Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Robinson, Peter – Wenn die Dunkelheit fällt

Als zwei herbeigerufene Polizisten in das Haus Nr. 35 auf The Hill in Leeds eindringen, entdecken sie im Keller die Leiche eines nackten, gefesselten Mädchens. Sofort werden sie attackiert, und einer der beiden verliert sein Leben, wohingegen der andere den Täter unschädlich machen kann. Aber hatte die Frau, die oben im Treppenhaus bewusstlos gefunden worden war, etwas mit dem Mord an dem Mädchen zu tun oder nicht?
Je weiter Inspektor Banks in die Vorgeschichte des Falls eindringt, desto Grauen erregender werden dessen Dimensionen. Wenn er nicht bald den richtigen Täter erwischt, könnten die Serienmorde an jungen Frauen in Yorkshire weitergehen.

Peter Robinson, geboren 1950 in Yorkshire, lebt seit etwa 20 Jahren in Toronto, Kanada. Mit seiner Serie um den sympathischen und sehr menschlichen Inspektor Alan Banks feiert er diesseits und jenseits des Atlantiks große Erfolge. Er erhielt in den USA, in GB und Europa zahlreiche Literaturauszeichnungen. (Verlagsinfo)

Der Sprecher Florian Martens, geboren in Berlin, spielt seit 1994 neben Maja Maranow in der ZDF-Serie „Ein starkes Team“. Darüber hinaus ist er bekannt durch seine Rollen im „Tatort“ oder durch seine Rolle als diabolischer Verteidiger im Rollstuhl in dem Krimi „Freier Fall“. Dafür erhielt er 1998 den Adolf-Grimme-Preis. (Verlagsinfo)

Für gewöhnlich ist die Straße The Hill in Leeds, Yorkshire, sehr ruhig. Deshalb ist Maggie Forest, eine aus Toronto zugereiste Märchen-Illustratorin, sehr beunruhigt, als sie morgens um drei im Haus Nr. 35 gegenüber Geschrei und Krach hört. Sie alarmiert die Polizei: Da sei wohl ein Ehestreit im Gange.

Janet Taylor, Polizeianwärterin im Probedienst, ist auf Familienstreitigkeiten keineswegs erpicht. Sie kosten bloß Nerven und Zeit. Zusammen mit ihrem jungen Kollegen Dennis Morrissey dringt sie ins Haus der Paynes ein, als niemand öffnet. Als Erstes stolpert sie über eine bewusstlose Frau: Lucy Payne. Neben ihr eine zertrümmerte Blumenvase. Alles klar, aber wo ist der Täter?

Das Duo dringt in den Keller des Hauses ein, der über einen separaten Eingang neben der Garage verfügt. Sie trauen kaum ihren Augen: Auf dem Bett liegt nackt und gefesselt ein erdrosseltes Mädchen. Von Horror wie gelähmt, hat Dennis keine Chance sich zu wehren, als Terence Payne sich mit einer Machete auf ihn stürzt und ihm die Halsschlagader aufschlitzt.

Während ihr Kollege zusammenbricht, hat Janet noch Zeit, ihren Gummiknüppel hervorzuzerren und den nächsten Angriff Paynes abzublocken. Mit mehreren gezielten Schlägen zwingt sie ihn in die Knie. Doch selbst als sie ihn bereits mit Handschellen gefesselt, versetzt sie ihm noch Schläge auf den Kopf, die seinen Schädel zertrümmern – ein klarer Fall von unnötiger Gewaltanwendung im Dienst, wie ihre Dienstaufsicht findet. Das wird Janet noch mächtigen Ärger einbringen. Es hilft sicher nicht das Trauma zu überwinden, das sie erlitt, als sie den verblutenden Dennis Morrissey in ihrem Schoß hielt, bis der Krankenwagen eintraf…

Als Inspektor Alan Banks eintrifft, kann er sein wachsendes Entsetzen nicht verhehlen. Nicht nur ein Mädchen wurde tot gefunden, sondern auch noch Leichen unter dem Lehmboden des angrenzenden Kämmerchens, und später wird noch ein Skelett im Garten ausgegraben: War Terence Payne ein Serienmörder? Ist er mit dem „Monster von Seacroft“ identisch, das vor einiger Zeit junge Frauen vergewaltigte? Doch wo ist die Videokamera, wo sind die Porno-Videos, auf denen er seine Opfer filmte, während er sie folterte?

Während Banks im Umkreis der Opfer Kimberley Myers, Kelly Matthews, Melissa Horrocks und der noch vermissten Samantha Jane Foster ermittelt, macht sich Maggie Forest Vorwürfe: Hätte sie die Polizei früher alarmiert, könnte Kimberley Myers, das gefesselte Mädchen, vielleicht noch leben. Doch sie entlastet Lucy Payne aufs Entschiedenste: Genau wie sie, Maggie, selbst Opfer männlicher Gewalt in der Ehe war (sie lief davon), litt auch Lucy, wie die ihr erzählte, unter Terence‘ Hang zu abartigen Sadomaso-Spielchen.

Terence, der im Koma liegt, ist Lehrer, Lucy, 24, ist Bankangestellte und wohnt erst seit wenigen Jahren in Leeds, denn ursprünglich kam sie aus Hull und lernte Terence in Seacroft kennen. Sie beteuert zunächst, sie habe nichts von Terences Aktivität im Keller gewusst. Doch Banks lässt sich nichts vormachen. Tatsächlich: Seine CSI-Kollegen finden das Blut von Kimberley Myers an Lucys Morgenmantel. Nun hat Lucy viel zu erklären.

Es kommt aber noch wesentlich schlimmer. Die beratend hinzugezogene Pschologin Jenny Fuller gräbt immer tiefer in Lucy Paynes Vergangenheit. Sie wuchs bei Pflegeeltern auf, seit sie 12 war, also ab 1990. Davor hatte sie Linda Godwin geheißen. Linda war eines der sieben Elderthorpe-Kinder. Diese wurden bei einem Polizeieinsatz in einem einsam gelegenen Landhaus an der Ostküste befreit. Dort hatten die Kinder zweier Familien, der Godwins und Murrays, unter Hunger, Folter und angeblich satanistischen Sexritualen zu leiden gehabt, wobei eines der Kinder, Kathleen Murray, gestorben war. Wer hatte Kathleen erdrosselt?

Lucy Payne alias Linda Godwin kam also aus der Hölle. Ist sie hinsichtlich der Serienmorde doch mehr als nur unschuldiges Opfer eines grausames Ehemanns gewesen? Inspektor Banks wagt kaum daran zu denken, wie verdreht Lucys Seelenleben sein muss. Doch auch wenn’s schwer fällt: Er muss seine Pflicht tun und bis zur letzten Konsequenz ermitteln. Lucy ist seine einzige Chance, denn inzwischen ist Terence im Koma gestorben. Und auch Maggie Forest wird es noch Leid tun, dass sie Lucy in Schutz genommen hat.

„Wenn die Dunkelheit fällt“ ist ein enorm spannender Thriller, der seinen psychologischen Horror nur allmählich entfaltet, aber dafür umso nachhaltiger zu beeindrucken versteht. Dies ist aber kein Neuaufguss von „Das Schweigen der Lämmer“, sondern etwas ganz Anderes: eine fesselnd verpackte Studie über das Prinzip der Schuld.

Denn der Fall, den Banks leitet, dreht sich unter seinen Händen um 180 Grad, und auf die interne Untersuchung der Dienstaufsicht, die Banks Geliebte Annie leitet, trifft dasselbe zu. Aus Lucy Payne, dem anfänglich unschuldigen Opfer eines Ehestreits, wird ein wahres Monster. Aus der anfangs unschuldigen Janet Taylor, die selbst ein traumatisiertes Opfer eines Verbrechers geworden ist, wird eine „schuldige“, weil vorverurteilte Polizistin. Schon bald ist die junge, einst vielversprechende Polizeianwärterin Janet Taylor ganz, ganz unten.

Anders hingegen Lucy Payne. Lange steht sie im Zwielicht, weil ihr keiner etwas nachweisen kann. Als die Beweise auftauchen, taucht sie unter. Daran schuld ist alleine Maggie Forest, denn die hatte Lucy eine Anwältin besorgt und durch Interviews im Fernsehen Hinweise auf die Ermittlung der Polizei geliefert. Sie bringt damit nicht nur Banks auf die Palme, sondern zwingt durch die empörte Publicity dessen Chef Philipp Hartnell, Lucy freizulassen, da man ihr nichts nachweisen könne. Maggie ist der typische Fall falsch umgesetzter Solidarität: Diejenige, die sie für ein Opfer hält, könnte genauso gut eine Täterin sein. Als sie sich in der Zeitung sieht, erkennt Maggie, dass sie selbst ebenso ein Opfer der Presse geworden ist. „Was habe Sie erwartet?“ fragt Banks.

Selbst Banks wird zum Opfer. Nicht durch die Paynes, sondern durch seinen Beruf. Nachdem er schon längst von seiner Frau Sandra geschieden ist, verliert er auch Annie als Geliebte. Doch wenn es ihm nicht gelingt herauszufinden, wer oder was Lucy Payne alias Linda Godwin wirklich ist, wird er keinen Schlaf mehr bekommen. Denn die Morde könnten weitergehen.

Das Original trägt den Titel „Aftermath“, also Nachspiel, Nachbeben. Und dies bezieht ebenso auf die Nacht des „Ehestreits“ wie auch auf die Geschehnisse, die die sieben Elderthorpe-Kinder ein Dutzend Jahre zuvor erlebten.

„Wenn die Dunkelheit fällt“ ist also nicht nur ein Psychothriller, sondern auch eine mit überraschenden Wendungen gespickte Ermittlung, in der sich das, was Opfer und Täter auszumachen scheint, ins Gegenteil verkehrt. Alle sind Opfer und Täter, schuldig und unschuldig zugleich. Und wo ist die Instanz, die in dieser Vorhölle darüber urteilen könnte, wer zu bestrafen ist? Und meist ist es leider eine Art Verhängnis, das für eine Art der Bestrafung sorgt. Aber trifft dies stets den Richtigen? Und gibt es hier unten irgendwo so etwas wie Gnade?

Zum Sprecher: Florian Martens liest ein wenig zu schnell. Der Hörer muss sich anstrengen, mit ihm Schritt zu halten. Notizen zu machen, erweist sich als sehr hilfreich, um den Überblick zu behalten, wenigstens bei den Namen der zahlreichen Figuren.

Robinson hat mich beeindruckt, die Art und Weise, wie Martens die Geschichte vorliest, allerdings weniger. Fazit der Hörbuchproduktion: gut, aber nicht gut genug.

5 CDs mit ca. 318 Minuten Spielzeit.

_Michael Matzer_ (c) 2003ff

Grisham, John – Urteil, Das

„The Runaway Jury“ ist inzwischen nicht nur ein witziges und spannendes Buch sowie Hörbuch, sondern auch ein – hoffentlich ebensolcher – Film (Kinostart Deutschland 22. April). Die Hauptrolle des als „Nicholas Easter“ in der Jury auftretenden Justizrebellen spielt kein Geringerer als John Cusack, der kürzlich bei uns in dem Thriller „Identität“ zu sehen war. Außerdem sind Gene Hackman, Dustin Hoffman und Rachel Weisz („Confidence“, „Die Mumie“, „Duell“, „Amy Foster“) mit von der Partie.

Im Übrigen geht es um ein brandaktuelles Thema: den Prozess gegen einen, nein, sogar mehrere Tabakkonzerne in den USA. Doch dieser Prozess wird von einer auf ganz besonders gewiefte Weise manipulierten Jury entschieden. Irgendjemand wird am Schluss den ganz großen Reibach machen. Die Frage ist nur, wer?

Der studierte Jurist John Grisham, geboren 1955, ist nach Angaben des Heyne-Verlags der „meistgelesene Autor weltweit“. Zahlreiche seine Romane dienten als Vorlage zu Spielfilmen, darunter „Der Klient“, „Die Firma“, „Die Akte“ und „Die Jury“ sowie „Der Regenmacher“. Grisham war Abgeordneter im Parlament des Bundesstaates Mississippi und führte lange Jahre eine eigene Anwaltskanzlei, bis er sich Mitte der Achtzigerjahre ganz dem Schreiben widmete. Grisham lebt mit seiner Familie in Virginia und Mississippi.
Sein neuestes Buch trägt den Titel „Bleachers“, also Zuschauertribüne, und befasst sich mit den dunklen Machenschaften im Profisport.

Sprecher Charles Brauer, geboren 1935, ist am bekanntesten als Kommissar Brockmüller an der Seite von Manfred Krug im „Tatort“. Er gehört zu den beliebtesten Hörbuchsprechern und hat für Heyne/Ullstein bereits „Der Verrat“, „Das Testament“ und „Die Bruderschaft“ von John Grisham gelesen.

Biloxi, eine verschlafenen Kleinstadt im südlichen Mississippi (wo sich der Autor bestens auskennt), rückt durch einen Aufsehen erregenden Prozess in den Mittelpunkt weltweiten Interesses. Celeste Woods, die Witwe eines vor vier Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Tabakkonsumenten, hat den Zigarettenfabrikanten Pynex auf Schadensersatz verklagt. Besonderes Interesse am Verlauf des Prozesses hat verständlicherweise die Tabakindustrie, für die es um viele Millionen Dollar geht: nicht so sehr wegen der Entschädigung, sondern vielmehr wegen der drohenden Verluste durch sinkende Aktienkurse!

Da die Jury aus den üblichen zwölf Geschworenen das alleinige Recht hat, das Urteil „schuldig“ zu fällen, richtet sich das Augenmerk aller Beteiligten auf die sorgfältige Auswahl dieses zentralen Gremiums. Die Konzerne haben einen Mann vor Ort, der keine Skrupel kennt, Rakin Fitch, und bezahlen jede Summe, die er verlangt. Fitch nennt sich „Juryberater“ und hat noch keinen der sechzehn von ihm gemanagten Prozesse verloren.

Er fühlt sich relativ sicher, eine gute Auswahl getroffen zu haben, was die Jurymitglieder für die Verteidigung (Konzerne) angeht. Nur ein Kandidat ist ein unbeschriebenes Blatt: Nicholas Easter ist 27 Jahre alter Verkäufer in einem Computerladen und Nichtraucher. Dass er mal Student war, stellt sich als Lüge heraus. Sofort hetzt ihm Fitch eine verführerische Blondine namens Amanda auf den Hals, doch Easter riecht den Braten sofort.

Der Prozess beginnt sofort, nachdem die Geschworenen ausgewählt worden sind – da gab es doch einiges Gerangel. Immerhin, Easter ist benannt und übt seine Rechte aus, die er im Gegensatz zu so manchem Jurymitglied genau kennt: Er hat schon einmal an so einem Prozess teilgenommen. Er lässt sich nicht mehr als Bürger zweiter Klasse behandeln, sondern verschafft den Geschworenen Sonderrechte: Sie dürfen mit dem Richter, dem ehrenwerten Frederick Harkin (50) speisen!

Rankin Fitch wird dieser Nicholas Easter allmählich unheimlich. Eine anonyme Anruferin, die sich nur Marly nennt, hat ihm ein Dossier über Easter zukommen lassen. Ein Einbruch in Easters Wohnung führt nur dazu, dass Fitchs Emissär von einer Videokamera gefilmt wird. Easter übergibt dem Richter das Überwachungsvideo, das er hinsichtlich der Zeit manipuliert hat. Und weil sich nicht nur Easter, sondern so manches andere Jurymitglied verfolgt fühlt, erzwingt Easter die Verlegung des Domizils in ein nahes Motel, das bewacht wird. Schon bald haben dort einige Geschworenen mehr Rechte als die anderen. Dennoch erreicht Fitch, dass Geschworene ersetzt werden. Das Gleichgewicht verschiebt sich. Doch Easter ist Ton angebend.

Dann lässt Marly die Bombe platzen: Sie arbeitet mit „Nicholas Easter“ zusammen! Und wenn Fitvhs Auftraggeber keine zehn Millionen Dollar zahlen, wird Easter das Urteil ziemlich deutlich gegen die Konzerne ausfallen lassen.
Fitch ist auf 180 und steckt schwer in der Klemme: Wie konnte es nur geschehen, dass ihn zwei solche Amateure aufs Kreuz gelegt haben? Er setzt alle Hebel in Bewegung, um die Vergangenheit des Erpresserduos auszugraben. Notfalls geht Fitch auch über Leichen.
Und währenddessen fallen die Aktien der Konzerne bereits…

Die Fronten sind schon bald klar: Auf der einen Seite die Konzerne mit ihrem Mann für alles, Rankin Fitch. Auf der anderen Seite nicht etwa der Anwalt der Anklage, sondern das dynamische Duo „Nicholas Easter“ und „Marly“. Beide Seiten kämpfen um Einfluss auf die Geschworenen wie der Teufel um die arme Seele, und die Front schwankt hin und her, denn beide Seiten haben Erfolge zu verzeichnen. Am Schluss wird es ein Urteil geben, soweit ist klar, doch wie wird es lauten?

Und es ist gut möglich, dass für das Erpresser-Duo das Urteil nur zweitrangig ist. Doch wenn es ihnen nur ums Geld geht, warum haben sie sich dann einen Tabakkonzern als Zielscheibe ausgesucht, fragt Fitch völlig zu Recht. Sicher gibt es in ihrer Vergangenheit einen Grund, warum sie sich Pynex vorgenommen haben. Doch es stellt sich als nicht so einfach heraus, in ihre Vergangenheit vorzudringen. Recherchen in New York City, Missouri und Texas gehört mit zum Aufwand, den Fitch treiben muss, um den beiden Paroli bieten zu können. Aber wird er rechtzeitig fertig sein?

Man sieht also, dass in diesem Buch ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel steckt. Leider wird es von dem langsamen und detailreichen Prozedere der Verhandlung teilweise überdeckt. Da tritt ein grotesker Experte nach dem anderen auf, und was diese Leute zu sagen haben, kann durchaus an die Nieren gehen. Wer jetzt nicht mit Qualmen aufhört, wird es nie tun. [Zustimmendes Husten vom Qualm vernebelten Lektor.]

Aber das Hörbuch macht auch Vergnügen. Nicht umsonst trägt das Buch den verblüffenden Titel „The Runaway Jury“: Die Ausreißer-Jury. Man würde erwarten, dass die gewählten Geschworenen so lange brav auf ihren Hintern sitzen bleiben, bis das letzte Schlussplädoyer verklungen ist.

Nichts dergleichen! Die Ironie der geschilderten Situationen sorgt für ein geradezu diebisches Vergnügen am Schabernack. Nicholas Easter – obwohl keineswegs der Obmann – sorgt beispielsweise dafür, dass die Jury sich ihrer Rechte ganz genau bewusst ist und dass diese durchgesetzt werden. Er weiß, es geht um Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Dollar. Einmal wagt er sogar fast, den ehrenwerten Richter Frederick Harkin aus dem Motel der Jury zu werfen. Ein andermal steht die Jury geschlossen auf und legt den öffentlichen Treueeid auf die Verfassung der Vereinigten Staaten ab – der Gerichtssal ist fassungslos, die Zeitungen und TV-Sender horchen auf, die Aktienkurse geraten ins Wanken.

So ganz nebenbei demonstriert Grisham, welche zentrale Rolle die Mitglieder einer Jury spielen können. Und wie man ihre Macht missbrauchen kann. Die zwei Prozesse um O. J. Simpson haben offengelegt, wie es schieflaufen kann: So eine Art von Justiz dient nicht den Bürgern, sondern nur den Mächtigen. Und die Reihe von Sammelklagen, die zu Prozessen wie dem bei Grisham geschilderten führen, ist inzwischen in den USA ein Teil des Alltags und ein oftmals probates Mittel, Gerechtigkeit zu erlangen. Wie man dies missbrauchen kann, zeigte Grisham in seinem Roman „Die Schuld“ („The King of Torts“), den es auch im Hörbuch gibt.

Charles Brauer erledigt sein Job mal wieder einwandfrei. Er ist die „deutsche Stimme John Grishams“. Als erfahrener Schauspieler – etwa im „Tatort“ – hat er ein Gespür für das Besondere an einer Szene. Da weiß er einfach, wo die Pausen gesetzt werden müssen, so etwa in den extrem angespannten Begegnungen zwischen Rankin Fitch und der Erpresserin „Marly“. Ich kann mir keinen besseren Sprecher für die Welt, die ein Grisham-Roman zeichnet, vorstellen.

Ich habe das Hörbuch mit großem Vergnügen und angespannten Sinnen gehört, denn einige Vorgänge hinter den Kulissen machen zwar Spaß, andere sind aber auch alles andere als witzig gemeint: Fitch macht ernst, wenn es um seine Klienten geht. Aber so richtig gut wird das Buch dann am Schluss, wenn uns der Autor verrät, warum „Marly“ den Coup überhaupt durchgezogen hat und ob sie es geschafft haben, lebend davonzukommen. Das erinnerte mich zwar ein wenig an den Schluss von „Die Firma“, stellte mich aber dennoch sehr zufrieden.

Eine Schande, dass dieses gute Buch erst rund sieben Jahre nach seinem Veröffentlichungstermin 1996 (deutsch 1998) auch als Hörbuch auf den Markt kommt. Vielleicht lag es ja daran, dass es als einer der wenigen Grisham-Romane noch nicht verfilmt wurde – das soll sich ja nun ändern! Vielleicht lässt sich Ullstein noch dazu hinreißen, statt des drögen Treppenhausfotos das Filmplakat auf dem Umschlag des Hörbuchs abzudrucken. Sowas soll ja schon vorgekommen sein.

383 Minuten auf 5 CDs

[Homepage des Autors]http://www.randomhouse.com/features/grisham/

_Michael Matzer_ (c) 2003ff

Colfer, Eoin – Artemis Fowl II – Die Verschwörung (Lesung)

Für Superhirn Artemis Fowl wird es spannend: Er muss seinen in der russischen Arktis gefangenen Vater befreien, gleichzeitig aber bei einer Revolte in der elfischen Unterwelt mitmischen, um sich die Hilfe der Elfen bei der Befreiungsaktion zu sichern.

Aus dem Booklet über den Autor: „Bis zu seinem Welterfolg mit ‚Artemis Fowl‘ arbeitete Eoin [ausgesprochen: ouen] Colfer als Lehrer. Er hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet. Seine früheren Bücher für junge Leser standen in Irland, England und den USA an der Spitze der Bestsellerlisten. Colfer lebt mit Frau und Sohn im irischen Wexford und widmet sich gegenwärtig ganz dem Schreiben.“ Kein Wunder, dass der zweite Artemis-Band schon fertig und ebenfalls als Hörbuch zu haben ist.

Der Sprecher Rufus Beck, geboren 1957, spielte im Ensemble und als Gast auf deutschsprachigen Bühnen, wurde durch Sönke Wortmanns Film „Der bewegte Mann“ populär und gilt seit seinen einmaligen Interpretationen aller vier Harry-Potter-Romane als einer der besten und engagiertesten Hörbuchsprecher.
Diese Fassung des Buches ist übrigens gekürzt, aber das macht nichts: Die Action steht im Vordergrund, und so bleibt das Zuhören stets spannend.

Artemis Fowl ist zwar erst zwölf Jahre alt, hat es aber bereits faustdick hinter den Ohren. Der ausgefuchste Computerfan trägt stets Anzug und Krawatte, wie man es an vielen britischen Schulen sehen kann. Er lebt in einem schlossartigen Anwesen, doch das hat nichts zu besagen: Die Halbwaise lebt dort nur mit ihrer geistig gestörten Mutter und ihrem Butler, der einfach nur „Butler“ heißt. Außer dem Haus ist den Fowls praktisch nichts geblieben.
Artemis – dies ist der griechische Name der Göttin der Jagd, die unter dem Namen Diana eine gewisse Popularität erlangte – ist entschlossen, das kärgliche Vermögen seiner kriminell veranlagten Familie aufzubessern und die Ehre der Fowls zu retten. Diesmal macht er sich auf die Suche nach seinem verschollenen Vater.

Paps wurde von Angehörigen der russischen Mafia ins eisige Murmansk entführt, um von seinem Sohn Lösegeld zu erpressen. Auf Umwegen findet Artemis heraus, dass nicht nur Menschen dahinter stecken: Auch die üblen Kobolde haben ihre Finger in diesem schmutzigen Geschäft.

Doch leider haben Artemis und Butler keine Chance, Paps aus dem schwerbewachten U-Boot, das sein Gefängnis bildet, herauszuhauen. Da wird ihnen Hilfe in Form einer Unterirdischen zuteil: Die Elfenpolizistin von der ZUP, die ihnen schon im ersten Abenteuer in die Hände gefallen, wäre bereit, ihnen zu helfen, doch beruht dieses Angebot auf Gegenseitigkeit: Die Polizistin ist einer von den Kobolden gesteuerten Revolte in der Unterwelt auf der Spur.

Wenn Artemis den Elfen und der ZUP hilft, die Revolte zu stoppen, hat er noch eine Chance, seinen Vater vor Ablauf des Ultimatums der Erpresser zu befreien. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Die knapp skizzierte Geschichte ist natürlich auf die Erwartungen und Fähigkeiten von jungen Zuhörern zugeschnitten. Ich schätze mal, das ideale Alter entspricht dem des Helden: 12 Jahre. Die Sätze sind recht einfach gehalten, ebenso die Kennzeichnung der Figuren.

Berücksichtigt man diese Zielgruppe, so ist bei näherer Betrachtung die Komplexität der Geschichte recht erstaunlich. Zum einen gibt es zwei Handlungsstränge: Murmansk und die Unterwelt. Doch in der Unterwelt spaltet sich die Perspektive bzw. wechselt hin und her: zwischen der Partei der ZUP, der Artemis hilft; und der Gegenseite, die der Zuhörer erst neu kennen lernen muss.

Hinzukommt der Umstand, dass an allen Ecken und Enden irgendwelche Kobolde mit ihren Spezialgewehren auftauchen und auf die Helden feuern. All diese Figuren auseinanderzuhalten und miteinander in Beziehung zu setzen, ist sicher keine geringe Leistung, die den jungen Zuhörern abverlangt wird.

Rufus Beck schafft es wieder, jeder Figur ihre indivduelle Stimme zu verleihen, sei es ein Zentaur, der bei jedem Satz wiehert, oder ein Erde fressender Zwerg mit dem schönen Vornamen Mulch. Die besten Stimmen haben der ZUP-Commander, der am liebsten Befehle brüllt, und seine Kollegin, die ZUP-Elfe. Diesmal kommen auch die Rädelsführer der Revolte hinzu.

Durch die stimmliche Charakterisierung fällt es leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, selbst wenn man sich ihre Namen nicht merken kann. Und diese Charakterisierung trägt wesentlich dazu bei, aus dem Roman ein Hörspiel mit verteilten Rollen zu machen, das an Dramatik nichts zu wünschen übrig lässt.

Auch dieses Artemis-Abenteuer ist reichlich kriegerisch und von Kampf und Mühe geprägt. Diesen Eindruck erweckt jedenfalls die gekürzte Fassung, die das Hörbuch auf Action trimmt. Für so schöngeistige Dinge wie einen Kaffeeplausch bleibt da natürlich keine Zeit mehr. Mir selbst ist das schon zu martialisch. Und ich frage mich, wie dies auf einen Zwölfjährigen wirkt.

Wie immer macht Rufus Beck seinen Job ausgezeichnet: Es ist eine Freude, ihm und seiner Stimmkunst zuzuhören.

Insgesamt ist also auch dieses Hörbuch zu empfehlen, doch sollte der- oder diejenige, der/die es verschenkt, beachten, dass es in dieser Geschichte keineswegs friedlich zugeht, sondern genauso gewalttätig wie in der Welt der Erwachsenen.

283 Minuten auf 4 CDs
Aus dem Englischen übersetzt von Claudia Feldmann.
Homepage der Serie: http://www.artemis-fowl.de/

_Michael Matzer_ (c) 2003ff

Colfer, Eoin – Artemis Fowl (Lesung)

Der Junge Artemis Fowl ist weder Zauberer noch Hobbit oder Elf, sondern viel moderner: ein Computerfreak. Und doch hat er indirekt mit all diesen Gestalten zu tun. Dieses Hörbuch erzählt von seinem ersten Coup in Sachen Elfenschatz.

Aus dem Booklet über den Autor: „Bis zu seinem Welterfolg mit ‚Artemis Fowl‘ arbeitete Eoin [ausgesprochen: ouen] Colfer als Lehrer. Er hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet. Seine früheren Bücher für junge Leser standen in Irland, England und den USA an der Spitze der Bestsellerlisten. Colfer lebt mit Frau und Sohn im irischen Wexford und widmet sich gegenwärtig ganz dem Schreiben.“ Kein Wunder, dass der zweite Artemis-Band schon fertig und ebenfalls als Hörbuch zu haben ist!

Der Sprecher Rufus Beck, geboren 1957, spielte im Ensemble und als Gast auf deutschsprachigen Bühnen, wurde durch Sönke Wortmanns Film „Der bewegte Mann“ populär und gilt seit seinen einmaligen Interpretationen aller vier Harry-Potter-Romane als einer der besten und engagiertesten Hörbuchsprecher („-vorleser“ kann man wohl nicht mehr sagen).

Artemis Fowl ist zwar erst zwölf Jahre alt, hat es aber bereits faustdick hinter den Ohren. Der ausgefuchste Computerfan trägt stets Anzug und Krawatte, wie man es an vielen britischen Schulen sehen kann. Er lebt in einem schlossartigen Anwesen, doch das hat nichts zu besagen: Die Halbwaise lebt dort nur mit seiner geistig gestörten Mutter und seinem Butler, der einfach nur „Butler“ heißt. Außer dem Haus ist den Fowls praktisch nichts geblieben.
Artemis – dies ist der griechische Name der Göttin der Jagd, die unter dem Namen Diana eine gewisse Popularität erlangte – ist entschlossen, das kärgliche Vermögen seiner kriminell veranlagten Familie aufzubessern und die Ehre der Fowls zu retten. Dazu plant er als Meisterdieb einen gewagten Coup.

Mit brutalster Erpressung gelangt er in den Besitz des Kodex und Magiebuches der Elfen und entdeckt ein Geheimnis, von dem kein Mensch etwas ahnte (und das auch jeder Ire ins Reich der Sagen verwiesen hätte): Tief unter der Erdoberfläche haben sie überlebt, die Elfen und Gnome, Kobolde, Trolle und Feen aus den Märchen.
Es klingt nach dem sagenhaften Land der irischen Sagen: Tir na n’Og, das Land ewiger Jugend. Wehe dem Menschen, der sich dorthin verirrt. Die Zeit, so die Sage, verläuft dort ganz anders als an der Oberfläche, und wenn mein Mensch von dort zurückkehrt, sind in hiesigen Landen bereits Jahre vergangen, obwohl es ihm nur ein paar Tage scheinen mögen.

Artemis Fowl, nicht auf den Kopf gefallen, setzt seinen Plan um, um an den sagenhaften Elfenschatz zu gelangen. Er und Butler nehmen – mit recht unfairen Methoden – eine Angehörige der Elfenpolizei, der Z.U.P., gefangen und kerkern sie in Fowl Manor ein. Kommt und holt sie! Oder zahlt ein anständiges Lösegeld…

Ab diesem Punkt besteht das Buch aus einem Versuch nach dem anderen, Fowl Manor zu erstürmen und die Gefangene zu befreien. Doch ein Bergungstrupp der Z.U.P. versagt ebenso wie ein Troll und ein Zwerg. Dabei werden alle möglichen Waffen und Hilfsmittel eingesetzt: Sichtschutzfelder ebenso wie ein Zeitstopp und schließlich, als ultimo ratio, eine Biobombe.
Artemis und sein Helfer haben eigentlich keine Chance. Oder?

Artemis Fowl – „fowl“ heißt eigentlich „Geflügel“, klingt aber genauso wie „foul“, also „schlecht, durchtrieben“ – wird durch das Elfenbuch zu einem Zauberlehrling, der sich mit der gesamten unterirdischen Bevölkerung anlegt. Dies tut er aber nicht, um wie Harry Potter Wissen (oder gar Weisheit) zu erlangen, sondern Geld. Ein reichlich niederer Beweggrund, aber weiß Gott ein starker.

Seine Gegner sind ja nicht von Pappe: Die Zentrale Untergrundpolizei ZUP bietet einiges gegen ihn auf, wobei diese Mittel immer größer und wirkungsvoller werden: erst ein normaler ZUP-Polizistentrupp, dann ein Zwerg, der ins Schloss eindringt, dann ein Troll, schließlich, als alles nichts hilft, die BOMBE. Der Commander der ZUP ist nämlich entschlossen, seine gefangen genommene Kollegin aus dem Manor der üblen Fowls herauszuholen, koste es, was es wolle. Und außerdem steht der Elfenschatz auf dem Spiel.

Für Leser/Hörer ab zwölf Jahren bietet das Buch sicher ein ebenso großes Vergnügen wie es das für mich war. Viel zu schnell ist die actiongeladene Handlung schon wieder vorüber.

Rufus Beck schafft es wieder, jeder Figur ihre individuelle Stimme zu verleihen, sei es ein Zentaur, der bei jedem Satz wiehert, oder ein Erde fressender Zwerg mit dem schönen Vornamen Mulch. Die besten Stimmen haben der ZUP-Commander, der am liebsten Befehle brüllt, und seine Kollegin, die ZUP-Elfe. So fällt es leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, selbst wenn man sich ihre Namen nicht merken kann. Und diese Charakterisierung trägt wesentlich dazu bei, aus dem Roman ein Hörspiel mit verteilten Rollen zu machen, das an Dramatik nichts zu wünschen übrig lässt.

Dieses erste Hörbuch zu Artemis Fowl (es gibt bereits ein zweites) ist eine ebenso kurze wie kurzweilige Angelegenheit, die viel Spaß beim Zuhören macht. Artemis, der dunkle Bruder eines Harry Potter, legt sich mit einem Gegner an, der über ebenso fantasievolle wie vielfältige Mittel verfügt, um sich gegen ihn zur Wehr zu setzen. Und wenn die ausgefuchste Hightech nicht mehr ausreicht, greift man allseits auf bewährte Magie zurück.

In „Artemis Fowl“ kommen mehrere literarische und kulturelle Entwicklungen zusammen. Da ist natürlich der unvermeidliche Harry-Potter-Kult, andererseits die uralte Sagenwelt Irlands, zum dritten aber auch die moderne Welt der Computerspiele. Mit Tolkiens Fantasywelt hat das Fowl-Universum noch wenig zu tun, auch wenn Trolle und Elfen daran erinnern mögen. Aber Professor Tolkien hätte sich von einem respektlosen Spaß wie „Artemis Fowl“ mit Grausen abgewandt.

Homepage der Serie: http://www.artemis-fowl.de/

_Michael Matzer_ (c) 2002ff

Blatty, William Peter – Exorzist, Der

Die junge Tochter einer erfolgreichen Schauspielerin wird zunehmend von einem Dämon in Besitz genommen. Die moderne Wissenschaft versagt bei der Diagnose und Heilung. Der verzweifelten Mutter bleibt nur die Zuflucht zu einem professionellen Teufelsaustreiber. Pater Merrin weiß, gegen wen er kämpft…

W.P. Blatty ist leider nur vor allem für diesen Roman bekannt: In der Verfilmung durch William Friedkin wurde der „Exorzist“ zu einem der ersten Blockbuster der Siebziger. Kein Wunder, denn verschlüsselt beschreibt er das Phänomen einer „entarteten“ Jugend, der sich eine hilflose Elterngeneration gegenübersieht. Ohne je diese Tiefe zu erreichen, entstanden in der Folge dieses Megaerfolges solche Horrorfilme wie „Das Omen“, „Damien“ und „The Changeling“.

Joachim Kerzel ist deutsche Stimme von Dustin Hoffman, Jack Nicholson und fast allen Stephen-King-Hörbüchern. Seine Stimme ist hier durch zahlreiche Filter gejagt, um die zahlreichen Stimmen, in denen der Dämon zu uns spricht, darstellen zu können – ein wahres Stimmenkonzert, dazu geeignet, nicht nur Ehrfurcht und Verwunderung, sondern auch tiefe Angst auszulösen. Die Warnung des Verlags kann ich daher nur eindringlich unterstreichen: Dieses Hörbuch ist nur ab 16 Jahren zu empfehlen! Am besten hört man sich die Lügen und Obszönitäten des Dämons nur in Begleitung an.

Das Hörbuch lässt den gesamten Vorspann weg, der im Irak spielt, und steigt gleich mit den ersten Szenen ein, die sich im Haus der Schauspielerin Chris abspielen, im noblen Washingtoner Vorort Georgetown, wo es auch eine katholische Universität gibt. Gegenüber liegt das Jesuitenkolleg. Chris ist geschieden, steht auf eigenen Beinen und ist erfolgreich. Sie dreht einen Film mit einem Regisseur namens Burke Dennings an der Uni.

Regan, die 12-jährige Tochter der Schauspielerin, beginnt sich negativ zu verändern. Der Dämon Pazuzu hat sich im Haus eingenistet und verursacht zunächst nur Klopfgeräusche auf dem Dachboden. Regan nennt ihn Captain Howdy und spielt mit ihm. Sie wird unzufrieden und vergesslich.
Wenige Tage später bekommt Regan bereits zahlreiche Medikamente, die dazu dienen sollen, Schizophrenie, Hysterie und andere Syndrome zu bekämpfen. Sie redet in unbekannten Sprachen und ist gewalttätig. Eines Tages liegt Burke Dennings tot am Fuße der Treppe neben dem Haus. Er hat ein gebrochenes Genick, sein Hals ist nach hinten gedreht. Wurde er ermordet, aus dem Haus gestoßen?

Die Polizei nimmt die Ermittlungen in Gestalt eines William Kinderman auf, der sich als Vorläufer von Inspektor Columbo entpuppt: ebenso hinterlistig zerstreut, aber dennoch äußerst kompetent. Kinderman konzentriert sich auf den zwielichtigen Schweizer Diener namens Angstrom und stößt auf ein Geheimnis.
Als Kirchenschändungen in Georgetown entdeckt werden, untersucht auch Kinderman dies und begegnet dabei Pater Damien Karras, einem Psychiater unter den Jesuiten, der an der Uni Vorlesungen hält. Wochen später, nachdem alle Mittel der Wissenschaft an Regan versagt haben, gerät Chris über Kindermans indirekte Vermittlung an Karras. Sie bittet ihn um eine Teufelsaustreibung, einen Exorzismus.
Karras, der zunächst an hysterische Autosuggestion bei Regan glaubt, wird vom Dämon Pazuzu eines Besseren belehrt. Er kommt sogar dem fremdartigen Gestammel des Dämons auf die Spur, als er sein Tonband rückwärts ablaufen lässt. Er beantragt einen Exorzismus und erhält die Genehmigung der Kirche, das Römische Ritual mit der Hilfe eines erfahrenen Exorzisten namens Lancaster Merrin durchzuführen. Merrin kennt den Dämon Pazuzu bereits aus dem Irak.

Der Rest ist sozusagen Geschichte. Am Ende müssen zwei Patres ihr Leben lassen, um das des Mädchens zu retten.

Ich habe das Buch bereits an anderer Stelle rezensiert und möchte nicht viel Weiteres hinzufügen. Es gibt sicherlich Stellen, die man hätte kürzen können, denn der Autor geht stark auf die vorhandene Fachliteratur ein. Das ganze Hinundher mit Wissenschaft, Psychologie, Psychotherapie und so weiter scheint nur aufzuhalten, dient aber letzten Endes dazu klarzumachen, wie verzweifelt ein Mittel wie der Exorzismus sein muss – sozusagen der letzte Strohhalm, den Chris ergreift.
Der Exorzismus selbst ist keineswegs Show, sondern ein vorgeschriebenes Ritual, das Jahrhunderte alt ist. Die konkrete Teufelsaustreibung an Regan ist eine schmerzvolle, oftmals ekelerregende Prozedur, die den Glauben der beiden Patres auf die härteste Probe stellt. Karras, dem eine Mitschuld am Tod seiner kürzlich verstorbenen Mutter gegeben wird, ist einigermaßen geschwächt durch Selbstzweifel. Und so sieht er für sich und die Situation nur einen Ausweg: Selbstopferung.

Wie ich schon des öfteren geschrieben habe, gehört für mich Joachim Kerzel zur ersten Garde der deutschen (Synchron-) Sprecher. Auch seine Kooperation etwa mit Franziska Pigulla klappt hervorragend (kürzlich bei Folletts „Leopardin“). Doch beim „Exorzisten“ hat er sich selbst übertroffen.
Seine Fähigkeit, seine Stimme jeder Situation, Figur und Emotion anzupassen, ist schon erstaunlich genug. Doch diesmal erhält er Unterstützung von der Technik. Die Klangeffekte und digitalen Sprachfilter, durch die wir seine Stimme hören, sind von verblüffender Vielfalt und Effektivität. Dadurch wird seine Vortrag zu wesentlich mehr: zu einem Einmann-Hörspiel.
Telefonstimmen sind ja noch das Einfachste. Doch Halleffekte und Dubbings kommen hinzu. Insgesamt hat man sich bei der Soundregie offenbar am Vorbild des Friedkin-Films orientiert. Verzerrte Atemgeräusche des Dämons, tiefes Knurren, Spritz- und Kratzgeräusche, Poltern, Scheppern und Krachen gehören dazu. Am beunruhigendsten für den Zuhörer ist nicht diese Geräuschkulisse der Gewalt. Es ist vielmehr der subtil schleichende Eindruck, den sehr tiefe Töne erzeugen: der Eindruck von etwas äußerst Bedrohlichem.

Es ist unmöglich, sich dieser beängstigenden Wirkung, die unterschwellig wirkt, willentlich zu entziehen, und das macht das Anhören des Hörbuchs, besonders ab CD 5, so potenziell gefährlich. Man möchte nicht gerade bei solchen Szenen riskante Überholmanöver auf der Autobahn versuchen.

Ist der Horror- und Kriminalroman an sich bereits ein spanenndes und beklemmendes Erlebnis, so wird diese Wirkung noch vielfach potenziert durch die Mittel, die bei diesem Hörbuch – um nicht zu sagen: Hörspiel – eingesetzt werden. Das Anhören ist ein unvergessliches Erlebnis, und für so manche schlaflose Nacht ist gesorgt.

_Michael Matzer_ (c) 2003ff
(lektoriell editiert)

Hohlbein, Wolfgang – Intruder

Drei deutsche Biker haben ihren Traumurlaub im Marlboroland zwischen Grand Canyon und Monument Valley gebucht. Doch ein wütender Indianergeist, der Wendigo, sorgt für einiges Ungemach: Es wird ein Albtraum-Urlaub…

Wolfgang Hohlbein ist schlicht und ergreifend einer der erfolgreichsten Autoren von phantastischen Erzählungen, meist in Romanform. Zu „Intruder“ muss man allerdings anmerken, dass dieser Roman in sechs Lieferungen verkauft wurde. Dieses Vorgehen haben schon Stephen King und John Saul vorgemacht. Hohlbein kann es genauso gut. Jede der Lieferungen entspricht einem Tag des erzählten Geschehens. Und am siebten Tage ruhte der Schöpfer und sah, dass es gut war…

Es hatte eigentlich ein unbeschwerter Urlaub werden sollen: mit der Harley-Davidson über die Route 66 und andere legendäre Landstraßen im Südwesten der USA brausen und die unendliche Weite und das „Gefühl von Abenteuer und Freiheit“ genießen. Marlboro-Land: der Grand Canyon und das Monument Valley. Yeah, baby.

Die drei Freunde haben alles schon von Deutschland aus organisiert und gebucht. Mike Wolff, der Schriftsteller, ist der Pessimist und Skeptiker – das ist bei seiner berufsbedingten lebhaften Fantasie ja kein Wunder. Stefan, der Zahnarzt, und Frank sind die optimistischen Planer im Trio. Doch einer von ihnen hat Mist gebaut: Statt der gewünschten Harley-Davidsons gibt es nur behäbige Suzuki-Schüsseln zu steuern: VL800, mit dem ominösen Beinamen „Intruder“ (Eindringling).

Es liegt aber nicht an den Motorrädern, dass die Tour, die von Arizona zum Grand Canyon führt, unter einem schlechten Stern zu stehen scheint. Als die drei Deutschen einer Indianerfamilie begegnen, verursacht das Hänseln des kleinen Indianerjungen bei Mike einen Wutanfall, den er nur mit Mühe unterdrückt – und nicht ohne sich lächerlich zu machen. Das wiederholt sich, und so hat Mike die Indianerfamilie in ihrem schwarzen Van auf dem Kieker.

In einer Schlucht am Ende einer abgelegenen Straße besuchen die drei einen alten Indianerfriedhof. Dabei hat Mike eine lebhafte Vision: eine plötzliche hervorbrechende Wasserwand, die ihn in der trockenen Schlucht zu ersäufen droht. In einer Indianersiedlung hat Mike eine zweite Erscheinung: In einer der kargen Hütten kontaktiert ihn der Geist eines Schamanen und verspricht, ihm beizustehen. Mike muss zunächst eine lebenslange Furcht überwinden.

Das hilft ihm aber wenig, als er bei der Rückfahrt aus der Schlucht den bewussten kleinen Indianerjungen überfährt und vor Schreck einen schweren Unfall erleidet. Seltsamerweise sind er und das Motorrad kaum in Mitleidenschaft gezogen. Überzeugt davon, er habe den Jungen auf dem Gewissen, fährt Mike weiter und trifft seine Freunde wieder.

Doch von nun an sollen Mike, Stefan und Frank kaum noch eine ruhige Minute haben. Das Pech klebt ihnen an den Fersen. Schließlich kommt es zu Szenen, die die drei nur aus John-Wayne-Western kennen: wilde Schießereien zum Beispiel. Mike, so erzählt ihm der Geist des Schamanen, hat den Indianergeist Wendigo herausgefordert. Und wie jedes Kind weiß, ist mit wütenden Geistern nicht gut Kirschen essen. Auch Mikes Freunde müssen seine „Vergehen“ ausbaden.

Hohlbein aktiviert das komplette Arsenal aller Indianerfilme, Western und Geistergeschichten, die er je gesehen oder gelesen hat: angefangen bei Skalps und Friedhöfen, über Schamanen und Flüche bis hin zu 44er-Colts. Da aber hinsichtlich Geistern bekanntlich nichts so ist, wie es scheint, fällt der Zuhörer von einer Überraschung in die andere. Da ist Aufmerksamkeit gefordert, um noch mithalten zu können. Zum Glück mache ich mir bei den meisten Hörbüchern Notizen (die ich später für den Bericht gut gebrauchen kann).

Zunächst lässt sich die Geschichte ganz locker an. Nur ein paar Merkwürdigkeiten stören den geplanten Ablauf der Dinge. Zwischen den einzelnen Rastpausen ist genügend Zeit, um geistig durchzuatmen und sich für die nächste Katastrophe zu wappnen. Allerdings werden diese Verschaufpausen zunehmend kürzer und seltener, je mehr sich die bizarren Ereignisse häufen und schließlich überschlagen. Ganz am Schluss hatte ich Mühe, den seltsamen Erscheinungen, die sich gleichzeitig auf zwei Realitätsebenen abspielen, zu folgen. Aber dafür gibt es ja die Replay-Taste.

Der Sprecher Jörg Schüttauf erledigt hier einen kompetenten Job. Da sich die hauptsächlich männlichen Stimmen kaum voneinander unterscheiden, sind seine Intonierungsfähigkeiten nur begrenzt gefordert. Wenn ich mich richtig erinnere, kommt überhaupt keine Frauenfigur vor, die etwas Wichtiges sagt. Schüttauf braucht also nie in einer höheren Tonlage zu sprechen. Festzuhalten ist, dass er richtig betont und nicht zu schnell vorträgt. Jörg Schüttauf erhielt 1993 den Adolf-Grimme-Preis und 1995 den Fernsehpreis der Akademie für Darstellende Künste. Der Schauspieler machte sich mit Rollen im „Tatort“ und im „Fahnder“ einen Namen.

Man mag von Hohlbeins Erzählkunst halten, was man will, so viel steht fest: Er versteht es zu unterhalten. Wie gesagt, bietet er dafür das komplette Inventar des amerikanischen Südwestens auf, gestapelt in einer immer wilder werdenden Geister- und Visionen-Story, die sich an ihrem Höhepunkt zu reiner Fantasy auswächst.

Die Horrorelemente sind strategisch wirkungsvoll platziert, so dass für ordentlich Gänsehaut gesorgt ist. Da sie meist unvermittelt auftauchen, ist auch eine gewisse Schockwirkung gewährleistet. Leider wirken diese „Spezialeffekte“ nach einer Weile willkürlich inszeniert und lassen den anspruchsvollen Zuhörer zunehmend gleichgültig reagieren. Daher muss der Autor die „Dosis“ steigern. Und das führt zu einem Höhepunkt, dessen Sinn für manchen schon recht zweifelhaft aussieht.

Ich persönlich stehe mehr auf psychologisches Gruseln, ab und zu auch mal auf Clive Barker oder etwas von Stephen King. Hohlbein bietet mit „Intruder“ handfeste, nahrhafte Horror-Fantasy-Kost, die wohl vor allem ein männliches Publikum anspricht. Und das müssen nicht unbedingt Motorradfans sein. Auch wer nicht mal eine Harley-Davidson von einer Suzuki-„Reisschüssel“ unterscheiden kann, wird wohl professionell von Hohlbein bedient.

Spielzeit: 407 Minuten auf 6 CDs

_Michael Matzer_ (c) 2003ff
(lektoriell editiert)

Tolkien, J. R. R. – Hobbit, Der

In „Der Hobbit“ erzählt J. R. R. Tolkien die Geschichte des Hobbits Bilbo Beutlin. Hobbits sind nur etwa halb so groß wie Menschen und noch kleiner als Zwerge. Es ist gar nichts von Zauberei an ihnen, außer die alltägliche Gabe, rasch und lautlos zu verschwinden.

Eines Morgens bekommt Bilbo Beutlin überraschenden Besuch von Gandalf, dem Zauberer, und dreizehn Zwergen. Die dreizehn Zwerge, unter der Führung von Thorin Eichenschild, wollen versuchen, dem Drachen Smaug den Schatz wieder abzunehmen, den dieser dem Großvater von Thorin, dem König unter dem Berge, vor langer Zeit geraubt hatte. Zu diesem Zweck benötigen die Zwerge jedoch einen erfahrenen Meisterdieb, der sie unterstützen soll. Obwohl Bilbo gar keine Erfahrung als Meisterdieb und eigentlich auch überhaupt keine Lust auf ein Abenteuer hat, erklärt er sich bereit, die Zwerge auf ihrer Queste zu begleiten.

Damit beginnt eine gefahrvolle Reise quer durch die Nebelberge und den unheimlichen Nachtwald zum einsamen Berg, wo Smaug und der Schatz warten.
Am Anfang eher eine Belastung für die Zwerge, entwickelt sich Bilbo im Laufe der Reise zu einem erfahrenen Abenteurer, der mit Witz, Verstand und der Hilfe eines Ringes, der seinen Träger unsichtbar macht, seine Gefährten aus so mancher Gefahr rettet.

Als Bilbo und die Zwerge schließlich nach vielen bestandenen Abenteuern am einsamen Berg ankommen, muss sich zeigen, ob ein Meisterdieb einen Drachenschatz stehlen kann.

„Der Hobbit“, zum ersten Mal 1937 erschienen, ist J. R. R. Tolkiens erstes nichtwissenschaftliches Buch. Ursprünglich als reines Kinderbuch und zum eigenen Vergnügen geschrieben, ist es der Vorläufer zur großen „Herr der Ringe“-Trilogie. Bilbo findet hier den „Einen Ring“, Saurons Ring, der aber noch nichts Unheilvolles an sich hat, sondern eher ein wertvolles Hilfsmittel für Bilbo darstellt. Auch erfährt man noch nichts über die komplexe Geschichte von Mittelerde, jedoch werden bereits fast alle wichtigen Bewohner Mittelerdes kurz vorgestellt. So lernt man die Hobbits kennen, Gandalf den Zauberer, die Zwerge, die Elben und ebenso die Orks.

Tolkien, 1892 in Bloemfontein in Südafrika geboren, lehrte viele Jahre als Professor für englische Sprache und Literatur in Oxford. Der Sprachwissenschaftler, der in seiner Gesellschaft die Verwurzelung in Mythen vermisste, hatte bereits vor dem „Hobbit“ mit der Erschaffung einer völlig autonomen Phantasiewelt begonnen, die nicht nur eine eigene Schöpfungsgeschichte, sondern auch eine über viele Zeitalter währende Historie aufweist, mitsamt ihren Völkern, eigenen Sprachen und einer eigenen Geographie. Er verstarb 1973, nach kurzer Krankheit, in einem Krankenhaus in Bournemouth, England.

Das Hörspiel wurde 1980 für den Westdeutschen Rundfunk entwickelt. Eng an der Buchvorlage angelehnt, jedoch um einige unwichtige Szenen und überflüssige Erklärungen gekürzt, gelang es den Produzenten, die spannende Atmosphäre des Buches vollständig einzufangen. Die durch die verschiedenen Sprecher sehr lebendig gestalteten Dialoge geben dem Hörer das Gefühl, direkt mit Bilbo und den Zwergen an der Reise teilzunehmen. Man merkt zwar, dass „Der Hobbit“ als Kinderbuch geschrieben worden ist, daran kann auch die gestraffte Hörspielversion nichts ändern; „Der Hobbit“ erzählt aber trotz allem auf wunderbare Weise, wie der so unwahrscheinliche Held Bilbo Beutlin über sich selbst hinauswächst und schließlich alle, einschließlich sich selbst, überrascht.

Das Hörspiel besteht aus vier CDs mit insgesamt 270 Minuten Spieldauer. Besonders schön sind die beigefügten Booklets. Neben Informationen zu den Sprechern des Hörspiels, kann man in einer Kurzbiografie die wichtigsten Daten über Tolkiens Leben nachlesen oder sich in den Stammbäumen von Bilbo und Thorin über deren Vorfahren informieren. Zwei kleine Karten, eine Auenland-Karte und eine Mittelerde-Karte sowie kurze Informationen über Hobbits, Zwerge, Orks und das Land Mittelerde runden das Ganze ab.

Die Sprecher sind:

Erzähler: Martin Benrath
Bilbo Beutlin: Horst Bollmann
Gandalf: Bernhard Minetti
Bombur: Herbert Grünbaum
Thorin: Heinz Schacht
Gollum: Jürgen von Manger
Balin: Wolfgang Spier
Erste Spinne: Uta Hallant
Zweite Spinne: Liselotte Rau
Gloin: Herbert Weissbach
Dwalin: Friedrich W. Bauschulte
Waldkönig/Meister: Heinz Theo Branding
Dori/Fili/Kili/
Kommandant/Flösser: Rolf Schult

Mehr Information zu J. R. R. Tolkien gibt es unter:
http://www.tolkiengesellschaft.de

http://www.hoerverlag.de

King, Stephen – Mädchen, Das

Muss man noch etwas über Stephen King sagen? Vermutlich nicht, nur dass der erfolgreichste Horrorschriftsteller sich in den letzten Jahren bemüht hat, nicht mehr nur Genre-Horror zu schreiben, sondern sein Spektrum Richtung klassischer englischer Erzählliteratur auszudehnen. Zu diesen – nicht immer einhellig begrüßten – Ausflügen gehören „Dolores“, „Der Buick“ und eben auch „Das Mädchen“. Schrecken und Grauen (keineswegs das Gleiche) haben viele Gesichter. Für King haben Monster ausgedient.

„Die Welt hat Zähne. Und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will.“ Diese elementare und niederschmetternde Erfahrung muss in diesem Hörbuch ein Mädchen machen, das nur neun Jahre alt ist (und groß für sein Alter): Patricia McFarland. Kaum ist sie vom Weg abgewichen, zeigt sich eben jene Welt in den Wäldern auf gnadenlose Weise. Aber Trisha hält durch, gerade mal so. Dieses fabelhaft produzierte Hörbuch bietet die ungekürzte, musikalisch und akustisch untermalte Lesung zweier Spitzenkräfte der Sprecherszene: Joachim Kerzel und Franziska Pigulla.

Franziska Pigulla, die deutsche Stimme von Akte-X-Star Gillian Anderson („Scully“), hat bereits mit Joachim Kerzel Ken Folletts Hörbuch „Die Leopardin“ gesprochen. Während ihrer Schauspielausbildung in Berlin trat sie als Sprecherin im Hörfunk hervor. Sie verfügt über ein beeindruckendes Gespür für Dramatik: Ganz gleich, ob sie sanft und weich Liebeserklärungen haucht, mit knurrendem Grollen droht oder mit größter Lautstärke Befehle oder Flüche brüllt – stets kommt sie völlig glaubwürdig und lebendig herüber.
Joachim Kerzel ist die deutsche Stimme von Dustin Hoffman, Jack Nicholson und fast allen Stephen-King-Hörbüchern.

Zur Handlung: Die neunjährige Patricia McFarland geht auf einer Wanderung durch die westlichen Wälder und Vorberge Maines verloren. Eigentlich wollte sie ihrer Mutter und ihrem Bruder Pete, die sich vor lauter Streit nicht mehr an Trishas Existenz zu erinnern schienen, nur eins auswischen: Schaut, ich bin weg – macht euch in die Hosen vor Angst um mich! Es ist wie ein kleiner Selbstmord, mit einem Hilferuf als Botschaft. Doch aus dem kleinen Abstecher wird bitterer Ernst, als sich Trisha immer weiter im undurchdringlichen Urwald des westlichen Maine verliert, aus dem kein Weg herauszuführen scheint. Bis zu ihrer Rettung zehn Tage später verliert sie mehr als zehn ihrer mageren 44 Kilo! Mutterseelenallein kämpft sie sich durch eklige Sümpfe und Schwärme von Stechmücken. Und ein wildes Tier schleicht wie ein Gespenst um sie herum. Schließlich hat sie vor lauter Auszehrung und Krankheit Visionen, so etwa vom Gott der Verirrten, der aus Wespen zu bestehen scheint.

Einzig und allein ihr Walkman-Radio bewahrt sie vor dem Untergang. Sie hört die Reportagen von Baseballspielen in Boston, Massachusetts. Zu den Red Sox gehört ihr verehrter Lieblingsspieler Tom „Flash“ Gordon. Sie trägt eine von ihm signierte Baseballkappe und sein Trikot mit der Spielernummer 36 drauf. Sie muss immerzu an ihn denken und die Art, wie er nach einer erfolgreichen Aktion den Zeigefinger gen Himmel reckt. Auf wen oder was zeigt er da bloß? Auf Gott? Nach mehr als einer Woche, völlig entkräftet, beginnt Tom Gordon sie zu begleiten. Er erklärt ihr, wann ihre letzte Chance, dieses Todesspiel für sich zu entscheiden, gekommen ist: „Gott erscheint immer erst in der zweiten Hälfte des neunten [= letzten] Durchgangs“, also kurz vor Schluss. Und so kommt es, dass sich Trisha in einer schier übermenschlichen Anstrengung das Leben bewahren kann. Denn ihr Widersacher, den sie den „Gott der Verirrten“ nennt, stellt sich ihr in letzter Sekunde in den Weg. Aber Tom Gordon hat sie einen Trick gelehrt, mit dem sie sich zu wehren weiß.

Das Leben als tödliches Baseball-Match? Für die junge, tapfere Trisha schon. Und wie viele kleine Kinder reißen von zu Hause aus, weil ihre Eltern geschieden sind und sie die Trennung unerträglich finden, nur um dann in der Drogenszene oder Prostitution zu enden? Das Leben hat Zähne, und es beißt zu, wenn man es am wenigsten erwartet – diese Lektion bekommt Trisha am eigenen Leib zu spüren. Hier nimmt sich Stephen King ohne allzu viel Spezialeffekte des Schicksals der Opfer von gescheiterten Beziehungen an. Die Kinder sind zudem die schwächsten Opfer. Geliebte Idole wie Tom Gordon helfen offenbar nach Kings Meinung, einiges zu überstehen. Tom erzählt Trisha nicht nur vom Leben, sondern auch von Gott. Der hilft dir nur, wenn du bereit bist, dich nicht selbst aufzugeben. Und das schafft das kleine Mädchen – mit knapper Not. Der Glaube an Tom Gordons Gott steht ihrer Neigung entgegen, sich der Lockung des Gottes der Verirrten zu ergeben: der Verzweiflung durch das Aufgeben der letzten Hoffnung. So findet in ihr der ewige Kampf um das Festhalten an einem Sinn für das eigene Leben statt, den jeder, der in Not ist, ausfechten muss.

Es ist der erste, bislang ungenannte Gott, von dem sie als erstes abfällt, weil er sie nicht unterstützt. Es ist der Gott ihres Vaters. Larry Mcfarland, ein Alkoholiker vor dem Herrn, faselte Trish gegenüber etwas von dem „unterschwellig Wahrnehmbar“ vor. Im Original verwendete er wohl das Wort „subliminal“, korrekterweise. Aber im allgemeinen wird der christlich-jüdische Gott (Jahwe) als „das Sublime“ bezeichnet: das Erhabene, das zugleich Schrecken und Schönheit birgt (seit dem 17. Jahrhundert). Aber das „unterschwellig Wahrnehmbare“ ist nichts, auf das man wie Tom Gordon zeigen und sagen könnte: „Seht her – ich hab’s Gott gezeigt.“ Und einen solchen Gott braucht Trisha unbedingt. Denn sonst unterliegt sie, wie sich zeigt, den Schrecken und der Verzweiflung und der Selbstaufgabe, die ihr der Wespengott, der Gott der Verirrten, der „Herr der Fliegen“, anbietet.

In ihrer „rite of passage“ durchläuft Trisha die verschiedenen Stadien der Verzweiflung. Geprüft bis zum innersten Kern, muss sie sämtliche Werte, die ihr die Welt mitgegeben hat, auf den Prüfstand stellen und sich nach dem Ergebnis richten. Die Erkenntnis von Welt und Gott verwandeln sie völlig, und die Eltern, die an ihrem Krankenhausbett wachen, erkennen die neue Trisha kaum wieder – bis auf ihren Vater, dem sie eine Botschaft übermittelt, die nur ein Baseballfan versteht.

Trisha ist mit Sicherheit die glaubwürdigste weibliche Figur, die King je geschaffen hat, obgleich es sich zunehmend um eine metaphysisch stattfindende Reise handelt, die King erzählt. Seine Prosa war selten so angemessen und wirkungsvoll, auch wenn ab und zu auktoriale Absätze mit Erklärungen eingeschoben sind. Er scheut sich nicht, die peinlichsten Situationen zu schildern und bricht (nur amerikanische?) Tabus, wenn er ein kleines weißes Mädchen Wörter wie „Scheiße“, „Zum Teufel“ und sogar „Fuck you!“ sagen lässt. (Okay, diese Sachen hat sie eigentlich von ihrer Freundin Pepsi Robichaux.) Und er lässt sie sogar in ihre eigene Kacke fallen, wovon sie natürlich nie ein Sterbenswörtchen verraten würde. Die deutsche Übersetzung von Wulf Bergner nimmt ebenso kein Blatt vor den Mund. So geht nichts von der sprachlichen Wucht des Textes verloren, der sich kein Leser entziehen kann.

Die beiden Sprecher wechseln sich ab. Das Buch ist ja in „Durchgänge“ eingeteilt, also Innings wie bei einem zünftigen Baseballmatch. Jeder spricht ein oder zwei solcher Durchgänge. Man kann dadurch sehr gut ihre individuelle Vortragsweise vergleichen. Kerzels Stimme ist natürlich bassbetont, verfügt aber auch über die Fähigkeit, sich in erstaunliche Höhen emporzuschrauben, um Trishas Kinderstimme wiederzugeben. Man könnte nicht sagen, dass er bestimmte Passagen besser oder schlechter liest als seine Kollegin, aber er trägt den Text definitiv schneller vor. Ich hatte den Eindruck, dass er Reisepassagen bevorzugt, während Pigulla überlegende Passagen vorzieht, die Trishas ‚inner space‘ widerspiegeln. Mit ihrem Gespür für Dramatik setzt Pigulla vor allem das Tempo als Haupteffekt ein: sie verzögert vor wichtigen Wörtern oder Sätzen. Sie wispert, kreischt, jauchzt und brüllt – Letzteres in jenes virtuelle Mikro, das die Basellballmatches in Trishas Walkman überträgt. Der Mikro-Effekt wird sehr wirkungsvoll eingesetzt. Meist sind es die bekannten Sportkommentatoren, die Trisha im Radio hört und die sie alle bewertet. Der Mikro-Effekt erlaubt es der Sprecherin, größte Lautstärke einzusetzen. Am besten hat mir gefallen, wenn sie Trisha „Yeah, baby!“ rufen ließ. Die Musik wechselt je nach Anlass und Stimmung – von Hardrock für Action bis hin zu heiterer, trauriger oder angespannter Instrumentierung. Zu den eingesetzten Geräuschen gehören Donnerschläge, aber auch das Zirpen von Grillen oder Heuschrecken – und natürlich Wespen…

Nach dem Epilog folgt noch ein Nachwort des Autors. Das wird von Ulrich Pleitgen gesprochen, was nirgends auf der CD vermerkt ist. King bedankt sich bei den Experten, ist aber selbst ein Fachmann für Baseball. Sein eigener Sohn Owen spielt(e) in der Little League mit – er könnte das Vorbild für Trisha gewesen sein.

Aufgrund der zahlreichen Effekte und der Musikuntermalung rückt dieses Hörbuch schon in die Nähe einer dramatischen Inszenierung, wie sie ein Hörspiel darstellt, nur dass im Hör- oder Radiospiel die Rollen von verschiedenen Sprechern vorgetragen werden. Aber auch so ist „Das Mädchen“ eine höchst dramatische Angelegenheit. Dass es Leser gibt, die diese Erzählung für das langweiligste Buch halten, das sie je von Stephen King gelesen haben, erscheint angesichts der Dramatik, die die Geschichte entwickelt, beinahe unglaublich. Wie auch immer: „Das Mädchen“ kann es an Grauen und Schrecken beinahe mit dem ebenso fabelhaft und effektreich inszenierten Hörbuch „Der Exorzist“ aufnehmen, das Kerzel alleine spricht. Wen diese Aussage verwundert, sei auf das Anhören des entsprechenden Hörbuchs verwiesen. Wer bei einer King-Story auf Berge von Leichen und das eine oder andere UFO oder Alien wartet, dürfte natürlich bitter enttäuscht werden. Das einzige Alien, das hier auftaucht, ist der Wespengott – und der befindet sich zu 99 Prozent in Trishas Einbildungskraft. Die Aliens, die sind wir selber. Was brauchen wir noch UFOs dafür?

Dieses Hörbuch ist ziemlich teuer: knapp 45 Euro. Dafür bekommt man schon eine Reihe von DVDs unter 10 Euro. Da aber dieses Buch aus dramaturgischen und ästhetischen Gründen bis auf weiteres nicht verfilmt werden dürfte, stellen Buch und Hörbuch die einzigen Medien dar, in denen man es genießen kann. In der jetzigen Form ist das Hörbuch jeden Cent wert, den man dafür ausgeben muss. In einer Zeit, in der sogar die meisten TV-Filme nur gekürzt gezeigt werden, bietet es zur Abwechslung mal ungekürztes Vergnügen an.

_Michael Matzer_ (c) 2003ff
(lektoriell editiert)

Cornwell, Patricia – Wer war Jack the Ripper? Porträt eines Killers

„Wer war Jack the Ripper?“ Bis jetzt gelang es wohl niemandem, diese Frage mit endgültiger Sicherheit zu beantworten. Seit 115 Jahren wurde versucht, dieses „Mysterium“ zu lösen und dabei hat man unzählige Theorien über die Identität des Rippers entwickelt. Einige davon klingen äußerst plausibel, jedoch beruhen alle auf Annahmen und Vermutungen. Für keine Theorie konnten bis jetzt schlüssige Beweise erbracht werden.

Fakt ist, dass zwischen dem 31. August und dem 9. November 1888 in Londons „East End“-Stadtteil Whitechapel fünf Prostituierte auf grausame Weise ermordet wurden. (Über die Jahre schwankte die Zahl der dem Ripper zugeschriebenen Morde, aber diese fünf werden von fast allen Autoritäten auf diesem Gebiet akzeptiert.)
Das erste Opfer, Mary Ann (Polly) Nichols, wurde am 31. August gegen vier Uhr morgens gefunden. Sie starb an zwei vertikalen Schnitten durch ihren Hals, die sowohl die Luftröhre als auch die Speiseröhre durchtrennten. Nach Aussage des herbei gerufenen Arztes war sie noch nicht länger als eine halbe Stunde tot und sie wurde an ihrem Fundort getötet. Von den befragten Anwohnern hatte jedoch niemand etwas Verdächtiges gesehen oder gehört. Im Leichenschauhaus wurde dann festgestellt, dass Polly’s Unterleib tiefe Messerschnitte aufwies, die ihr aber vermutlich erst nach dem Tod zugefügt wurden.
Das zweite Opfer, Annie Chapman, wurde am 8. September um sechs Uhr morgens gefunden. Obwohl die Straßen um diese Zeit schon belebt waren, hatte auch diesmal niemand etwas gesehen oder gehört. Der untersuchende Arzt vermutete, dass sie seit etwa zwei Stunden tot war. Annie Chapman wurde am Fundort vermutlich erst bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und anschließend mit einem Schnitt durch die Kehle getötet. Auch ihr Unterleib wurde nach dem Tod mit einem Messer zerschnitten.
In der Nacht vom 29. auf den 30. September wurden zunächst das dritte Opfer Elisabeth Stride und dann das vierte Opfer Catherine Eddowes gefunden. Elisabeth Stride, entdeckt um ein Uhr morgens in Dutfield Vard, war vermutlich erst eine halbe Stunde tot, als man sie fand. Ihr wurde die Kehle durchgeschnitten und ihr Unterleib wurde mit einem Messer ausgeweidet. Ebenso war es bei Catherine Eddowes, die etwas später am Mitre Square aufgefunden wurde.
Das fünfte und vermutlich letzte Opfer des Rippers war Mary Kelly, die man am 9. September in ihrem Zimmer mit durchtrennter Kehle und grausam verstümmeltem Unterleib fand.

Die wohl bekannteste und in Filmen und Büchern am meisten verwendete Theorie über die Identität des Rippers ist die „Königliche Verschwörung“ (die auch die Grundlage für den neuesten Ripper-Film „From Hell“, basierend auf einer Comic-Reihe, bildete):
Prinz Albert Victor, Enkelsohn von Queen Victoria, verliebt sich in ein armes Mädchen aus Whitechapel, schwängert und heiratet sie anschließend in einer geheimen Trauung. Um einen Skandal für die Queen zu vermeiden, müssen sowohl das Mädchen und ihr Kind, aber auch ihre fünf Freundinnen, die davon wissen, beseitigt werden. Der königliche Leibarzt nimmt sich der Sache an, bringt das Mädchen in ein Irrenhaus und erfindet für die fünf Freundinnen „Jack the Ripper“. Da diese Theorie sehr viele Lücken aufweist und Teile davon einfach erfunden wurden, gehört sie zu den weniger glaubwürdigen.

Die amerikanische Krimi-Autorin Patricia Cornwell, die vor allem durch ihre Kay-Scarpetta-Romane bekannt geworden ist, behauptet nun, dass die grausamen Morde von Englands angesehenem viktorianischen Maler Walter Sickert begangen wurden. Die ehemalige Polizeireporterin gab über sechs Millionen Dollar aus, um ihre Theorie mit Beweisen zu untermauern. Sie befragte Forensiker, DNA-Analytiker, Graphologen und Kunsthistoriker und kaufte mehrere Bilder Sickerts, um diese auf DNA-Spuren zu untersuchen. Diese wollte sie dann mit DNA-Spuren vergleichen, die eventuell auf einem oder mehreren von den 250 von Jack the Ripper unterschriebenen Briefen vorhanden waren. Leider hatte sie bei der Suche nach DNA-Spuren keinen Erfolg. Ihre Theorie stützt sich bislang also nur auf Vermutung und Indizien. So malte Walter Sickert einige makabre Gemälde, die Cornwell mit dem Ripper in Verbindung bringt. Auf einem seiner Gemälde will sie beispielsweise das Zimmer wiedererkennen, in dem Mary Kelly (Opfer Nr. 5) ermordet wurde. Außerdem hat sie herausgefunden, dass ein weithin als echt eingestufter Brief des Rippers das gleiche Wasserzeichen aufweist wie die Korrespondenz des Malers. Walter Sickerts psychologisches Profil scheint dazu für einen Serien-Killer maßgeschneidert zu sein. Er hatte einen gewalttätigen Vater und wurde mit einer Penis-Mißbildung geboren. Durch einen chirurgischen Eingriff im Kindesalter musste er wahrscheinlich mit einer Verstümmelung leben.

Patricia Cornwell schafft es aber in „Wer war Jack the Ripper?“, ihre Vermutungen auf packende und überzeugende Weise darzustellen. Vor allem die Beschreibungen der fünf Whitechapel-Morde sind sehr eindrücklich und nichts für schwache Nerven, obwohl, oder gerade weil sie ohne die in fiktiven Romanen übliche Effekthascherei beschrieben werden. Die Atmosphäre der viktorianischen Epoche wird durch die sorgfältige Recherche der Autorin überzeugend geschildert. Ein großer Nachteil bleibt jedoch, dass Patricia Cornwell in der Chronologie hin und her springt, was zwar dem wirklichen Verlauf ihrer Ermittlungen entspricht, es aber dem Zuhörer sehr erschwert, ihrem Versuch, Walter Sickert als Ripper zu überführen, zu folgen.

Die im Vergleich zum Buch gekürzte Hörbuchfassung wird im Wechsel von Fransiska Pigulla (bekannt als Synchronstimme von „Scully“ aus „Akte X“) und Stephan Benson gelesen. Sie besteht aus vier CDs mit einer Gesamt-Laufzeit von 293 Minuten. Negativ fällt das Papp-Booklet auf, das die CDs enthält. Es ist nicht sehr stabil und die CDs werden nur eingesteckt, können also jederzeit bei unvorsichtiger Handhabe herausrutschen und die Handhabung ist für die Oberflächenbeschichtung nicht gerade schonend.

Homepage der Autorin: http://www.patriciacornwell.com

Deutsche Infoseite zum Thema: http://www.jacktheripper.de