Benjamin Cors – Leuchtfeuer

Die Handlung:

Mit schnellen Schritten erreichte Nicolas den Palais de Justice. Er hatte Wichtigeres zu tun als den Teufel auszutreiben. Er musste einen Engel vor dem Fall bewahren.

Nicolas ist krank vor Sorge. Julie steht im Zentrum eines aufsehenerregenden Strafprozesses. Bei einem Polizeieinsatz in der Banlieue hat sie vor Jahren eine junge Frau erschossen. In Notwehr, beteuert sie. Aber ihr Wort steht gegen das ihres Kollegen. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich. Verzweifelt kämpft Nicolas darum, Julies Unschuld zu beweisen.
Da spricht ihn ein Fremder auf der Straße an und bittet ihn um Hilfe. Eindringlich erzählt der Mann von Fluch und Heimsuchung, von einem Dorf in Angst im Hinterland der Normandie – aber Nicolas lehnt ab. Selbst wenn er wollte: Wie, um Himmels Willen, könnte er ein ganzes Dorf beschützen?
Erst als der Tod den kleinen Ort am Seine-Ufer befällt wie eine ansteckende Krankheit, macht Nicolas sich auf die Reise… (Verlagsinfo)

Inhalt und Eindrücke:

Nicolas Guerlain ist ein smarter Typ: als Personenschützer für den Präsidenten François Faure ist er es gewohnt, seine Umgebung genau zu beobachten und wenn es darauf ankommt, blitzschnell zu reagieren.

Doch Guerlain beschäftigt eine ganz andere, große Sorge: seine Freundin Julie sitzt in Paris auf der Anklagebank. Bei einem 4 Jahre zurückliegenden Polizeieinsatz soll sie im Dienst eine junge Frau erschossen haben. Nach Aussage von Julie war es Notwehr, doch leider wird sie durch die Aussage des beinahe einzigen Zeugen schwer belastet. Der ehemalige Kollege, der bei der Razzia im Drogenmilieu dabei war, behauptet hingegen, sie hätte in voller Absicht abgedrückt.

Mit Unterstützung von seinem Freund und Kollegen Roussel setzt Guerlain alles daran, zur Aufklärung und Entlastung Julies beizutragen, doch die Urteilsverkündung rückt näher. Zudem ist es denkbar schwierig, in der Pariser Drogenszene zu ermitteln und Guerlains Hoffnung, Julie doch noch helfen und eine gemeinsame Zukunft unbeschwert leben zu können, schwindet dahin. Erschwerend kommt der Umstand dazu, dass Julie direkt nach der Tat abgetaucht war und im Auftrag des französischen Inlandsgeheimdienstes in anderer Sache eingesetzt war. Ausgerechnet Alexandre Guerlain, Nicolas`Vater, war damals ihr Chef und im Gericht kommt es zu einem Wiedersehen von Vater und Sohn. Das Verhältnis der beiden könnte kaum schwieriger sein und Nicolas wird das Gefühl nicht los, dass sein Vater etwas für sich behält. Hat auch Julie ihm möglicherweise etwas vorenthalten? Obwohl gelegentlich Zweifel in ihm aufkommen, hält Nicolas an seinen Zielen fest und versucht, eine Wende im aussichtslos erscheinenden Prozess zu erzielen.

Währenddessen passieren fernab der französischen Hauptstadt im Hinterland der Normandie mysteriöse Dinge: im Zuständigkeitsbereich der Polizei in Deauville, dessen Leiter Guerlains Freund Roussel ist, wird der nackte Leichnam eines Mannes in einem Hafenbecken gefunden. Die Ermittlungen führen bald in das kleine Dörfchen Vieux-Port, das direkt am Ufer der Seine liegt. Die Bewohner sind in großer Sorge um Leib und Leben und vermuten einen alten Fluch als Ursache. Als der Bürgermeister des Dorfes Nicolas hilfesuchend in Paris aufsucht und ihm die Geschichte seines Dorfes erzählt, ist der Personenschützer zwar betroffen von den Umständen. Doch wie sollte er als Einzelperson ein ganzes Dorf vor einer nicht genau einschätzbaren Bedrohung schützen? Außerdem hat Nicolas mit seinem Job genug zu tun und ganz nebenbei verfolgt er Julies Prozess. Schließlich weiß er die Bewohner des Dorfes bei Roussel und seinem Team doch in guten Händen.

Erst als unweit von Vieux-Port ein weiterer Toter gefunden wird, wird auch Nicolas hellhörig. Hätte ausgerechnet er selbst dessen Tod verhindern können? Er beschließt, nach Vieux-Port zu fahren und sich selbst ein Bild von den merkwürdigen Dingen zu machen, die dort vor sich gehen.

Autor Benjamin Cors hat seinen Roman in drei Teile („Taube“, „Adler“ und „Die letzte Überlebende“) gegliedert und erzählt die Geschichte in insgesamt 41 Kapiteln, die jeweils mit dem Ort überschrieben sind, in dem die Handlung stattfindet.
Mit recht kurzen Sätzen ist der Roman stilistisch eher leicht zu lesen und entwickelt sich schnell zu einer spannenden Abfolge aus atemlosen Verfolgungsjagden und düsteren Gruselanteilen.
Die Umschlaggestaltung ist unaufgeregt mit französischer Küstenlandschaft und schließt sich dabei an die Vorgängerromane an.

Mein Fazit:

„Leuchtfeuer“ ist bereits der vierte Band des französischen Autors Benjamin Cors um den Personenschützer Nicolas Guerlain. Doch auch, wer erst in diesen Teil der Reihe einsteigt, hat keine Mühe, der Handlung zu folgen. Genau genommen sind es gleich zwei Fälle, in denen der sympathische Protagonist Guerlain hier ermittelt – während er noch versucht, seiner Freundin Julie zu helfen, kommen die Geschehnisse in der Normandie hinzu, bei denen dringend sein Typ gefragt ist.

Dieses wurde vom Autor genial miteinander verstrickt und dabei überaus spannend inszeniert. Einige zunächst überraschende Wendungen und plötzlich auftauchende Charaktere machen die Handlung zusätzlich interessant .
Der Krimi kommt nahezu ohne unnötige Längen und Unstimmigkeiten im Plot aus und ist ein kurzweiliges, aber fesselndes Lesevergnügen, das auf eine weitere Fortsetzung hoffen lässt!

Broschiert: 432 Seiten
ISBN-13: 978-3423262101

www.dtv.de

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