Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

Rawn, Melanie – Drachenprinz: Das Gesicht im Feuer

Von wem sich Melanie Rawn für ihre dreibändige „Drachenprinz“-Saga (bei uns wie meistens in sechs Teilen erschienen) inspirieren ließ, liegt auf der Hand: Frank Herberts „Wüstenplanet“ musste herhalten, um eine ähnlich aufgebaute Geschichte ins Fantasy-Genre zu übertragen. Allerdings ist dieses Halbplagiat in meinen Augen ausgezeichnet gelungen und darf als Hommage an den Meister sowie als Geschenk für die Fantasy-Gemeinde verstanden werden. Letztlich stibitzen so viele Autoren bei Tolkien oder Büchern wie „Conan“, die Teil des kulturellen Erbes geworden sind, dass sich die Grenze zu kreativer Eigenleistung kaum noch ziehen lässt. Und Fans von Marion Zimmer Bradley oder Anne McCaffrey dürfen ebenso neugierig aufhorchen wie Leser der „Drachenbeinthron“-Bände oder des Zyklus’ „Das Rad der Zeit“.

Mir liegen die Ausgaben von 1992/93 vor, die bei Goldmann erschienen. Inzwischen ist der Zyklus zur Verlagsgruppe Blanvalet gewechselt und wird dort seit 2000 aufgelegt – leider auch mit neuen Titelbildern (bis auf eines), obwohl mir die alten mehr zusagten (ein absoluter Augenschmaus) und besser auf die Charaktere zugeschnitten waren. Das Original erschien in den USA zwischen 1988 und 1990 und war damals wegweisend für das aufstrebende Genre. Die obigen Daten beziehen sich auf den ersten Band der Reihe in neuer Auflage.

Der junge Wüstenprinz Rohan hat sich nach der Thronbesteigung zum Ziel gesetzt, seinem Land Frieden und Harmonie zu bringen und das Land, insbesondere die letzten Drachen, zu bewahren. Die Lichtläuferin (Lichtmagierin) Sioned steht ihm dabei mit Liebe und Weitsicht zur Seite und alles scheint glücklich zu verlaufen, doch dunkle Wolken ziehen auf: Ein Thronfolgekrieg, Machtränke, Intrigen und finstere Ziele kreuzen ihre hehren Pläne. Es zeigt sich, dass Lichtläufer und Drachen dabei eine zentrale Rolle zu spielen haben und es eine unentdeckte Verbindung zwischen ihnen, dem Land und dem Wüstenreich gibt …

Das romantisch durchwirkte Epos von insgesamt etwa 2.200 Seiten besticht durch emotionale Dichte, eine detailgetreu ausgestaltete Welt, lebendige Charaktere und eine spannende Entwicklung, die von Machtkämpfen und allerlei Verwicklungen voran getragen wird. Ich bin fasziniert und voller Hingabe in die Welt und Erzählung von Melanie Rawn versunken und zähle es zu dem Besten, was der Sektor des Phantastischen an Zyklen hervorgebracht hat, auch wenn sich inzwischen so manch etabliertes Klischee finden lässt.

Jedem Band der mir vorliegenden Ausgaben ist eine Karte der Erzählwelt vorangestellt; ein Glossar mit Personennamen sowie Bezeichnungen spezieller Eigenheiten, Volksgruppen etc. hielte ich angesichts der Dichte der Romanwelt für sinnvoll, kann aber nicht sagen, ob dies in der Neuauflage inzwischen aufgeholt worden ist.

Die Bände im Einzelnen:

• Das Gesicht im Feuer
• Die Braut des Lichts
• Das Band der Sterne
• Der Schatten des Bruders
• Die Flammen des Himmels
• Der Brand der Wüste

Homepage der Autorin: http://www.melanierawn.com/

Heinlein, Robert A. – Fremder in einer fremden Welt

Dieser Roman erschien 1961 das erste Mal in den USA und löste eine Welle verschiedenster Reaktionen aus – die ganze Palette von emphatischer Zustimmung bis hin zu empörter Ablehnung. „Stranger in a strange world“ war einer der programmatischen Romane der Sechzigerjahre. Vor allem die Hippie-Bewegung las Heinleins Worte mit Begeisterung und Charles Manson fühlte sich durch den Roman inspiriert.
Dabei gilt Heinlein allgemein als „Rechter“, als eine Mischung aus Aristokrat, Militarist, Anarchist und typisch amerikanischer Selfmade-Man-Attitüde. Irgendwie scheint es da kein Wunder, dass ein Kater im Roman Friedrich Wilhelm Nietzsche heißt.
Das Buch konnte damals aus finanziellen und auch zeitgeistorientierten Gründen nicht in der vollständigen Fassung erscheinen. Heinlein musste seine Geschichte um ein Viertel zusammenkürzen. Von seiner Frau aus dem Nachlass herausgegeben, liegt hier das erste Mal in deutscher Sprache die vollständige Version des Romans vor.

Der Hauptheld ist Valentin Michael Smith, kurz Mike genannt – das Kind einer illegitimen Beziehung zwischen zwei Besatzungsmitgliedern einer auf dem Mars verschollenen Forschungsgruppe. Der Mars wird von einer uralten, mit übermenschlichen Kräften begabten Rasse bewohnt. Sie ziehen das Kind als Marsianer auf und senden es mit einer weiteren menschlichen Expedition als Beobachter auf die Erde. Dort wird Mike schnellstens von der planetenumspannenden Regierung in ein Krankenhaus weggesperrt, denn nach menschlichem Recht ist Mike nicht nur Erbe eines umfangreichen Vermögens, sondern auch noch der Besitzer des Planeten Mars. Aber es finden sich ein mutiger Journalist und eine Krankenschwester, die den ahnungslosen Mike befreien. Auf dem Anwesen des durch seinen schnoddrigen Witz ausgezeichneten Schriftstellers und „Parasiten“ von eigenen Gnaden, Dr. Jubal E. Harshaw, findet Mike sich selbst und zu seinem Schicksal – denn im Grunde ist er den Menschen weit überlegen.

Schon die juristische Fiktion, dass jemand einen bewohnten Planeten besitzen kann, wird mit viel bösem Humor bis ins kleinste Detail hinein geschildert. Spätestens hier merkt man, worauf man sich mit diesem Roman eingelassen hat – auf die Weltsicht des Robert A. Heinlein. Und in dieser Weltsicht gibt es kein Mitleid mit Bürokraten und Befehlsempfängern – die müssen eben leiden. Einerseits wird der Roman durch eine spannende äußere Handlung bestimmt, andererseits durch lange, ebenso spannende Gespräche über Religion, Politik, Sexualität, Weltanschauung, ja selbst über solche Themen wie Kannibalismus. Besondere Meisterschaft hat Heinlein in der Ausarbeitung der fremden Kultur der Marsianer bewiesen. Lebendig und glaubwürdig werden die Fähigkeiten Mikes zur Zeitdehnung, Psychokinese und zum „Groken“, einem intensiven durchdringenden Verständnis, bis hin zum schmerzlosen Töten geschildert.

Im Grunde aber geht es in Heinleins Roman um den nächsten Schritt der Menschheit zu einer höheren Bewusstseinsstufe. Mike gründet eine Kirche, in der er seine Fähigkeiten und seine vom gängigen Muster abweichenden Moralvorstellungen, insbesondere der Sexualmoral, vermittelt. Natürlich wird diese Kirche bald ein Dorn im Auge der politischen Kräfte und des Normalbürgers. Heinleins Sympathie steht dabei ganz auf der Seite Mikes. Zeit seines Lebens hegte Heinlein ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Massenmenschen – seine Helden sind immer starke, mutige, sich selbst treu bleibende Persönlichkeiten, die sich den Umständen nur soweit anpassen, wie es sich mit ihrer Ehre verträgt. Oftmals kennen sie die Spielregeln ziemlich gut (wie Jubal in unserem Roman) und verwenden sie gegen das System.

Der Roman zählt zu den wichtigsten SF-Romanen überhaupt und ist von einer großen Aktualität. Kritisch nachzumerken bliebt bei der Ausgabe des Bastei-Lübbe-Verlages die für Taschenbuchverlage leider übliche Druckfehlerorgie – im Durchschnitt dürfte auf zehn Seiten mindestens ein Druckfehler kommen. Das hat der Roman nun wirklich nicht verdient.

Haydon, Elizabeth – Tochter des Windes (Rhapsody / Symphony of Ages)

Die junge Sängerin Rhapsody hat soeben ihre Ausbildung als Bennenerin abgeschlossen, als sie plötzlich von ihrer unerfreulichen Vergangenheit eingeholt wird. Gezwungen, aus der Stadt zu fliehen, trifft sie auf zwei unheimliche Gestalten, Achmed und Grunthor, die ihr das Leben retten. Achmed ist ein berüchtigter Meuchelmörder, durch Magie vom Herrn der Tausend Augen versklavt, einem gespenstischem Feuerwesen aus dem Anbeginn der Zeit, dessen einziges Ziel es ist, die Welt in Schutt und Asche zu legen. Durch einen Zufall gelingt es Rhapsody, Achmed aus dem Bann zu befreien. Die drei fliehen, verfolgt von den Dämonen des Herrn der Tausend Augen, zur heiligen Eiche Sagia und bahnen sich einen Fluchtweg entlang ihrer mächtigen Wurzeln, die die bekannte Welt umspannen und tief ins Erdinnere reichen. Tatsächlich gelingt es ihnen, ihren Verfolgern zu entkommen, doch die Prüfungen, die ihnen auf ihrem Weg auferlegt werden, sind voller Härte und verändern sie für immer. Der Preis, den sie für ihr Entkommen bezahlen müssen, ist hoch, denn als sie endlich ans Tageslicht zurückkehren, sind sie fern der Heimat und in einem anderen Zeitalter. Ihre Heimatinsel Serendair ist längst in den Fluten versunken, doch anscheinen hat das Böse überlebt und bedroht nun die neue Welt.

Trotz einiger Längen ein solider und durchaus spannend geschriebener Fantasy-Roman mit einigen neuen Ideen (z.B. spielt Rhapsodys Musik eine große Rolle, die sie wie Magie einsetzen kann, um die Wirklichkeit zu verändern), der aber leider ganz auf eine Fortsetzung hinzielt. Am Ende bleiben die meisten Fragen offen und man kann nur hoffen, dass der zweite Teil der Saga schnell veröffentlicht wird.

Elizabeth Haydon arbeitet als Lektorin in einem Schulbuch-Verlag und lebt mit ihrer Familie an der Ostküste der USA. Tochter des Windes ist ihr erster veröffentlichter Fantasy-Roman.

Homepage der Autorin http://www.elizabethhaydon.com

Bertin, Joanne – letzte Drachenlord, Der

Die Drachenlords sind Menschen, die nur mit einer halben Seele geboren wurden. Den frei bleibenden Teil besetzt die ebenfalls halbe Seele eines Drachen. Die so entstandenen Werdrachen können mehrere tausend Jahre alt werden und sind sehr mächtig, da sie über die Fähigkeit verfügen sich zu verwandeln und in Drachengestalt zu fliegen. Sie können telepathisch miteinander kommunizieren und mittels ihres Drachenfeuers heilen. Als unparteiische Schutzherren der Menschheit werden sie bei Konflikten als Vermittler und oberste Richter um Hilfe gebeten.
Als im Land Cassori der Herrscher plötzlich verstirbt, werden die drei Drachenlords Linden, Kief und Tarlna gerufen, um die Streitigkeiten bei der Thronfolge zu schlichten. Linden ist mit seinen 600 Jahren der jüngste aller Drachenlords und seit vielen Jahren auf der Suche nach seiner Seelengefährtin, einer Frau, die mit der anderen Hälfte seiner Seele geboren wurde und ebenfalls die Fähigkeit besitzt, sich in einen Drachen zu verwandeln.
In Casna, der Hauptstadt Cassoris, trifft Linden auf die Seefahrerin Mauryanna, die er als seine Seelengefährtin erkennt. Die beiden verlieben sich ineinander, doch da Mauryanna ihre erste Verwandlung in einen Drachen noch nicht erlebt hat, wird sie durch die Anwesenheit der Drachenlords gefährdet. Sollte einer der Drachenlords sich in ihrer Gegenwart in einen Drachen verwandeln müssen, könnte der Drache in ihr zu früh erweckt werden, was ihren Tod bedeuten könnte.
Als die Bruderschaft – böse Magier, die alle Drachenlords vernichten wollen – einen Anschlag auf Linden verübt, spitzt sich die Lage zu.

Ein sehr schöner Drachenroman, der sich vor den Pern-Büchern von Anne McCaffrey nicht zu verstecken braucht. Die Autorin richtet ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die gefahrvolle Liebesgeschichte zwischen dem letzten Drachenlord und seiner Seelengefährtin. Jedoch wird auch das tödliche Intrigenspiel am Hofe Casnas eindringlich geschildert und die Spannung durch die bedrohliche Bruderschaft aufrechterhalten.

Joanne Bertin wurde 1953 in New York geboren und lebt heute in Connecticut, wo sie in einer Bücherei arbeitet. Der letzte Drachenlord ist ihr erster veröffentlichter Fantasy-Roman.

Homepage der Autorin: http://www.weredragon.com

Tolkien, J. R. R. – Hobbit, Der

„Der Hobbit“ von J.R.R. Tolkien ist eine Art Vorgeschichte zum „Herr Der Ringe“, die sich ebenfalls in der Fantasiewelt Mittelerde abspielt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass manch einem, der den „Herr Der Ringe “ bereits gelesen oder den Kinofilm gesehen hat, einige Namen und Begebenheiten bekannt vorkommen werden: So zum Beispiel der Zauberer Gandalf oder der Hobbit Bilbo, der in diesem Buch die Hauptrolle spielt. Er entschließt sich nämlich – nach vielen Tricks und Überredungskunststücken des Magiers – dazu, einen kleinen Zwergentrupp auf ein Abenteuer zu begleiten. Diese wollen zum Einsamen Berg weit hinter dem Nebelgebirge und dem Düsterwald ziehen, wo einst ihre Vorfahren lebten. Denn dort haust nun der grausame Drache Smaug, der sich all der Zwergenschätze bemächtigt hat und die Gegend dort verwüstet. Sie wollen mit Hilfe des „Meisterdiebs“ (vgl. S.29), wie sie Bilbo nennen, den Schatz ihrer Ahnen wiedererlangen und den Drachen töten. Auf der Reise begegnen ihnen mancherlei Gefahren, aber auch immer wieder eine helfende Hand und eine Portion Glück. Viele der Geschehnisse, auf die Tolkien in „Herr Der Ringe“ zurückgreift, lassen sich hier in ausführlicherer Form wiederfinden. So erfährt man zum Beispiel, wie Bilbo zu all den kostbaren Stücken, die später auch Frodo auf seiner Reise begleiten, gekommen ist. Gemeint sind Dinge wie das wertvolle Kettenhemd aus Mithril, die Elbenklinge „Stich“ und natürlich der Ring, die Bilbo in „Herr Der Ringe“ Band I alle an Frodo weitergibt. Alles in allem ist „Der Hobbit“, sowohl als Einstiegsdroge, als auch für bereits vom Tolkien-Wahn Infizierte eine spannende Ergänzung zum absoluten Bestseller „Herr Der Ringe“.

Doch leider wird die Spannung des öfteren durch Tolkien selbst eingedämmt, der sich immer wieder als Schreiber in das Geschehen einmischt und den Leser direkt und in der Mehrzahl anspricht, was sich dann ungefähr so anhört: „Sicher habt ihr schon eher daran gedacht und könnt jetzt über ihn lachen, aber ich weiß nicht, ob ihr es an seiner Stelle wirklich klüger angestellt hättet.“ (S. 190) Das erweckt zum einen den Eindruck, als würde man selbst mitten unter einer kleinen Horde Kinder auf dem Boden vor Opa Tolkien sitzen und zuhören. Zum anderen ist es vor allem dann ärgerlich, wenn er dadurch schon den Ausgang einer brenzligen Situation vorwegnimmt, über die er anschließend noch einige Seiten schreibt.

Deshalb wird das Buch aber noch lange nicht langweilig, sondern ist und bleibt ein faszinierendes Werk, vor allem wenn man bedenkt, mit wie viel Liebe zum Detail sich Tolkien ganz Mittelerde, seine Geschichte und die dort lebenden Wesen ausgedacht hat um auf dieser Grundlage seine Bücher zu schreiben.

Bei dieser Ausgabe handelt es sich übrigens um eine 1998 neu überarbeitete Übersetzung von Wolfgang Krege. Aber ob sie nun besser oder schlechter als die alte Version ist, kann ich nicht beurteilen, da ich bis jetzt nur die neuere gelesen habe.

Reilly, Matthew – Showdown

Originaltitel : Contest

Matthew Reilly ist ein junger australischer Autor, der nach seinem Jurastudium zunächst als Drehbuchautor tätig war. „Showdown“ ist sein dritter veröffentlichter Thriller, wurde jedoch vor seinen beiden Erfolgsromanen ‚Ice Station‘ und ‚Der Tempel‘ geschrieben und mangels Verlagsinteresse vorerst nur in Kleinstauflage von Reilly selbst vertrieben.

Dr. Stephen Swain wird mit seiner kleinen Tochter Holly in die Räume der New York State Library teleportiert und muss dort an einem Wettkampf auf Leben und Tod mit mehreren außerirdischen Lebewesen teilnehmen. Die Regeln sind einfach, nur der letzte Überlebende kann den Austragungsort lebend verlassen, der rundherum mit Starkstromfallen abgeriegelt wurde. Das ‚Präsidian‘ wird seit 6000 Jahren jeweils im Abstand von eintausend Jahren durchgeführt und jeder der sieben Wettkämpfer repräsentiert eine bestimmte Lebensform des Universums. Die menschliche Rasse wurde nach langer Beobachtung erst vor 2000 Jahren für würdig befunden, an dem Wettkampf teilzunehmen. Anders als die anderen Teilnehmer, für die die Teilnahme eine große Ehre darstellt und die eigene Vorausscheidungen abhalten, wird der menschliche Wettkämpfer von den Veranstaltern ausgewählt und muss gegen seinen Willen kämpfen. Während der blutige Kampf tobt, wird das Gebäude von einer Spezialeinheit der NSA (National Security Agency) umstellt, die nach außerirdischen Aktivitäten auf der Erde fahndet und mit allen Mitteln in das Gebäude eindringen will.

Die Story ist nur mittelmäßig einfallsreich und so anspruchsvoll wie ein Science Fiction Comic, desgleichen gilt für den sprachlichen Ausdruck. Die extraterrestrischen Lebensformen bedienen jedes Klischee, von Arachnoiden über monströse Gestalten, bei denen Computerspiele wie ‚Half Life‘ oder Sci-Fi Klassiker wie ‚Metaluna 4‘ Pate gestanden haben könnten, bis zu weitgehend menschlichen Lebensformen ist alles enthalten. Technische Vorgänge werden derart simplifiziert dargestellt, dass sie kaum noch glaubhaft wirken.

Reilly hat seinem eigenen Vorwort zufolge den Prototyp eines neuen Genre erschaffen wollen, einen ‚Nonstop-Action‘ und ‚High-Energy‘ Thriller, superschnell von der ersten bis zur letzten Seite. Um Anspruch oder Realitätsnähe ist ihm nie gelegen gewesen, sondern um fesselnde Spannung und Action in der x-ten Potenz. Mit „Showdown“ ist ihm dies größtenteils gelungen, seine nachfolgenden Werke kommen diesem Ziel noch ein gehöriges Stück näher. „Showdown“ ist schnelle, einfache Unterhaltung für ‚Zwischendurch‘, ein Buch für einen faulen Tag auf der Couch mit Popcorn, Chips und auf Minimalleistung gedrosseltem Gehirn.

Margaret Weis & Tracy Hickman – Himmelsstürmer (Die Vergessenen Reiche 1)

Manchmal merkt man, dass man alt wird. Mit einer Tasse heißer Schokolade bewaffnet, setze ich mich gemütlich an eine Besprechung der Saga „Die Vergessenen Reiche“ und recherchiere ein wenig zu aktuellen Informationen dazu, nur um festzustellen, dass es zehn (!) Jahre her ist, seit ich mir meine Paperback-Version der sieben Bände zulegte und es inzwischen – natürlich – eine Taschenbuchversion dazu gibt, die zudem nur zwei Drittel dessen kostet, was ich dazumal dafür hinlegte. Gut, der leidlich zerfledderte Zustand der Bücher hätte mir eigentlich Hinweis genug sein sollen. Das habe ich gerade gebraucht, wo bleibt mein Rollstuhl? Aber dennoch: Auf geht’s! Mir nach!

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