Perry Rhodan NEO – Sternenstaub / Utopie Terrania (Folgen 1 + 2)

Die Handlungen:

Episode 1: „Sternenstaub“

Das Jahr 2036: Die Menschheit steckt in der Krise. Überbevölkerung, Klimawandel und Terrorismus lassen die Kriegsgefahr weltweit steigen. In dieser Lage wird der amerikanische Astronaut Perry Rhodan mit drei Kameraden zum Mond geschickt – dort scheint etwas Unheimliches vorzugehen. Mit einer uralten Rakete starten die vier Astronauten, auf dem Mond treffen sie auf Außerirdische.

Diese bezeichnen sich selbst als Arkoniden und halten die Menschen für primitive Wesen, die voller Hass und Kriegslust stecken. Doch Rhodan findet ihre Schwäche heraus – er schlägt den Aliens einen gewagten Handel vor. Sein Ziel ist dabei klar: Mithilfe der märchenhaften Technik der Fremden will er die Menschheit einigen, um damit alle Kriege und Katastrophen für immer zu beseitigen …

Episode 2: „Utopie Terrania“

Das Jahr 2036: Perry Rhodan und die Astronauten der STARDUST sind in der Wüste Gobi gelandet. In ihrer Begleitung ist ein Außerirdischer, der schwerkranke Arkonide Crest. Ihre Lage ist äußerst angespannt – Tausende chinesische Soldaten haben einen Ring aus Panzern und Geschützen um die Position der STARDUST gezogen.

Die Technik der Arkoniden schützt Perry Rhodan und seine Begleiter: Eine Energiekuppel sichert sie gegen den unaufhörlichen, schweren Beschuss der chinesischen Truppen.
Trotz der kritischen Lage verliert Rhodan sein Ziel nicht aus den Augen: den Bau einer freien und unabhängigen Stadt. Zusammen mit arkonidischen Robotern startet er dieses Vorhaben – es ist die Utopie Terrania.
(Verlagsinfos)

Mein Eindruck:

Die Macher der erfolgreichsten SciFi-Dauer-Heftserie haben sich etwas einfallen lassen. Das mussten sie auch, wenn sie neue Käufer gewinnen wollen. Denn, obwohl die Aufforderung „Jetzt einsteigen!“ zu Anfang eines jeden neuen Zyklus der Erstauflage der Romanserie zu hören ist … faktisch ist es für Neuleser schwer bis frustrierend, wirklich neu einzusteigen. Technobabble ohne Ende und ständig das Gefühl, dass jede Menge Vorwissen fehlt, das schreckt ab.

Nun gibt es also NEO und alles soll anders werden. Denn, anstatt einfach den Reset-Button zu drücken und eine Neuauflage der alten Hefte zu veröffentlichen, peppt der Verlag die (den Altlesern) bekannte Geschichte um Perry Rhodan auf. „Best of both worlds“ ist das Vorhaben, mit dem sowohl die Altleser gelockt als auch Neuleser gewonnen werden sollen. Zeitlich um viele Jahre nach vorn und in die greifbare Zukunft versetzt, erlebt Major Rhodan nun seine Abenteuer noch mal, aber doch irgendwie anders. Sprich, der grobe Rahmen der alten Handlung bleibt (vorerst), aber die Autoren erzählen die Geschichten anders, moderner und knackiger. Nicht jede Woche, sondern alle zwei Wochen, aber dafür länger als damals.

Und das fällt dem Altleser auf. Je nachdem wie stur und unflexibel er ist, kommt das gut oder schlecht bei ihm an, sodass einige ihre alten Hefte vom Dachboden geholt haben, um „ihren“ Perry noch mal von vorn zu lesen und andere, das ist wohl der Großteil der NEO-Leser, sich einfach drauf freuen, noch mal von vorn zu beginnen, weil auch sie nicht wirklich wissen, was bei NEO alles neu passieren wird und was aus den alten Geschichten übernommen wurde.

In diesen ersten beiden Storys passiert im Groben genau das, was schon bekannt ist: Rhodan fliegt zum Mond, trifft auf die Arkoniden Thora und Crest, der kranke Crest wird mit zur Erde genommen, die Weltpolitiker flippen aus und wollen Crest für sich und Rhodans energiekuppelgeschütztes Raumschiff in der Wüste Gobi vernichten.

Dennoch merkt man recht schnell, dass die Erzählweise der Geschichten, auch wenn sie den Altgedienten bereits in groben Zügen bekannt ist, frischer daherkommt. Es ist wie beim Unterschied zwischen den Silberbänden und den Heftromanen von damals. Die Silberbände sind von sämtlichem überflüssigem Bla befreit worden und lassen sich wie tolle Abenteuerromane lesen. So ist das bei NEO auch. Ohne große Längen wird die Handlung vorangetrieben und spannend und kurzweilig erzählt.

Und nach diesen beiden NEO-Folgen weiß jeder, woran er bei NEO ist. Es ist nichts wirklich komplett Neues, aber es ist auch nicht bloß eine Nacherzählung der alten Geschichten. Hier entwickelt sich nach und nach etwas Eigenständiges, das das Zeug dazu hat, irgendwann einmal seine eigenen Wege zu gehen und von den Nacherzählungen komplett abzusehen. Hat man doch sicher die bekannten Charaktere rund um Perry nur dazu eingebaut, um die Altleser zu erfreuen.

Musik und Effekte

Jedes Hörbuch beginnt mit einer kleinen neuen NEO-Melodie, sonst sind keine weiteren Effekte oder Musiken zu hören.

Die Sprecher:

Hanno Dinger ist neu im Reigen der Rhodan-Sprecher. Zu hören war er aber schon mal im Perryversum von Eins A Medien. Im Hörspiel Nr. 22, „Der letzte Gonozal“, sprach er einen Springer. Als Sprecher für Hörbücher scheint er mir aber leider nicht wirklich gut geeignet oder er hat einfach zu wenig Erfahrung in diesem Metier.

Einzig seine Stimmfarbe ist angenehm, was er mit seiner Stimme aber anstellt, das ist alles andere als mitreißend. Wörtliche Rede unterscheidet sich bei ihm kaum von beschreibendem Text und auch sein Enthusiasmus und das Schauspiel vor dem Mikro hält sich bei Hanno Dinger extrem in Grenzen. Alles klingt ziemlich langatmig und vorsichtig leise … und leider auch ziemlich unlebendig und abgelesen. Außerdem legt er sehr viele Pausen mitten im Satz ein, die den Hörer manchmal unruhig werden lassen. Ein starker Kaffee und ein ordentlicher Schub Action fehlen seiner Darbietung, dann könnte es etwas werden. Der Erstkontakt mit Dinger aber fällt recht mau aus.

Auch Markus Klauk ist vom Verlag neu gebucht worden und war den Rhodan-Fans bislang noch nicht bekannt. Dass seine Lesung bei gleichem Heftumfang eine halbe Stunde kürzer ist, zeigt schon, dass er fixer ist als sein Kollege noch bei NEO 1. Dennoch macht auch er jede Menge störende Pausen, die den Erzählfluss immer wieder bremsen. Und wenn er keine Pausen macht, dann liest er schnell vor. Das klingt dann leider auch schnell vorgelesen und nicht erzählt. Dafür haucht er seinen Charakteren aber mehr Leben ein als sein Vorgänger und er spielt mehr mit seiner Stimme dabei.

Unterm Strich fallen beide Sprecher im Vergleich zu Perry-Lesungs-Größen wie Josef Tratnik und Tom Jacobs schon ziemlich ab, haben aber genug Potenzial, um diese Lücke aus eigener Kraft bei den nächsten Lesungen zu schließen.

Die MP3s

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch der Name des Autors ist vorhanden, aber der des Sprechers nicht.

Das Cover des jeweiligen Taschenhefts ist auch im ID3-Tag zu finden liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Die Ausstattung:

Die beiden MP3-CDs, die mit den jeweiligen Taschenheft-Cover bedruckt sind, stecken in einer Klappbox.

Fazit:

NEO erfindet Rhodan nicht neu, aber macht ihn wieder interessant und staubt ihn ab. Altbekannte Ansätze werden neu verfolgt und NEO geht seine eigenen Wege. Der Erzählstil ist frischer und zeigt wenig bis keine Längen. Die beiden neuen Sprecher haben in ihrer Performance vor dem Mikro noch einiges an Raum nach oben, um ihre durchaus angenehmen Stimmen so zu beherrschen, dass sie dem Hörer wirklich kurzweilige Spannung bieten können, wie das die meisten ihrer Perry-Lesungs-Kollegen tun.

2 MP3-CDs in Klappbox
NEO 1 – Sternenstaub: 6:02 Std. Spieldauer, 77 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
NEO 2 – Utopie Terrania: 5:26 Std. Spieldauer, 83 Tracks, gelesen von Markus Klauk
ISBN-13: 978-3943393002
www.einsamedien.de

Die Reihe „Perry Rhodan NEO“ ist auch als Download-Version erhältlicht.

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