Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

Paolo Bacigalupi – Versunkene Städte

Zwei junge Helden vor dem Weltuntergang

Unsere Welt ist in 50 Jahren nicht mehr dieselbe. Nach der Klimakatastrophe und dem Anstieg des Meeresspiegels sind zahlreiche Küstenregionen überflutet. Rohstoffmangel, genetische Manipulationen und politische Wirren haben ihr Übriges getan, um die Welt ins Chaos zu stürzen.

Die beiden Kinder Mahlia und Mouse sind Flüchtlinge, die das Gebiet der Versunkenen Städte verlassen wollen – die Gegend, die früher einmal Washington DC genannt wurde. Im angrenzenden Dschungel treffen sie auf einen schwer verletzten Halbmenschen namens Tool und wollen ihm helfen, als sie von einem Trupp Kindersoldaten entdeckt und voneinander getrennt werden.

Auf einmal steht Mahlia vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Soll sie alles für ihren Freund riskieren? Oder soll sie nach dem einen Ort suchen, an dem Frieden und Freiheit noch möglich zu sein scheinen … (Verlagsinfo)
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Josephine Hart – Verhängnis

Dieser umstrittene Erotikroman ist im Grunde eine klassische Dr-Jekyll-und-Mister-Hyde-Geschichte. „Damage“, so der Originaltitel, Unheil oder Schaden, ist genau das, was heraufbeschworen wird, als Dr. Jekylls geheimes Leben als Mr. Hyde einOpfer fordert und öffentlich wird – „damage“ auf allen Ebenen, und nicht nur für Dr. Jekyll. Louis Malle hat das Buch mit Jeremy Irons und Juliette Binoche in den Hauptrollen verfilmt.

Handlung

Der brave englische Arzt und Unterhausabgeordnete Stephen Fleming hat ein schönes Haus, eine schöne liebende Gattin, Ingrid, und schöne, wohlgeratene Kinder, Martyn und Sally. Seine Karriere ist erfolgreich, seine Ehe nach Maßstäben der Gesellschaft „glücklich“, d.h. Mann und Frau schlafen noch regelmäßig miteinander. Zu seiner Politikerlaufbahn kam Stephen wie zu seiner Frau: durch Vermittlung wohlgesonnener Freunde, insbesondere durch Edward, Ingrids Vater. Dennoch fühlt sich Stephen auf eine undefinierbare Weise unlebendig, als sei sein Leben enteignet, als gehöre es gar nicht ihm selbst. Doch um seine Frau, Kinder und Freunde zufriedenzustellen, kooperiert er. Jeden Morgen steht er auf, um einen neuen Akt im Schauspiel seines Lebens zu spielen, indem er genau die Regieanweisungen befolgt.

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Tad Williams & Deborah Beale – Die Drachen der Tinkerfarm (Tinkerfarm 1)

Feuerspeiende Kühe?!

Eigentlich soll es ein ganz normaler Landaufenthalt in den Sommerferien werden, den Tyler und Lucinda bei Onkel Gideon verbringen. Sie erwarten tödliche Langeweile auf diesem Bauernhof, doch bald entdecken, dass es hier ein Geheimnis gibt. Das Brüllen aus der Scheune stammt nicht von einer Kuh, sondern von einem Drachen! Das donnernde Hufgetrappel im Tal – keine Mustangs, sondern Einhörner! Ein Haufen seltsamer Knechte und Mägde, unverständliche Sprache und magische Kräfte halten die Stadtkids auf Trab. Sie kommen dunklen Geheimnissen längst vergangener Zeiten auf die Spur – sie müssen Onkel Gideon retten! Doch schon ist ihr eigenes Leben in Gefahr…

Der Autor

Tad Williams, 1957 in San José geboren, hat sowohl mit dem Osten-Ard-Zyklus, seiner Antwort auf Tolkien „Herr der Ringe“, als auch mit seinem Otherland-Zyklus Millionen von Lesern gewonnen. Davor schrieb er aber schon kleinere Werke wie etwa „Die Stimme der Finsternis“ und „Die Insel des Magiers“.

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Donald A. Wollheim – Das Marsrätsel

Auf der irdischen Marskolonie gehen unsichtbare Eindringlinge um. Wider Erwarten sind es nicht die vor Äonen verschwundenen Marsianer, sondern Flüchtlinge aus einem fremden Sonnensystem, die sich in zwei einander spinnefeindliche Lager gespalten haben … – Science-Fiction-Abenteuer „für die Jugend“, d. h. nicht ‚nur‘ spannend, sondern auch ‚lehrreich‘ zumindest aus zeitgenössischer Sicht; heute gerade noch nostalgisch, weil ein so nie existierender Mars einfallsreich beschrieben wird, was die naiv-simple Handlung und Figurenzeichnung halbwegs ausgleicht. Donald A. Wollheim – Das Marsrätsel weiterlesen

Brandon Sanderson – Der Ruf der Klingen (Sturmlicht-Chroniken 5)

Die Sturmlich-Chroniken

Band 1: Der Weg der Könige“
Band 2: Der Pfad der Winde“
Band 3: „Die Worte des Lichts“
Band 4: „Die Stürme des Zorns”
Band 5: „Der Ruf der Klingen“
Band 6: „Die Splitter der Macht“ (vrsl. März 2019)

Die Heere Alethis haben die erste Schlacht gegen die Bringer der Leere gewonnen, den ersten Ewigsturm überstanden und die geheimnisvolle Stadt Urithiru gefunden. Allerdings haben sie für diesen Erfolg einen hohen Preis gezahlt, und natürlich war das alles nur der Anfang!

Der Ewigsturm bläst aus der entgegengesetzten Richtung wie die Großstürme und erwischt damit sämtliche Städte und Siedlungen von der ungeschützten Seite. Außerdem hat er die Parscher erweckt, die sich nun unter den Bringern der Leere zum Krieg sammeln. Die Verbindung zur Hauptstadt ist abgerissen.

Dalinar steht nun vor der schwierigen Aufgabe, den gesamten Kontinent gegen die Bringer der Leere zu vereinen, wobei ihm allerdings sein Ruf im Weg steht. Und dann wäre da auch noch der Mord an Sadeas und Urithiru selbst, das außerordentlich seltsam zu sein scheint. Brandon Sanderson – Der Ruf der Klingen (Sturmlicht-Chroniken 5) weiterlesen

Poul Anderson – War of Gods. Krieger des Nordens

Hadding, vertriebener Kronprinz von Dänemark, wächst zu einem gewaltigen Krieger heran, erobert sein Erbe zurück und führt manche Schlacht gegen machtgierige Feinde, wobei die Götter ihm zur Seite stehen oder ihm schaden; eine seltsame Beziehung, die Hadding erst nach seinem Tod aufklären kann … – Autor Anderson nutzt eine vorzeitliche dänische Legende und erzählt sie neu, wobei er den altertümlichen Sprachduktus behutsam übernimmt, inhaltliche Lücken füllt und sich erfolgreich bemüht, den grimmigen, die Macht des Schicksals beschwörenden Stil der Vorlage in einen spannenden Roman zu übertragen. Poul Anderson – War of Gods. Krieger des Nordens weiterlesen

Harry Harrison – Tod vom 5. Planeten

Eine Weltraum-Expedition bringt keine neuen Erkenntnisse, sondern eine unbekannte Seuche zurück zur Erde. Während Mediziner fieberhaft, aber lange vergeblich nach einem Heilmittel suchen, beginnen sich nicht nur Tod und Angst, sondern auch Panik und Aufruhr in der Bevölkerung zu verbreiten … – Der Katastrophen-Thriller mischt sich mit der Science Fiction; quasi dokumentarisch schildert Autor Harrison eine globale Katastrophe, die durch eine kleine Gruppe tapferer Fachleute (und Soldaten) in letzter Sekunde abgewendet werden kann. Harry Harrison – Tod vom 5. Planeten weiterlesen

Patricia Anthony – Bruder Termite

Eh klar: Der Präsident ist ein Alien

Schon seit langem wird die US-Politik von insektoiden Aliens bestimmt, die aussehen wie Termiten. Nur hatte die Weltöffentlichkeit keine Ahnung davon. Die Präsidenten sind lediglich ihre Marionetten. Doch die Aliens sind eine aussterbende Rasse, die sich nur dadurch eine Zukunft sichern kann, das sie menschliche Gene in ihr eigenes Erbgut einschleust. Die ersten „Mischlingskinder“ geben zu Hoffnung Anlass. Bald wird man ein Virus auf die Menschheit loslassen, um die Erdbewohner vollends auszulöschen.

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Richard Morgan – Das Unsterblichkeitsprogramm. Altered Carbon

Verfilmt: Hartgesottener Detektiv räumt in Babel auf

Was wäre, wenn man ewig leben könnte? Wenn das in einem Computer gespeicherte Bewusstsein immer wieder in einen neuen Körper transferiert wird? Was für eine Welt wäre das? Und was würde der Tod in dieser Welt bedeuten? Privatdetektiv Takeshi Kovacs ist kurz davor, es herausfinden. Er kann sich über seinen neuen Auftrag nur freuen – hatte ihn der letzte ja eigentlich das Leben gekostet. Aber der Tod scheint inzwischen kein Problem mehr zu sein. Oder etwa doch? (Verlagsinfo)
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Klaus Bädekerl – Die Frau der Träume

Mystischer Krimi: Ermittlung gegen Göttin und Mutter

Sechs Männer sterben eines „natürlichen“ Todes innerhalb nur weniger Monate auf gleiche Weise, und keiner findet das merkwürdig? Nicht so Staatsanwalt Thomas Zorski, der über den neuesten Todesfall stolpert und von seinem Amtsvorgänger eine dicke Akte mit den übrigen fünf Fällen bekommt. Immer war Vollmond, wenn man einen der sechs fand. Und alle lagen friedlich da – und völlig nackt, als ob sie träumten…
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Chris Wooding – Alaizabel Cray

Kampf gegen Hexlinge und Dämonen

Dieses Jugendbuch bietet eine ungewöhnliche Mischung aus Fantasy und Horror, ist aber in einem alternativen Geschichtsverlauf angesiedelt. Ganz schön clever! Das Buch, das den Smartie Awards (Silber-Medaille) für den besten Roman des Jahres erhielt (Verlagsinfo), erschien bereits 2001 auf Deutsch im Hardcover, also noch im Jahr, als das Original erschien. Das nenne ich mal eine schnelle Reaktion. Der Leser dürfte sich freuen, dass es auch die preiswerte Taschenbuchausgabe gibt.

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Wilson Tucker – Die Stadt im Meer

Viele Jahre nach einem globalen Weltkrieg wird Nordamerika neu besiedelt. Frauen regieren, weshalb es eine ausschließlich weibliche Expedition ist, die in den Westen des Kontinents zieht, um dort nachzuforschen, woher jener mysteriöse Mann kommt, der sich in ihre Kolonie verirrt hat … – Stimmungsvolle „Post-Doomsday“-Story, die einerseits die übliche Ruinen-und-Mutanten-Klischees bietet, während sie andererseits eine unerwartet ‚friedliche‘ Auflösung findet. Der Bruch mit zeitgenössischen Brutal-Visionen geht freilich mit einem ebenso zeitgenössischen, heute veralteten, manchmal sogar peinlichen Frauenbild einher: trotzdem lesenswertes Garn. Wilson Tucker – Die Stadt im Meer weiterlesen

Mur Lafferty – Das sechste Erwachen

Die Besatzung eines Generationsraumschiffs erwacht zwischen den Leichen ihrer Klon-‚Vorgänger‘. Niemand weiß, was geschehen ist, oder kennt den Grund für den Massenmord, doch der Täter muss einer der ihren sein; da solidarisches Teamwork wichtig, aber Misstrauen lebensnotwendig ist, wird die Aufklärung zum existenziellen Problem … – Die ungewöhnliche Mischung aus Science-Fiction-Thriller und „Locked-Room“-Mystery spielt geschickt mit den Elementen beider Genres, ohne sich auf die Ereignisse vor Ort zu beschränken: Dem Leser wird nach und nach eine ebenso interessante wie spannende Vor- bzw. Hintergrundstory enthüllt. Mur Lafferty – Das sechste Erwachen weiterlesen

Jonathan Carroll – Wenn Engel Zähne zeigen

Dem Tod ein Schnippchen schlagen

Der US-amerikanische Fernsehmoderator Wyatt Leonard wird von seiner ehemaligen Freundin Sophie Chapman gebeten, ihr den einen Lebenswunsch zu erfüllen, den er ihr versprochen hat: Er soll für sie ihren verschwundenen Mann Jesse suchen. Der sei vermutlich irgendwo in einem weit entfernten Land, das sich Österreich nennt. Der Haken: Wyatt hat Leukämie und glaubt nicht, dass er eine solche Reise überleben wird. Doch er ahnt nicht, dass er über eine bemerkenswerte Fähigkeit verfügt – er kann Tote zum Leben erwecken…

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Rick Raphael – Die fliegenden Bomben

Der moderne Fernverkehr ermöglicht Fahrgeschwindigkeiten von 850 km/h, was Unfälle in Katastrophen und Tragödien verwandelt. Drei-Personen-Streifen einer hochgerüsteten Polizei sollen dafür sorgen, dass die Strecken frei bleiben, was selten ohne Zwischenfälle gelingt … – Quasi dokumentarisch entwirft Autor Raphael eine Zukunft, die Verkehrsteilnehmern eine beinahe uneingeschränkte ‚freie Fahrt‘ gestattet – dies unter Berücksichtigung sämtlicher (spektakulärer) Konsequenzen: Obwohl diese ‚Zukunft‘ gründlich von der Realität überholt wurde, bleibt die Geschichte interessant. Rick Raphael – Die fliegenden Bomben weiterlesen

John Varley – Titan / Der Satellit (Gäa-Trilogie 1)

Venus & Gäa: Abenteuer auf der künstlichen Welt

Der Saturnmond Titan gab den Astronomen lange Rätsel auf. Während das bemannte Raumschiff „Ringmaster“ von der Erde ins Saturn-System einfliegt, wird immer deutlicher, dass es sich um keinen natürlichen Himmelskörper handeln kann, sondern um ein Artefakt. Der Satellit ist ein gewaltiges radförmiges Gebilde mit 1300 Kilometern Durchmesser und einem Umfang von 4000 Kilometern am äußeren Torus.

Als sich die „Ringmaster“ unter dem Kommando von Captain Cirocco „Rocky“ Jones vorsichtig an den äußeren Rand heranmanövriert, um eine Landung zu versuchen, schießen plötzlich gewaltige Tentakel aus dem Torus und ziehen das Schiff heran. Die „Ringmaster“ wird in Fetzen gerissen. Die Menschen an Bord verlieren das Bewusstsein. Cirocco erwacht im Innern des Ringrades. Zusammen mit den anderen Überlebenden begibt sie sich auf eine phantastische Reise durch diese neue Welt, um das Zentralgehirn zu finden… (gekürzte Verlagsinfo)

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Michael J. Sullivan – Der Thron von Melengar (Riyria 1)

Action-Fantasy à la „Game of Thrones“

Royce, ein gewiefter Dieb, und sein fast ehrenhafter Partner Hadrian betreiben ein einträgliches Geschäft mit Aufträgen des korrupten Adels. Ihr Diebesbund trägt den Namen »Riyria« und sie leben ziemlich gut dabei. Bis eines Tages ein Unbekannter die beiden anheuert, ein berühmtes Schwert zu stehlen.

Was zunächst nach einem ganz gewöhnlichen Job aussieht, stellt sich jedoch als Falle heraus. Sie werden noch in derselben Nacht als Mörder des Königs verhaftet und in den Kerker geworfen. Als sie mit Hilfe der Prinzessin entkommen können, entdecken Royce und Hadrian eine Verschwörung, bei der es um noch viel mehr als nur um den Thron des recht kleinen Königreichs Melengar geht. (Verlagsinfo)
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Alain Dorémieux – Spaziergänge am Rande des Abgrunds. Phantastische Erzählungen

Im Sandmeer dem Liebesvirus verfallen

In seinem gesamten Schaffen vermittelt der Autor auf besondere Weise die Atmosphäre des Unheimlichen und Bedrohlichen, kommt seine Neigung zum Absurd-Phantastischen zum Vorschein – eingebettet in die stets wiederkehrende Thematik des Weltuntergangs, der Vernichtung allen Lebens durch einen unsichtbaren Feind. (Verlagsinfo) Dieser Erzählband versammelt Erzählungen aus den Jahren 1959 bis 1979.

Zitat: “Was das Wort »Glück« betraf, so war es zu einem archischen Ausdruck geworden, sein zeitgemäßes Synonym hieß »Komfort«.” (S.80)

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Marc Agapit – Die Agentur

Die Hölle, das ist die Ewigkeit

Eine etwa 50-jährige Frau findet sich ohne Gedächtnis in einer unbekannten Kleinstadt wieder. Man verweist sie an eine Agentur namens A.V., die ein seltsames, unheimlich wirkendes, aber sichtlich routiniertes Unternehmen ist: Sie stellt binnen kürzester Zeit fest, wer die Frau ist und wo sie wohnt.

Doch daheim erkennt sie die Leute nicht mehr, mit denen sie früher verkehrt haben soll. Stück für Stück kehren Erinnerungen zurück. Sie misstraut ihnen, denn sie besagen, dass sie Zeugin einer grausigen Bluttat gewesen sei. Nur Zeugin?

Ihre Suche nach der eigenen Identität wird zum Horrortrip, der geradewegs in die Hölle führt und immer wieder ins Vergessen – und zu dieser Agentur, die für alle Verbrecher zuständig ist… (aus der Verlagsinfo)
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Tricia Sullivan – Lethe

Soft-SF: Hoffnung nach den Genkriegen

Die Genkriege haben die Ökologie der Erde völlig verändert und eine Vielzahl neuer Lebensformen hervorgebracht. Es gibt noch ein paar echte Menschen, aber sie können nur in Reservaten überleben. Sie werden von körperlosen Gehirnen verwaltet, die ständig mit dem Datennetz verbunden sind. Haben sie die Menschheit vor dem Aussterben gerettet? Oder sind sie die eigentliche Gefahr? (Verlagsinfo)

Nach der griechischen Sage galt es bei der Reise ins Totenreich, den Hades, zwei Flüsse zu überqueren. Über den Styx brachte den Reisenden der Fährmann Charon. Nach dem Gerichtetwerden durch die drei Totenrichter durften die guten Seelen zu den elysischen Gefilden weitergehen. Bevor sie dort in ewiger Glückseligkeit „leben“ durften, mussten sie den Lethe überqueren, den Strom des Vergessens.

Die Legende schlägt schon zwei Grundthemen von Tricia Sullivans erstaunlich gutem Erstlingswerk „Lethe“ an: Wasser als Element und Grenze bzw. Übergang, sowie Gerechtigkeit und Richten. Denn die Menschheit ist im 22. Jahrhundert am Ende ihrer Existenzfähigkeit angelangt. Neue Hoffnung kann nur ein Übertritt in radikal andersartige Umstände bringen. Insofern geht es in „Lethe“ um Revolution.

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