenschauplätze sind so interessant, dass der Leser an allen Fronten wissen will, was los ist. Daenerys Targaryen, die von ihrem Bruder mit einem „Wilden“, dem Stammesfürsten des Reitervolks, Khal Drogo, verheiratet wurde, wird irgendwann und irgendwie noch eine wichtige Rolle spielen, das spürt der Leser. Auch wenn sich ihre Wege mit keinem der anderen beschriebenen Häuser gekreuzt haben. Ihr Charakter macht die grundlegendste Entwicklung durch. Vom verschüchterten 13-jährigen zwangsverheirateten Mädchen bis hin zur selbstbewussten Anführerin. Und all das so glaubhaft beschrieben, dass der Leser es in seinem Kopfkino lebendig sehen kann.

Am Ende des Romans hat dann auch sie ihren dramatischen Auftritt und lässt die Wochen für den Neu-Leser erneut viel zu langsam vergehen, bis der nächste Band der Neuausgabe erscheint.

Geteiltes Buch ist halbes Buch

Der Verlag streitet gar nicht ab, die original Bücher geteilt zu haben und das mit der Neuausgabe auch gar nicht verändern zu wollen, im Gegenteil sind die Bücher ja nochmals durch eine großzügigere Aufteilung künstlich verlängert worden, um damit Mehreinnahmen zu erzielen.

Das ist ja nicht grundsätzlich verwerflich, kosten doch die Lizenzen für so ein bekanntes und beliebtes Werk eine Menge mehr als die Romane von eher unbekannten Autoren. Außerdem verlängert die Übersetzung vom Englischen ins Deutsche das Manuskript allein schon um ein Drittel, was auch zu Problemen führen könnte, will man die Seiten nicht komplett bedrucken oder einen Zeichensatz verwenden, den nur Brillenträger noch erkennen können.

Sicher gibt es dennoch Sonderausgaben der „Eis und Feuer“-Bücher, die den kompletten Text der geteilten Bücher enthalten, das sind dann aber auch ordentliche Ziegel, die nur angenehm im Regal anzusehen sind und schnell mal für eine Bänderdehnung im Handgelenk sorgen können, wenn man tatsächlich versucht sie zu lesen.

Die vollständig überarbeite Neuausgabe

Die Bezeichnung allein klingt schon nach „spezialgelagerter Sonderfall“. Was ist also neu, außer dem Cover, das durch seine schlichte Gestaltung edler wirkt als die Vorgängerversion?

Das merkt der Leser recht schnell (so er denn die alten Ausgaben kennt), wenn er die kartonierten Klappen öffnet, die die neu gezeichneten Kartenteile von Westeros freigeben. Hier wurde konsequent alles übersetzt, was es zu übersetzen gab. Früher hatte man sich noch Teile rausgepickt, die dann eingedeutscht wurden, hier heißt es jetzt „Weißwasserhafen“ statt „White Harbor“ und so weiter.

Auch gibts die aktuelle Rechtschreibung zu sehen, also „dass“ statt „daß“ und „Pass“ statt „Paß“. Bei den Kapitelanfängen hat der Verlag mehr Platz gelassen, was das Buch im Endeffekt noch mal um richtige viele (unnötige) Seiten länger macht.

Der Anhang wurde auch überarbeitet und durch eine Versetzung der Spiegelstriche übersichtlicher gemacht. Statt direkt mit einer Aufzählung der wichtigsten Häuser zu beginnen, gibts erstmal eine Kurzbeschreibung von Westeros und den wichtigsten Stämmen. Dann folgt die Vorstellung der Häuser in alphabetischer Reihenfolge. Dies ist eine sehr leserfreundliche Veränderung zum Vorgänger, denn grad der Neueinsteiger wird ziemlich oft im Anhang blättern (müssen), bei der Fülle an Charakteren und Häusern, die in diesem Roman zu finden sind. Auch wenn er sich sicher schon an viele der Figuren erinnern kann.

Und auch bei den Namen sowohl der Häuser als auch der Charaktere wurde die Eindeutschung weiter fortgeführt. Aus „Haus Greyjoy“ wurde „Haus Graufreud“, aus „Ser Arys Oekheart“ wurde „Ser Arys Eichenherz“ und Daenerys Targaryen heißt jetzt „Daenerys Sturmtochter“ und nicht mehr „Daenerys Stormborn“. Das kann man sicher alles gut nachvollziehen, warum aber das „Haus Lannister“ jetzt „Haus Lennister“ heißt, das erschließt sich mir nicht.

Die TV-Serie:

Im April 2011 startete die zehnteilige TV-Version des ersten Bandes „A Game of Thrones“ so erfolgreich im US-Fernsehen, dass sie direkt für eine weitere Staffel verlängert wurde. Sie orientiert sich stark am Buch (oder den ersten beiden Büchern, wenn man in Deutschland wohnt) und braucht sich weder bei Nacktheit noch bei Gewaltdarstellungen einzuschränken, da die Serie im Pay-TV läuft. Gerade das kommt bei den Fans der Serie sehr gut an.

In Deutschland wird der Sender TNT die zehn Folgen der ersten Staffel ab November 2011 zeigen … Winter is coming to Germany.

Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel beginnen Ende Juli 2011.

Der Autor

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Sciencefiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Danach arbeitete er in der Produktion von Fernsehserien, etwa als Dramaturg der TV-Serie „Twilight Zone“, ehe er 1996 mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy-Literatur zurückkehrte: Sein mehrteiliges Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Dramatik und Kämpfe an allen Fronten, alle Schauplätze sind spannend beschrieben, selbst die, die noch gar nichts mit den anderen zu tun haben. Bei George R. R. Martin ist kein Charakter vor dem plötzlichen Tod sicher, so wichtig er auch zu sein scheint. Auch das trägt dazu bei, dass das Kopfkino wieder unglaublich gut unterhält.

Taschenbuch: 544 Seiten
Originaltitel: A Game of Thrones (Seite 360 – 674)
Aus dem Amerikanischen von Jörn Ingwersen
ISBN: 978-3-442-26781-1
www.randomhouse.de/blanvalet

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

George R. R. Martin – Die Herren von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 1)

Das Lied von Eis und Feuer (überarbeitete Neuauflage):

01 „Die Herren von Winterfell“
02 „Das Erbe von Winterfell“
03 „Der Thron der Sieben Königreiche“
04 „Die Saat des goldenen Löwen“
05 „Sturm der Schwerter“
06 „Die Königin der Drachen“
07 „Zeit der Krähen“
08 „Die dunkle Königin“
09 „Der Sohn des Greifen“
10 „Ein Tanz mit Drachen“

Im Original:

01 „A Game of Thrones“
02 „A Clash of Kings“
03 „A Storm of Swords“
04 „A Feast for Crows“
05 „A Dance with Dragons“
06 „The Winds of Winter“
07 „A Dream of Spring“

George R. R. Martin – Die Herren von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 1) weiterlesen

Jussi Adler-Olsen – Erlösung (Carl Mørck 3)

Carl Mørck:

Band 1: „Erbarmen“
Band 2: „Schändung“
Band 3: „Erlösung“
Band 4: „Verarchtung“
Band 5: „Erwartung“
Band 6: „Verheißung“

Die Handlung:

Der Hilfeschrei im Inneren einer verwitterten Flaschenpost blieb jahrelang unentdeckt. Dann landet die Botschaft im Sonderdezernat Q für unaufgeklärte Fälle. Ihre mühsame Entzifferung führt Carl Mørck und seinen Assistenten Assad auf die Spur eines entsetzlichen Verbrechens: Der Hilfeschrei, mit menschlichem Blut geschrieben, ist offenbar das letzte Lebenszeichen zweier Jungen, die Jahre zuvor entführt worden waren. Doch wer sind diese Jungen? Warum haben ihre Eltern nie eine Vermisstenanzeige aufgegeben? Sind sie womöglich noch am Leben? Bald steht fest: der Täter läuft noch immer frei herum … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Leider ist die Spannung, die in den ersten Minuten der Lesung aufgebaut wird, die einzige in der Geschichte. Der Hörer ist sofort in der Geschichte und leidet sofort mit den entführten Jungen mit. Aber nach dem Prolog geht es genauso sofort ab in die Langeweile.

In den ersten Stunden des Hörens lernen wir direkt den Täter kennen und auch den Helden des Romans, den Mann vom Sonderdezernat Q für ungelöste Fälle, Carl Mørck, aber wirklich viel, was den Hörer fesseln könnte, passiert hier nicht. Es dauert viel zu lange, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt und interessant(er) wird, stattdessen stellt sich beim Hören immer wieder das Gefühl des „kenn ich schon irgendwoher“ ein.

Dem kann man beim Lesen des Romans sicher durch schnelles Querlesen entgehen, Hörbuchfreunde können an dieser Stelle leider nicht vorspulen und müssen einige Stunden warten, bis es endlich langsam losgeht, wenn sie denn dann noch Lust haben weiterzuhören. Sowohl die Verbrechen als auch die Charaktere sind nicht überraschend spannend oder erfrischend anders und haben auch nicht diese eigene Note, die sie besonders machen. Anders sind sie schon, aber nicht „interessant genug“ anders. Die Mitstreiter von Mørck, der „geheimnisvolle“ Assad und die „verschrobene“ Rose/Ysra tragen durch ihre Persönlichkeiten und die Nebenhandlungen eher zur Verwirrung bei, als dass sie den Hörer fesselnd an den Hauptplot binden könnten, der mir häufig zu sehr zur Nebensache verkommt. Vielleicht ein Zeichen mangelnder Originalität oder Einfallslosigkeit. Vielleicht fand der Autor aber auch die Nebencharaktere und Nebenhandlungen einfach spannender als die Entführungsgeschichte. Vielleicht wollte er aber auch die Fans der vorangegangenen Sonderdezernat-Q-Romane bespaßen, indem er ihnen mehr über das Team verrät als im Roman zuvor. „Querereinsteiger“ werden mit Mørcks Leuten nur schwerlich warm.

So stellt sich auch nicht dieses freudig-ärgerliche Gefühl eines Hörbuchhörers ein, der die Lesung nicht schneller machen kann, weil er unbedingt wissen will, wies weitergeht.

Die ganze Geschichte zieht sich in den ersten Stunden des Hörens wie Kaugummi, und obwohl der Autor immer wieder von der Verbrecher-Seite zur Ermittler-Seite springt und der Täter dem Hörer die ganze Zeit bekannt ist und er ihm direkt über die Schulter gucken kann, vermag keine der beiden Sichtweisen wirklich zu fesseln. Einzig die Frage danach, ob die Jungen aus dem Prolog ihre Entführung überlebt haben, scheint interessant genug, um weiterzuhören.

Wie und ob der Täter am Ende gefasst werden kann, irgendwie spannend ist das irgendwann nicht mehr wirklich. Dazu ist der Bösewicht nicht interessant genug, sein Motiv nicht ungewöhnlich genug und keineswegs in irgendeiner Weise überraschend. Er bleibt der Klon eines Entführers und Racheengels, der schon zigmal in Filmen und Büchern oder jeder beliebigen TV-Krimi-Serienfolge verwurstet worden ist. Auch das Ermittler-Team hält weder die Spannung noch die Aufmerksamkeit des Hörers besonders hoch, wenn der Autor die einzelnen Charaktere und Nebenhandlungen beschreibt.

Ich möchte gerade von einem Krimi überrascht werden, durch Ideen, die mich begeistern, durch Wendungen, die ich nicht erwartet hätte. Hier gibts leider nur vorhersehbaren Mainstream mit einer „na toll“-Auflösung.

Das Hörerlebnis:

Wolfram Koch ist das einzige Highlight. Mit einer besonderen Spannung in der Stimmung zieht er den Hörer von der ersten Sekunde an in seinen Bann und vermittelt sofort das panische Gefühl der beiden entführten Jungen.

Und er braucht dazu gar nicht mal so viel mit seiner Stimme zu jonglieren. Allein durch die Variation seiner Sprechgeschwindigkeit schafft er eine fesselnde Atmosphäre. Wäre der Roman, den er vorliest, nur genauso gut wie sein Sprecher, es hätte wirklich ein tolles Kopfkino werden können.

So verleiht er zwar dem Täter und den Mitgliedern des Teams von Carl Mørck durch seine Stimme wiedererkennbare Charakteristika, aber irgendwann reicht auch das nicht mehr aus, um den Hörer am Abdriften zu hindern.

Erstling statt Fortsetzung:

Für Adler-Olsen-Fans ist es sicher interessant zu erfahren, dass nicht der vierte Fall des Sonderdezernats Q als nächstes Jussi-Buch bei uns erscheinen wird, sondern Anfang 2012 erstmal sein Erstlingswerk „Das Alphabethaus“ („Alfabethuset“) aus dem Jahr 1997.

Das muss ja pauschal nichts Schlechtes über „Journal 64“ sagen, aber interessant ist das schon.

Der Sprecher:

Wolfram Koch, geboren 1962 in Paris. Schon als dreizehnjähriger hatte er im Kino in Voytech Jasnys Romanverfilmung „Ansichten eines Clowns“ sein Debüt. 1983 bis 1986 besuchte er die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Er spielte seitdem u. a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Frankfurt, am Theatre National du Luxembourg und bei den Salzburger Festspielen. In Berlin hatte er Engagements am Schillertheater, an der Freien Volksbühne sowie am Deutschen Theater. So spielte er z. B. in „Die Cocktailparty“ von Eliot und als „Othello“ in den Kammerspielen des Deutschen Theaters, beides in der Regie von Jürgen Kruse. Ferner ist er in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen. Wolfram Koch ist Sprecher im DAV-Hörbuch „Whale Rider“ von Witi Ihimaera, „Immortalis“ von Raymond Khoury und „Erbarmen“ von Jussi Adler-Olsen. (Verlagsinfo)

Die Ausstattung:

Die CDs sind platzsparend in je zwei Dreier-Stapel in der aufklappbaren Plastikbox mit Papp-Cover verstaut. Schlicht bedruckt mit einer schwarzen und einer orangenen Hälfte ist auf den CDs lediglich Text, wie der Titel und Autor des Hörbuchs zu finden.

Auseinandergeklappt sieht man die Rückseiten des Pappcovers, auf denen man Infos zum Produktionsteam findet und auf der anderen Seite ein Zitat aus dem Roman über einem düster in Szene gesetzten Kerzenständer mit drei brennenden Kerzen.

Auf der Rückseite der fragilen Box ist der Sprecher des Hörbuchs zu sehen, zusammen mit einer Kurzbeschreibung des Inhalts.

Ein Booklet gibt es nicht, stattdessen hat der Verlag noch ein Faltblatt mit Werbung für sein weiteres Programm beigelegt.

Mein Fazit:

Ein Roman wie eine durchschnittliche Folge jeder beliebigen TV-Krimi-Serie, nur dass die wesentlich schneller Fahrt aufnimmt. Ein Ermittler, der sich kaum von anderen „modernen“, fehlerbehafteten Ermittlern unterscheidet. Ein Fall, dessen Einzelteile man irgendwo schon mal gesehen hat und der deshalb nicht zu fesseln vermag. Ein Täter, der genauso wenig aufwühlt und bewegt wie der Hauptheld. Ein Hörer, der immer öfter auf die Restlaufzeit auf dem CD-Player schaut. Die einzige „Erlösung“, die ich verspürt habe, war das Ende der letzten CD, auch wenn Wolfram Koch als Sprecher einen wirklich guten Job macht.

Wer die ersten beiden Fälle vom Sonderdezernat Q toll fand, der wird sicher auch hier zugreifen. Alle Unvorbelasteten können gern weitergehen, hier gibts nichts (Neues) zu sehen.

6 Audio-CDs
Spieldauer: 8:20 Std.
Gelesen von Wolfram Koch
Originaltitel: Flaskepost fra P
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
ISBN: 978-3-86231-062-3
www.der-audio-verlag.de

Der Autor vergibt: (2/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Lars Arffssen – Verarschung – Die Parodie

Die Handlung:

Ein Killer geht um in Schweden. Er enthauptet Rentiere. Bald findet er offenbar auch ein erstes menschliches Opfer: den einzigen nicht veröffentlichten Krimiautor des Landes. Die Stockholmer Polizei steht unter Erfolgszwang und verhaftet Lizzy Salamander, denn verdächtiger als die schwer tätowierte und irgendwie auch schwer gestörte Hackerbraut kann man ja wohl nicht sein.

Mikael Blomberg mag nicht an Salamanders Schuld glauben. Das flachbrüstige Mädchen, das auf dem Überwachungsvideo mit dem Kopf des erfolglosen Schriftstellers Fußball spielt, sieht ihr allerdings verflucht ähnlich.

Dem Leser stellen sich derweil viele Fragen: Haben Schweden eigentlich immer Sex? Ist „Svenjamin“ ein jüdischer Name? Wie schmeckt Heringlakritz? Und was ist dran an dem explosiven Gerücht, die Möbel dieser großen schwedischen Kette seien von Adolf Hitler persönlich entworfen worden? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

In einer Zeit, in der seit Jahren schon jeder Autor gehypt wird, der auch nur einen annähernd skandinavisch klingenden Namen hat, wurde es da nicht mal Zeit, dass sich jemand drüber lustig macht? Oder wollte da einer nur auf dieser nie abzuebben scheinenden Erfolgswelle mitschwimmen und mitkassieren? Wahrscheinlich beides.

Wer auch immer hinter Lars Arffssen steckt, er hat sich die beliebten MILLENNIUM-Romane von Stieg Larsson vorgenommen, sie seziert und ist anschließend über jedes kleine Detail der Reihe hergezogen.

Mikael Blomkvist heißt hier Mikael Blomberg (weil er die jüdischen Wurzeln seiner Familie wiederentdeckt hat) und Lisbeth Salander heißt Lizzie Salamander (nennt sich aber auch gern mal Jane Manhater). Dem original Autor der hier parodierten Reihe wird sogar ein Teil der Handlung eingeräumt. Twig Arssen (wie er hier heißt) wurde nämlich ermordet und die Polizei verdächtigt Salamander. Arssen hatte offenbar vorgehabt einen Enthüllungsroman zu veröffentlichen, der beweist, dass die frühen Entwürfe der UKEA-Möbel von Adolf Hitler stammen.

Der ganze Roman liest sich wie ein Drehbuch für einen klassischen Leslie-Nielsen-Film im „Nackte Kanone“-Stil. Jeder Satz versucht den vorherigen an Witzigkeit noch zu toppen und das kann manchmal schon ein wenig nerven. Als Film kann ich mir den Roman gut vorstellen, als Buch ist er streckenweise anstrengend, weil er aufgrund seiner teilweise erzwungenen „ich setz noch einen drauf“-Lustigkeit nicht flüssig zu lesen ist.

Wenn jedes Technik-Gadget nicht mehr nur „Handy“, sondern HTC-HD7-1GHz-Snapdragon-CPU-Smartphone“ heißt, dann ist das einmal lustig .. vielleicht auch noch ein zweites Mal bei einem anderen Gerät oder Auto oder Flugzeug, aber spätestens nach dem fünften Mal liest man die Bezeichnung gar nicht mehr, weils einfach genug ist.

So ist das Buch sicher eine irrwitzige Parodie mit vielen lustigen und schrägen Ideen, die grad den Fan der MILLENNIUM-Reihe lachen lassen, aber manchmal schon ein wenig zu viel des Guten. Auch beim Humor ist weniger manchmal mehr, mehr witzig. Und der eine oder andere Leser wird das Buch auch nicht in einem Zug lesen, sondern aufgrund der humoristischen Druckbetankung nach dem einen oder anderen Kapitel einfach mal eine Pause einlegen. 272 Seiten sind nicht zu wenig für eine gute Parodie (von drei mächtigen „Ziegeln“), wenn sie wie diese fast schon überprall gefüllt ist mit witzigen Ideen.

Die Aufmachung

Das Cover zeigt sehr passend einen stilisierten nackten Po, der, genau wie der Schriftzug mit dem Namen des Autors und dem Titel, exakt den Titelbildern eines fast jeden derzeit erscheinenden Romans eines fast jeden skandinavischen Autors ähnelt. Hier bleibt sogar zu befürchten, dass einige den Roman einfach im Vorbeigehen kaufen werden, weil sie glauben, es wäre ein weiterer skandinavischer Bestseller.

Unfreiwillig lustig ist auch, dass der Leser nach dem Genuss der Parodie auf der letzten Seite im Buch direkt eine Werbung für einen weiteren Roman findet, der von der Schwedischen Krimi-Akademie preisgekrönt wurde … wie gefühlsmäßig wirklich jeder Roman, der in diesem Land erscheint. Hier überlegt der Leser, ob das auch noch zur Parodie gehört oder nicht.

Und bei 272 Seiten frage ich mich auch, warum es für die Übersetzung des Romans ganze drei Übersetzerinnen gebraucht hat. Vielleicht weil die humoristischen Schachtelsätze von einem Menschen allein nicht hätten aufgedröselt werden können.

Der Autor

Vor seiner Karriere als internationaler Bestsellerautor hat Lars Arffssen unter anderem Offizierinnen der kasachischen Frauenmiliz in antipatriarchalischem Abwehrkampf trainiert und als Hairstylist im angesagten Stockholmer Stadtteil Södermalm gearbeitet. Er studierte Altnordisch an der Universität Uppsala und Nichganzsoaltnordisch in Gotland. In seiner Heimat hat Arffssen nicht nur mit einer irrsinnig erfolgreichen Thriller-Trilogie, sondern auch mit Forschungen zum schwedischen Fleischklößchen („En Populär Historia om den Svenska Köttbullen“) einige Prominenz erlangt. Er lebt mit einer sehr emanzipierten Frau und Kindern aus verschiedenen Beziehungen in Gamla Stan. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Die Kunstfigur Lars Arffssen zieht über jeden und alles her, was dem MILLENNIUM-Fan lieb und heilig ist. Das macht oftmals Spaß, kann aber mitunter anstrengen, weil der Autor wirklich mit jedem Satz versucht, lustig zu sein. Als Filmumsetzung funktioniert die Vorlage sicher prima.

Bei einer Parodie ist der Weg das Ziel, denn hier möchte man sich einfach nur gut unterhalten lassen und nicht wie beim Original schnellstmöglich wissen, wie es ausgeht. Unterhalten kann „Verarschung“ sehr gut und auch die Auflösung des Falles, den es bei aller Parodie tatsächlich auch noch gibt, ist ähnlich intelligent wie der Humor des Romans.

Taschenbuch: 272 Seiten
Originaltitel: The Girl with the Sturgeon Tattoo: A Parody
Aus dem Englischen übersetzt von Karolina Fell, Silke Jellinghaus und Katharina Naumann
ISBN-13: 978-3499258381
www.rowohlt.de

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)