Die drei ??? – GPS-Gangster (Folge 168)

Die Handlung:

Die drei ??? kommen zu spät: Sie können die Prinzessin nicht vor der Katastrophe retten! Zum Glück ist es nur ein Geocaching-Wettbewerb, bei dem Justus, Peter und Bob ihr Ziel um Haaresbreite verfehlen. Doch aus dem Spiel wird gefährlicher Ernst, als der geheimnisvolle Captain Skull auf der Bildfläche erscheint. Auf seinem Raubzug durch Rocky Beach spielt er ein rätselhaftes Katz- und Maus-Spiel mit der Polizei. Wird er über Leichen gehen? Können die Detektive den Wettlauf mit der Zeit gewinnen? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Als Geocacher war ich auf diese Folge sehr gespannt. Wie nah an der Realität würde das Abenteuer sein? Wie viel Freiheit dichtet der Autor wohl zur Cacherei hinzu? An der Technik würde es nicht scheitern, da war ich mir sicher, denn die Jungs sind ja schließlich auch im Internet unterwegs und kennen sich mit Gadgets bestens aus.

Wer es erträgt, der kann die Spannung kurz unterbrechen, um die im Hörspiel angegebenen Koordinaten spaßeshalber zu überprüfen. Und siehe da, auch hier hat der Autor gut recherchiert, denn wir landen westlich von Santa Monica in Kalifornien.

 

Und dann wirds langsam immer verworrener. Als ob der Autor eine Idee mit der nächsten noch toppen wollte, verspinnt er die Jungs und den Hörer in ein Storykonstrukt, aus dem nur schwer einen Ausweg zu finden ist. Aber, er schafft es.

Nicht nur wird hier in bester Geocacher-Manier gerätselt, um die nächste Station eines „Multicaches“ zu finden, es gibt auch Diebstähle, gekränkte Eitelkeiten, einen Love Interest und einen fehlenden Abschlusslacher.

Ein wirklich sehr durchdacht zusammengebauter und prima durchgeplanter Fall, der sogar ohne die letzten Wendungen noch gut unterhalten hätte. So aber wird er zu einem der für mich interessantesten, den ich seit Langem gehört hab … und nicht nur, weil ich Geocacher bin.

Nebenbei lernen wir übrigens auch die Fachbegriffe für die Ängste vor Wespen und davor, über Brücken zu gehen, welche Rolle Aktaion in der griechischen Mythologie gespielt hat und dass die große Schwester von „nett“ einen eigenen Namen hat.

Was ich auch sehr interessant finde: Vier der Sprecher tauchen gar nicht in der Liste der Sprecher auf. Mr. und Mrs. Rodman stehen nicht drin, auch ihr Sohn nicht und auch nicht der Love Interest von Justus, Valery. Das ist schon sehr seltsam.

Der Sprecher von Mr. Rodman liefert hier übrigens die mit Abstand schwächste Leistung ab. Nicht nur klingt er extrem hohl, als ob seine Tonspur extern und nicht im Studio aufgenommen wurde, sondern auch sehr unnatürlich, künstlich steif und abgelesen. Sein „Sohn“ bietet eine ähnliche Darbietung an.

Generell ist auch die Lautstärke sehr unterschiedlich abgemischt in diesem Hörspiel und über weite Strecken sehr leise.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Thomas Fritsch
Justus Jonas – Oliver Rohrbeck
Peter Shaw – Jens Wawrczeck
Bob Andrews – Andreas Fröhlich
Deborah – Gabi Libbach
Cotta – Holger Mahlich
Nigel Tillerman – Lutz Mackensy
Josh Reilly – Nicholas Müller
Lexington – Sascha Eigner
Reporter – Rasmus Borowski
Journalistin – Nical Melissian
Prescott – Rolf Becker
Sergeant Morales – Peter Weis
Mr. Arvidson – Gosta Liptow
Mrs. Arvidson – Hedy Haase
Mann – Andreas Becker

Trackliste:

01 Prinzessin
02 Cotta ist bedient
03 Die erste Spur
04 Merkwürdiger Fluchtweg
05 Auf dem Holzweg
06 Eine unglaubliche Entdeckung
07 Der Deal
08 Bis zum letzten Atemzug
09 Rache aus dem Grab
10 Justus ist nicht nett

Technik-Credits:

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Morgenstern

Die Ausstattung:

Die schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Bookletchen enthält eine Doppelseite mit zehn Cover von ausgewählten 3-???-Hörspielen. Dazu kommt noch eine Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen und eine kleine Bildvorschau für die nächste Folge 169 „Die Spur des Spielers“. Auf der Rückseite des Case finden wir eine kurze Inhaltsangabe und die Trackliste.

Zusätzlich liegt der CD-Version noch ein Werbeflyer des Mutterkonzerns des Verlags bei, in dem dessen Produkte beworben werden.

Mein Fazit:

Dieser Fall kann nicht nur Geocacher begeistern. Die Story ist verworren und klug konstruiert. Es gibt Wendungen, Rätsel und mehrere Verdächtige. Die Spannung ist stets hoch und der Hörer klebt am Lautsprecher, weil auch er wissen will, wer denn nun der Antagonist dieser Folge ist.

Der Autor hat prima recherchiert und so eine tolle Kombination aus Mystery- und Multi-Geocache und Jugendkriminalfall geschaffen, der durchweg gut unterhalten kann.

1 Audio-CD mit 77:57 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
EAN: 887254003823

www.natuerlichvoneuropa.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 4,00 von 5)

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