Brandon Sanderson – Cytonic. Unendlich weit von Zuhause (Claim the Stars 3)

Uralte Alien-Kreaturen, ein galaktischer Krieg und eine furchtlose junge Heldin:

Spensa hat sich nicht nur zu einer der besten Sternenjägerinnen ihres Planeten entwickelt – der jungen Pilotin ist es auch gelungen, ihr Volk vor der Ausrottung durch die rätselhaften Krell zu bewahren.

Doch inzwischen verfügt die galaktische Allianz, die alles menschliche Leben kontrollieren will, über eine ultimative Waffe: die Delvers, uralte außerirdische Kreaturen, die ganze Planeten-Systeme in einem Augenblick auslöschen können. Spensa, die bereits einem Delver begegnet ist, weiß, dass keine noch so große Raumschiff-Flotte diese Monster besiegen kann. Sie hat allerdings auch etwas seltsam Vertrautes in der Kreatur gespürt – etwas, das die Galaxie retten könnte, falls Spensa endlich herausfindet, was sie wirklich ist.

Dafür müsste sie jedoch alles, was sie kennt, hinter sich lassen und das Nirgendwo betreten, einen Ort, von dem nur wenige je zurückgekehrt sind …
(Verlagsinfo)

Schreckschneck ist wieder da!
Nachdem es Spensa Nightshade im letzten Augenblick geschafft hatte, ihren Häschern durch dieses Portal ins Nirgendwo zu entkommen, findet sie sich in einem unwirklichen Planetoidensystem wieder. Die hier herrschenden Gesetze sind physikalisch ähnlich denjenigen unseres Universums, jedoch gibt es gravierende Unterschiede, wie sie bald feststellen wird. Und es herrschen rauhe Sitten unter den hierher Verschlagenen. So gerät sie alsbald, auf der Flucht vor besessenen Kreaturen wie Sauriern, in Gefangenschaft einer Piratengruppierung.

Hier weiß niemand mehr, woher man stammt oder wie die Freunde und Verwandten aussehen, denn eines der wichtigsten Merkmale dieses Universums ist das Vergessen. Nur in der Nähe anderer Wesen geschieht es langsamer – oder, wenn man sogenannte Wirklichkeitsanker besitzt, äußerst seltene Gerätschaften oder Dinge, die vor dem Vergessen schützen.

Spensa ist im Besitz eines solchen Ankers, und auch ohne zu wissen, worum es sich dabei handelt, ist sie mehr als verwundert darüber: Es ist die Pilotennadel ihres Vaters! Wie sie hierher und in ihre Tasche geraten konnte, lässt sich nicht vermuten. Spensa gelingt schließlich die Befreiung, und sie begibt sich auf eine wilde Jagd über die Planeotiden, auf eine Jagd nach Erinnerungen alter Cytoniker, die in alten Portalen gespeichert sind und mit deren Hilfe sie sowohl ein Mittel im Kampf gegen die ungeheuren Delver genannten Wesenheiten des Nirgendwo, die sie und alles Leben ihres Universums zu vernichten drohen, zu gewinnen sucht, als auch und nicht zuletzt einen Weg zurück ins Irgendwo, ihr eigenes Universum.

Glücklicherweise hat sie mit Schreckschneck und M-Bot zwei treue Freunde mit an Bord, die nichts so leicht erschüttern kann …

Brandon Sanderson gilt als einer der erfolgreichsten Fantasy-Autoren unserer Zeit. Mit der „Skyward“-Reihe hat er ein Science-Fiction-Universum voller Fragen und Geheimnisse geschaffen, und „Cytonic“ ist nun der dritte Band der Reihe, der auf Deutsch erschienen ist:

Skyward – Der Ruf der Sterne
Starsight – Bis zum Ende der Galaxie (Unsere Rezension)
Cytonic – Unendlich weit von Zuhause

Brandon Sanderson, geboren 1975 in Nebraska, schreibt seit seiner Jugend fantastische Geschichten. Nach seinem Debütroman Elantris vollendete er Robert Jordans Reihe Das Rad der Zeit. Er steht regelmäßig ganz vorne auf der New-York-Times-Bestsellerliste und zählt seit seiner Nebelgeborenen-Saga und den Sturmlicht-Chroniken auch in Deutschland zu den großen Stars der Phantastik. Der Autor lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.
(Verlagsinfo)

Die Ich-Erzählerin Spensa lässt schon bei den ersten Sätzen hören, dass es sich um einen Jugendroman handelt. Sie ist schnoddrig, selbstgefällig und gleichzeitig voller Selbstzweifel. Und natürlich darf auch die bisher eher schüchterne Romanze nicht fehlen, um das Bild abzurunden. Was in den zwei Vorgängern vor allem als Coming-of-Age-Geschichte mit Fliegerschule und internen Zwistigkeiten, abgerundet durch galaktische Entdeckungen und Geheimnisse begann, soll in diesem Buch über eine klassische Queste zu weiteren Erfolgen im Kampf gegen die Delver, jene plantetengroße Unwesen, führen und natürlich diese übersinnlichen Fähigkeiten der Cytonic genannten Begabung etwas zu erklären versuchen und weiterentwickeln. So gesehen ist dieser Band weniger Sciencefiction als die Vorgänger, auch wenn man zeitweise wieder Pilot sein kann und Gefechte mit Destruktoren und Lichtlanzen ausficht.

Dieser Roman versetzt die Hauptfigur in ein hermetisch abgeschottetes System außerhalb des eigentlichen Handlungsuniversums, wo sie Zeit und Ruhe findet, ihre besondere Gabe zu schulen und zu perfektionieren, sich selbst zu finden und nicht zuletzt die Herkunft ihrer Gabe und jene der Delver zu lüften. Damit bleibt der Reihe ein unerquickliches Infodumping erspart. Sanderson nutzt ein ihm vertrautes Terrain – die Queste – für die Entwicklung dieser Details, so dass eine kurzweilige Geschichte als Träger aller notwendigen Informationen dient. Nebenbei entwickelt er die KI des sympathischen Raumjägers weiter, lässt sie als philosophischen Partner Dinge hinterfragen und Gefühle erläutern steuert so zur Charakterentwicklung der Hauptfiguren bei. Das gelingt ihm ausgezeichnet, und so ist dieser Roman angenehm unterhaltend und beleuchtet die interessanten Hintergrundfragen dieses Kosmos, ohne jedoch dabei den außerordentlichen Sog des ersten Bandes zu erreichen, der gerade durch seine Prämisse voller unerklärlicher Phänomene eine besondere Spannung erzeugen konnte.
Insgesamt kann man sagen: Da ist noch Luft drin, möge die Geschichte weitergehen!

Taschenbuchausgabe, 480 Seiten
ISBN 9783426529416
1. März 2023
Originaltitel:
Cytonic, 2021
Deutsch von Oliver Plaschka
Das Buch beim Verlag
Hier bietet der Verlag eine Leseprobe an.

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