Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Perry Rhodan – Die Gänger des Netzes (Silber Edition 159)

Die Handlung:

Seit der Erkenntnis, dass die Superintelligenz ESTARTU verschwunden ist, sind 15 Jahre vergangen. Nach wie vor unterdrücken die Ewigen Krieger die Völker der zwölf Galaxien.
Doch dagegen regt sich Widerstand: Unter Führung von Perry Rhodan und Atlan bieten die Gänger des Netzes im Namen des Friedens und der Freiheit den Ewigen Kriegern die Stirn. Doch dann wird Eirene, Rhodans Tochter, in diesen Konflikt verwickelt – der Terraner bricht zu einer Rettungsaktion auf … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Als „Gänger des Netzes“ bezeichnen sich die Gorims, weil sie die Stränge des psionischen Netzes zur Fortbewegung nutzen. Das wissen wir schon aus der letzten Silberlesung des letzten Zyklus. Diese hier startet den aktuellen, der genauso heißt wie dieses Hörbuch: „Die Gänger des Netzes“.

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TKKG – Tanz mit der Giftschlange (Folge 225)

Die Handlung:

Nadine – ein exzentrisches Gothic-Girl aus der 9b – warnt Tim, Karl, Gaby und Klößchen vor einem bevorstehenden Giftattentat. Als TKKG sie jedoch zu Details befragen, blockt sie plötzlich ab. Noch in derselben Nacht sehen sich Tim und Klößchen im Adlernest Auge in Auge einer hochgiftigen Brillenschlange gegenüber. Ist es Zufall, dass das passende Gegengift im Zoo verschwunden ist? Und wie steckt der Mädchenschwarm Julius Hösselbarth mit drin? Es wird TKKG drei Tage Ermittlungsarbeit und so manch brenzlige Situation kosten, bevor sie den verworrenen Fall lösen können. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Bevor es ans Tanzen geht und an die giftigen Schlangen, starten wir im drögen Mathe-Unterricht bei Dr. „Tangente“ Bleul. Laaaaaaaaangweilig … aber lustig … zumindest für die Schüler.

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Die drei ??? Kids – Flug ins Nichts (Folge 90)

Die Handlung:

Justus, Peter und Bob freuen sich über eine spektakuläre Attraktion: Mitten auf dem Marktplatz steht ein Windkanal für Bodyflying. Aber schon beim ersten Testflug geht einiges schief. Ein neuer Fall für die drei Detektive. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Solche Skydiving-Dinger finde ich auch super cool, wäre aber zum einen viel zu schissig, da auch mal reinzugehen und zum anderen viel zu unsportlich und ungelenkig. Ich würde mich die kurze Zeit, die ich im Windstrom verbringen würde, nur drehen und direkt wieder gegen die nächste Wand brettern. Wie schlagen sich da wohl die drei Detektive?

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John Sinclair – Geister-Dämmerung (Folge 157)

Die Handlung:

Im Jahr 1971 erklimmt der Bergsteiger Harold Quade das Massiv der Nanda Devi im Himalaya – auf der Suche nach dem Eingang zum legendären Pandämonium, dem Hort der Dämonen. Fünfzig Jahre später erreicht uns eine Botschaft von Mandra Korab, dass Quades Leiche geborgen wurde. Doch konserviert im ewigen Eis, hat sich der Körper auf grausige Weise verändert … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer 60 gemacht, das erstmalig am 11. März 1986 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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Patrick Süskind – Das Parfum (Lesung)

Schaurig-schönes Kontrastprogramm

Die Suche nach der Essenz der Liebe treibt den Parfumeur Grenouille dazu, die schönsten Frauen in der Metropole der Parfümindustrie, in Grasse, zu töten, um ihren Duft zu gewinnen. Doch die schönste der Damen wird ihm von einem besorgten Vater vorenthalten. Aber wie lange noch?

„Im 18. Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte. Seine Geschichte soll hier erzählt werden.“ (Verlagsinfo)

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E.T.A. Hoffmann – Nussknacker und Mausekönig (Hörspiel)

Böse Prinzessin Pirlipat vs. Marie: eines der besten Weihnachtsmärchen

Marie Stahlbaum hat eine rege Phantasie. Alles, was ihr begegnet, birgt für sie ein Geheimnis. Beim Rest ihrer Familie stößt sie damit auf größtes Unverständnis. Einzig der etwas wunderliche Onkel Drosselmeier scheint sein Patenkind zu verstehen. Zu Weihnachten schenkt er Marie einen Nussknacker. Postwendend gerät das junge Mädchen in ein phantastisches Abenteuer, denn der Mausekönig und seine hinterlistige Mutter Frau Mauserinks haben mit eben jenem Nussknacker noch eine Rechnung offen…(Verlagsinfo)

Mit der Musik des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski („Schwanensee“).

Der Autor

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Die drei ??? und die Teufelsklippe (Folge 219)

Die Handlung:

Peter Shaw – ein Mörder? Ganz bestimmt nicht! Da sind sich Justus und Bob sicher. Können die beiden die Unschuld des Zweiten Detektivs beweisen? Peter sieht ihn fallen, doch die Teufelsklippe gibt ihn nicht wieder her. Verschluckt von den tosenden Wellen bleibt der Mann verschwunden … Was ist passiert? Ausgerechnet der Zweite Detektiv wird beschuldigt, Paul Forsters ins Meer gestoßen zu haben. Im Verhör wird Peter bis ins kleinste Detail befragt. Justus und Bob versuchen derweil mehr über den seltsamen Fall herauszufinden. Können die beiden ihrem Freund helfen? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Mord ist ja schon ein schweres Geschütz für einen Jugendkrimi, aber dass einer unserer Detektive gleich der Täter sein soll … das ist ’ne Ansage.

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Jonathan Stroud – Bartimäus – Das Amulett von Samarkand (Lesung)

Der Dschinn Bartimäus, ein uralter orientalischer Geist, bekommt eines Tages den Auftrag, dem hochnäsigen Zauberschüler Nathanael zur Seite zu stehen: ein Auftrag, der Bartimäus zunächst alles andere als glücklich macht. Dann aber beginnt ein Abenteuer, das die zwei aneinander schweißt. Nathanael versucht, sich für den Tod seines Ziehvaters am mächtigen Zauberer Simon Lovelace zu rächen und ihm das berühmte Amulett von Samarkand zu stehlen. Mit Bartimäus‘ Hilfe gelingt das auch – aber es löst eine ganze Reihe von Problemen aus … (Verlagsinfo)

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Tess Gerritsen – Scheintot. Ein Rizzoli & Isles-Thriller (Lesung)

Schmerz, lass nach: Geisel in den Wehen

Eines Nachts öffnet die Pathologin Maura Isles einen Leichensack – und findet darin eine Scheintote … Detective Jane Rizzoli wird kurz vor ihrer Niederkunft Opfer einer brutalen Geiselnahme im Krankenhaus. Bald wird klar, dass Rizzoli und Isles in einen Fall verwickelt sind, den beide nicht mehr kontrollieren können. Die Geheimdienste glauben an einen Terroranschlag und setzen ihre Truppen in Marsch …

Die Autorin

Tess Gerritsen war eine erfolgreiche Internistin, bevor sie mit dem Medizinthriller „Kalte Herzen“ einen großen Erfolg errang. Es folgten mehrere mittelmäßige Thriller wie „Roter Engel“, die durchaus spannend zu unterhalten wissen.

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Arthur Conan Doyle & Herman Cyril McNeile – Der maskierte Tod (Sherlock Holmes Folge 53)

Ein teuflisches Genie

Sheila Darby bittet Holmes und Watson zu Hilfe, nachdem ihr Verlobter auf äußerst mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist. Obwohl alles auf einen Unfall hindeutet, hat Miss Darby einen konkreten Verdacht, dass es sich um Mord handelt. Der vermeintliche Mörder hat jedoch ein unerschütterliches Alibi… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.

Die Autoren
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John Grisham – Die Heimkehr (Lesung)

Die Verlagsinfo:

Erstmals legt der Meister des Justizthrillers drei Kurzromane vor: packend, humorvoll, berührend.
Vor drei Jahren hat der Anwalt Mack Stafford eine große Summe Geld veruntreut und ist untergetaucht. Nun liegt seine Ex-Frau im Sterben, und Jake Brigance soll ihm dabei helfen, zurückzukehren.
Seit vierzehn Jahren sitzt Cody in der Todeszelle, und an diesem Tag soll das Urteil vollstreckt werden. Doch er hat noch einen Wunsch.
Zwei Brüder führen gemeinsam eine Kanzlei, obwohl sie sich gegenseitig zutiefst verabscheuen. Einig sie sich nur in ihrem Hass auf den Vater. Sie spinnen eine Intrige gegen ihn – mit verhängnisvollen Folgen.

Mein Eindruck:

John Grisham gehen die Ideen einfach nicht aus, was im Fall von John Grisham auf jeden Fall etwas Positives ist. Er hat sogar so viele, dass nun gleich drei davon in einem Novellensammelband gepackt veröffentlicht werden. Die drei Übersetzerinnen haben sich übrigens dafür entschiedenen, den Titel des ersten Kurzromans als Gesamttitel des Buches zu wählen und nicht den des dritten, wie es im englischsprachigen Raum ist.

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Per McGraup – Der Hexenfluch (Gruselkabinett Folge 21)

Fluch oder nicht Fluch, das ist die Frage

Rhode Island, USA, 1962.

Der Rachedurst des Geistes der auf dem Scheiterhaufen verbrannten Hexe Katrina van Kampen ist auch nahezu dreihundert Jahre später noch nicht gestillt. In einer schaurigen Halloween-Nacht sehen sich die beiden letzten Nachkommen des damaligen Hexenjägers, zwei pensionierte Lehrerinnen, im beschaulichen Städtchen Newport einer tödlichen Gefahr gegenüber …

Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 14 Jahren.

Der Autor

„Per McGraup“ ist das Pseudonym von Marc Gruppe. McGraup ist demnach ein Anagramm.

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Andrea Camilleri – Die dunkle Wahrheit des Mondes (Lesung)

Die Erotik der Furie

„Commissario Montalbano erlebt Sternstunden“ lautet der Untertitel des neuesten Buches um den sizilianischen Ermittler mit der lebhaften Neigung zu gutem Essen und schönen Frauen.

Wer war Angelo Pardo? Ein harmloser Angestellter? Ein fürsorglicher Bruder? Ein leidenschaftlicher Liebhaber? Montalbano sieht sich mit einem rätselhaften Mordfall konfrontiert: Man hatte Pardo, von einem Stirnschuss getötet, in obszöner Position in seiner Wohnung aufgefunden. Alles deutet auf ein Verbrechen aus Leidenschaft hin, denn Frauen, das wird Montalbano schnell klar, gab es genügend in Pardos Leben.

Seine Schwester zum Beispiel, die ätherische Michela, mit der ihn offenbar ein inniges Verhältnis verband, oder die schöne Elena, eine der letzten Geliebten Pardos. Doch auch wenn die beiden Frauen alles daran setzen, Montalbano die Sinne zu verwirren, verliert der Commissario nie den Blick für all jene unscheinbar wirkenden Details, die ihn schließlich einer folgenreichen Tragödie auf die Spur kommen lassen …
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Algernon Blackwood – Das unbewohnte Haus (Gruselkabinett Folge 180)

Mit Tante Julia auf Geistersuche

Seit im berüchtigtsten Spukhaus am Platz ein Mord geschehen ist, halten es keine Mieter länger als wenige Tage dort aus, bevor sie überstürzt die Flucht antreten. Gelockt vom Ruf des Abenteuers beschließen der junge Jim Shorthouse und seine Tante Julia, gemeinsam dort auf Geistersuche zu gehen. Ihr Wagemut wird jedoch alsbald auf eine harte Probe gestellt … (Verlagsinfo)

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Markus Heitz – Gerechter Zorn (Die Legenden der Albae 1) (Lesung)

Dark Fantasy: Hochmut kommt vor dem Fall

Die Albae (Dunkelelben) sind gefährlich, grausam und scheuen keinen Krieg. Ihre Feinde fürchten sie, und ihre Sklaven folgen ihnen bedingungslos. Doch die dunklen Geschöpfe bergen ungeahnte Geheimnisse, und ihre Macht ist nicht unbegrenzt. Das Reich der Albae ist bedroht, und die ungleichen Krieger Sinthoras und Caphalor erhalten vom Herrscherpaar den Auftrag, einen mächtigen Dämon als Verbündeten im Krieg zu gewinnen. Es stellt sich aber schnell heraus, dass jeder der zwei Albae eigene Pläne verfolgt. Der Kampf um Ehre, Macht und Leidenschaft bringt sie in höchste Gefahr. Das Schicksal ihres Volkes steht auf dem Spiel. (abgewandelte Verlagsinfo)
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Fünf Freunde und der Verrat auf dem Hausboot (Folge 150)

Die Handlung:

Als die Fünf Freunde die Gelegenheit für einen Hausboot-Trip bekommen, sagen sie begeistert zu. An Bord entdecken sie in einem Geheimversteck ein altes Tagebuch mit einer Karte. Sie sind sofort Feuer und Flamme und wollen auf Schatzsuche gehen – da gerät ihr Boot in einen Sturm und wird schwer beschädigt. Der Bootsführer Braxton will Hilfe holen. Aber als er fort ist, erkennen die Kinder, dass er die Karte mitgenommen hat. Will er sie austricksen und selber auf Schatzsuche gehen? Kurzerhand legen die Fünf Freunde ab und manövrieren das beschädigte Hausboot den Fluss hinunter. Eine gefährliche Fahrt nimmt ihren Anfang. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Da die 150 eine so runde Zahl ist, gibts deshalb dieses Jubiläums-Abenteuer in XL-Länge. Der Titel allerdings lässt jetzt nicht zwingend vermuten, dass zwei Stunden auf einem Hausboot allzu kurzweilig werden könnten. Aber, Vorurteile sind dazu da, um aus dem Weg geräumt zu werden. Na dann mal alle an Bord … auch wenn den Kindern weder das Alter des Ferienhausboots noch ihr Kapitän ganz geheuer sind.

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Die drei ??? Kids – 24 Tage eingeschneit (Adventskalender 2022)

Die Handlung:

Rocky Beach wird evakuiert – und das kurz vor Weihnachten! Alle Einwohner begeben sich in ein leerstehendes Skidorf, hoch oben in den Bergen und freuen sich über den Schnee. Doch in dem idyllischen Skiort passieren merkwürdige Dinge und Justus, Peter und Bob wittern ihren nächsten Fall … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

24 Tage lang eingescheit zu sein, stelle ich mir extrem langweilig vor. Wie wohl die Kids das überstehen?

Die Frage können sie sich später stellen, denn erst mal gibts Wichtigeres. Ein Gasleck nämlich. Das betrifft offenbar alle Leitungen in ganz Rocky Beach. Und wie praktisch, dass „relativ“ in der Nähe ein komplettes Dorf in Rocky-Beach-Größe in den Bergen verlassen dasteht. Und wie praktisch, dass der Besitzer/Verwalter des Dorfs nix dagegen hat, dass die Bewohner des Küstenstädtchens hier einfallen und so lange bleiben, bis daheim alles repariert ist.

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Die drei !!! – Geheimnisse zur Weihnachtszeit (Adventskalender 2022)

Die Handlung:

Advent, Advent! Franzi und ihre Familie veranstalten einen Adventsmarkt auf dem Winklerhof. Es gibt sogar einen kleinen Weihnachtszirkus. Alles könnte ganz wunderbar weihnachtlich und friedlich sein. Doch dann häufen sich merkwürdige Zwischenfälle nicht nur während der Zirkusvorstellung. Will jemand der Artistenfamilie Zoller schaden? Schon stecken Franzi, Kim und Marie mitten in einem kniffligen Weihnachtsfall. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Artistenfamilie? Von einem !!!-Adventsabenteuer hätte ich eigentlich Weihnachtsromantik, selbstgebackene Plätzchen, Weihnachtsmärkte, Schnee und einen Schuss Verliebtsein erwartet. Aber, vielleicht vermischt sich das doch noch alles … der Fall ist ja auch doppelt so lang wie ein normaler.

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Markus Heitz – Die Zwerge (Lesung)

Zwergenkrieg: episch, mit ironischen Untertönen

Seit ihrer Erschaffung durch den Gott Vraccas bewachen die fünf Stämme der Zwerge das Geborgene Land, wo Menschen, Elben und Zauberer friedlich miteinander leben. Doch als die Festung des Zwergenstammes der Fünften von Orkhorden, Ogern und Alben überrannt wird, ergießt sich ein Strom von hasserfüllten Bestien ins Geborgene Land. Als der Rat der Zauberer von einem Verräter fast vollständig vernichtet wird, hängt das Schicksal der Bewohner des Landes von einem einzigen Zwerg ab, der noch nicht mal weiß, woher er kommt: Tungdil wurde als Kind einem Zauberer in die Obhut gegeben.

Der Autor

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Sein Aufsehen erregender Debütroman „Schatten über Ulldart“ wurde mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Seit dem Bestseller „Die Zwerge“ gehört Heitz zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt in Zweibrücken im Saarland. „Die Zwerge“ hat er ebenso fortgesetzt wie das inzwischen mehrbändige Ulldart-Epos.

|Markus Heitz bei Buchwurm.info:|

[Interview]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=56
[„Schatten über Ulldart“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=381 (Die Dunkle Zeit 1)
[„Trügerischer Friede“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1732 (Ulldart – Zeit des Neuen 1)
[„05:58“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1056 (Shadowrun)
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2941 (Lesung)
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2823
[„Die Rache der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1958
[„Die dritte Expedition“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2098
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2351
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2875

Der Sprecher

Johannes Steck, geboren 1966 in Würzburg, ist Absolvent der Schauspielschule Wien. Von 1990 bis 1996 hatte er Engagements an verschiedenen Theatern. Dem breiten Publikum ist er vor allem aus dem TV bekannt. Er spielte in zahlreichen TV-Serien. Steck arbeitet zudem als Radio-, Fernseh- und Synchronsprecher. Er hat schon diverse Hörbücher gelesen.

Regie führte Margit Osterwold, die Aufnahme fand im Elmsbütteler Tonstudio, Hamburg statt. Das Titelbild entspricht dem der Buchausgabe beim |Piper|-Verlag.

Handlung

Tungdil ist friedlicher, unbescholtener Schmied im Zauberreich Ionandar, als sich sein Leben auf dramatische Weise ändern soll. Er wird zwar von den Lehrlingen und Gesellen des Zaubermeisters Lot-Ionan getriezt, weil er „nur“ ein kleiner Zwerg ist, aber das macht ihm wenig aus, denn er wird von der Magd Frala und ihren zwei Töchtern ebenso geliebt wie von seinem Ziehvater, und das ist der Zauberer Lot-Ionan höchstpersönlich. Sie alle sind vom Menschenvolk, doch da Tungdil wenig von der Welt jenseits der unterirdischen Stollen Ionandars gesehen hat, sind sie seine einzigen Freunde. Von den Zwergen weiß er jedoch durch seine Lektüre in den vielen Büchern des Zauberers. Er hat gehört, von den fünf Stämmen, die das Geborgene Land beschützen sollen, gebe es kaum noch welche.

Lot-Ionan gibt ihm einen wichtigen Auftrag, der ihn weit, weit fort von Zuhause führen wird. Nachdem er ihn daran erinnert hat, dass ein paar Kobolde vor 62 Sonnenzyklen Tungdil von den Vierten gebracht hätten, als er erst ein Jahr alt war, gibt er ihm einen Rucksack voller Artefakte und einen Brief für den Empfänger mit. Gorén, ein ehemaliger Schüler Lot-Ionans, lebe jetzt auf dem Tafelberg Schwarzjoch, etwa 300 Meilen im Nordwesten. Der Zauberer gibt ihm eine Landkarte und gute Wünsche mit, und Frala gibt ihm ihr Halstuch. Mit dem Proviant, den sie ihm als Küchenmagd abzuzweigen wagt, macht er sich auf den Weg an die Oberwelt.

Das Geborgene Land

Man schreibt den 6234. Sonnenzyklus, als sich Tungdil im Frühjahr auf den Weg macht. Tungdil ahnt nichts von den Veränderungen, die sich im Geborgenen Land, das ringsum von Gebirgen und Zwergenstämmen beschützt wird, anbahnen. Der Großkönig der Zwerge, Gundrabur Weißhaupt von den Zweiten, hat die Stämme zusammengerufen, auf dass sein Nachfolger gewählt werde. Denn er selbst ist alt und nicht mehr bei bester Gesundheit (man denke an König Théoden vor seiner Verwandlung). Immerhin sind Vertreter der Vierten gekommen, doch die Fünften sind seit 1100 Zyklen verstummt (sie wurden von den Feinden überrannt), von den Ersten kommt eh nie Botschaft und von den Dritten Lorimburs ist nichts Gutes zu erwarten: Man nennt die Dritten „Zwergentöter“.

König Gandogar Silberbart ist der aussichtsreichste Kandidat für die Thronfolge, und er weiß es wohl. Sein intriganter Berater Bislipur hämmert es ihm ja jeden Tag ins Hirn, dass nur Gandogar geeignet sei, Gundrabur zu beerben. Allerdings hat der Großkönig einen klugen und scharfsinneigen Berater namens Balendilín Einarm, der Gandogar und besonders Bislipur misstrauisch beobachtet. Bislipur besitzt einen kriecherischen Sklaven, den er an einem Halsband herumführt: Swerd, den Gnom. (Man denke an Gollum.) Und dieses Wesen erledigt Aufträge, von denen Balendilín nichts ahnt.

Soll die Herrschaft über die Stämme der Zwerge einem solchen Mann in die Hände fallen? Nie und nimmer! Balendilín und Gundrabur wurden von Lot-Ionan darüber informiert, dass bei ihm ein Zwerg namens Tungdil von den Vierten lebe. Auf diesen Mann konzentrieren sich nun die Pläne der beiden. Sie präsentieren Tungdil kurzerhand als Gegenkandidaten, und sie hätten auch schon Kundschafter ausgeschickt, um ihn holen zu lassen, auf dass Tungdil seinen Anspruch gegen König Gandogar verteidige.

Dass Tungdil noch nichts von seinem „Glück“ weiß, macht ja nichts, Hauptsache, der Großkönig gewinnt Zeit. Er kann nicht zulassen, dass Gandogars Pläne, gegen die Elben in den Krieg zu ziehen, Wirklichkeit werden. Denn gegen die Feinde, die ungehindert durchs Geborgene Land ziehen, hilft seiner Ansicht nach nur ein Bündnis aller verbliebenen Guten, also von Zwergen, Menschen und Elben.

Das Tote Land

Denn überall, wo der Feind seine Herrschaft errichtet, breitet sich das Tote Land aus. Hier herrschen unnatürliche Verhältnisse. Nicht nur, dass hier niemand der ursprünglichen Bewohner mehr lebt und Alben, Orks und Oger ungehindert umherstreifen. Nein, auch der Tod ist nicht mehr das, was er mal war. Der Zauber des Feindes bewirkt, dass die Toten wiederauferstehen, aber als Untote, als Zombies, die dem Kommando des Feindes unterstehen. Der Feind ist Nod-onn, und seine Stellvertreter sind die Albae: Dunkelheit verbreitende Ex-Elben, deren Augen schwarze Löcher sind. Sie wurden den Fünften zum Verhängnis, und deren Torfestung Drachenbrodem fiel in ihre Hände. Nun haben sie eigene Königreiche errichtet, von denen aus sie die der Menschen angreifen. Da die Menschen durch Erbfolgestreitigkeiten uneins sind, regt sich kein effektiver Widerstand.

Tungdils Irrfahrt

Als unser Held Tungdil also zum Berg Schwarzjoch marschiert, warten also jede Menge Gefahren auf ihn. Er ist ein Gelehrter, der die Welt aus der Theorie kennt. Nun greift sie mit allen Zähnen nach ihm, die sie hat. Schon im ersten Dorf, in dem er übernachtet, erscheinen nachts zwei Albae am Fenster. Ein Pfeil saust durchs Bettenlager, der für die beiden Boten des Rates der Magier bestimmt ist. Der Magierbote klärt ihn auf, was los ist, dann ziehen alle wieder ihres Weges. Tungdil wünschen den Langen viel Glück.

Doch als er in seinem Nachtquartier im Geäst einer Eiche von einem merkwürdigen Gestank erwacht, merkt er, dass der Baum von einer Orkhorde umlagert ist. Sie haben ihn noch nicht bemerkt. Die Orks braten das Fleisch der Soldaten des Königs Tilogorn am Lagerfeuer und schwatzen davon, was sie mit dem nahen Dorf vorhaben. (Der gelehrte Tungdil versteht auch Orkisch.) Da kommen die zwei Albae aus eben diesem Dorf, Sinthoras und Caphalor. Tungdil wird ihnen noch öfters über den Weg laufen. Die Albae bringen Botschaft von Nod-onn, wonach derjenige Orkhauptmann, der die meisten Menschen tötet, das größte Land bekommen soll. Sinthoras gibt den Orkhauptleuten drei Zaubersteine zum Schutz vor feindlichem Zauber. Sobald die Albae fort sind, beschließen die Orks, sie zu hintergehen. So sind Orks eben.

Klammheimlich steigt Tungdil von seiner Eiche und macht sich auf den Weg durch den Wald, um die Menschen im friedlichen Dorf zu warnen. Doch unversehens gerät er in eine Wolfsfalle. Nachdem er sich befreit hat, humpelt er anderntags weiter. Ob er noch rechtzeitig eintrifft? Der Rauch, der über dem Ziel emporsteigt, verheißt nichts Gutes…

Mein Eindruck

Dem kritischen Fantasykenner bietet dieser Auftakt zur Zwergentrilogie nur wenig Neues. Wer seinen Tolkien vorwärts und rückwärts kennt, der kennt die wichtigsten Figuren bereits: Kopien von Saruman (Nudin als Nod-onn), Gandalf (Lot-Ionan), Bilbo Beutlin / Gimli (Tungdil), Gollum (Swerd), Gríma Schlangenzunge (Bislipur) und König Théoden (Großkönig Gundrabur), die Nazgûl (Albae) sowie ein vielgestaltiges Bestiarium vermitteln hingegen dem reinen Liebhaber, der nur das Gleiche vom Alten haben will, ein Gefühl des Wiedersehens mit alten Bekannten.

Die Magier

Aber der Autor ist kein reiner Kopist. Er holt den Leser dort ab, wo Tolkien ihn hat stehen lassen und führt ihn dann zu einigen neuen Konzepten und Elementen. Was im „Herr der Ringe“ nur angedeutet wurde, ist beispielsweise der Rat der Zauberer. Bei Tolkien sind sie Verbreiter des Wissens der Valar, der engelsgleichen „Mächte“. Bei Heitz haben die Magier hingegen Charakteristika der Valar selbst angenommen, ohne jedoch deren große Macht zu erben. Da ist die Hüterin, die Stürmische, der Geduldige, der Schöne – und natürlich der Wissbegierige: Nudin. Er entspricht Saruman, dem Verräter. Und weil Sauron nicht vorkommt, bedient sich der Autor eines Kniffs: Nudin wurde von einem bösen Dämon in Besitz genommen. Dass Nudin mit dessen Macht das Geborgene Land gegen einen Angriff aus Westen wappnen will, nimmt ihm keiner ab. Pech gehabt, aber vielleicht steckt doch mehr dahinter, als die Zauberergilde wahrhaben will.

Die Zwerge

Tolkien hat uns zwar jede Menge Namen von Zwergen hinterlassen und auch ihre Entstehung und Eigenart geschildert (im „Silmarillion“), doch ihren eigentlich positiven Daseinszweck außer Acht gelassen. Bei Heitz haben die fünf Stämme den göttlichen Auftrag erhalten, das Geborgene Land zu schützen, obwohl offen bleibt, was sie eigentlich davon haben (außer Rohstoffen für ihr gutes Bier). Das Bild, das von diesem Volk gezeichnet wird, deckt sich fast hundertprozentig mit dem, das Tolkiens Erzählungen liefern. Einzige Ausnahme sind die Zwergenfrauen. In Jacksons Verfilmung wird die Frage nach den Zwergenfrauen humoristisch-ironisch im zweiten Teil aufgegriffen. Bei Heitz wird der Leser bzw. Hörer endlich auch richtige Zwergenfrauen kennen lernen, und – oh ja! – sie sind äußerst charmant. Sogar so charmant, dass Held Tungdil eine davon zur Frau nehmen wird.

Die Frauenquote

Apropos Frauen – ein recht düsteres Kapitel bei Tolkien. Die einzige Dame, die halbwegs auf dem Erdboden lebt, ist Sam Gamdschies Frau Rosie, die Tochter des Wirts in Hobbingen. Es gibt noch drei weitere Frauen, doch Galadriel und Arwen schweben über den Dingen. Galadriel, schlappe zehntausend Jährchen alt, wird in den Westen gehen, und Arwen kommt im „Herr der Ringe“, anders als im Film, überhaupt nicht vor (nur in den Anhängen). Bleibt also Eowen, das „Pferdemädchen“ – so lautet ihr Name in der Sprache der Rohirrim. Und es verwundert nicht, dass sie sich als Mann verkleiden muss, um in dem Krieg, der über ihr Schicksal entscheidet, ein Wörtchen mitreden zu dürfen.

Die Frauenquote sieht bei Heitz sehr viel besser aus. Die Zwergenfrauen habe ich bereits erwähnt, es gibt sogar eine Königin, man höre und staune. Die Zauberinnen werden jeweils Maga genannt, und Andokai, die Stürmische, nennt einen Göttersohn ihren Leibwächter. Sie stellt sich als ebenso wichtige Wissende wie auch Kämpfende heraus wie ihr dunkleres Gegenstück, die Halbalbin Narmora. Beide sind bereit, sich für das höhere Ziel, das Geborgene Land zu retten, zu opfern. Sie stehen darin den männlichen Protagonisten in nichts nach. Das finde ich sehr positiv.

Der Held

Eine Figur, die besonderes Interesse verdient, ist stets die des Helden. Welche Eigenschaften will der Autor anhand dieser Figur propagieren, sollte man sich stets fragen. In den Serienproduktionen der Vielschreiber wimmelt es von Wüterichen à la Conan, doch interessant wird es erst, wenn der Held einen Makel an sich entdeckt. Conan ist schwermütiger Bursche, der nur kämpft, wenn er muss (und dass muss er oft, denn so will es sein Schöpfer). Elric von Melniboné würde am liebsten den Geist aufgeben, doch seine Seele gehört seinem schwarzen Schwert Sturmbringer, und das hat andere Pläne.

VORSICHT SPOILER!

Tungdil muss zu seinem Leidwesen auch ein paar finstere Fakten über seine ungeklärte Herkunft erfahren. Das Märchen, das ihm sein Ziehvater Lot-Ionan auftischte, stimmt offenbar hinten und vorne nicht. Einmal heißt es sogar, er sei ein unehelicher Königssohn der Vierten, was ihn zu einem Untertanen König Gandogars machen würde. Aber auch das ist Käse bzw. eine Notlüge, um ihn zum Mitgehen zu bewegen, und Tungdil ist davon gar nicht erbaut. Die unangenehme Wahrheit scheint vielmehr die zu sein, die ihm sein intriganter Widersacher Bislipur auftischt: Tungdil sei wie er selbst ein Angehöriger der Dritten, die man auch als „Zwergentöter“ bezeichnet. Und kein rechtschaffener Zwerg will etwas mit einem der Dritten zu tun haben. Tungdil verschenkt seinen Königsanspruch stante pede an den Rivalen Gandogar und macht sich daran, den wahren Widersacher zu töten: Nod-onn.

Es ist ein äußerst fieser Einfall, den Helden auf diese Weise zum Werkzeug des Schicksals zu machen. Aber man erinnere sich an Frodo und Gollum im Schicksalsberg: Hier zeigt sich, dass es Gollums bedarf, um Frodo aus dem Wahn des Ringbesitzes zu befreien. (Will heißen, Gut und Böse gehören zusammen und bedingen einander.) Hinsichtlich Tungdils Schicksal ist die Ironie nicht geringer. Die rettende Feuerklinge, die die Zwerge in der Festung Drachenbrodem geschmiedet haben, entfaltet ihre spezielle Magie erst dann, so die Prophezeiung, wenn „ein Feind der Zwerge sie führt“. Bei Zauberin und Albin versagt die Klinge, und es ist ausgerechnet Tungdils Eigenschaft, ein „Zwergentöter“ zu sein, die ihn in die Lage versetzt, den größten Feind der Zwerge zu töten – nicht zuletzt zu seinem eigenen Erstaunen. Was natürlich seinen Zweifel widerlegt, ein Angehöriger der Dritten zu sein. Bislipur hatte Recht. Wird ihn jetzt noch irgendjemand lieben? Daumen drücken, Leute!

ENDE SPOILER

Heldentum und Theater

Das Finale, das in Schwarzjoch stattfindet, kann es zwar nicht mit der epischen Schlacht auf den Pelennorfeldern aufnehmen, ist aber auch nicht zu verachten. Es erinnert eher an die finale Schlacht der fünf Völker, die am Schluss von „The Hobbit“ stattfindet. Wie auch immer, der Held entpuppt sich als der, für den wir ihn schon immer gehalten haben: ein Schlaukopf und Kämpfer, der sich erst noch in die ihm – von Schicksal oder Schöpfer – zugewiesene Rolle hineinfinden muss.

Damit ihm so viel Heldenruhm nicht zu Kopf steigt, gibt es etliche Verweise auf Heldengeschichten, auf die sich Tungdil selbst stützt. Er verschweigt geflissentlich, dass die spezielle Geschichte, die ihn auf einen genialen Plan gebracht hat, nicht besonders gut für den Helden ausgeht. Der gibt darin nämlich den Löffel ab.

Ein weiteres heldenkritisches Element bilden die begeisterten Kommentare von Rodario, dem Theaterregisseur. Bezeichnenderweise nennt er sein Theater nicht nach den ollen Griechen, sondern bezeichnet es als „Kuriosum“, also lateinisch. Folgerichtig nennt er die Zuschauer „Spectatores“. Und wenn er Zeuge von Heldentaten wird, wie sie Tungdil & Co. vollbringen, so bricht er in Begeisterungsstürme aus. Äh, aber an manchen Stellen müsste man noch ein paar Dinge ändern, denn sie widersprechen der Zuschauererwartung. Und einige Statisten, wie etwa eine tobende Orkhorde, könnten sich als zu kostspielig in der Produktion erweisen.

Auf diese Weise lässt der Autor durchblicken, dass auch die Geschichte, die er erzählt, a) nur ein Schauspiel ist und b) möglicherweise dazu inszeniert wurde, den Spectator zu unterhalten. Folglich könnte es sein, dass der Erzähler ein paar, ähem, „Verschönerungen“ der etwas banaleren Wirklichkeit vorgenommen haben könnte. Cum grano salis.

Das Booklet

Es ist zwar nicht umfangreich, aber sehr informativ. Die erste Doppelseite listet alle wichtigen Figur auf, die im Verlauf der Handlung auftauchen oder erwähnt werden: Die fünf Zwergenstämme, die Menschen inklusive Magier und schließlich Die Anderen: Albae, Orks, ein Elbenfürst und ein Gnom.

Um all diese Völkerschaften und Institutionen wie etwa die Zauberreiche geographisch zuordnen zu können, zeigt die nächste Doppelseite zwei Landkarten dar. Diese tauchen in der Erzählung hin und wieder auf. Was auf den ersten Blick ein wenig verwirren könnte, ist die zweimal auftauchende Bezeichnung „Das Geborgene Land“. Der Unterschied zwischen den zwei Karten: Zunächst gibt Karte A den großen Überblick über die Lage der Königreiche im Geborgenen Land sowie über die Lage der fünf Zwergenstämme. Unübersehbar ist ein grauer Krake in der Mitte des Landes. Dies sind die Zauberreiche. Ihnen ist die Karte B gewidmet. Da sie einen größeren Maßstab hat, erkennt man auch die Elbenreiche, das Reich der Albae und die Region, wo sich die Orks festgesetzt haben.

Die dritte Doppelseite zeigt Werbung für weitere Hörbucher des Verlags und die letzte Seite Informationen über Autor, Sprecher und Macher. Insgesamt bietet das Booklet unentbehrliche Informationen, um den Überblick über die Vielfalt der Namen nicht zu verlieren. Insbesondere bei den Namen der Zwerge, die fast alle ein B oder G aufweisen, kann man sich leicht vertun. Ein Blick in die Liste verschafft dann wieder Klarheit.

Der Sprecher

Johannes Steck gelingt es, die Figuren, die durch die von Tolkien vorgegebenen Klischees geprägt sind, sehr gut zum Leben zu erwecken. Er schafft es nämlich, durch die Modulation seiner Stimme jeder Figur ihre passende Charakteristik zu verleihen. Das beginnt schon bei den Zwergen, wo es zwar fast nur tief sprechende Männer gibt, aber eben auch zwei Frauen, und die reden ganz anders.

Jeder männliche Zwerg ist unterscheidbar: Der Großkönig Gundrabur Weißhaupt von den Zweiten hat die tiefste, raueste und etwas altersheisere Stimme. Sein intriganter Widersacher Bislipur klingt ebenso heiser und tief, aber eben auch verschlagen statt majestätisch. Bavragor, der Steinmetz, macht seinem Schimpfnamen als „singender Säufer“ alle Ehre, und der furchtsame Goimgar klingt wie ein richtiges Weichei – es sei denn, er eilt seinem König zu Hilfe.

Am normalsten klingen noch König Gandogar Silberbart von den Vierten und Balendilín Einarm von den Zweiten. Der Zwerg, durch dessen Augen wir fast alle Szenen verfolgen, ist natürlich der Held, Tungdil. Und er klingt fast genauso wie der Erzähler, also völlig „normal“. Am besten gefiel mir der Zwergenkrieger Boindil Ingrimmsch, der sich über jede Gelegenheit, einen Ork niederzumachen, tierisch freut. Er hat für Tungdil den einen oder anderen bissigen Kommentar auf der Zunge.

Natürlich gibt es noch jede Menge anderer Wesen. Was kann man von einem hirnlosen, gierigen Ork schon anderes erwarten als eine hirnlose, gierige Sprechweise? Von Orks, Golems und Boglings ist schon gar kein vernünftiges Wort zu erwarten. Das machen die Furcht erregenden Alben mehr als wett, wenn sie sich mit drohenden Worten an ihren Opfern vergreifen. Tungdil gerät in die Klauen eines solchen Wesens.

Sind die Alben die dunkle, seelenlose Abart der Elben, so sollte man erwarten, dass die Elben wahre Lichtgestalten sind. Blond, blauäugig und hübsch – so werden sie geschildert, aber für die „Spitzohren“ haben die Zwerge (man denke an Legolas und Gimli im Rat Elronds) von jeher nur Spott und Verachtung übrig, wenn nicht sogar regelrechten Hass.

Irgendwo dazwischen stehen die Menschen. Die bemerkenswertesten unter den „Langen“, wie die Zwerge sie nennen, sind die Zauberer und die Schauspieler. Die Zauberer werden alsbald von dem Verräter Nudin bzw. Nod-onn dezimiert, den der Sprecher als Ausbund an Verkommenheit darstellt. Der gute Zauberer Lot-Ionan, ein Kollege von Gandalf dem Grauen (nicht dem Weißen), ist ein Ausbund an Sanftmut und Geduld, wenn wir ihn mal kennen lernen, was nur selten geschieht. Er kann es mit Nudin, der Saruman-Kopie, nicht aufnehmen.

Die Schauspieler sind Rodario, der Chef der Truppe, sodann Furgas, sein „Techniker“, und dessen Geliebte Narmora, eine Halbalbin, die als Mimin auftritt. Es ist Rodario, der wie Boindil einige herrliche Kommentare beisteuert, die dem ganzen heroischen Geschehen den einen oder anderen ironischen Aspekt abgewinnen. Wie es sich gehört, hat Rodario eine wunderbar theatralische Redeweise – er ist eben der Größte. Im Finale gibt es wenig für den Leser zu lachen, aber Rodario ist die einsame Ausnahme.

Insgesamt legt Steck eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit in seinem stimmlichen Ausdruck an den Tag, und da er am Schluss des Hörbuchs die Fortsetzung „Der Krieg der Zwerge“ in Aussicht stellt, dürfen wir uns bald wieder an seiner Sprachkunst erfreuen.

Das Hörbuch verfügt weder über Geräusche noch über Musik, aber dafür hat es ein informatives Booklet – siehe oben. Weil viele der CD-Schlüsse einen Cliffhanger aufweisen, will man sofort wissen, wie es weitergeht. Daher war es für mich überhaupt kein Problem, die 14 Stunden Hörzeit hinter mich zu bringen. Das kann ich nicht von jeder Hörbuchproduktion behaupten.

Unterm Strich

Dass die Zwerge zu einem Heldenepos taugen, habe ich schon immer geahnt, seit ich den „Hobbit“ gelesen hatte. Und Peter Jacksons formidable Verfilmung des „Herrn der Ringe“ ließ Gimli, den Zwerg, richtig gut zur Geltung kommen. Gimli mag zwar etwas ungehobelt daherkommen und etwas gegen die allzu hübschen Elben haben, aber dafür ist er offensichtlich bodenständig und mit einem Humor ausgestattet, mit dem man sich anfreunden kann. (Aber seine Erklärung zu den Zwergenfrauen hat ihm natürlich keiner abgenommen.)

Was uns Tolkien verschwieg, erfahren wir nun zum Teil von Markus Heitz. Der Auftaktband zu seiner Zwergentrilogie führt uns eine halbwegs eigenständige Welt vor Augen, in der sich ein Drama von weltbewegenden Dimensionen durchaus abspielen kann. Allerdings fielen mir jede Menge Imitationen von Tolkiens Ideen in „Der Herr der Ringe“ auf. Ich habe sie oben erwähnt. Es ist, als hätte der Autor versucht, krampfhaft von dieser übermächtigen Vorlage wegzukommen, aber dabei nur begrenzt Erfolg gehabt. Das kann aber auch Absicht sein: Der Leser erwartet einfach mehr à la Tolkien, und voilà!, das bekommt er auch.

Das Finale von „Die Zwerge“ ist angemessen dramatisch und actionreich. Es erinnert an die Schlacht von Helms Klamm und zugleich an das Finale von „The Hobbit“. Der Held entwickelt sich von einem relativ ahnungslosen, aber rechtschaffenen Gelehrten zu einem Menschenführer und Kämpfer, der die Entscheidung herbeiführt. Dass er dabei eine unangenehme Wahrheit über sich erfahren muss, macht ihn mehr als eindimensional und lässt auf eine weitere Entwicklung hoffen. Einen Ausgleich schafft sicherlich die Liebe. (Ich habe einen Großteil der Handlung verschwiegen, um die Spannung nicht zu zerstören, so etwa die Methode, mit der es Tungdil & Co. gelingt, den Widersacher Nod-onn zu besiegen.)

Der Prolog verhieß bereits jede Menge Unheil, das sich dann auch bewahrheitete. Dementsprechend ominös muss auch der Schluss des vorliegenden Bandes ausfallen. Rote Sterne fallen vom Himmel, als wären diese Welt die Drachenwelt Pern. Vielleicht ist wirklich was dran an Nudins Behauptung, es drohe eine Gefahr aus Westen. (Bei Tolkien droht sie immer aus dem Osten.) Fortsetzung folgt also: „Der Krieg der Zwerge“. Der dritte Band trägt den Titel „Die Rache der Zwerge“.

Das Hörbuch

Alle drei Teile finden in Johannes Steck einen kompetenten Sprecher, der es versteht, die einzelnen Figuren wiedererkennbar zu charakterisieren und die Szenen mit der angemessenen Dramatik oder mit Humor darzustellen. Ich hätte so manchen Satz anders betont, aber dieses Element liegt völlig im Ermessen des Sprechers. Nur wer genau hinhört, wird auf Details wie falsch ausgesprochene Name stoßen, beispielsweise „Drachenbodem“ statt „Drachenbrodem“ sowie „Balyndis“ statt „Balindys“ usw. Insgesamt ist das Hörbuch eine ausgezeichnete Leistung des Sprechers und der Aufnahmeleitung, und das Booklet erweist sich als unentbehrlich, um den Überblick nicht zu verlieren.

14 Stunden auf 11 CDs
ISBN-13: 9783899032697

http://www.HoerbucHHamburg.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

John Sinclair Classics – Im Haus des Schreckens (Folge 48)

Die Handlung:

Welch ein Glück, als die junge Studentin Lydia Rankin vor ihrem Umzug nach London die Vermieterin Betty Longford kennenlernt! Mrs Longford ist großzügig und fürsorglich und kümmert sich sehr um ihre neue Mieterin – so sehr, dass Lydia Rankin die ersten Tage im Haus des Schreckens nicht überlebt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 208 gemacht, der erstmalig am 6. September 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Roman-Cover wurde hier nicht verwendet. Das Titelbild des Hörspielcovers ist wie gewohnt eine Neuinterpretation der Thematik.

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