Barbara Reik – Tai Chi für zwischendurch

Verlagsinfo:

Tai Chi und Qi Gong – kraftvoll und ausgeglichen durch den Alltag

Beruflicher Dauerstress und die täglichen Anforderungen rauben Ihnen die Kraft, und die Energie reicht manchmal nicht für den ganzen Tag? „Tai Chi für zwischendurch“ ist ein wirkungsvolles und leicht umsetzbares Entspannungsprogramm, das auch Vielbeschäftigte täglich in ihren hektischen Alltag integrieren können – um mit neuer Kraft den Anforderungen gewachsen zu sein.

Tai Chi ist eine altbewährte, aus der chinesischen Kampfkunst hervorgegangene Trainingsmethode; sie fördert Ausdauer und Beweglichkeit sowie Gleichgewicht und Koordination. Außerdem stärken die Übungen Ihr Immunsystem, lindern Herz-Kreislauf-Beschwerden, helfen bei Angstzuständen und lindern Stressfolgen.

Qi Gong stärkt Sie innerlich und äußerlich. Sie werden ruhiger, konzentrierter und fühlen sich zugleich leicht und beschwingt. Die Regeneration des Körpers wird angeregt, damit die Lebensenergie wieder fließen kann.

Dieser Ratgeber vereint in einzigartiger Weise die Prinzipien des Tai Chi und des Qi Gong. Nach einer Einführung in die richtige Atemtechnik und Vorbereitung können Sie aus einem umfassenden Übungsprogramm wählen, von einfachen Vor- und Basisübungen bis hin zu komplexeren Sequenzen. Leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen führen Sie zielsicher durch die Übungen; zahlreiche Fotos machen die Bewegungsabläufe auf einen Blick nachvollziehbar und helfen, häufige Trainingsfehler zu vermeiden.

Mein Eindruck:

Tai Chi und Qi Gong in einem kompakten Ratgeber? Zwei zum Preis von einem? Und … wo ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden? Gute Fragen, wobei man auf die letzte Antwort schon fast von allein kommen kann. So unterschiedlich können sie nicht sein, sonst würden sie sich nicht so gut ergänzen. Davon ab sind die Übergänge gefühlt fließend wie bei den Formen im Tai Chi, der Kampfkunst, und dem eher für den inneren Frieden zuständigen Qi Gong. Als Bonus gibts hier auch noch eine Erklärung zu Jin Shin Jyutsu, der Selbstheilung durch Handauflegen … den Namen hat sich sogar jemand rechtlich schützen lassen. Für den Laien sieht Tai Chi und Qi Gong auf den ersten Blick gleich aus und im Grunde ist es auch egal, welcher Name dran steht. Hauptsache, es bewirkt das, was man sich davon verspricht. In der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft und wir wollen natürlich beides, für innen und außen.

Und damit der Leser zu innerer und äußerer Stärke findet, hat der Ratgeber folgende Kapital vorbereitet:

Grundlagen

Hier werden die im Ratgeber verwandten Begriffe erklärt. Leider kann man die Bezeichnungen der Meridiane, die neben der abgedruckten Zeichnung der Energieströme des menschlichen Körpers stehen, nur mit der Lupe erkennen.

Wie übe ich richtig?

Auch Üben muss man üben. Hier wird erklärt, wie der Übende bei den Übungen atmen, stehen, sitzen, sich bewegen und spüren sollte.

Die Vorübungen

Bevor wir aber richtig üben dürfen, müssen wir noch zehn Vorübungen absolvieren. Hier lockern wir die Beine, kreisen mit ihnen, schwingen die Arme und gehen auf der Stelle.

Die Basisübungen

Bewegt haben wir uns zwar nicht, aber angekommen sind wir. An dieser Stelle werden vier Basisübungen vorgestellt, die uns dehnen, zusammenziehen, öffnen, schließen, steigen und sinken lassen.

Die Übungen des Tai Chi Qi Gong

Warum an dieser Stelle die beiden Techniken zusammengeschrieben wurden? Weil sich die Autorin aus 18 Bewegungen von Tai Chi und Qi Gong 14 herausgepickt hat, um sie dem Leser als Übungen anzubieten.

Hier wird uns unter anderem gezeigt, wie wir unser Chi wecken, die Welle schieben oder über den See rudern. Jede Übung hat einen Namen, der sich erschließt, wenn man sie ausführt.

Die Form der fünf Elemente

… ist keine klassische Tai-Chi-Form, schreibt die Autorin. Stimmt, denn sie wird allgemein dem Qi Gong zugeschrieben. Hier wird uns gezeigt, wie die fünf Elemente: Feuer, Wasser, Erde, Holz und Metall symbolisch in Bewegungsabläufen dargestellt werden. Jedem Element sind Organe in unserem Körper zugeordnet, die wir durch die entsprechende Übung stärken können. Eine Tabelle dazu, welches Organ zu welchem Element gehört, gibts an dieser Stelle auch.

Hilfe zur Selbsthilfe: Jin Shin Jyutsu

Der rechtlich geschützte Begriff zeigt uns „Heilen durch Handauflegen“. Hier gehts darum, eine Hand auf eines von 26 „Energietoren“ des Körpers zu legen, damit oder bis es uns besser geht. Bei diesen „Toren“ handelt es sich übrigens um Punkte auf den zwölf Meridianen, die auch Akupunktur, Akupressur und andere Techniken nutzen, die alle mit diesen Energieströmen arbeiten.

Und wenn es ganz schnell gehen soll, dann verspricht uns die Autorin Linderung, wenn wir 3-5 Minuten einen bestimmten Finger festhalten … oder bis es uns besser geht. „Schnell“ ist hier also sehr relativ und alles, auf das wir uns eine ganze Weile extrem fokussieren, beruhigt uns eh von ganz allein, weil es uns vom Stressauslöser ablenkt. Psychology 101.

Kann das jeder lernen?

Kann er und sie natürlich auch. Wer keinen Volkshochschulkurs belegen möchte oder Mitglied in einem Sportverein ist, wer kein Internet hat, um sich die Techniken auf Videoplattformen anzuschauen, der kann hier durchaus die angebotenen Techniken erlernen und die Vorteile erleben, die sich daraus ergeben.

Erwartungsgemäß ist es nicht einfach mit einer Beschreibung wie bei einem Versuchsaufbau im Physikunterricht und ein paar Bewegungsablaufsstandbildern zu lernen, aber es geht.

Allein das Betrachten der Bilder und das (oftmals mehrmalige) Lesen der zu den Übungen gehörenden Beschreibungen, wie was richtig auszuführen ist, um den gewünschten Erfolg zu erzielen … allein das zwingt den Hektiker schon zum Innehalten. Und darum gehts ja eh. Wer sich die Zeit für sie nicht nimmt, der wird auch keine Ruhe finden.

Die Autorin:

Barbara Reik ist selbstständige Tai Chi-Lehrerin und Wellness-Trainerin. Ihre Ausbildungen absolvierte sie u. a. bei Volker Jung (Tai Chi) und Prof. Sui Qing Bo (Qi Gong) – ergänzt durch zahlreiche Seminare in Deutschland, Österreich, der Schweiz und China. Als staatlich geprüfte Übungsleiterin für Fitness, Gesundheit und Reha-Sport und DTB-Ausbilderin unterrichtet sie in Vereinen, Fitness-Studios, Sportund Ganztagsschulen, Kliniken, Konzernen, Altersheimen, Institutionen für Menschen mit Behinderungen, in Fernsehproduktionen und auf Kongressen. Durch ihre kreative Art zu unterrichten, zum Beispiel mit Elementen aus dem Theater oder der Meditation, sowie zahlreiche Seminare und Workshops ist Barbara Reik einem großen Publikum bekannt geworden. Ihren reichen Erfahrungsschatz gibt sie in Fachartikeln sowie ihren Ratgeber-Büchern „Tai Chi für Kinder“, „Tai Chi und Qi Gong in der Schwangerschaft“ und „Sicher als Frau“ weiter. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Dieser Ratgeber ist zwar aufgrund des Formates und der Seitenzahl im wahrsten Wortsinn „kompakt“, doch er steckt voller Übungen zum Lernen und Nachmachen.

Mit vielen Bildern und ausführlichen Beschreibungen der Bewegungsabläufe werden die Übungen präsentiert, die den Leser innen und außen ruhig und kräftig machen sollen. Das ist nicht ganz so einfach, weil es immer leichter ist, wenn man Bewegungen wirklich als Bewegungen sehen kann oder jemand uns die Techniken zeigt und uns bei der Ausführung korrigieren kann.

Dennoch bekommt hier jeder Interessierte einen prima Einblick in Tai Chi und Qi Gong, kann jede angebotene Übung erlernen und auch deren Vorteile nutzen. Dass alles Klassische aus China wirklich wirkt, hilft und heilt, das ist schon länger bekannt, auch wenn die Schulmedizin das gern immer wieder bestreitet. Wer heilt, hat Recht, ganz einfach.

Wer sich unsicher ist, ob er bei all den Übungen überhaupt richtig steht und atmet, obwohl ers genau wie auf den Bildern gezeigt macht, der bekommt vielleicht Lust auf einen Kurs mit einem Trainer.

Im Gegensatz zu vielen Selbsthilfebüchern wird hier nicht drum herumgeredet und im letzten Kapitel eine kleine Technik erklärt, hier gibts echte Anleitungen von vorne bis hinten … sogar bis in die Klappen hinein.

Klappenbroschur: 127 Seiten
1. Auflage, Januar 2017
ISBN: 978-3863743772

www.duden.de

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