Daley, Robert – Aufruhr in Harlem

|Originaltitel: Tainted Evidence|

Der amerikanische Autor Robert Daley war lange Zeit Polizist des N.Y.P.D. und hat sich mittlerweile als Verfasser von Dutzenden Polizeiromanen in den USA einen Namen gemacht.

Die Detectives Dan Muldoon und Mike Barone sind im 32. Revier in New York tätig, das sich von der 127. bis zur 157. Straße erstreckt und in dem etwa 100.000 Menschen, vornehmlich Schwarze, leben. Große Erfolge haben beide nicht vorzuweisen, ihr Alltag besteht zumeist aus der Verfolgung von Kleinkriminellen und nächtlichen Streifen durch Harlem.

Als Muldoon von einem Spitzel Hinweise auf das Versteck von Lionel Epps erhält, einem Drogendealer, der in einem anderen Bezirk bereits wegen Mordes vor Gericht stand, organisiert er hastig und ohne entsprechende Kompetenzen ein Überfallkommando. Der Zugriff auf den schwer bewaffneten Epps endet in einem Fiasko, bei dem mehrere Beamte schwer verletzt werden, der Gesuchte jedoch verhaftet werden kann.

Der Fall wird der stellvertretenden Staatsanwältin Karen Henning übertragen, die in kürzester Zeit in üble politische Intrigen und Machenschaften um die Wiederwahl des Bezirksstaatsanwalts verstrickt wird und vor der Entscheidung steht, den Fall auf politisch opportune Weise zu verfolgen oder ihrer beruflichen Ethik zu folgen. Epps wird von dem schillernden Anwalt Justin McCarthy vertreten, der keine Gelegenheit auslässt, mit übelster Polemik und Lügen öffentlich den Rassenhass der weißen Polizisten gegen die schwarzen Ghettobewohner Harlems anzuprangern und diesen dadurch noch zu schüren. Die Entscheidung der Geschworenen führt letztlich zu Krawallen in Harlem.

Der reißerische (deutsche) Titel hält nicht, was er verspricht. Der „Aufruhr in Harlem“ nimmt einen nur geringen Teil des Buchs ein und ist ohne Leidenschaft oder Spannung geschildert. Vielmehr handelt es sich um eine wenig aufsehenerregende Mischung aus Cop- und Justizthriller, die sich zwar angenehm liest und einige interessant geschilderte Einblicke in das schwarze Harlem der frühen Neunzigerjahre bietet, aber in Stil wie Story nur Mittelmaß darstellt. Dazu bedienen die, durchaus lebendig geschilderten Protagonisten aus Polizei- und Politikkreisen jedes nur erdenkliche Klischee.

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