Die drei ??? und der gestohlene Sieg (Folge 176)

Die Handlung:

Zwei Tore liegen die L.A. Strikers zurück – zehn Minuten vor dem Abpfiff. Das Fußballspiel gegen die haushoch überlegenen Rochester Ravens scheint längst entschieden zu sein. Doch plötzlich wendet sich das Blatt und die Strikers nehmen den glänzenden Pokal mit nach Hause. Was ist geschehen? Die Ermittlungen bringen Justus, Peter und Bob auf die Spur eines skrupellosen Erpressers … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn die deutschen Fußballmänner mal wieder eine Europa- oder Weltmeisterschaft bestreiten, dann gabs bislang nicht nur immer die TV-TOTAL-AUTOBALL-Meisterschaft im Fernsehen, sondern auch regelmäßig ein neues Fußballabenteuer der drei Detektive zu erleben. Dabei wird es für die Autoren von Jahr zu Jahr schwerer, sich wirklich originelle Fälle auszudenken, denn rund um eine Fußballmannschaft sind die spannenden Einfälle schnell erschöpft. Und nach Gangster, Falle, Phantom und sogar Teufel darf der Fan gespannt sein, womit wir es diesmal zu tun bekommen. Eine Spielmanipulation? Hatten wir irgendwo schon mal … Erpresser? Auch. Und wenn wir den Klappentext anschauen, scheints ein Déjà-vu zu geben …

Aber, zum Glück ist bei den drei Jungdetektiven selten etwas so, wie es anfangs den Anschein hat und so gehts hier um Frauenfußball … angeblich … das ist doch mal eine Abwechslung … irgendwie.

Unsere bundesdeutschen Fußballer waren ja in diesem Jahr nicht so erfolgreich wie sie und wir es uns gewünscht hatten. Die Fußballdamen sind nicht Weltmeister und weder die U21-Jungs noch die U19-Spieler Europameister geworden. Klar zählen nicht nur Titel, aber alle Mannschaften hatten wirklich schlecht gespielt und es war ihr erklärtes Ziel, den Pokal zu holen. Kein Sommermärchen 2015 also im Fernsehen … wie läufts denn aber im Kopfkino so?

Dramatisch läufts … denn die Schiedsrichterin hat soeben ganz offensichtlich das Meisterschaftsspiel zwischen den Ravens und den Strikers verpfiffen. Wieso sie dann aber auf der Flucht vor dem Zuschauermob ohne Weiteres in Peters unbekanntes „Flucht“-Auto springt und Peter nicht mal dran denkt, dass sie vielleicht selbst mit dem Wagen zum Stadion gekommen sein könnte … die Aufregung wohl. Aber so sind wir auch schon direkt im neuen Fall.

Die Schlussfolgerung, dass der Antagonist dieser Folge aber aus dem nächsten Umfeld der Strikers stammt, fand ich ziemlich weit hergeholt. Wenn eine Mannschaft den Ligapokal gewinnt, wird sie sicher eine Menge Fans haben. Und dass von denen keiner den internen Namen für die Mädels, „Zons“, kennen soll, halte ich für komplett unwahrscheinlich. Die Jungs ermitteln dennoch drauf los … getrennt voneinander diesmal.

Die Spannung steigt und der Hörer schmiedet die ersten Auflösungspläne, die hier aber ziemlich offensichtlich scheinen. Und diese verwirrte ältere Dame, denen die Jungs begegnen … was hat sie denn jetzt mit dem Fall zu tun? Und was sollen die ganzen Details zum ZAUBERER VON OZ, vom DSCHUNGELBUCH und ALICE IM WUNDERLAND? Und dann kommen auch noch Vasen ins Spiel und wir sind scheinbar so weit weg vom eigentlichen Fall, wie es nur geht.

Aber … getäuscht und weit gefehlt … zum Glück. Denn aus einem verschobenen Fußballspiel wird viel mehr, als man hätte erwarten können. Dass „Fußball“ na klar am Ende nicht das Hauptthema sein würde, war schon irgendwo klar, aber immerhin bewegen wir uns nie wirklich unrealistisch weit weg und das Spiel am Anfang diente nicht nur als Mittel zum Zweck. Und am Ende sitzen wir sogar wieder da, wo wir am Anfang gesessen haben … die Menge jubelt.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Thomas Fritsch
Justus Jonas – Oliver Rohrbeck
Peter Shaw – Jens Wawrczeck
Bob Andrews – Andreas Fröhlich
Sidney – Dorothee Sturz
Tiffany – Maureen Havlena
Salma Hutchinson – Tina Eschmann
Trevor Pomery – Ben Hecker
Beatrice – Ursula Sieg
Claire – Karin Eckhold
Pflegerin – Susanne Wulkow
Roger Wolf – Stephan Schad
Menge Fußballstadion – Die Gäste der Record-Release-Party am 22.02.2015 in Dortmund

Trackliste:

01 Ein dämlicher Löwe
02 Bluthunde
03 Lieblingsbär
04 Dünne Faktenlage
05 Adlernase
06 Geflügelte Affen
07 Grinsekatze
08 Zwinkernde Augen
09 Der böse Wolf
10 Bienenzimmer
11 Kein Papagei, sondern…?
12 Und was es sonst noch so im Zoo gibt

Technik-Credits:

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten, Alexander Körting
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Constantin Stahlberg, Jens-Peter Morgenstern, Jan-Friedrich Conrad, Betty George
Coverillustration: Silvia Christoph
Design: Atelier Schoedsack
Based on characters created by Robert Arthur. Erzählt von Marco Sonnleitner.
Die Buchausgabe ist im Kosmos Verlag, Stuttgart erschienen.
(c) 2014 by Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG., Stuttgart.
„Die drei ???“ ist eine eingetragene Marke der Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.
(P) & (c) 2015 Sony Music Entertainment Germany GmbH

Die Ausstattung:

Die schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Bookletchen enthält zehn ausgewählte Cover bereits erschienener Fälle. Dazu kommt noch eine Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen und eine kleine Bildvorschau für die kommende Folge. Auf der Rückseite des Case finden wir eine kurze Inhaltsangabe und die Trackliste.

Mein Fazit:

Mit Abpfiff des Spiels gehts für uns erst los mit dem Fall. Der scheint erst ziemlich durchsichtig, wird aber mit jeder Hörminute immer komplexer. Interessanter und auch spannender. Was dann am Ende wirklich hinter dem „gestohlenen Sieg“ steckt, das ist clever durchdacht, fesselnd erzählt und kann den Hörer ohne Längen bis zum Show-down, in dem die Jungs als Blechmann, Vogelscheuche und der feige Löwe auftreten, gut unterhalten … selbst mit Schädelbrummen. Sogar kurzweiliger als die Romanvorlage.

1 Audio-CD mit 67:44 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 9 Jahren
EAN: 888430093423

www.natuerlichvoneuropa.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Mehr als 220 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer Datenbank.