Carmin, E. R. – schwarze Reich, Das

„Die radikalen sozialen, politischen, kulturellen und technologischen Umwälzungen, die dieses abgelaufene 20. Jahrhundert prägten und das Gesicht der Welt wie nie zuvor in der bekannten Geschichte veränderten, waren keine Zufälle.“

So beginnt das Monumentalwerk „Das schwarze Reich“ von E. R. Carmin, das zuerst vor zehn Jahren im Verlag Ralph Tegtmeier erschien, seit 1997 bei Heyne verlegt wird (was mich angenehm überrascht) und trotz eher stiefmütterlicher Beachtung eine der erstaunlichsten und fundamentalsten Sachbuch-Veröffentlichungen der letzten Jahre darstellt.

Und in der Tat – dass hinter den diversen Entwicklungen mehr als bloßer Zufall steckt und es stets diverse Graue Eminenzen gab, die von den „unerwarteten“ Ereignissen nicht wirklich überrascht waren, zeigt sich nicht zuletzt in den Geschehnissen seit dem 11. September 2001. Doch davon soll hier nicht zu sehr die Rede sein, wenngleich sich in den Ausführungen von Carmin interessante Bezugspunkte dazu finden lassen, die einiges erhellen. Und das, obwohl Carmin zur Zeit der Veröffentlichung natürlich noch nichts von den zukünftigen Veränderungen ahnen konnte – oder vielleicht doch ein wenig, wenn man die verschiedenen Muster und Hintergründe besser zu verstehen beginnt. Zumindest sind Erwähnungen zu Machenschaften in den Neunzigern, einschließlich des damaligen Golfkriegs, ein hilfreiches Puzzle-Stück für ein Gesamtbild, das an sich bereits erschütternd genug sein dürfte.
Die Tatsache, dass Großvater Prescott Bush dabei als ein Vermögensverwalter Hitlers und Hauptgeldwäscher für Nazitransaktionen auftaucht sowie die Tatsache, dass der Grundstock für das Bush-Vermögen aus Geschäften mit Nazi-Deutschland stammte, damals aufgebaut u.a. im Verein mit Baron Thyssen und Prinz Bernhard der Niederlande, ist bereits bezeichnend genug. Der Flachland-Prinz ist dabei ein „Globalisierungsfreund“ besonderer Art, der natürlich rein zufällig auch die „Bilderberger“-Treffen ins Leben rief, die bedeutendsten Zusammenkünfte von Politik, Hochfinanz, Kirchen, Wirtschaft und Medienmogulen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die erst in den Siebzigern unangenehmerweise publik wurden. Auch taucht so mancher Name noch in Carmins bis 1992 reichender Abhandlung auf, der jetzt im imperialen Kabinett an Bushs Seite erneut (bzw. noch immer) von Bedeutung ist. Allein unter diesem Blickwinkel eine faszinierende Lektüre, befreit von der Versuchung, Verbindungen zu aktuellen Ereignissen herstellen zu wollen, denn diese waren noch ferne Zukunft für Carmin.

Um allerlei „Zufälle“ und Hintergründe der besonderen Art geht es Carmin auch vorrangig in seinem erstaunlichen Werk, das seinen Anfang mit Betrachtungen zum Dritten Reich nimmt, wie es Aufmachung und Titel durchaus bereits vermuten lassen. Aber im Laufe der Darstellung geht der Autor deutlich über diesen Themenrahmen hinaus, wenn zunehmend die Frage danach brennend wird, wer wie und warum da offenkundig manipulativ in das Weltgeschehen eingreift, und vor allem: einzugreifen imstande ist.
Politisch korrekt dressierte Gutmenschen, eifrige „Spiegel“-Leser und jene, die es immer gern eine Spur bequemer in ihrem Weltverständnis haben – Realitätstunnelblick gratis inklusive, Bob, und das alles zum Supersondervorzugspreis eines völlig verödeten Lebens im kognitiven Gleichschritt –, werden an dieser Stelle vermutlich bereits müde lächelnd abwinken und mit dem neuen verbalen Totschlaghammer „Verschwörungstheorie“ winken, noch bevor die eigentlichen Inhalte dargelegt und die Darstellungsweise ausgeführt wurden.

Um zu sehen, was wir nun mit diesem hässlichen, gezielt in seiner Bedeutung umgepolten Neusprechwort anfangen können, möchte ich aus einem Vortrag von Mathias Bröckers an der Freien Universität Berlin zitieren:

„Verschwörungen sind eigentlich das Selbstverständlichste der Welt: A und B verabreden sich hinter dem Rücken von C, um sich einen Vorteil zu verschaffen. […] Verschwörungstheorien haben eine besondere Eigenschaft, die sie so attraktiv machen: sie reduzieren Komplexität. Vielschichtige, komplexe Ursachen von Ereignissen werden auf einen einfachen Sündenbock reduziert. Dieser Sündenbock-Mechanismus ist uns offenbar sogar genetisch eingebaut – schon Schimpansen haben die Eigenschaft, bei Blitz und Donner auf Hügel zu rennen und mit der Faust oder gar Knüppeln gen Himmel zu drohen. Für das chaotische Ungemach, das über sie hereingebrochen ist, machen sie einen vermeintlichen Drahtzieher im Himmel verantwortlich.“

Nun, der erste Teil ist sicherlich in den hier dargelegten Betrachtungen gegeben und eine Selbstverständlichkeit in Politik und Wirtschaft, wobei im ersten Falle die Frage besteht, inwiefern damit ein demokratisches Mandat eingelöst wird. Den zweiten Teil in „Das schwarze Reich“ ausfindig machen zu wollen, dürfte ein aussichtsloses Unterfangen sein. Natürlich werden Namen und Drahtzieher genannt, und davon hunderte, aber es ergibt sich kein simplifizierendes Gesamtbild (Oh nein, simpel nachzuvollziehen und schön handlich sind die Buchinhalte nun wirklich in keiner Weise!), es zeigt sich kein zentral Schuldiger, keine zentral verantwortliche Organisation, keine klare Linie der ideologischen Argumentation, wie dies bei „der großen Erzählung von Osama und den 19 Räubern“ [Bröckers] und der so herrlich mit einem handlichen Feindbild ausstaffierten islamischen Schläferverschwörung der Fall ist. Kurzum: Werfen wir dieses orwellsche Manipulationsinstrument der öffentlichen Meinung über Bord und widmen uns wieder dem Wesentlichen, nämlich dem mir vorliegenden Buch.

„Geheimgesellschaften und Politik im 20. Jahrhundert“ lautet der Untertitel von Carmins Buch, und das trifft den Inhalt durchaus besser, auch wenn vom Dritten Reich und seinen Hintergründen der Ausgangspunkt genommen wird. „Das schwarze Reich“ ist letztlich in zwei wesentliche Hauptteile gegliedert: Das Nazi-Reich mit seinen eigentlichen, von den Historikern sorgsam ausgeblendeten Ursprüngen und die Nachkriegszeit bis 1992 mit all ihren geopolitischen Verwicklungen, für deren Fundament die Experimente des Naziregimes wie des Ostblockkommunismus wesentliche Voraussetzungen waren.

Die begründete Kernthese dabei ist, dass sich das Dritte Reich mit all seinen Auswüchsen aus dem okkulten Untergrund entwickelt hat und aus okkult-magischen Gesellschaften hervorging, wofür Thule oder die Theosophie nur Beispiele wären. Nirgends sonst sind die okkulten Hintergründe so massiv und offen zu Tage getreten wie während des Naziregimes, daher eignet es sich am besten für eine Analyse der Einflüsse okkulten Gedankengutes auf Politik und Gesellschaft. Und dass allerlei Logen sowie mehr oder minder geheime Gesellschaften eine deutliche Rolle spielen, haben nicht zuletzt die in den Achtzigern aufgeflogene (aber dank Berlusconi, Vatikan, Mafia und Konsorten noch immer ausreichend einflussreiche) „Propaganda due“ Italiens sowie die Verbindungen der amerikanischen „Skull & Bones“ (Bush lässt erneut grüßen) gezeigt. In die gleiche Liste gehören natürlich auch die diversen vatikanisch unterstützten Bewegungen wie das faschistisch umtriebene und bereits mit General Franco kooperierende katholische „Opus dei“.
Die Einflussnahme solcher Gruppierungen spielt nicht nur eine Randrolle, sondern ist zentraler Punkt beim Aufbau des „novus ordo seclorum“, der Neuen Weltordnung, des Neuen Europa, der Globalisierungspolitik, und wie die diversen austauschbaren Neusprech-Euphemismen nicht alle heißen; derzeit vorangetrieben vom wunderbar praktikablen „war on terror“ mittels „humanitärer Intervention“ nach eigenem Definitionsgrad (wofür sich schon der Kosovo und angrenzende Bevölkerungsgruppen herzlich bedankt haben), was sogar die als globalpolitisches Werkzeug der Mächtigen initialisierten Vereinten Nationen, nicht zuletzt dank diverser Machtdemonstrationen und geschickter Neudefinitionen, mithin ihrer Nützlichkeit enthoben hat. Auf die humanitären Interventionen, imperiale Machtspiele und politische Verbalakrobatik bin ich in meiner Rezension zu Noam Chomskys [„Hybris“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=196 eingegangen.

Carmin beginnt seine Betrachtungen zum Ende des 19. Jahrhunderts, als okkulte Vereinigungen wie der Hermetische Orden der Goldenen Dämmerung, der Orden vom Silbernen Stern, der Ordo Templi Orientis, die Fraternitas Saturni, Skull & Bones, der Thule-Orden mit seiner Fußvolk-Peripherie aus Thule-Gesellschaft und später diversen Verlagen, Arbeiterbünden etc., diverse Freimaurer- und Rosenkreuzerlogen, völkische und germanische Logen und Zirkel usw. zu enormer Bedeutung gelangten und in ihren Reihen die bedeutendsten Persönlichkeiten vorweisen konnten.
Zu diesen historisch bedeutsamen Personen, die in derlei Bündnissen organisiert waren, zählen u.a. (Zusammenstellung aus mehreren Referenzwerken bei vornehmlicher Nennung der im Buch auftauchenden Personen):

Helena Petrovna Blavatski
Franz Hartmann
Annie Besant
Karl Kellner
Rudolf Steiner
Rudolf Freiherr von Sebottendorf
Werner List
Jörg Lanz von Liebenfels
Theodor Reuß
Winston Churchill
Lloyd George
MacGregor Matthers
A. E. Waite
Eliphas Levi
William Butler Yeats
Claude Debussy
Emma Calvi
Robert Fludd
Clinton Roosevelt
Harry Spencer Truman
Gerald Ford
König Gustav IV.
Napoleon I. und sein General Kléber
König Murat von Neapel
Adam Weishaupt
Jean Baptiste Bernadotte
Aleister Crowley
Bram Stoker
Sir Gerald Kelly
Gustav Meyrink
Alan Benett
Eugen Grosche (Gregor A. Gregorius)
Guido von List
Rudolf Heß
Karl Haushofer
Alfred Rosenberg
Adolf Hitler
Hermann Göring
Heinrich Himmler

…, wobei Letztere vornehmlich dem Thule-Orden zugeordnet werden können, in dem allerlei andere magische Schulen und Weltsichten vermengt wurden. Die Zusammenstellung ist ohne die jeweilige Gruppenzuordnung, denn es lässt sich feststellen, dass die meisten davon in diversen Gruppierungen aktiv waren. Auch wem nicht alle Namen etwas sagen sollten, der wird manch bekannten Politiker oder Künstler darunter entdecken.

Aus diesen sich neu formenden Weltbildern heraus entsteht nun u.a. das Thule-Bündnis, daraus wiederum so manch anderer Bund als Satellitengebilde, und wie es dann zur Reichsgründung und Machtergreifung kommen konnte, mit wessen Unterstützung und auf welch eigentümlichen Wegen, das mag der geneigte Leser bei Carmin nachlesen. Wahrhaft erhellend. In jedem Falle waren sowohl die mit den Ordenszugehörigkeiten verbundenen Bekanntschaften und Verflechtungen wie auch die dahinter stehenden okkulten Weltsichten entscheidend für die politischen Entwicklungen jener Zeit, ebenso wie sie es auch heute noch sind.

Im zweiten Teil nun geht es um die Neuordnung nach dem zweiten Weltkrieg, eine Neuordnung übrigens, die schon lange vorgeplant war und ebenso wenig überraschend kam wie der Krieg selbst. Zumindest, wenn man Äußerungen betrachtet wie „Wir werden Hitler den Krieg aufzwingen, ob er will oder nicht!“ (Churchill, 1936) oder „Wir haben ein schriftliches Dokument, das uns Krieg in zwanzig Jahren garantiert“ (Lloyd George, 1919 nach Unterzeichnung des Versailler Vertrages), oder wenn man sich fragt, warum Roosevelt bereits 1937 die Rüstung massiv hochfahren ließ (während die Welt zeitgleich positiv beeindruckt die u.a. von Coca Cola gesponserten Olympischen Spiele in Berlin verfolgte), obwohl ja noch niemand von den unerwarteten Greueln, die kommen sollten, etwas ahnen konnte, nicht wahr.

Nun, in diesem zweiten Teil, nach einer sehr ausführlichen Beleuchtung des okkulten Untergrundes, der vielfältigen personalen Verflechtungen auf Logen-, Wirtschafts- und Politikebene, einer auch psychologisch interessanten Einführung in das okkulte Denken seit der Jahrundertwende (die Idee vom Übermenschen, von Rassenüberlegenheiten usw. hatte ja nun wirklich nicht zuerst Hitler während einer Erleuchtung auf dem Abort), tauchen zwar immer noch diverse Bruderschaften wie die oben erwähnte „Propaganda due“ auf, doch allgemein beendet Carmin hier die esoterischen Betrachtungen.

Nach dem Krieg spielen die „alten“ Verbindungen weiterhin eine wesentliche Rolle, fließen zudem in Neugründungen wie die verschiedenen Geheim- und Nachrichtendienste (unter massiver Verwendung des Nazi-Personals und ihrer Netzwerke), die UN, den Council on Foreign Relations, die Trilaterale Kommission, die Bilderberger, das Wirtschaftsforum, die Propaganda due usw. ein und läuten eine neue Phase für die Bestrebungen der Weltverbesserer und -neuordner ein. Es gibt dabei keine zentrale Person oder Instanz, auch keine lineare Abfolge oder kausale Linie.
Nein, letztlich wird alles so komplex, dass Eines in das Andere einfließt und sich gegenseitig beeinflusst, zum guten Teil sogar scheinbar gegen einander arbeitet oder sich gegenseitig auszuschließen scheint. Doch wenn man beispielsweise die personellen und finanziellen Bande zwischen Kommunisten, Vatikan und us-amerikanischen Einflusszonen betrachtet, dürfen arge Zweifel an diversen medienträchtig inszenierten Feindschaften aufkommen (obwohl ein offizielles Embargo bestand, war zum Beispiel die Finanzierung der Oktoberrevolution nicht die einzige Einflussnahme amerikanischer Banken und Firmeninteressen auf das Ostblockexperiment, ebenso wie eben auch die deutschen Nationalsozialisten massiv unterstützt und überdies auch offiziell, ebenso wie Mussolini, lange Zeit weltweit für ihre Errungenschaften und Politikführung hoch gelobt wurden).

Wenn die mannigfaltigen Verflechtungen und Namen es bereits im ersten Teil notwendig machten, dass ich mir eine Beziehungsskizze der wesentlichen Akteure notieren musste, so wird die Informationsflut im zweiten Teil dank hinzu kommender Firmen, Kartelle, Geheimdienste, Banken und dergleichen mehr schier erschlagend unüberschaubar. Aber speziell das Nachvollziehen des Weges der Gelder sowie der Feder führenden Banken- und Wirtschaftsmogule ist eine erhellende Erfahrung.
Neben dem Verständnis für die Wurzeln dieser Entwicklungen im Okkulten bewirken diese Ausführungen mit Sicherheit zumindest eines: Eine Ahnung davon, dass es letztlich unerheblich ist, wer welche „demokratischen“ Wahlen gewinnt, wen man gerade wieder als „gut“ oder „böse“ ansieht oder darstellt oder vor allem, was in Zeitungen und Geschichtsbüchern wohldiktiert nachzulesen ist – es ist stets die gleiche Sorte Gutmenschen, die zum Wohle aller, für Frieden, Stabilität und Sicherheit, ganz altruistisch die Fäden zieht, um jenen den Weg zu weisen, die den „großen Plan“ nicht durchschauen können und daher wie Kinder bei der Hand genommen und auf den rechten Pfad geführt werden müssen. Hierbei zeigt sich ein erstaunlicher Gleichklang im Marschschritt der Großen und Mächtigen (die besonders in unserer wirtschaftlich kontrollierten Welt des schnellen und oberflächlichen Konsums nicht identisch sein müssen mit den Figuren, die sich der Wählerschaft als Wagenlenker und Steuermann präsentieren), unabhängig von äußeren Konfessionen und scheinbar widersprüchlichen Weltbildern. Es gibt keine simple Trennung des Weltgeschehens in Blöcke, in Achsen des Bösen, in ein „Wer nicht mit uns ist, ist für die Terroristen“. _Das_ sind Verschwörungstheorien reinsten Wassers. Vereinfachende Sündenbockkonzepte und bipolare Logik, das Valium für die Massen, verbunden mit politisch delikaten Ausdrucksformen.

Um die ohnehin bereits übermäßig ausführliche Buchvorstellung (man möge mir verzeihen) nicht gänzlich ausufern zu lassen, möchte ich die inhaltliche Betrachtung hierbei bewenden lassen und noch einige Worte zur Veröffentlichung an sich niederschreiben.

Carmin präsentiert seine extrem gründlich recherchierten und weit reichenden Informationen (die letztlich sogar nur ein sehr komprimiertes Kompendium darstellen – erschreckend genug) auf gut 600 klein gedruckten Buchseiten. Hinzu kommen fast 300 Seiten mit 1336 Anmerkungen und Quellenverweisen (die teils selbst wieder längere Ausführungen sind), einer ausufernden Bibliographie sowie einem Personen- und Sachregister von 85 Seiten. Eine enorme Leistung, die „Das schwarze Reich“ auch als Referenzenbuch und Nachschlagewerk unentbehrlich macht.
Aussagen sind gründlich belegt und kommentiert, unsichere Informationen oder Hörensagen werden als solche gekennzeichnet, aber zu einer Abrundung des Bildes dennoch verwendet. Dass es dem Leser selbst obliegt, dabei für sich zu selektieren und Quellen sowie Sekundärliteratur für ein eigenes Gesamtbild heranzuziehen, versteht sich von selbst. Es ist übrigens erstaunlich, wie gut es Carmin trotz der enormen Informationsdichte versteht, eine thematische wie zeitliche Linie beizubehalten.
„Das schwarze Reich“ ist eine unentbehrliche Quelle der Information für jeden aufgeschlossenen Zeitgenossen, der unter Wahrnehmung seiner demokratischen Rechte und Pflichten mehr versteht als Generalsgehorsam, geistlosen Medienkonsum und das unreflektierte Übersichergehenlassen selbstzufriedener Fremdbeeinflussung. Die geflüsterten Vorgänge hinter der Bühne sind es, die die Gesamtzusammenhänge deutlich werden lassen, nicht das oberflächliche, abgesprochene Schauspiel auf der Bühne; und die Souffleure haben deutlich mehr zu sagen als die dem Publikum präsentierten Akteure. Geschichte wird von den Siegern und Mächtigen diktiert und geschrieben. Für ein vollständigeres und basales historisches Verständnis neuerer Geschichte bis in die aktuelle Gegenwart hinein jedenfalls ist die Lektüre dieses Werkes akademischen Anspruchs (aber dennoch mit einem erfrischend zynischen Unterton versehen und trotz Schachtelsatzbaus, wie ihn auch der Schreiber dieser Rezension nur allzu oft produziert, fesselnd zu lesen) unverzichtbar.

Inhaltsverzeichnis:

_Vorwort_

_“Von einem fremden Planeten…“_
Von Thule nach Wien und München
Schwarze Magie unter dem Hakenkreuz
Die unsichtbaren Meister
Goldene Morgendämmerung über London
„Töte und foltere, schone nicht!“
Die Übermenschen von Agarthi
Ein Institut zur Entwicklung des Menschen
Die frohe Botschaft des magischen Sozialismus
Knetmasse für ein neues Menschentum

_Wir machen die Melodie, und Hitler tanzt danach_
Eine alte Karte mit modernen Grenzen
Ein Auftrag für den Freiherrn „von der Rose“
Sebottendorfs „germanische Loge“
Eingeweihte und Nichteingeweihte
Die Keimzelle der NSDAP
Kampfzeit für Thule
„Trebitsch-Lincoln im Komplott mit Wilhelm …“
Ein umherirrender Hund auf der Suche nach seinem Herrn
Hitler und die Heilige Zahl 7
Das Noviziat bei Meister Eckart
„Wir brauchen einen Diktator!“
Thule wird liquidiert
Letzter Schliff in Landsberg
Der Kampf der Götter
Der Mensch als werdender Gott
Weiße oder Schwarze Magie?
Jede Tat ist sinnvoll, auch das Verbrechen
Übermenschen, Untermenschen und Sklaven
Die Planlandschaften der Zukunft
Rassismus als Mittel zum Zweck
Magie gegen Intellekt
Die Gegenwelt aus Eis und Feuer
Gottmensch und Massenmensch
Die Juden und die Welt der bloßen Vernunft
Die Schwarze Orden
Himmlers „Jesuitenstaat“
Zuchtelite und Tötungsmaschine
Eine andere Welt, eine andere Moral, eine andere Ehre
Laienbrüder, Priester und Hohepriester
Die Gußform für die Gesellschaft der Zukunft
In der Sippe ewiger Kette bist du nur ein Glied …
„Den Hauch des Bösen hat er nicht gesehn …“
Götterdämmerung
Ein schlechter Stern über England

_Und die im Dunklen sieht man doch …_
Die Verschwörung der Verschwörer
Im Zeichen des Dollars

_Im Zeichen des Pentagramms_
Bakunins „Oberster Freiheitskämpfer“
Das schielende Auge Gottes
Wenn nur die Zwecke erfüllt werden
Wir werden eine Weltregierung haben!
Und immer wieder: Der werdende Gott
Hitler und der Heilige Gral
Was suchte Himmler im Montségur?
Multinationale Kapitalisten und Banker: Die Templer
Die Hohe Schule der geheimen Macht
Reformation im Zeichen der Rose
Dein ist die Rache, o Herr!
Die Ritter der Vereinigten Staaten von Europa
Die verborgene Kraft der Geschichte
Die Gegenkirche
Die Weisen von Sion …

_Das Haus der Neuen Ordnung_
Das Reich zerfiel …

_Nazis, CIA und Vatikan: Das Fundament_
Ein multinationaler Konzern
Das Netzwerk
Die Moslem-Connection
Das Khomeini-Projekt
Welt-Theater am Persischen Golf
Der europäische Untergrund
Nationalismus + Sozialismus = Europa?
Am Anfang war … die Korruption
Die Neue Weltordnung

_Anhang
Anmerkungen
Bibliographie
Personen- und Sachregister_